Assistenzarzt fragt – Teil 3

4 07 2008

Werden Frauenromane auch von Männern gelesen?

Beispielautorin: Kerstin Gier „Fishermans Friend in meiner Koje“ etc.

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13 responses

4 07 2008
kinderdok

nö – bin ich verrückt? da mache ich mir doch die schönen illusionen, was frauen so denken, kaputt. ich habe vor urzeiten mal hera lind gelesen und beim nächsten mann wird alles anders und der tod des märchenprinzen, vermutlich, weil ich damals noch dachte, ich muss zum frauenversteher anvancieren – das reicht für ein (männer)leben.
männerromane? gibt´s die? cormac maccarthy? manche james salter. im deutschen wohl keine. macho-romane kommen nicht gut an.

4 07 2008
Südlurker

OBdA [Ohne Behauptung der Allgemeinheit, Mathematiker werden mich verstehen]: nein.
Ich hab’s zweimal probiert. Auch wenn ich sonst etwa alles lese, was gedruckt ist: bei Ildiko von Kürthys „Mondscheintarif“ habe ich nach fünf Seiten gelangweilt aufgegeben. Den zweiten Versuch mit einem anderen Schinken dieser Kategorie habe ich erfolgreich verdrängt.

4 07 2008
buchstaeblich

Frauenromane? Ich les‘ doch keine Frauenromane!
Aber ich bin ja auch selbst eine.

4 07 2008
LostBit

Sogenannte Frauenromane werden oft sogar von Frauen verschmäht, warum sollten Männer sich das antun?

5 07 2008
Daniel

Ohne jemals einen gelesen zu haben: NEIN! ^^

5 07 2008
Joekanone

Sie heißen ja nicht umsonst Frauenromane.

5 07 2008
F

Die Frage ist doch eher, was für Frauen lesen solche Bücher?

5 07 2008
Anke W.

Ich als Frau habe einmal sowas gelesen. Das war das langweiligste was ich mir je angetan habe.
Und jetzt lese ich endlich den Schwarm zu Ende 🙂

5 07 2008
Assistenzarzt

Ok, es wird Zeit, einmal eine Lanze zu brechen für all die unbekannten Leserinnen, die z.B. Kerstin Gier – Romane lesen. Ja, ich gehöre dazu und das ist gut so.
Man muss ja unterteilen, was man unter „Frauenromane“ versteht. Ich meine nicht die Kategorie Heftchen, die es in jedem Tabakladen gibt oder im Krankenhauskiosk (früher auch Drei-Groschen-Romane genannt). Dann gibt es noch die Kategorie Schmachtfetzen aller Schattierungen. Und dann gibt es die andere Kategorie Jetzt-Frau-schreibt-ironisch-über-Alltag. Letztere lese ich seit einiger Zeit auch ganz gern. Und das kam so: Ich war bei amazon unterwegs und brauchte noch was für den Mindestbestellwert für die Versandkostenfreie Lieferung. Da las ich eine Kritik zu „Für jede Lösung ein Problem“ und dachte, naja, bestellst mal, wenns nichts taugt, nimmst es mit auf Arbeit und gibst es jemandem, der es mag. Abends vor dem Schlafen ist meine Lesezeit. Und siehe da, ich hab mich amüsiert, manchmal geradezu gekugelt. Gut, es hat sicher auch seine Schwächen, aber ich hab mich amüsiert. Interessanterweise fiel es mir plötzlich sehr leicht „runterzukommen“ und einzuschlafen. Und ich wollte weiterlesen (wichtiges Kriterium). Man konnte auch an einer beliebigen Stelle Pause machen und am nächsten Tag weiterlesen. Ideal für mein Leseverhalten… Und ich bestellte seitdem regelmäßig einen Roman von Kerstin Gier mit. Eben einen aus der Kategorie Frauenroman.
Ich habe auch Frank Schätzing hier liegen. Ich war sogar zu einer Lesung mit ihm, was ich sehr unterhaltsam fand. Aber ich bin bis Seite 10 gekommen in „Der Schwarm“ und dann wars mir einfach zu langatmig. Harry Potter – oh man, das is ein no go für mich. Historienschinken geht auch nicht. Allerwelts-Pseudo-Krimis mit austauschbarem Ort und politischem Hintergrund (wahlweise auch wissenschaftlichem Hintergrund) mit schlecht recherchierten Infos etc.- schreien könnte ich da über soviel Kommerz im Krimi. Gar nicht gehen auch Regionale Krimis von Autoren, die von sonstwo kommen und nur mal zur Recherche da waren wie hier in MeckPomm, da krieg ich nen Hass drauf, was da zusammengeschrieben wird nur um sich Lokalkolorit anzuhauchen und es den Touris anzudrehen und die Hälfte is eh falsch.
Ich habe gezählt, ich habe insgesamt über 400 Bücher in dieser Wohnung stehen, die mir gehören. Und davon waren bis zu diesem Amazon-Tag keine Frauenromane, weil ich schlichtweg voreingenommen war. Ich dachte, das ist der größte Schwachsinn, den es gibt. Das denke ich nicht mehr, es ist Unterhaltungsliteratur auf die Zielgruppe zugeschnitten (z.B. meine). Und deswegen kam mir die Frage, ob Männer auch mal Frauenromane lesen (und wenn ja, welche?). Also wenn jetzt hier jemand ist, der das auch liest, dann gib es einfach zu. Es ist ja zum Glück nicht die Bild-Zeitung, die keiner kauft, aber jeder weiß, was drinsteht… 🙂

