Assistenzarzt fragt – Teil 5

17 07 2008

Warum seid Ihr Arzt geworden? (oder Rettungssani / – assistent oder Krankenschwester / -pfleger)

 

(Dank an F für die Ideenlieferung)

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16 responses

17 07 2008
Erik

Als Heizer(Marine) musste ich den Sanitäter machen.Bei uns in der FFW sollte ich dann das Kreuz tragen damit wir mehr Zuschüsse kriegen.Seitdem (2Jahre wurde ich zweimal wirklich eingesetzt.Darum denke ich es hat sich wirklich gelohnt den f… zumachen.Und ich denke es sollte wesentlich mehr Feuerwehrler den Rettunssanitäter machen.Es kann immer mal passieren das die rosa Häschen mal etwas länger brauchen 😉

17 07 2008
Arzt 2014

Also ich fange im WS mit Medizin an und zwar, weil es das tollste Fach der Welt ist 🙂

Habe lange zwischen etwas in der Richtung Physik/E-Technik und Medizin geschwankt. Ich war schon so gut wie entschlossen, Physik zu machen, auf die Vorteile muss ich hier ja nicht mehr groß eingehen (das Studium ist kürzer und in gewisser Weise „weniger idiotisch“, mehr Studentenleben, später sehr wahrscheinlich mehr Geld bei weniger Arbeitszeit, wenn man es darauf anlegt usw.), aber an irgendeinem Punkt habe ich dann gemerkt, dass Medizin mein Ding ist.
Ich finde Physik zwar nach wie vor interessant, aber bei irgendwelchen medizinischen Themen denke ich immer „Wow, ich will das _alles_ wissen!“ [ok, die Meinung wird sich im Studium wohl noch ändern ;)] und das ist bei Physik einfach nicht der Fall.
Warum mir diese Erkenntnis so plötzlich kam, kann ich auch nicht wirklich erklären. Ich habe mich wirklich lange (sicher 1,5 Jahre) mit der Frage beschäftigt, was ich machen will, habe mich im Kreis gedreht und dann wusste ich es auf einmal. Vielleicht wollte ich es schon länger, aber ich habe das wegen der rationalen Gründe, die für Physik sprechen, verdrängt? Keine Ahnung.

Ich denke, dass ich mich mit den Widrigkeiten, die mich im Studium und später erwarten, wirklich eingehend auseinander gesetzt habe und sie im Zivi auch live gesehen habe. Ich will Arzt in Deutschland werden, aber nicht um jeden Preis. Ausland oder Industrie stünden einem ja auch offen, wenn die Arbeitsbedingungen in sechs Jahren immer noch oder noch mehr stinken. Naja, so Sachen gehen mir im -1. Semester halt durch den Kopf 😉

Eins noch: Ich habe mich im KPP und auch andernortens ehrlich gefreut, wenn ich Menschen helfen konnte. Aber ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass das meine Hauptmotivation fürs Medizinstudium ist. Die ist nämlich fachliches Interesse.
Das hat mal für etwas negative Kommentare gesorgt, die ich innerlich getrost ignoriert habe. Zurecht?

17 07 2008
torschtl

ich war schon ehrenamtlich bei der wasserwacht und hab dort diverse sanitätskurse, wasserretterkurse usw gemacht und da war ich ja fast in der pflicht weiterzuamchen. nach dem rs ist aber definitiv schluss auf diesem sektor, da ich sicher keine beruf erlenen will, der 1. so scheiße bezahlt ist der 2. keine perspektiven außer den „Leiter Rettungsdienst“ bietet, der genau 2 mark fuchzig mehr verdient als der gewöhnliche assistent und da ich 3. für diesen job mich nicht 13 jahre durch die schule quälen hätte müssen.

medizin hätte mir gefallen. doch da hier in deutschland interesse kein kriterium ist, um zu einems tudium zugelassen zu werden und mein schnitt zu schlecht ist, lasse ich es sein… die finanziellen möglichkeiten für ein auslandsstudium haben weder ich noch meine familie.

17 07 2008
happy

weils mein leben ist!

17 07 2008
susemeyer

Oh, gute Frage….
Hm, eigentlich wollte ich das immer machen. Immer. Wirklich. Meine Eltern behaupten immer noch steif und fest, dass ich schon früh anfing, meine Puppen aufzuschneiden (ich hatte ganze zwei, die erste lief irgendwann mit Glatze herum, die zweite… ), um zu sehen, warum sie „Mama“ sagen kann. Das wusste ich dann zwar, aber die Patientin war – nun ja, sagen wir mal, sie ging den Weg alles Irdischen *hüstel*.

Ich wollte in die Medizin. Immer schon. (Jaha, ich wiederhole mich). Es gab gar keine Alternative. Naja, oder doch: Immerhin fing ich mit einer Ausbildung zur MTRA an, bis ich einen Zulassungsbescheid bekam. Und es gab noch eine Alternative (für mich, nicht für meine Umwelt, die war dem gegenüber etwas – sagen wir mal restriktiv): Schreinerin

Warum ich trotzdem so lange nicht „richtig“ in der Medizin gearbeitet habe…? Ich hatte meine eigene Baustelle daheim, zwei Kinder mit AD(H)S – da kann man keinen Klinikalltag integrieren. Aber bei allen Nebenschauplätzen (Herzsportler, Polizeiarbeit, Sportmedizin) war mir klar, dass weiterhin das Arbeiten mit Menschen einen hohen Stellenwert hat.

