Kurz erklärt: Evaluation der Ärztekammer

7 10 2009

In verschiedenen Zeitungen oder Zeitschriften konnte man in der letzen Zeit lesen, dass die Ärztekammer die Ausbildung ihres Nachwuchses verbessern will (wirklich???) und eine Befragung durchführt zur Ausbildungsqualität bei den Weiterbildungsbefugten. Das ist dann Evaluation. Das ist nicht Evolution. Evolution wäre zum Beispiel, wenn plötzlich alle Ärzte aus Kliniken mit schlechten Arbeitsbedingungen weggehen und zu den Kliniken oder Ländern, wo die Arbeitsbedingungen besser sind, so dass die Kliniken mit schlechten Arbeitsbedingungen aussterben. Jetzt, wo ich das Geschriebene betrachte, fällt mir auf, dass es also keine Evolution in der Ärzte- und Kliniklandschaft gibt. Also macht man deswegen wohl Evaluation? Jedenfalls war der Plan, dass jeder weiterbildungsbefugte Arzt in Deutschland von der Ärztekammer ne Nummer kriegt bzw irgendwie ne Registrierung und er dann für alle seine Lakaien Weiterbildungsassistenten (WBA) einen Zugangscode beantragen kann. Diese Zugangscodes sollte er dann an seine WBAs  geben, damit die sich einloggen und dann ihre Ausbildung bewerten. Das war der Plan. Na, fällt jemandem was auf??? Mir schon… auf Fortbildungen anderer Ärztekammern in Deutschland hab ich auch schon Evaluationsbögen bekommen. Die waren anonym und man konnte sie ehrlich ausfüllen. Womit ich jetzt nicht sagen will, dass WBAs beim Ausfüllen des Onlinefragebogens der Ärztekammern lügen müssten. Es ist halt nur nicht anonym, sondern die Ärztekammer weiß, Herr Assistenzarzt Mustermann hat so und so geklickt und ist bei Chefarzt Musterarzt in Weiterbildung.

In der Umsetzung ist es so, dass die Ärztekammer die Fristen zum Ausfüllen des Fragebogens mehrfach verlängert hat, weil sich nicht so viele WBAs beteiligt haben. Auch die ermächtigten Weiterbilder wurden über die Ärztepostillen aufgefordert, den Assistenten das Ausfüllen zu ermöglichen.

Ich kann leider über den Inhalt des Fragebogens nix, aber auch gar nix sagen, weil Assistenzarzt zu den vielen vielen WBAs gehört, die leider nicht so viel Glück hatten, von ihrem ermächtigten Weiterbilder einen Zugangscode zu kriegen. Soviel zu Repräsentativität der Ergebnisse, die sicher irgendwann ein wunderschönes rosarotes weichgespültes Ergebnis bringen werden, dass nicht so düster aussieht, wie die bösen bösen Ergebnisse des Marburger Bundes. (bei dem bestimmt alle diejenigen WBAs, die bei der ÄK-Evaluation zu kurz kamen, bei der nächsten Umfrage definitiv mitmachen werden, hört ihr da beim Marburger Bund, ich will ne Umfrage, bei der ich mitmachen kann, damit ich mal meine UnZufriedenheit darüber ankreuzen kann, dass ich jetzt keine Kreuze machen durfte… , dass ihr ja nicht vergesst, neben den Zufriedenheitsfragen die Frage nach der Teilnahme bei der ÄK-Evaluation zu stellen…)





Assistenzarzt hilft – Woran erkenne ich einen Chirurgen?

27 09 2009

Viele Menschen fragen sich, woran man eigentlich die verschiedenen Arzt-Unterarten unterscheiden kann. Am wichtigsten ist jedoch, wie man einen Chirurgen erkennen kann.

Das ist aus verschiedenen Gründen wichtig:

Für Internisten – weil man sich mental auf die Begegnung einstellen muss, um gleich den ersten Angriff zu parieren

Für andere Chirurgen – weil zwei so große Egos nicht im gleichen Raum Platz haben

Für Studenten - damit man sich in Sicherheit bringen kann, bevor der fragt ob man nen Augenblick Zeit hat (nie die Antwort ja geben, weil es dann gleich heißt dass in OP 3 noch jemand zum Hakenhalten gesucht wird)

Für Patienten – Chirurg ist übersetzt nichts anderes als ein Handwerker… dann doch lieber einen „richtigen“ Arzt :-)

Für Frauen – Macho-Alarm

 

Woran erkennt man jetzt eigentlich den Chirurgen rechtzeitig = wenn er noch auf dem anderen Ende des Flures ist?

