Bloggende Ärzte - Wir vermehren uns

16 05 2008

Liebe medizinische und rettungsdienstliche Blog-Gemeinde,

wir haben ein freudiges Ereignis zu feiern - Assistenzarzt hat zwei neue gefunden in den letzten Tagen (ja, man könnte fast meinen, ich entwickle einen Sammeltrieb für die Blogroll…), die auch den weißen Kittel als geheimes Zeichen der Zugehörigkeit tragen und sich Ärzte nennen und das beste : Sie bloggen. Noch nicht lange, erst seit diesem Jahr. So lasset sie uns ermutigen durch einige Links, denn die beiden scheinen ganz ok zu sein. Gut, das eine ist ein Chirurg, aber selbst ich als internistische Seele kann wirklich liebenswert gegenüber den Chirurgen sein. Get together in Blog-Peace. Hoffentlich nimmt mir der Kollege die Spezialrubrik nicht übel :-) Naja, vielleicht wissen Chirurgen ja eh die besten Chirurgenwitze… :-) Who knows…?!

Und an Pete Smith von der Ärztezeitung geht an dieser Stelle ein kleiner Gruß: Die beiden gabs schon vor diesem netten Artikel in der Ärztezeitung  über den ich stolperte und einen kleinen Schreib-Schluckauf bekam :-) Kleiner Scherz am Rande :-)

Also auf gehts in die neu entdeckten Gefilde zu

Doc Blog - Der Arzt mit dem weißen Kittel

und zu

Assistenzärztin wundert sich

Naja, ich bilde mir jetzt mal ein, da hat mein Blogname Pate gestanden?! Sag einfach ja… mein Ego brauchts, schließlich hab ich grad zu nem Chirurgen verlinkt ;-)





Etwas neu macht der Mai

10 05 2008

So, Assistenzarzt hats endlich geschafft und die Alkoholintox-Gedächtnis-Liste etwas aufgehübscht und überarbeitet. Herausgekommen ist die Glasses of Alcohol Coma Scale (ein kleines Wortspiel ;-) für die RDler). Dem ganzen wurde eine komplette Seite in diesem Blog eingerichtet… siehe oben gleich neben den Chirurgenwitzen…





Kranke Ärzte durch kranke Arbeitszeiten

3 04 2008

Hier mal ein Beitrag des Portals Via medici online zu kranken Ärzten durch kranke Arbeitszeiten. Es hat ein Symposium in BaWü gegeben zum Thema.

http://www.thieme.de/viamedici/medizin/aerztliches_handeln/gesundheitsschutz.html?newsid=030-03042008

Prädikat: Unbedingt lesenswert.
Mecker-Blogger-Count: Beitrag Nr. 372993250720549454 der jammernden Ärztefraktion ;-)