6 07 2008
Anke W.

Genau so ein Buch habe ich auch gelesen, ich weiß nicht mehr von wem, aber meine Schwester hat es mal ausgeliehen. Ich habe es sogar ganz durchgelesen, aber es ist einfach nichts für mich.
Den Schwarm hingegen habe ich nun schon zum 2. Mal durchgelesen. Wenn man sich an die passagenweise (!) Langatmigkeit gewöhnt hat, ist es ein wahnsinnig gutes Buch.
Aber ich bin kein Maßstab, ich lese auch Harry Potter 😛

6 07 2008
F

„Allerwelts-Pseudo-Krimis mit austauschbarem Ort und politischem Hintergrund“ für den puren Kommerz. Ja klar, aber anderes sind Frauenromane auch nciht. Wie du auch schon geschrieben hast, sind sie genau auf eine Zielgruppe zugeschnitten. Da steht drin, was Frau lesen will.

6 07 2008
Assistenzarzt

Was ich mit den Allerwelts-Pseudokrimis etc… meine sind diese Dinger, die mich immer in den Wahnsinn treiben, i.d.R. welche wo Medizinthemen und in der Richtung verarbeitet werden. Z.B. momentan gut im Verkauf Bioterrorismus. Da sind Dinger bei, wo man anhand der Story schon merkt, dass der Autor keinerlei Ahnung hatte, der Lektor ebenso wenig, dass das Teil innerhalb einer Woche runtergeklöppelt wurde und dass es nur zum Angst machen und Geld verdienen erschaffen wurde. Ok, Geld verdienen wollen die anderen auch alle. Aber die geben sich wenigstens Mühe… Da sind teilweise Sachen drin zu lesen, wo man glaubt, dass jeder Otto-Normal-Bürger doch merken müsste, dass es Antibiotika gibt usw. Der Leser mit etwas Einblick weiß dass z.B. Erreger sich nur unter bestimmten Bedingungen vermehren lassen, dass nicht jedes Krankenhaus eine S4-Abteilung hat sondern nur wenige Zentren, etc. aber die Autoren / Verlag haben sich nicht mal die Mühe gemacht, das zu checken… Dann doch lieber Frauenromane mit vorhersehbarer Story, jederzeitiger Pausenmöglichkeit und dem Trost, dass es doch irgendwo noch eine heile Welt, Gerechtigkeit gegen Schwiegermütter und nervtötende Nachbarbälger und knackige Hintern bei Männern gibt 🙂

6 07 2008
buchstaeblich

F,
okay: Ich bin doch keine Frau. 😀

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