  • Er trägt Kittel, schließlich muss er sich von den Pflegern unterscheiden. Der Kittel ist in der Regel zugeknöpft, weil die Chirurgen die konservativsten unter den Ärzten sind und glauben, damit wenigstens erreichen zu können, dass sie von anderen für einen richtigen Arzt gehalten werden. Die Rebellen unter ihnen, quasi die Andre Agassis unter den Chirurgen, krempeln die Ärmel bis zu den Ellenbogen hoch. Naja, das tun die Metzger in der Fleischerei auch glaub ich. Aber das hat wohl nichts zu sagen. Manche trauen sich auch, im offenen Kittel rumzulaufen, aber da werden sie von den eigenen Leuten eher ausgelacht, weil das ja nur die ganzen anderen Fachrichtungen machen.
  • Unfallchirurgen und Orthopäden neigen dazu, Sportschuhe zu tragen, und zwar nicht irgendwelche sondern die neuesten 150 Euro – Hammertreter, was sich ein Normalsterblicher nicht mal leistet, außer er hat pubertierende Teenager zuhause…. wogegen die Allgemeinchirurgen eher Holzpantinen oder schicke weiße Lederschuhe anhaben.
  • er hat kurze Haare mit Gel gestylt.
  • Er poltert als seien alle anderen schwerhörig oder haben sich nach einem Ende der gerade eingekehrten Ruhe gesehnt.
  • in seiner Kitteltasche ragen mehrere zerknautschte Konsilscheine aus dem letzten Jahr heraus, die er immer noch nicht abgearbeitet hat
  • „unten drunter“ trägt er grün, weil er nicht die Zeit hatte, die Bereichskleidung in der OP-Schleuse von sich zu werfen und sowieso gleich wieder reinmuss (obwohl er sich dann neue anziehen muss)
  • die grüne Hose hängt auf halb acht in prä-Buggy-Pants-Stellung. Das viel zu kurze Oberteil (mit Zahlen und Kleidergrößen hatte er es nie so, das ist was für Statistiker) gibt den Blick frei auf den Oberrand einer grauen oder schwarzen CK-Unterhose. Naja, da er den Kittel drüber trägt, ist das nur was für geübte Augen, die wissen, wonach sie gucken müssen
  • sobald er den Mund aufmacht wird klar: ER ist hier wichtig, er kann alles und die anderen sind alle zu blöd, um ihren eigenen Namen zu schreiben. Sein Ego füllt den Raum mit einem Schlag. Da passt kein zweites rein. Er ist schließlich Chirurg.
  • sein Body ist gestählt, schließlich geht er mindestens zweimal die Woche ins Fitnessstudio, wo die süße Krankenschwester von der einen Station ab und an mal ist, nur hat er noch nicht  rausgekriegt, wann genau sie immer da ist, aber Zahlen sind wie gesagt was für Statistiker
  • Wenn ein Besucher auf dem Flur kollabiert, brüllt er erstmal ins Telefon, dass schnell ein Internist kommen soll.
  • Er guckt jeder neuen Schwester und jeder neuen Schülerin und Praktikantin lang und ausführlich hinterher. Es ist schließlich sein Revier und er ist das alpha-Männchen…

Ach, ich liiiiiiebe Chirurgen. Wenn es die nicht gäbe, über wen sollte ich mich dann mit meinen Internisten-Kolleginnen amüsieren?