Masern in Meck-Pomm

2 04 2008

Nee, jetzt hab ich doch gestern im Radio gehört, dass das Meck-Pomm-Gesundheitsamt meldet, dass wir seit Anfang des Jahres auch 6 Masern-Fälle bei Kindern hatten. Davon waren 5 nicht geimpft. Entschuldigung, aber wie doof muss man sein, um sein Kind nicht gegen Masern impfen zu lassen? Über andere Dinge kann man gerne diskutieren, aber nicht über solche Dinge wie Masern. Hallo, daran reift ein Kind nicht. Davon kriegt es Pneumonien, eine Otitis, eine Enzephalitis, wenns Pech hat eine SSPE, wird Epileptiker, geistig retardiert oder sonstwas. Und wer ist hinterher schuld? Die Ärzte, die eine Masern-Enzephalitis nicht richtig behandeln können… sorry, aber dagegen gibts bisher kein wirkliches Mittel, außer man probiert nacheinander testweise ein paar antivirale Substanzen aus deren Nebenwirkungen auch ganz ordentlich sein können. Und was ist mit den ganz kleinen Zwergen, die noch nicht geimpft werden können? Die sind diesen Masern-Spreadern schutzlos ausgeliefert. In den USA ist Deutschland ein Impf-Entwicklungsland was Masern angeht. Die Amis machen viel merkwürdige Dinge, aber in einem sind sie vernünftig: Wer dort in einen Kindergarten oder eine Schule will, der muss geimpft sein. Vor einigen Jahrzehnten waren die Leute froh, dass es eine Impfung gegen Masern gab. Meine Eltern haben beide die Masern durchgemacht und was sie davon erzählen, ist weiß gott nicht schön. Ich habe bereits mehrere Masern-Geschädigte (ACHTUNG: Geschädigte durch die Krankheit,  nicht durch die Impfung!) erlebt. Einer war so alt wie ich und lag vor mir krampfend im Bett und sabberte ansonsten auf dem Niveau eines 6 Monate alten Babys vor sich hin. Er musste eine Kopfschutzkappe tragen, weil er dazu neigte, selbigen immer irgendwo gegen zu schlagen. Bis zu seiner Maserninfektion war er ein völlig normales Kind. Das ist doch nichts, was man billigend in Kauf nimmt. Ich glaube, die jetzigen Impfgegner haben vergessen oder nie erlebt, was diese Krankheiten anrichten können. Sie sind sich der möglichen Folgen nicht bewußt. Vielleicht fehlt ihnen auch das Vertrauen in die normale Medizin und der glaube an WHO-Statistiken. Aber wenn man der Überzeugung ist, dass das eigene Kind gerne mal die Masern haben kann, dann müssen diejenigen dafür sorgen, dass es in der Zeit keinen Kontakt zu anderen Kindern - insbesondere Kindern unter 15 Monaten - hat, denn das finde ich eine grob fahrlässige Körperverletzung am anderen Kind und falls die Eltern des anderen Kindes pro-Impfung-gegen-Erkrankung sind hat auch Masern-Mutti nicht das Recht fahrlässig dafür zu sorgen, dass dieses Kind die Masern bekommt - denn damit greift sie auch in das Selbstbestimmungsrecht der Impfwilligen mit Kindern unter 15 Monaten ein. Und gerade dieses Selbstbestimmungsrecht war ihr ja wichtig um sich gegen die Impfung zu entscheiden. (zu kompliziert?) Und wenn jemand der Überzeugung ist, Masern dürfen das eigene Kind befallen, dann sollten sich diejenigen auch voll der Folgeerkrankungen bewußt sein, auch der möglichen Spätfolgen bei eigentlich unkompliziert abgelaufenden Erkrankungen. Naja, was sich daran anschließt, ist wohl dem eigenen Kind später zu erklären, warum man gegen eine Impfung mit weniger Nebenwirkungen als Komplikationen durch die Erkrankung war und warum der Sprößling halt ein paar mehr Problemchen beim Lernen hat wo doch die Enzephalititis nur 3 Wochen gedauert hat und die jahrelange Sonderförderung immer von der Steuer abgesetzt werden konnte. Es hat eben alles zwei Seiten. Man muss z.B. auch keine Blutdrucktabletten nehmen wenn man nicht will. Aber dann sollte man auch so cool sein, dass man bei der hypertensiven Herzerkrankung mit Herzinsuffizienz und erfüllten MADIT-2-Kriterien auf einen implantierbaren Defi für den Preis eines Kleinwagens verzichtet.

Guckst du auch bei Kinderdok:

http://kinderdok.myblog.de/kinderdok/art/252224852/die_schweizer_waren_s





Alt, aber gut

27 03 2008

Was sind zwei Chirurgen vor einem EKG? - Eine Doppelblindstudie.

EKG für Chirurgen:

Zacken nach oben - alles klar.

Zacken nach unten - Internisten fragen. Anschließend EKG umdrehen und zwar so, dass die Buchstaben und Zahlen in der Kopfzeile richtig rum sind.

