Abenteuerurlaub in Leipzig (4)

3 10 2007

Ob man es glaubt oder nicht, es hatte tatsächlich aufgehört zu regnen. An dem Tag als wir zurückfuhren. Es ist unglaublich, aber es gelang uns ein zweites Mal, das ganze Gepäck in dieses Mini-Auto zu kriegen. Im Sonnenlicht traten die Golfballverletzungen des Blechs erst so richtig schön zu tage. Kennt jemand die Steel Drums aus der Karibik? Genauso nur in flach und schwarz… Gott, was waren wir cool, mit so einem Auto vor den Eingang des Hotels zu fahren. Gott, was war es peinlich, einem erschrockenen Passanten entschuldigend zu sagen: is ein Mietwagen, unser is kaputt.

Wir rollten gen Norden, in der Hoffnung unseren Nissan wieder abholen zu können. Inzwischen hatte sich auch der Streit zum Thema „Warum hast du nicht den ADAC angerufen, das wäre alles so einfach gewesen!“ gelegt. Da wir Zeit abbummeln mussten wgen der Werkstatt und sich zwei Kännchen Tee vom Frühstücksbuffett bemerkbar machten, fuhren wir am Rasthof Köckern ran. Ich kann jedem nur davon abraten, die Toiletten dort zu benutzen. Den Würgereiz angesichts des bestialischen Gestanks kriegte ich noch unterdrückt. Ich kam mir vor wie „Monk“ und versuchte nichts zu berühren. Heute hab ich Pickel im Gesicht, die ich wohl vom Ekeln bekommen habe. Wären wir nur die 50 m weiter zu McDonalds gegangen, die dort neu gebaut hatten. Dort sahen wir anschließend, dass die auch Toiletten haben und die wären sicher besser gewesen. Der Rasthof ist zu Recht durch den ADAC-Test gefallen.

Irgendwann kamen wir dann auch in der Werkstatt an. Zuvor hatten wir das Golfball-Auto noch vollgetankt und an der dortigen Tankstelle zu hören bekommen: Ach, sie haben wohl ihr Auto da und da gemietet?

Unser Nissan stand auf dem Hof und hatte seine neue Lichtmaschine. Gott sei Dank, es hatte geklappt. Nur das Batterieaufladen hatte man sich gespart. Geizkragen. Zum Starten reichte es, der Rest sollte dann auf der Autobahn geladen werden… Haha, im Auftrag war was anderes vereinbart. Man sollte nie denken, dass alles gut wird, wenn sich positive Wendungen im Leben zeigen. Es tat so gut, das Gepäck in UNSER Auto zu laden, ihn zu streicheln, zu loben für sein Platzangebot, seine Treue, seine neue Lichtmaschine,… Und dann kam die Rechnung. Uff… 620 Euro für die Lichtmaschine. Das war mehr als wir für das Tanken, das Hotel und die Weiterbildung zusammen bezahlt hatten. Dazu kamen nochmal 130 Euro für den Mietwagen. Ok, darüber will ich dann auch nicht mal mehr meckern. Ich wollte mit Visa zahlen, aber bekam zu hören, dass man dann 3% der Rechnungssumme in bar von mir haben wollte, weil die Gebühren so hoch wären. Ich fragte, wie es mit Mastercard sei. Keine Ahnung. Ich fragte, wieso kleben dann diese Logos an der Tür, wenn … Da spürte ich einen Tritt, der mir sagen sollte, halt einfach die Klappe, nimm die ec-Karte, sei froh, es hätte noch schlimmer kommen können und leg dich nicht schon wieder mit dem KfZ-Meister an. Das hatte ich am Freitag getan, weil ich immer den ADAC anrufen wollte und er immer sagte, ach quatsch, das machen die nicht und der männliche Teil der Reisegesellschaft das auch noch glaubte, wogegen ich renitentes junges weibliches Gemüse ein grundsätzliches Misstrauen gegen jeden hege, für dessen Arbeit ich bezahlen muss. Außerdem rutschte der Typ im Gespräch immer weiter mit seinen Augen nach unten, sexistischer Macho. Ja, Freunde waren wir an diesem Regenabend nicht geworden. Aber wer glaubt, dass ich es darauf beruhen lasse, kennt mich nicht gut genug.

Ich habe anschließend bei der weiteren Rückfahrt auch auf die Kalorienzahl der McDonalds – Gerichte gepfiffen. Was solls, ich saß in meinem Auto, fuhr nach Hause, die Sonne schien und das einzige was ich jetzt brauchte, war etwas Urlaub…

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One response

23 10 2011
Hotel in Leipzig

Wir Leipziger sind eigendlich begeisterte Gastgeber. Es tut mir, an dieser Stelle stellvertretend für alle Leipziger , sehr leid, das Sie in unserer Stadt so schlechte Efahrungen machen mußten.
Anscheinend stand Ihre Reise unter einem besonders schlechten Stern. Nicht nur das die Anreise einer Katastrophe gleich kommt, auch in Leipzig sind Sie ,anscheinend, nur auf die unfreundlichsten Zeitgenossen getroffen.
Allerdings, mit dieser Reise haben Sie alle schlechten Erfahrungen gemacht, die ein Mensch nur machen kann…..das kann nur bedeuten das Ihr nächster Besuch in Leipzig ein wundervolles und unvergeßliches Erlebnis werden muß.
Leipzig ist immer eine Reise wert und die Leipziger sind herzliche Gastgeber.

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