Gewalt gegen Rettungskräfte

26 09 2009

Da hier auch viele Rettungsleutchen mitlesen verlinke ich mal auf einen Beitrag zu einer interessanten Studie aus der Fachhochschule Neubrandenburg, die auf dem Notärztetag MV vorgestellt wurde. Es geht um Gewalt gegen Rettungskräfte. Da es eine dpa-Meldung war, haben es viele Medien aufgenommen. Hier mal exemplarisch der Focus.

http://www.focus.de/panorama/welt/gesundheit-immer-haeufiger-gewalt-gegen-rettungskraefte_aid_439322.html

 

Fazit: wir brauchen Wege, um die Rettungskräfte (meiner Ansicht nach auch Personal in Notaufnahmen)  zu schulen, wie man mit bekloppten Besoffenen umgeht, um nicht selbst verletzt zu werden…





Sag denen das doch mal einer

5 09 2009

… dass es total langweilig und ärgerlich ist, für eine nicht unerhebliche Summe auf einen Kongress zu fahren und dann stellen sich dort wer weiß wie ankündigte Leute hin, um einen Vortrag zu halten, dessen Folien vollgestopft sind mit ganzen Sätzen, die dann vom Vortragenden nur vorgelesen werden…  Lesen kann ich auch allein. Ach ja, und noch blöder finde ich es, wenn der Vortragende die Folien selbst noch nicht mal zu kennen scheint, weil sie ihm jemand anderes zusammengestellt hat. Das wird nur noch gesteigtert durch die anschließende Diskussion, in der als Profs dotierte Vortragende dann auf simple Fragen zum Thema nicht mal antworten können und andere aus dem Publikum antworten, weil sie im Gegensatz zur Koriphäe (schreibt man das so?) schon mal was zum Thema gelesen haben… Echt ätzend. Wenigstens kann man das Geld von der Steuer absetzen, nur die verschwendete Zeit kriegt man halt nicht wieder…





Out: Hände geben

5 09 2009

Die Sommerpause ist hiermit offiziell beendet.

Ich habe in den letzten Wochen viel gelernt und gelesen zum Thema Mexiko-Grippe und Händehygiene. Absolut OUT ist ab sofort für mich das Händegeben.

Aus zwei Gründen.

Das RKI hat ja so tolle Empfehlungen herausgegeben, wie man die Übertragung von Krankheitserregern speziell der Influenza eindämmen kann. Danach ist OUT jemandem die Hand zu geben, weil da die in die Hand geniesten Influenzaviren gleich zum nächsten gegeben werden. Und das weitergeben gilt nicht nur für Influenzaviren. Übrigens ist es IN,  in den Ärmel zu niesen oder zu husten. Ich schlussfolgere, dass es ebenso OUT ist, jemandem am Ärmel zu berühren oder fremde Klamotten anzufassen… Manche Krankenhäuser haben die Empfehlungen des RKI gleich umgesetzt und das Händeschütteln untersagt.

Zum anderen gibt es Untersuchungen, was die Krankheitsübertragung im Krankenhaus über die Hände des medizinischen Personals angeht. Mal abgesehen von Influenza gibts ja noch ne Menge anderer Viren und Bakterien, weiterhin Sporen und sowas alles, was beim Händeschütteln weitergegeben wird. Ich denke, dass es bei Otto-Normal auch so sein wird. Händeschütteln ist Evolutionsunterstützung für Mikroben.

Gibt ja viele positive Dinge, die aus dem Nicht-Händeschütteln resultieren. Weniger Krankheitskeime von anderen. Man muss nicht Leuten die Hand schütteln, die man nicht leiden kann. Und all die armen Kinder, die gequält werden von Müttern und Omas mit „Gibst du jetzt dem Doktor / dem Mann / dem Herrn XY / Mamas Chef / deinem Erbonkel die Hand!“  haben recht, wenn sie ihm ihre kleine Hand nicht geben wollen!

Es wird Zeit, den Knigge endlich mal anzupassen. Händeschütteln ist nicht höflich, sondern die subtile Art seinem Gegenüber zu sagen, dass man ihm Influenza oder sonstwas an den Hals wünscht. Höflich ist, die Hände nicht zu geben. Shake hands is out. Die Hand zu reichen soll ja aus Zeiten stammen, wo man seinem Gegenüber damit zeigte, dass man die Hand nicht an der Waffe hat. Wenn man als Waffe ein Schwert versteht… ansonsten hat man die Waffe ja eigentlich in der Hand… Alternativ wäre doch der Gruß der Indianer mit der erhobenen offenen Handfläche ganz nett. Auf das Reiben der Nasen wie bei den Eskimos kann ich als Alternative sehr gut verzichten… Aber über Alternative Grußformen kann man ja noch ne Castingshow machen, in der neben Dieter Bohlen dann auch jemand vom RKI sitzt und einer vom Institut für Völkerkunde…





Ärzte im Internet bewerten

20 06 2009

Weil auch ich meinen Senf zum aktuell heiß diskutiertem Thema dazugeben möchte, bleibt Euch das nicht erspart.

