Homo sapiens tratschensis

12 02 2008

Ich habe eine Entdeckung gemacht. Sie wird mir eines Tages den Nobelpreis einbringen. Worüber viele Evolutionsbiologen bisher nie nachgedacht haben: Es gibt nicht nur den Homo sapiens sapiens, der auf diesem Planeten sein Unwesen treibt. Ich hatte da so eine Theorie und ich bin dabei nach Beweisen zu suchen. Ich denke es gibt 2 Species, die sich parallel nebeneinander fortentwickeln. Das eine ist der Homo sapiens sapiens und das andere ist ER. Er ist der Homo sapiens tratschensis. Die Evolution hat vor einigen tausenden Jahren eine neue Gabel in den Stammbaum der Primaten eingefügt. Nein, wir sind wirklich nicht allein. Und ER lebt mitten unter uns. Exemplare dieser Species erkennt der Homo sapiens sapiens unbewußt an der Art der Kommunikation. Im Gegensatz zum H.s. sapiens sucht der H.s. tratschensis gezielt den Moment der Unbeobachtetheit. Er redet gerne mit Artgenossen über andere, meist H.s. sapiens. Dabei nimmt er es mit dem Wahrheitsgehalt nicht so genau. Wichtig ist nicht, was er redet, sondern dass er redet. Dies sichert das Finden eines Fortpflanzungspartners innerhalb der eigenen Species und trägt damit im Sinne der Evolution zum Erhalt der Art bei. Selten kommt es zur Kreuzung zwischen sapiens und tratschensis. Die Nachkömmlinge sind selten in der Lage sich weiter fortzupflanzen, denn aufgrund ihres wechselvollen Verhaltens fällt ihnen die Wahl zwischen sapiens und tratschensis – Partner schwer und letztlich werden sie Rockstar und sterben an einer Überdosis Btm-pflichtiger Substanzen. Der H.s. tratschensis gleicht in seinem Körperbau äußerlich dem H.s. sapiens, jedoch in der genauen Analyse der intracerebralen Anatomie zeigt sich, dass hier mehr als eine Schraube an einem anderen Platz ist. Das Ernährungsverhalten gleich auf den ersten Blick auch dem des Homo sapiens sapiens, was jedoch nicht gleich so offensichtlich ist: Das über andere reden sichert dem Homo sapiens tratschensis nicht nur einen passenden Partner für die Fortpflanzung sondern nährt den H.s. tratschensis auch zum Teil. Je hungriger der H.s. tratschensis ist, um so länger und ausgedehnter und aggressiver ist das reden über andere. Wie oben schon erwähnt, geschieht das Erkennen der beiden Arten untereinander auf einer unbewußten Ebene. Man kann sogar annehmen, dass sich der H.s. sapiens und der H.s. tratschensis der Existenz der anderen Species nicht bewußt sind, denn sie leben in Kolonien und Stämmen über alle Kontinente verteilt, wobei es hier zu einer relativ gleichmäßigen Vermischung kommt. Die Symbiose beider Species trägt zum Überleben bei, denn bei der Nahrungsbeschaffung, Kindererziehung und Verteidigung wirken beide Species zusammen. Es gibt Theoretiker, die bezweifeln, dass sich die Trennung bereits vollständig vollzogen hat. Ich bin aber der Ansicht, dass dem bereits so ist, denn wer bei der Fortpflanzung getrennte Wege geht, stammt eigentlich nicht mehr vom gleichen Affen ab. Was mir hierfür fehlt, sind natürlich eindeutige – und kostspielige – genetische Analysen, die meine Theorie beweisen. Natürlich wäre es an dieser Stelle spannend zu wissen, ob Ötzi ein H.s. sapiens oder ein tratschensis war, denn immerhin gelang es Paläoanthropologen und Genetikern zu beweisen, dass Ötzis Gene in vielen Regionen nördlich der Alpen verbreitet sind. Möglicherweise kann Ötzi gar zu einer Schlüsselfigur im Krimi um die beiden gerade entstandenen Species werden? 

Die weitere Evolution wird in den nächsten tausenden Jahren zeigen, wie weit sich die beiden Species voneinander entfernen werden und ob sich neue Unterarten entwickeln. Leider wird von mir in einigen tausend Jahren lediglich die Erfassung in der Nobel-Datenbank und ein oder zwei Standardwerke auf einem hyperdigitalen Speichermedium existieren…

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One response

13 02 2008
Chris

Tja, ich wußte doch, daß wir nicht allein sind 🙂
Eine besonders große Kolonie der Spezies tratschensis findet man übrigens bei mir auf der Wache. Diese Kolonie ist allerdings schon etwas mutiert: Sie tratscht nämlich vor allem hinterrücks, um ja kein Aufsehen zu erregen.
Exemplare dieser Kolonie können gerne zu Versuchszwecken abgeholt werden 🙂

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