Keine Zacken - gerade erst passiert: Anästhesisten holen.

Keine Zacken - schon länger da: Totenschein.
Ich sags ja: Alt, aber gut. :-)





Wie erklär ichs meinen Studenten?

27 03 2008

Das Ding mit den Chirurgen und Internisten… wie erklärt man das einem Ahnungslosen, also seinen Studenten?

 … 

“Also nochmal, Chirurgen wollen Helden sein. Sie schneiden in alles rein. Pragmatiker. Diagnostik schei… egal, Hauptsache schneiden. Eben Helden sein. Wie bei Grey’s Anatomy. Internisten sind eher die Denker, sie überlegen, sie wägen ab, die defensiven Typen. Nicht die Looser. Sie sind also die richtigen Ärzte.”

“Hä? Naja, letztlich überlassen doch die Internisten den Chirurgen immer zu entscheiden, wann sie wo reinschneiden. Das traut sich doch kein Internist zu entscheiden.”

“Dafür kann ich EKGs lesen.” *allgemeines kichern* ”Es ist auch nicht die Aufgabe des Internisten zu entscheiden, wann ein Chirurg irgendwo reinschneidet. Das muss der schon alleine machen, denn er ist ja derjenige, der schneidet. Irgendwas muss er ja auch noch selbst machen.”

“Du magst keine Chirurgen, oder?”

“Doch schon. Man kann sich manchmal über sie amüsieren. Naja, und sie haben schönere Hintern als die meisten Internisten. Nur das mit dem Reden… Also es gibt Dinge, die sollte man einfach nicht tun…”





Dr. Haus’ und seine Fälle

25 03 2008

Ab sofort können reale Dr. House-Docs richtig reale Fälle vorstellen, diskutieren oder ungelöste Fälle online beratschlagen, um auf neue Ideen zu kommen oder auch mal Beinahe-Crashs vorstellen, aus denen man lernen kann. Angeregt von diesem Blog und zahlreichen House-Fans unter Ärzten hat klinikdirekt mal was neues probiert. Ihr seid alle aufgefordert da mitzumachen - Famulanten, PJs, Docs, Retter,… Moderiert wird das ganze von einem Profi, einem echten (anonymen) Doc mit FA-Titel.

 http://www.klinikdirekt.de/blog/





Morbus Alltagsfrust

18 03 2008

Ein Gedicht.

die tägliche unkollegialität

minuten vor dienstschluss patientenzugänge

fehlende informationen

gleichgültigkeit, ihr könnt bleiben

aber ich geh nach hause

mein feierabend sind eure überstunden

was geht ihr mich an

wir sehen uns wieder. bestimmt.

fragende angehörige, täglich

lange gespräche, täglich

immer die selben, keine neuigkeiten,

meine zeit rinnt davon, doch ich bin nett,

es warten andere, krankere patienten,

fehlendes gespür, fehltritte, überschreiten von grenzen,

räumlichen und benimm-grenzen,

auch krankenhäuser sind orte von höflichkeit und datenschutz,

ärzte sind kein eigentum,

die die leise sind sind wirklich krank,

die die reden, aufhalten, fordern, laut werden,

die sind es in der regel nicht.

trag sorge, dass du die leisen töne hörst,

die lauten musst du abwimmeln,

denn sonst kommen die leisen zu kurz,

aber die brauchen dich mehr.

angehörige, die denken sie müssen täglich fragen

auch wenn der arzt in der visite tausendmal mit patienten spricht,

er nimmt sie ernst, andere nicht,

sie sind nicht entmündigt, verstehen, begreifen,

können für sich selbst sprechen,

dann entmündigt sie nicht,

lasst sie nicht hilflosigkeit erlernen,

stuft sie nicht auf kindliche handlungsweisen zurück,

auch das ist respekt vor dem kranken,

respekt, den angehörige zeigen müssen.