Zum einen verstehe ich die derzeitige Aufregung genauso wenig wie Monsterdoc oder Via medici. Neu ist das nicht mit der Ärztebewertung. Gibt schon seit längerem die Möglichkeit in diversen Foren was zu schreiben. Meist haben die sich irgendwo Ärzteverzeichnisse besorgt und wenn man bei google den Namen eingibt kommt man auf eine solche Seite und wird gefragt, ob man den Arzt bewerten will oder falls man der Arzt ist, ob man seinen Eintrag kostenpflichtig um diverse Spielerchen erweitern will… ich denke mal, da haben welche eine Gelddruckmaschine gewittert, aber ob die so tatsächlich funktioniert, wage ich zu bezweifeln. Dass die AOK sowas machen will, ist wohl einem Werbestrategen geschuldet. Der hat bestimmt noch ne Bonuszahlung bekommen für diese geniale Idee. Oder sollte man da den Versuch eines neuen Ärzte-Erpressungsmodells der AOK wittern? Vielleicht werden nachher nur die bewertet, die keinen speziellen Vertrag mit der AOK haben… ? Man weiß es nicht, aber seltsamerweise vermutet man als Arzt überall Verschwörungen, sobald ein Krankenkassenname auftaucht… woran das wohl liegt…?

Andererseits verstehe ich die Aufregung schon irgendwie… nehmen wir als anderes Beispiel mal den Onlineversand amazon. Dort können Bücher rezensiert werden. Und es ist leider vorgekommen, dass Autoren aus purer Feindseeligkeit, wirtschaftlichen Interessen oder persönlicher Abneigung Bücher anderer Autoren förmlich zerrissen haben und das eigene Buch extrem gut beschrieben. Eine Autorin war darin besonders gut, flog nachher aber auf. Sie hatte diverse Nicknames und quasi einen Feldzug gegen andere Autoren durchgeführt. Für die Leser / User dieser Beiträge hieß das, dass sich kein unabhängiges Bild ergab aus den Rezensionen, weil ja ein Teil mit Absicht negativ geschrieben worden war. Normalerweise fügt sich ja aus vielen Rezensionen ein Gesamtbild. Bei den meisten Büchern gibts aber nur 2 – 3 Rezensionen und wenn die alle ein reiner Fake sind, dann ist da nichts mehr real dran. Für die Autoren hieß es deutliche Einbußen hinzunehmen. Amazon nimmt aber negative Bewertungen nicht raus, selbst wenn es offensichtlich eine persönliche Angelegenheit ist, die dort ausgetragen wird und die Formulierungen über das normale Maß einer Rezension hinausgehen. Wir sind ja schließlich frei…  Es ist also nicht immer ungefährlich für den Beurteilten, wenn im Internet frei bewertet werden darf. Heutzutage ist es viel leichter eine Person gesellschaftlich zu diskreditieren, weil alle Möglichkeiten des Internets offen stehen und es leicht ist, verschiedene Identitäten anzunehmen. Man könnte also mit etwas Ambitionen durchaus innerhalb weniger Tage einen Menschen im Internet sehr unmöglich machen. Und davor hat jeder Angst, nicht nur Ärzte. Dummerweise sind insbesondere unzufriedene Menschen bereit, über irgendwas zu bewerten, weil sie einen Grund sehen. Zufriedene sind zufrieden und sehen keinen Grund, sich zu äußern, ist ja alles ok. Ich will hier keine Anleitung geben, aber das Beispiel amazon macht eigentlich klar, dass es möglich ist, ein gutes Produkt / Buch schlecht zu machen, wenn man nur ausdauernd genug ist, sich zwanzig verschiedene Nicknames anzulegen und Bewertungen zu schreiben. Man kann also eine Meinung bilden, bei Leuten, die nicht die Lust haben, sich selbst das Buch zu nehmen und reinzugucken. Demzufolge kann man auch eine Meinung bilden, bei Leuten, die sich nicht die Zeit und die Mühe machen, sich von der Wirklichkeit zu überzeugen. Aber wer macht das schon bei Ärzten? Man geht doch nicht in eine Praxis, wo zehnmal steht, lange Wartezeit und schlechte Behandlung… Und was ist eigentlich eine schlechte Behandlung? Woran macht man die Bewertungskriterien fest?

