Assistenzarzt fragt - Teil 3
4 07 2008Werden Frauenromane auch von Männern gelesen?
Beispielautorin: Kerstin Gier “Fishermans Friend in meiner Koje” etc.
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Kategorien : Fundstücke
Werden Frauenromane auch von Männern gelesen?
Beispielautorin: Kerstin Gier “Fishermans Friend in meiner Koje” etc.
Wenn man noch einen Schlusssprint hinlegt, weil man den Bus kriegen will, wieso fahren die immer genau dann ab, wenn man gerade die Tür erreicht hat und auf den Türöffner-Knopf drücken will? Nie vorher solange man läuft, über rote Ampeln jumpt, vor Autos rennt, Omas mit Rollatoren ausweicht…
Heute werden wir eine neue Serie beginnen - in unregelmäßigen Abständen, wie immer wenns in diesem Blog eine Serie gibt. “Assistenzarzt fragt” jetzt mal Dinge, die so alltäglich sind, dass es darauf keine wirkliche Antwort zu geben scheint. Die Leser dürfen sich dennoch gerne daran versuchen. Die Fragen stammen aus Assistenzarzts Alltag und Begegnungen mit anderen Menschen.
Assistenzarzt fragt: Wenn eine Person von Flatulenzen geplagt ist und das in Gegenwart anderer Personen (z.B. voll besetzter Fahrstuhl), wie erkennt man dann unauffällig (wir sind ja höflich) den Verursacher?
Es gibt ja zwei Varianten wie Menschen dann reagieren. Die einen spielen Hans Guck in die Luft als hätten sie nichts bemerkt und die anderen gucken wütend / angewidert durch den Fahrstuhl auf der Suche nach einem Schuldigen.
PS: Ich sagte ja, die Fragen stammen aus Begegnungen mit anderen Menschen… und wer sowas noch nicht erlebt hat, der scheint immer nur Treppenhäuser zu nutzen…
Liebe medizinische und rettungsdienstliche Blog-Gemeinde,
wir haben ein freudiges Ereignis zu feiern - Assistenzarzt hat zwei neue gefunden in den letzten Tagen (ja, man könnte fast meinen, ich entwickle einen Sammeltrieb für die Blogroll…), die auch den weißen Kittel als geheimes Zeichen der Zugehörigkeit tragen und sich Ärzte nennen und das beste : Sie bloggen. Noch nicht lange, erst seit diesem Jahr. So lasset sie uns ermutigen durch einige Links, denn die beiden scheinen ganz ok zu sein. Gut, das eine ist ein Chirurg, aber selbst ich als internistische Seele kann wirklich liebenswert gegenüber den Chirurgen sein. Get together in Blog-Peace. Hoffentlich nimmt mir der Kollege die Spezialrubrik nicht übel
Naja, vielleicht wissen Chirurgen ja eh die besten Chirurgenwitze…
Who knows…?!
Und an Pete Smith von der Ärztezeitung geht an dieser Stelle ein kleiner Gruß: Die beiden gabs schon vor diesem netten Artikel in der Ärztezeitung über den ich stolperte und einen kleinen Schreib-Schluckauf bekam
Kleiner Scherz am Rande
Also auf gehts in die neu entdeckten Gefilde zu
Doc Blog - Der Arzt mit dem weißen Kittel
und zu
Naja, ich bilde mir jetzt mal ein, da hat mein Blogname Pate gestanden?! Sag einfach ja… mein Ego brauchts, schließlich hab ich grad zu nem Chirurgen verlinkt ![]()
Heute hab ich gelacht bei der Statistik der Suchbegriffe
“arbeitsschutzgesetz assistenzarzt” - *LOL* *auf den Boden schmeiß und kugel*
”nagelbrett sexy” - kommt drauf an, ob man drauf liegt oder ein anderer und wenn ein anderer drauf liegt, dann kommts drauf an, wer das ist… Brad Pitt sähe auf allem sexy aus. Ein indischer Fakir mit zipfligem Bart und spindeldürr, also ich würds nicht sexy nennen. Wo steht eigentlich in meinem Blog das Wort Nagelbrett?
“ehepartner narzist” - Such dir nen guten Scheidungsanwalt und hol dir seine narzistische Kohle. Das macht das Ertragen diverser Neurosen im Nachhinein etwas leichter, Psychiater kriegen ja auch Geld dafür, dass sie anderen zuhören… Noch besser wäre ein guter Ehevertrag im Vorfeld… Pfeif auf sein Ego und schenk ihm nen Spiegel zum Abschied, auf dem steht “…is ja schon gut, du bist der schönste im ganzen Land.”
