„Anästhesie“ von Martin Kleen

25 09 2007

Ein Krimi, der von einem Mediziner für Mediziner geschrieben wurde, ist etwas wunderbares. Keine halben Sachen wie bei anderen (auch Top-Ten-Schriftstellern), wo man als Insider Schreikrämpfe kriegt, weil man soviel Geld bezahlt hat für einen „Medizinthriller“ und dann schlecht recherchierte Pseudo-Medizindetails lesen muss. Nein, das ist mal was handfestes und ordentliches. Im Mittelpunkt steht eine junge Anästhesistin, die es plötzlich mit einer Reihe Narkosezwischenfällen zu tun hat, die sie sich nicht erklären kann. Und dummerweise passiert es immer nur ihr. Wie man das so macht als misstrauisch gewordener Mensch, begibt sie sich auf Ursachenforschung und kommt damit in Lebensgefahr. Spannung, die sich einem die Fingernägel in den Buchumschlag krallen lässt. Nebenbei hat sie es dann auch noch mit einer Klage wegen eines der Zwischenfälle zu tun, schmeißt ihren Freund raus (wo man sich denkt, das wurde aber auch Zeit) und findet unerwartet jemanden, der ihr mehr als nur zur Seite steht in all dem Schlamassel. Ein verdammt gutes Erstlingswerk des Autoren Martin Kleen, der von Hause aus Anästhesist ist. Erschienen im Leda – Verlag, einem kleinen norddeutschen Verlag, der sich auf Krimis spezialisiert hat und in diesen Wochen stolz sein 100. Buch veröffentlicht hat. Die wahren Schätze findet man eben bei den kleinen, auch wenn man manchmal eine Weile suchen muss.

ISBN der 1. Auflage: 978-3934927513

ISBN der 2. Auflage: 978-3939689058

www.leda-verlag.de

http://www.leda-verlag.de/MEDIA-CENTER/details.php?image_id=57&sessionid=9963487cab77bb018271bf248c036000

Bestellen kann man das Buch übrigens nicht nur bei Amazon. Die Gemeinheit dort ist ja, dass Amazon in der Regel nur die Werke der großen Verlage auf Lager nimmt und die kleinen am langen Arm verhungern lässt. Wollen die kleinen trotzdem über den Marketplace verkaufen, müssen sowohl die Verlage als auch die Kunden Gebühren an Amazon zahlen. Bzw. wollen die kleinen Verlage, dass ihre Bücher auch als „auf Lager“ auf der Homepage erscheinen, hält Amazon auch fleißig die Hand auf.

Fazit: Geht zu Euren kleinen Buchhändlern um die Ecke, bestellt und bezahlt dort und sorgt dafür, dass sie am Leben bleiben, damit wir nicht eines Tages nur noch Heyne – Bücher (nur ein Beispielname) bei dem gefilterten Angebot der Großen wie Amazon, Weltbild und Thalia kaufen müssen.  Tja, ich hab eben „Ein Herz für kleine Verlage“ 🙂

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