Ich finde, man muss es zumindest versuchen, das ganze maximal zu objektivieren. Ich mag auch nicht alle Ärzte, zu denen ich in meinem Leben bisher gegangen bin. Man ist sich halt nicht mit jedem sympathisch. Aber wie soll man das vernünftig ausdrücken? Kann ja schlecht schreiben: seine gegelten Haare, die vergoldete Uhr und das Lacoste-Shirt erinnerten mich an den Kommillitonen, der in meinem Studienjahr der Supermacho war und aus der tiefsten Provinz kam, wo die Frauen froh waren, dass überhaupt ein Mann unter 60 Jahren existierte.  Oder: ihre ruppige burschikose Art war wie bei meiner alten Sportlehrerin, die auch ständig meinte, dass alle zu fett und verkümmert seien… persönliche Erfahrungen spielen eine große Rolle dabei, wie wir andere erleben und bewerten.

Also bliebe dann rein objektiv:

Wartezeit auf den eiligen / Kontroll- Termin: … Tage / Wochen / Monate

Praxis nimmt überhaupt noch Patienten an: ja / nein

Wartezeit: … Minuten

Wartezeit auf Nur-Rezept-Holen oder Nur-Überweisung holen: … Min

Gesprächszeit: … Minuten

Freundlichkeit am Empfang: 1- 10 Punkte

Diskretion am Empfang: keine – ausreichend – mäßig – gut – sehr gut

Einrichtung: fällt auseinander – abgenutzt – Gebrauchsspuren – fast neu – gerade neu

Bilder an der Wand: passten zum Rahmen – farblich passend zur Tapete – Motive: ….

Technische Ausstattung der Praxis:… (wobei ich finde, dass ein Patient das schlecht beurteilen kann, nichtmal ich weiß die Baujahre der diversen Sonogeräte etc.)

Temperatur im Warteraum: frostig – kalt – wohlig warm – brütend heiß

Fachliche Kompetenz des Arztes: leitliniengerechte Diagnostik und Therapie (welcher Patient kann das sicher beurteilen, wenn er nicht selbst Arzt ist?)

Patientenwünsche: Arzt hat gemacht was ich wollte – Arzt machte was er wollte – Arzt hat Kompromiss gesucht und mir erklärt, warum er nciht macht, was ich will

Infomaterial: verfügbar / ja nein, vom Arzt ausgehändigt ja / nein

Naja und für Krankenhäuser dazu: Essenqualität, Personalfreundlichkeit, Zimmerqualität (Dusche / WC auf dem Zimmer, Sauberkeit, Aussicht, Lärm) etc…

Das wäre so das, was mir einfiele zu maximal objektiv. Ein wenig angelehnt an Hotelbewertungen, auf entsprechenden Seiten…

Aber letztlich ist es ja immer so, wie ein alter Oberarzt mir als PJ mal erklärte: Im Krankenhaus ist das wichtigste für den Patienten, dass das Essen gut ist, der Zimmergenosse brauchbar und die Schwestern hübsch. Das ist wie im Urlaub: Da wollen die Leute ein gutes Zimmer, gutes Essen und hübsche Frauen  / Männer…





Zahni-Prof beim Perfekten Dinner – Die zweite Runde

17 03 2009

So, grad eben is es vorbei, die zweite Runde des „Perfekten Dinners“ auf VOX. Auch heute durfte die geneigte Fernsehgemeinde neue Details aus Prof Bernds  (66 Jahre, emerit. Zahnmedizin-Prof aus Bonn, stets mit modisch-adretten rosefarbenem Poloshirt oder Hemd) Leben erfahren. Jetzt sehen wir mal die Profs, die (Zahn)medizinstudenten nur aus dem Hörsaal kennen von einer ganz neuen Seite.