“körperbau von patrick dempsey” - verdammt sexy *schmacht* Leider beherrscht die Wissenschaft noch nicht das Klonen von Menschen…
”warum kam gestern kein greys anatomy” - (stammt vom 13.3.) weil Fussball war.
“ohrenstöpsel wegen scheiß nachbarn” - Ich fühle mit. Lärme dagegen, Soundboxen vom Konzertveranstalter leihen und ausprobieren. Sprengt jede E-Anlage eines Mehrfamilienhauses und die Nachbarn…
“notaufnahme wartezeiten” - das gehört zu den Betriebsgeheimnissen jedes Krankenhauses
“holländer lügner frauen handy berlin” - Hääää?
“schwarzenquote bei ärzten” - aus welcher Zeit stammst du denn? Es gibt keine, das sind normale Kollegen.
Eines der Dinge, die immer wieder bei Google eingegegeben werden und zu mir führen ist “nasse Jeans” - Wieso sucht man nach “nasse Jeans”? Wer will freiwillig solche haben? Trocknen würd ich sagen.
”wieviel geld nimmt ein arzt im monat ein” - schon öfter erläutert. Einfach mal beim Marburger Bund auf der Homepage gucken. Wobei mir gerade auffällt: Einnehmen ist nicht gleich Lohn. Einnahmen können fürs Krankenhaus oder sonstwen sein. Also Gehaltstabellen gibts beim Marburger Bund, was die Einnahmen angeht… who knows…
”kostet assistenzarzt was” - jepp, nen Appel und nen Ei…
“wenn vati mich ordentlich verhaut” - hallo, das find ich ziemlich verwerflich. Wenn Vati dich ordentlich verhaut, dann würde ich sagen, geh zum Vertrauenslehrer deiner Schule.
“wie werde ich meine nachbarn los?” - das wüßte ich auch gerne!! Also wenn du eine Lösung hast, dann lass es mich bitte wissen! Danke.
”50000 euro pro monat beruf” - also da muss man Manager oder Politiker sein oder Dieter Bohlen… naja oder Mafiosi, dann könnte man das vielleicht schaffen. Aber wie wird man Dieter Bohlen?
”wie baut man einen brunnen” - keine Ahnung. Frag doch mal nen Wasserbauingenieur. Loch buddeln und warten dass Wasser kommt?
In … (na jetzt ratet mal welches Land)* hat die Polizei einen Mann gestoppt, der mit einer Infusion am linken Arm Auto gefahren ist. Der Mann hatte sich zuvor in einem Krankenhaus behandeln lassen und die Nase wegen der langen Wartezeiten voll gehabt - also ging / fuhr er eben mit Infusion nach Hause. 5 Euro hats ihn an Bußgeld gekostet.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/panorama/auch_das_noch/default.aspx?sid=484863
PS: Ich habe bisher immer nur Leute erlebt, die sich umnachtet, aus Wut oder alkoholisiert die Infusionen gezogen haben (und Blutbäder anrichteten), aber leider keinen der so sorgsam war wie der erwähnte Mann.
* China, nicht Deutschland.
Und mal wieder habe ich die Ehre, einige Suchanfragen die auf dieses Blog führten, herauszufischen:
“rezept assistenzarzt” - Tja, wenns Assistenzärzte auf Rezept gäbe… also dann würde ich mir einen 1,90m großen, gut gebauten Assistenzarzt, humorvoll und bodenständig, aber nicht diesen Metro-Sex-Man-Beckham-Verschnitt, verschreiben lassen. Man braucht ja hin und wieder was fürs Auge.
“was macht ein arzt” - das frage ich mich manchmal auch… zunehmend Schwesterntätigkeiten, denn die weigern sich zunehmend bestimmte Dinge zu tun wie i.v.-Sachen aufziehen etc. “Das ist keine pflegerische Tätigkeit.” Nun ja, wenns nur noch um pflegerische Tätigkeiten ginge, könnten die Kliniken einen Haufen Geld sparen und Pflegerinnen einstellen, die weniger als die Gruppe 7 nach TVÖD kriegen… oder halt einfach mal die Stellenbeschreibung anpassen und eine Neugruppierung vornehmen.
“famulanten gesucht apotheke berlin” - Gegenfrage: Nennt sich das Praktikum in der Apotheke auch Famulatur?
“gomer injektion” - Die Gomer Injektion. Ein bislang geheimgehaltenes Präparat, dass von einer noch geheimeren Stelle entwickelt wurde, um aus Gegnern durch einmaliges Applizieren einen Gomer zu machen.
