Gehaltstag

31 07 2007

Heute ist wieder der letzte Tag im Monat = Tag der Gehaltszahlung. Ich will an dieser Stelle nicht auf das übliche Thema zuviel – zuwenig einsteigen, sondern mal was anderes erzählen.

Von unser aller Gehalt im öffentlichen Dienst, Unis etc. geht – sofern der Arbeitgeber Mitglied ist – Gehalt an eine betriebliche Altersvorsorge sprich ZMV oder VBL oder sonstwas. Seit Juli diesen Jahres im Osten 4,5% vom Bruttolohn – etwas worüber ich vor Wut gegen den Stuhl der verhandlungsführenden Marburger Bund – Vertreter hauen möchte. 4,5% sind mehr als die Arbeitslosenversicherung etc. Vor allem: die meisten Assistenzärzte werden NIE, ich wiederhole NIE (!) wieder was von dem Geld sehen. Warum nicht? Weil man mind. 5 Jahre eingezahlt haben muss, um einen Anspruch zu haben, aus dieser speziellen Rentenversicherung etwas zurückzubekommen. Bei den derzeit üblichen Vertragslaufzeiten schafft die 5 Jahre höchstens jeder 10., wenn überhaupt. Und wenn man dann den Arbeitgeber wechselt und der woanders Mitglied ist oder gar nicht, dann zahlt man woanders ein. Und fängt wieder von vorne an. So zahlen tausende Assistenzärzte – und eine Menge anderer befristet Beschäftigte von öffentlichen Arbeitgebern – Geld in diese Rentenkasse und werden am Ende nie wieder was davon haben.

Aussteigen geht nicht – man muss Zwangsmitglied werden.

Rückerstattung ist nicht vorgesehen, falls man die Mindesansprüche nicht schafft.

Das Gesetz, um die Ansprüche von VBL und ZMV z.B. ineinander zu überführen existiert noch nicht.

Man kann auch nicht freiwillig Monate dazubezahlen, um die Ansprüche zu kriegen.

Wenn ich das Geld für meine Altersvorsorge z.B. in einen Fondsparplan investieren könnte mit Verzinsung von 4%, dann hätte ich irgendwann wirklich was davon. Aber so… eingezahlt und das Geld ist für immer weg. Winke, winke. Jeden Monat der ins Land geht.

Ja, auf diese Weise kriegt der öffentliche Dienst die Zusatzrenten zusammen für  Behördenmenschen etc. oder auch für die Schwestern mit den langen Verträgen, die dank BAT-Bestandsschutz eh mehr verdienen als ich doofer kleiner Arzt, der ihnen weisungsbefugt ist und dem man auf der Nase herumtanzt.

Das Leben ist gerecht? Jedenfalls nicht für befristet Beschäftigte im öffentlichen Dienst, an Unis etc.

Hat jemand Vorschläge, was man tun kann?

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One response

28 07 2008
skhor

Bist Du sicher? Davon hab ich noch nie gehört. Aber 5 Jahre – also eine FA-Ausbildungslänge – kann man heutzutage schon an einem Arbeitsplatz bleiben.
Grüße, Sascha

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