sie werfen einen ins kalte wasser

aber helfen tut keiner,

sie kontrollieren und kritisieren,

aber anleitung fehlt.

wie soll man lernen, bilden, reifen,

wenn keiner einen begleitet,

führungsstil heißt

nur treten ist schöner als buckeln.

sie peitschen dich auf, treiben dich an,

keine müh ist je genug

sie geben dir das gefühl nichts wert zu sein

du wirst niemals ein held wie sie

nichts was du tust ist was wert

worte der anerkennung gibt es hier nie

kritik ist etwas dass dir nicht zusteht

benutzt du sie doch

sie werden dich zerbrechen

wir gingen wie immer durch dieses haus 

der schock saß tief

den tränen nah

kaum begreifend was wir sahen

da lag der Arzt, intubiert, beatmet,

warum nur tat er das?

er machte karriere, hatte alles erreicht,

war jung, war hübsch,

so reich?

so arm?

war es leere

war es last

war es druck

war es angst

niemand wird je die antwort kennen

denn seine letzten worte

wollten sie nicht hören

legten schleier über alles gesagte

seid still, die wahrheit ist nicht gefragt

doch wer es vermag seine seele zu sehn

trotz schläuchen und piepsen der geräte

der wird es verstehn

der wird erkennen

warum er einfach nur wollte gehn…





Mikrokosmos OP

17 03 2008

Den beiden Beiträgen von Hypnosekröte gibt es nichts mehr hinzuzufügen… außer :-)

http://www.hypnose-kroete.de/?p=64#more-64

http://www.hypnose-kroete.de/?p=63





Pilgerreise nach Wiesbaden

17 03 2008

Liebe Gemeinde,

es war einmal ein Arbeitgeberverband, der bot seinen Sklaven Angestellten 4% Lohnerhöhung bei gleichzeitiger Erhöhung der Wochenarbeitszeit um 1,5 h. So lasset uns rechnen, was die Herren geboten. 40 h derzeitige Wochenarbeitszeit. 1% = 0,4 h. Dann sind 1,5 h etwa 3,75%. Die angebotene Lohnerhöhung beträgt 4%. Effektiv also eine Lohnerhöhung von 0,25%. Liebe Gemeinde, wie soll man das nennen? Was soll man dazu sagen? So entschlossen sich die Angestellten ihrem Unmut ob dieses  Scherzes Angebotes kund zu tun und pilgerten in eine Stadt namens Wiesbaden. Als Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit trugen sie weiße Kittel und die Farbe ihres Verbandes Orange. Doch was taten die Herren? Sie waren empört. Wie konnte man nur ihr Angebot ablehnen? Die Sklaven Angestellten sahen zu den anderen, die da noch in dem Lande lebten. Ihnen bot man 3% oder gar 8%. Überall im Lande waren Verhandlungen verschiedener Verbände im Gange. Doch auch überall rüstete man sich zum Protest. Was würde wohl geschehen, wenn Busse, Bahnen, Müllabfuhr, Sparkassen, Behörden, Schulen, Krankenschwester, Ärzte und andere gleichzeitig protestieren wollen? Würde so ein Tag jemals drohen? Oder würde der Herr irgendwann Vernunft zu den Arbeitgebern senden und ihnen erklären, dass das Absinken des Nettolohns in den vergangenen 3 Jahren zu einer Reduktion der Kaufkraft und weiteren Schwächung der Wirtschaft und abhängigen Dienstleistungszweige mit konsekutiver Reduktion des Steueraufkommens führt? Fragen über Fragen, auf die wir nie eine Antwort erhalten.*

Amen.

Impressionen der Pilgerreise z.B. hier:

http://www.aerztezeitung.de/extras/bildergalerie/Default.aspx?pid=37&sh=21

* außer vielleicht von Leuten, die permanent über andere Blogs meckern und uns sowieso alle für völlig bekloppt erklären