“flurbetten krankenhäuser” - Ja, willkommen in der heutigen Zeit. Für ein Flurbett braucht man keinen Einzelzimmervertrag abzuschließen, auch wenn man der einzige Patient ist, der auf dem Flur steht. Manchmal befindet man sich jedoch in guter Gesellschaft und es stehen noch mehr auf dem Flur rum. Allabendlich findet ein Dankesgebet der Flurpatienten an die Gesundheitsministerin statt, der wir die Rückkehr dieser Zustände zu verdanken haben. Ulla, die du bist in Berlin, geheiligt sei dein Name, dein Wille geschehe…
Was passiert, wenn Assistenzarzt über Abwanderung von Ärzten aus den neuen Bundesländern googelt? Assistenzarzt landet auf den letzten Google-Seiten auf einem mehr oder weniger interessantem, aber dafür umso mehr garstigem, bornierten, diskriminierenden Foren-Posting eines Herrn Walter Fenz (Nickname) in einer Österreichischen Zeitung. Damit wird dann die gewählte Überschrift ad absurdum geführt. Manche Österreicher können nicht denken. Dieser ganz bestimmt nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Mensch überhaupt mal einen Fuß auf ostdeutsches Territorium gesetzt hat. Für manche Leute sollte die Visum-Pflicht wieder eingeführt werden.
Hier mal einige Zitate des Herrn Walter Fenz (es geht um die Wahl eines österreichischen Profs zum Dekan der Uni Graz, der jetzt in uns Ossi-Land tätig ist, was aber in der Diskussion anschließend in den Hintergrund tritt):
“Auch wenn ich von der Uni Rostock und der dortigen Medizinischen Ostfakultät [...] einen Deutschen nur mit sehr viel Bauchweh genommen hätte….”
In Bildblog-Manier muss ich dazu sagen: FALSCH. Der Prof, um den es sich in dem Beitrag handelt, ist seinem Lebenslauf nach (ebenfalls auf der Internetseite der Zeitung zu entnehmen), Österreicher und erst seit einigen Jahren in Deutschland.
” [...]… da trifft dann eben die Großprovinz die Kleinprovinz. Wissenschaftlich und fachlich betrachtet.”
In welcher Provinz mag wohl Herr Fenz zuhause sein? Mittelprovinz? Fachlich betrachtet? An der Uni Rostock wurde die Nierendialyse bereits zu DDR-Zeiten mitentwickelt. An der Uni Rostock wurde die erste Leberdialyse entwickelt, die von der FDA zugelassen wurde und Maßstäbe gesetzt hat. An der Uni Rostock wurde das bisher einzige halbwegs wirkungsvolle Verfahren für Stammzelltherapie am Herzen entwickelt. An der Uni Rostock waren Leute wie Prof. Schilling tätig. Ja, nun müsste man wissen, was der gemacht hat… Naja, für das wenige Geld, was man von einem der ärmsten Bundesländer kriegt als Uni, muss sich die Rostocker Uni nicht schämen. Es geht damit eben nicht so viel wie in Bayern, wo die die Euros in den A… gepustet kriegen. Außerdem ist die Mediziner-Ausbildung in MV an beiden Großprovinz-Unis bedeutend besser als in der Kleinprovinz (und zudem ohne Studiengebühren), siehe Spiegel-Ranking.
Auf die Frage eines anderen Foren-Lesers, was eine Ostfakultät denn wohl sei, kommt die Antwort:
“Gekennzeichnet durch a) massive Personalfluktuation, insbesondere Abwanderung von Fach- und Oberärzten ins Ausland (Schweiz, Skandinavien, Österreich…..) oder aber nach Westdeutschland und deren Ersatz durch osteuropäische (Nichtfach-)Ärzte
b)Deutl. schlechtere Bezahlung als in Westdeutschland und deshalb auch Abwanderung der Habilitierten
c)Abteilungen an der Grenze des Lächerlichen, z.B. eine schon geschlossene Kinderpsychiatrie in Magdeburg, eine praktisch inexistente Strahlentherapie in Magdeburg und Greifswald, eine praktisch inexistente Pathologie in Jena und eine praktisch ohne Fachärzte in Leipzig, eine fehlende Kinderradiologie in Leipzig usw. usf.
d) Nehmen jeden Österreicher mit Handkuß - frisch vom Studium….”