Bevor ichs vergesse gleich am Anfang: falls noch jemand einen Liter selbstgepresstes Olivenöl braucht: kein Problem, er schenkt jedem einen, der Bernd hat ja ein Haus auf dem Peloponnes mit eigenem Olivenhain. Das fand ich sehr taktvoll der Gastgeberin gegenüber, die stolz von ihrem Schwiegersohn in spe selbstgepresstes Olivenöl aus Kroatien geschenkt bekam, was sie für den Abend genommen hatte.

Mit lauter Stimme protzte Bernd am Tisch, dass er ein Wasserbett zuhause hat. Und mit Blick auf die Mitspielerin Saskia (27) folgte der traurige Satz, dass er leider nur alleine drin liegt. *schluchz* Aber “wer weiß, was sich heute abend noch ergibt.“  Ja, später im Gespräch mit der Kamera dann der Satz „Sie hat einen Freund, leider.“ Wird das jetzt eine traurige Romeo und Julia Geschichte beim Perfekten Dinner? Nein. Sicher nicht. Denn Saskia überlegt, ob sie ihm nicht bald ein paar auf die Finger gibt, denn allmählich wirds ihr wohl doch zuviel. Wie sagte sie so schön „Er ist ein sehr körperlicher Typ“.   Heute suchte B. Saskias körperliche Nähe an der Haartrockner-Maschine und fummelte ihr an Gesicht und Haaren herum. Dann bei der Nachspeise geschah es. Bernds Handy bimmelte und er ging dran, nachdem es ewig geklingelt hatte. Und unterhielt sich erstmal lautstark auf dem Flur. „Ja, du das ist jetzt grad nicht so günstig. Ich bin beim Perfekten Dinner!“  Den Mitspielern sollte ja nichts entgehen. Als er zurückkam, verriet er, dass es eine Internetbekanntschaft sei, die das erste mal angerufen habe. Ja, und sie sei 28 Jahre alt.  Ja, und wer sich jetzt fragt, ob ein Mann mit 66 diese Show braucht, dem sei gesagt: für gewöhnlich nicht, jedenfalls richtige Männer mit Stil nicht. Andere schon.  “Ja da geht noch was!“ tönte er dann mehr als einmal lauthals. Ach echt? … Tja, der Bernd… der „Playboy“ oder „Der alte Schlingel“ von seinen Mitspielern freundlich genannt. Das Leben muss schon hart sein (oder eben auch nicht) wenn man emeritierter Zahni-Prof ist… „Das Leben frisch emeritierter Zahnmedizin-Profs zur Paarungszeit“… wäre jetzt mein Vorschlag für den Titel für einen neuen Bestseller.  Nur zur Erinnerung: Er hat nach eigenen Angaben 3000 Zahnärzte ausgebildet… ich hoffe doch sehr in Zahnheilkunde und nicht in was anderem… :-)

Ich möchte nur noch mal sagen, dass es ein ZAHNmedizin-Prof ist… und keine Angst, die meisten richtigen Ärzte sind ganz normal.





Zahnmedizinprofessor beim Perfekten Dinner

16 03 2009

Assistenzarzt hat Fernsehvorlieben und wird manchmal zu Sendungen gezwungen überredet. Zu letzterem gehört „Das perfekte Dinner“ auf VOX (abends 19.00 Uhr). In dieser Woche hat es allerdings mal mit einem Highlight aufzuwarten. „Festspielort“ der wechselnden Bekochungsarien ist Bonn. Beteiligt wie immer 5 Personen. Aber diese Woche ist ein emeritierter Zahnheilkunde-Professor aus Bonn dabei, Bernd, 66 Jahre. Und Bernd hat eine auffällige Affinität zu einer Mitspielerin der Sendung, 27 Jahre alt und hübsch. Ja, so hingerissen war er, dass die Kamera Blicke ins Areal zwischen Unterkiefer und Nabelregion einfing. Und er zeigte uns allen, was der Unterschied von Klammern an Zahnprothesen ist – sorry, die Namen der Klammern hab ich vergessen, aber ich hab gut die Bilder vor Augen wie er zur Erklärung des Sachverhalts der jungen Dame schwups seinen Arm umlegte und die Hand in die Taille und sie heftig knuddeln an sich zog… und sie später auch noch mit schokolierten Früchtchen fütterte… man, was müssen das für Vorlesungen gewesen sein… er sprach von 3000 Zahnärzten, die er ausgebildet hat… Gibts da jemanden unter Euch, der dazu zählt???

