Abenteuerurlaub in Leipzig (3)

3 10 2007

Als wir am nächsten Morgen wach wurden, regnete es immer noch. Klasse. Die Weiterbildung absolviert. Im Anschluss daran nieselte es nur noch, so dass ich abends wenigstens noch einige Sachen in der Innenstadt sah. Zumindest die wenigen Bereiche, die nicht mit Bauzäunen zugestellt waren und vor denen keine blauen Wasserleitungen in 3 m Höhe liefen. Die City war eine einzige Baustelle. Na toll. Was für ein Highlight. Die nächsten 5 Jahre lohnt es sich nicht, in die Leipziger City zu fahren, wenn man Tourist ist, da wird eine U-Bahn gebaut und deswegen sieht man kaum was von den Gebäuden. Die Dekadenz der teuren Läden war teilweise kaum zu überbieten. Marken, die ich bei uns oben noch nie als extra-Geschäft gesehen habe, allenfalls mal einzelne Stücke in teuren Boutiquen. Ja, hier sitzt das Geld. Ob die mir nicht mal was abgeben wollen? Nee, die  nehmen. Die Parkgebühren: 5,00 Euro pro Tag – auf einem Sandplatz mit Wasserpfützen so groß wie ganze Autos! Liebe Hotelliers oben an der Ostseeküste: Schämt euch nicht, wenn ihr die Leute aus Sachsen ausnehmt, die machen das gleiche mit ihren Gästen auch.
Was sich als zunehmend nervig erwies, waren die Angestellten des Hotels. Die Rezeption brachte nicht mal ein freundliches Lächeln zustande, obwohl wir freundlich auftragen. Die Bedienung im Restaurant flüchtete sobald sie merkte, dass ein Gast was wollte. Ausnahme waren die zwei Azubis. Und die Zimmermädchen guckten jeden Tag spätestens um 9.00 rein, ob sie denn das Zimmer machen können, sogar am Sonntag. Hee, wenn ihr ranschreibt, man kann bis 13.00 frühstücken, dann lasst mich auch mal ausschlafen! Mein Bett fand ich anschließend so laienhaft gemacht vor, wie ich es hinterlassen hatte. Staubgewischt wurde nicht. Auch der Spiegel im Bad glänzte durchgehend mit Flecken. Ich will ja nicht meckern, aber für den Preis… Die anderen 4-Sterne-Einrichtungen die ich besucht habe, waren besser, da klappte sowas, bzw. das gabs da gar nicht.

Aufgefallen ist mir bei den Leuten in Leipzig, dass die Menschen sehr in sich gekehrt und abweisend sind. Geht man irgendwo in einen Laden und bedankt sich bei der Verkäuferin, knallt die die Kasse zu und sagt kein Wort. Wünscht man einen schönen Feierabend, schnauzt man die Kunden an, dass man gerade angefangen hat und Schichtdienst ist. Ja woher soll ich doofer Kunde das denn wissen, ich wollte nur nett sein. Fragt man nach Beratung, kriegt man nur ein „müssen Sie halt mal gucken“. Die Verkäuferinnen im Norden sind wesentlich freundlicher, aufgeschlossener, entgegenkommender, kommunikativer und so. Liegt vielleicht daran, dass man hier froh ist, Arbeit zu haben. Da in Leipzig ist der Druck nicht so hoch, da wird überall Personal gesucht. Das war meine persönliche Erfahrung. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht eine Reihe sächsischer Blog-Leser dazu veranlasst, mir die Pest an den Hals zu wünschen, das täte mir leid. Aber vergleicht selbst mal und sagt mir dann, was ihr denkt.

Leipziger Zoo: Nett, extrem überfüllt. Die Beobachtung einheimischer Kinder unter diesen Bedingungen führte bei mir zu folgenden Erkenntnissen:
1. Kinder sehen zuviel fern.

2. Kinder essen zuviel Zucker.

3. Kinder haben zuwenig Kontakt mit ihren Eltern in der Woche.

4. In einem Landstrich, wo es zur Mentalität gehört, laut zu sein und die Neigung besteht, immer recht zu haben, potenziert sich sowas bei den Kindern.

5. Familienplanung und Verhütung ungewollter Schwangerschaften ist sehr wichtig.

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2 responses

5 10 2007
Tina

Schade, dass in Sachsen/Leipzig deiner Meinung nach alles so schlecht ist. Leipzig ist eine sehr schöne Stadt und das alle Sachsen von dir in eine Schublade gesteckt werden, ist nicht wirklich nett.
Aber zu Hause ist ja sowieso immer alles besser.
Ich wünsch dir trotzdem nicht die Pest an den Hals und hoffe einfach, dass dein nächster Sachsen-/Leipzigbesuch unter besseren Voraussetzungen stattfindet.

5 10 2007
Assistenzarzt

Ich war schon diverse Male in den letzten Jahren in Leipzig, zu Messen, Kongressen usw. und das ich immer wieder hinfahre, zeigt ja, dass ich wohl doch ganz gerne mal einen Abstecher dahin mache. Das Merkwürdige ist: Die Mitarbeiter im Messezentrum sind ganz anders drauf als die Leute in der Innenstadt. Ich erinnere mich gerne an den Parkplatzwächter von der Messe, der uns sehr liebenswürdig und mit Zeichnung den Weg zur nächsten Tankstelle beschrieben hat. Ich weiß nicht, woran das liegen könnte. Und ich habe nicht gesagt, dass in Sachsen und Leipzig alles schlecht ist. Ich habe den Service und die Freundlichkeit in den Geschäften der Innenstadt und in dem Hotel bemängelt, da liegt ein Unterschied drin. Außerdem die Abzocke mit den Schlammlochparkplätzen in der Innenstadt, die das Hotel auch noch empfiehlt…

PS: Im Norden sind weit mehr Sachsen, als man gemeinhin annimmt. Auf jeder Station, auf der ich bisher gearbeitet habe und in jedem Haus, in dem ich bisher wohnte, waren mindestens 2 oder 3 Angestellte oder Familien, die aus Sachsen kamen. Viele sind damals ihren seefahrenden Ehemännern hinterhergezogen und geblieben.

PPS: Wieso sind Sachsen eigentlich so laut beim Sprechen?

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