Naja, massive Personalfluktuation gibts auch im Wessi-Land, da kenne ich genügend Beispiele und ins Ausland gehen auch nicht nur die Ossis. Wobei ich bei Herrn Fenz das Gefühl habe, in Österreich ist man eh nicht sonderlich willkommen. Kommen Sie mal an die Unis hier und gucken. Da gibt es nicht mehr osteuropäische Ärzte als an Wessi-Unis. Abwanderung der Habilitierten… naja, es ist allgemein bekannt, dass viele die Ossi-Unis nur als Sprungbrett nutzen wollen. Die wandern nicht allein deswegen ab, weil es hier immer noch nur 97% des West-Gehalts gibt, sondern weil sie nie vorhatten, hier zu bleiben. Die Familien wohnen meist im Wessi-Land und warten auf die Heimkehr des Busch-Arbeiters. Ich kenne außerdem diverse Kliniken im goldenen Wessi-Land, die ebenfalls nur überleben, weil sie Assistenten im 3. Ausbildungsjahr haben, die noch nicht weggelaufen sind. Die “Ärzteflucht” ist ein gesamtdeutsches Phänomen und kein rein ostdeutsches!! Man eh, das regt mich wieder auf, das wir Ossis wieder die Deppen sein sollen. Und zu d): FALSCH. Zum Glück haben wir davon nicht so viele hier, wäre ja nicht auszudenken, wenn die alle so sind wie Herr Fenz. Ich wüßte nur einen im 50 km Umkreis. Der achso gerühmte Ösi-Hausarzt, den es in die Nähe von Schwerin gezogen hatte und der so schön hochgelobt durch alle TV-Sendungen geisterte als “Retter der Ossis”, der ist inzwischen wieder abgehauen. Er kam mit dem Menschenschlag nicht klar, heißt es. Es ging keiner zu ihm in die Praxis, weil die Leute sich nicht ernst genommen fühlten, erzählt man in der Gegend. Woran das wohl gelegen hat?
Es folgt die Gegenfrage eines Lesers bezogen auf Punkt d): “Soll das heißen, eine Einrichtung, die Österreicher beschäftigt, disqualifiziert sich damit in Ihren Augen?”
“Nur, wenn die Hauptqualifikation für den Österreicher die meist einwandfreie Beherrschung der Deutschen Sprache ist, dann dürfen Sie selbst raten, woher der Wind weht im Staate OstDDRland.”
Ja, wenn sie denn mal die deutsche Sprache auch wirklich beherrschen würden… Also ich als hochdeutsch sprechendes Nordlicht hab da so meine Probleme mit dem Verstehen. Die meisten Ösis disqualifizieren sich hier, weil sie kein fließendes Russisch sprechen, nicht das “Kapital” auswendig zitieren können, Karl Marx mit Vadder Abraham verwechseln, kein FDJ-Hemd tragen, nicht wissen, was FKK ist und Datsche für eine südostasiatische Feigenfrucht halten und weil es genügend Absolventen gibt, die sich hier auf Assistentenstellen bewerben, eine gute Ausbildung haben und mit dem Menschenschlag, den Bedingungen und Anforderungen vertraut sind. Das Problem ist der Mangel an Fachärzten, aber das ist wie gesagt, kein rein ostdeutsches Phänomen.
“[...] aber in einer absoluten Verlierer-Region wie in den Neuen Bundesländern” muss ja alles schlecht sein, gibts nur kasachische Anfänger-Ärzte mit sibirischem Hilfsarzt-Diplom, weshalb man über jeden zuwanderungswilligen Ösi-Absolventen aus Ötzi-Land tief dankbar ist und Freudenfeuer anzündet, auch wenn der kleine erstmal sprechen lernen muss. Zudem grasen in der Großprovinz die Kühe auf dem Klinikrasen und laufen die Hühner über die sandige Einkaufsstraße, an deren Ende man seine Gummistiefel piercen lassen kann, weil das das neueste Forschungsprojekt der Provinz-Uni ist. Amen.
Die menschliche Natur ist zu allerlei Rekorden fähig. Sogar ohne Doping. Allerdings möchte ich in keiner der in der heutigen Online-Ausgabe genannten Disziplinen mitspielen. Man stelle sich nur mal über sieben Meter lange Fingernägel vor. Wie geht das? Wird man da gefüttert? Braucht man einen Waffenschein dafür? Auch zwölf Finger und dreizehn Zehen können ja ganz praktisch sein. Aber wie is denn das mit Handschuhen im Winter? Und auf welchen Finger kommt nachher der Ring? Und wie zeigt man damit einen Stinkefinger? Nun ja, dass die Briten den lautesten Rülpser losgelassen haben, mag ich nach den Fan-Bildern der Fußball-WM 2006 gerne glauben. Aber wer zur Hölle lässt sich Beinhaare wachsen, die über 12 cm lang sind? Da kann man ja Zöpfe am Schienbein flechten. Ein Yeti vielleicht?
Hier könnt ihr einen Blick auf die Rekorde riskieren:
http://www.aerztezeitung.de/panorama/auch_das_noch/default.aspx?sid=478003
PS: Irgendwie ist WordPress heute langsamer als sonst. Irgendjemandem auch aufgefallen oder nur bei mir so?