Also warten wir gespannt die nächsten 4 Sendungen ab, was sich da noch so entwickelt und mal sehen, wie er kocht… oder kochen lässt? Diese Woche auf VOX um 19.00 Uhr. Und man muss mich dieses mal nicht überreden, auf die Show bin ich gespannt… Ein Prof wie er leibt und lebt… und baggert und grabscht…





Was willst du denn mal machen?

16 03 2009

Das ist eine der Fragen, mit denen mich die Verwandtschaft, die Nachbarn und alle möglichen Leute, die während meines Studium mitbekamen, was ich mache, genervt haben ohne Ende.  Hier habe ich einen Beitrag gefunden, der den Nagel auf den Kopf trifft.

Übrigens hört diese Fragerei nie, niemals auf. Wenn man Assistenzarzt ist, fragen sie immer noch, welche Fachrichtung es mal wird. Wenn man weiter ist, kommt die Frage nach der Subspezialisierung und einer Praxis…  Wenns nur das wäre, ginge es ja noch. Da sind ja noch die wohlmeinenden Leute, die einem Vorschläge unterbreiten, was oder wie man was machen könnte: „na da musst du aber ne Praxis aufmachen, das ist so eine gute Adresse“ oder „also der ist so nett der Doktor, frag den doch mal, ob du seine Praxis übernehmen kannst, ich ruf den mal an morgen“ (ich will doch aber keine Praxis, und ich will nicht hier in dieses Dorf, hört mich denn keiner?!) oder „ja, Urologie müssen Se später mal machen, ein guter Uhrrrrrolooooge is was wert“ (dabei schwingt vor mir der dicke Zeigefinger eines Ur-Mecklenburgers hin und her… Urologie und Innere sind nicht das gleiche, waren es auch nie, werden es nie sein) oder „machen Se mal was mit Herz, das wird doch gebraucht“ oder „na wenn du ne Praxis aufmachst, dann hast du doch ausgesorgt, dann können deine Eltern aufhören rumzujaulen und brauchen nicht mehr arbeiten“ (ich empfehle jedem, ein Testament zu machen und eine Vorsorgevollmacht aufzusetzen, damit man verhindert, dass derart nette Verwandte in schlechten Zeiten mal von irgendeinem Richter zum Betreuer bestellt werden bzw. um bei fehlenden Erben irgendeiner Stiftung was gutes zu tun bzw. damit gesetzliche Erben in 40 oder 50 Jahren nicht noch mit zweifelhaften Ansprüchen geldgieriger wohlmeinender Sippschaft zu tun haben)

Damit ich’s nicht vergesse: Es gibt da noch ganz liebe Menschen auf der Welt, die fragen einen das auch, aber die fragen halt ganz anders. Da merkt man, dass sie sich Gedanken machen, sich vielleicht auch sorgen. Die meinte ich jetzt hier nicht. Und meine Eltern haben mir diese Fragen nie gestellt. Die haben nur gesagt, überleg dir, ob du damit auch noch in 30 Jahren leben kannst und wenn ja, dann machs einfach. Eltern sind eben die besten ;-)





Robinson ohne Freitag – Insel- Ärztemangel

3 03 2009

In der Ärztezeitung wird heute der Kollege Dr. Frank Kortenhorn aus Wangerooge vorgestellt. Seit Wochen ist er der einzige Arzt auf der Insel und im Dauerdienst – Praxissprechstunde und KV-Notdienst immer munter hintereinander. Hochachtung vor der Arbeitsleistung. Der Kollege bewegt sich leider immer mehr in Richtung Kollaps. Details stehen im Beitrag der Ärztezeitung. So ungefähr wirds in einiger Zeit in vielen ländlichen oder einsam gelegenen Regionen Deutschlands aussehen, fürchte ich. Der Kollege hatte den Mut, sich damit an die Öffentlichkeit zu wenden. Mut der Verzweiflung… Wer also Ambitionen hat, Hausarzt auf einer Nordsee-Insel zu werden, nur zu! Nicht nur Wangerooge ist vakant sondern noch einige andere.