Und jetzt stellt sich die Frage, ob man diesem Stellenwert mit den heutigen Einschränkungen noch gerecht werden kann. Hmpf.

Und ja, ich möchte wieder arbeiten, Teilzeit. Aber man läßt mich nicht – oder will man mich nur nicht…?

Ich geh´ jetzt mal grübeln 😉

18 07 2008
M.M.

Gute Frage, nächste Frage. Medizinstudium hab ich begonne wegen der Erfahrungen im Rettungsdienst. Und zum Rettungsdienst kam ich per Zufall. Noch Fragen? 🙂 Tuplenzüchter ist noch nicht vom Tisch 🙂

18 07 2008
skhor

Weil ich die Vorstellung mal toll fand, Menschen helfen zu können. Und weil der Zivi-Kaffee so gut war.

18 07 2008
kinderdok

… weil generationen von ärzten meine familie durchvölkern, ich schon immer benz fahren wollte, das dritte haus in der toscana haben wollte – achwas, weil ich *berufen* bin …

nein nein. vater ist buchhalter. ganz ehrlich: ich habe den 1.medizinertest, den´s damals gab, mitgemacht, leidlich bestanden. das abi hat gereicht, also einfach mal beworben, weil mir robbenzüchter als recht brotlose kunst erschien. dann von einem semester ins nächste gehangelt, die 4 im physikum konnte mich nicht zu fall bringen, ständig gezweifelt, ob das das richtige ist oder nur ein übergang, richtig gepackt hat es mich dann mit der kinderheilkunde – es gibt bessere berufe als arzt zu sein, aber keinen besseren als kinder- und jugendarzt.

18 07 2008
Neri

Die Idee keimte irgendwie schon nachm Abi – in die Tat umgesetzt hab ich das mit dem Studium allerdings erst 7 Jahre, in denen ich in einer Rehaklinik für SHTler als Betreuer tätig war, später. Klassischer Fall von Helfersyndrom, sagte man mir mal 😉

LG, Neri

19 07 2008
Leserin

Ich muss ehrlich gestehen, die ganze Helfersyndrom- und Gutmensch-Geschichte ist nicht so mein Ding. Ich habe damals begonnen Medizin zu studieren, weil ich gewürfelt habe. Physik oder Medizin. Mich interessiert es, Probleme zu lösen. (Naja, nicht im Sinne von Dr. House, eher im Sinne „was wäre für diesen Pat., das KH und die Finanzen die beste Lösung?“) Ob nun physikalische, mathematische oder eben medizinische Probleme lösen war mir ziemlich wurst. Später wurde dann allerdings mehr daraus, da ich sah dass vor allem persönlich Probleme zu lösen waren – wie manage ich den Schlaf dass ich im Dienst fit und auch im Freundeskreis noch präsent bin?und so weiter 😉
Naja, die Patienten, das ist meist doch eher Routine. Gefällt mir aber besser als ich mir je hätte träumen können…

20 07 2008
F

Kein Problem, Assistenzarzt, ich helfe ja immer gerne.

22 07 2008
Sebastian Kayhs

@Leserin: Guck mal, ich gehe noch einen Schritt weiter: ich manage sogar den Schlaf meiner Patienten 😉

23 07 2008
Joekanone

Entgegen des üblichen „Nach dem Zivildienst“ hängen bleiben habe ich mich zumindest annähernd bewußt für den Rettungsdienst entschieden.
Während meiner Zivizeit und auch noch ne Zeitlang danach war Medizin studieren eigentlich das erklärte Ziel. Zivi war ich in nem winzigen Krankenhaus weit draussen im tiefsten Niedersachsen. Dort wurde man nicht zum reinen Bettenschieber degradiert, sondern konnte/durfte/ sollte voll mitarbeiten. Anschließend ne Krankenpflegeausbildung begonnen, weil Basisarbeit eh jedes Studium schlägt und ich wegen meines miserablen Abischnittes Wartesemester ohne Ende brauchte.
Allerdings stellte sich ziemlich schnell heraus das es einen ziemlich großen Unterschied zwischen als Zivi in nem Dorfkrankenhaus und als angehender Krankenpfleger in ner Uniklinik arbeiten gibt. Der Patient stand zumindest nicht wirklich im Fokus des Handelns.
Das Abarbeiten von täglich angeordneten Routinen und die dazugehörige Dokumentation haben schonmal 95% der Arbeitszeit beansprucht, die restlichen 5% brauchte man zum durchatmen. Und das war noch im goldenen Zeitalter, als es noch genügend Pflegekräfte gab und selbst die Reinigungskräfte ausgebildete Krankenschwestern / -pfleger waren.

Für mich wars trotzdem zu unbefriedigend, als das ich die Ausbildung hätte beenden wollen. Nach eineinhalb Jahren war Schluß und ich hab mir ne Zeitlang mit Gelegenheitsjobs die Zeit vertrieben. Unter anderem auch als Kurierfahrer…und da……eines Tages, die gescheiterten Existenzen die ihr Leben lang Kurier gefahren sind betrachtend kam mir die Vision.

Ich war Krankenpfleger und Kurierfahrer und beides hat nur zur Hälfte Spass gemacht, es muss doch eine Möglichkeit geben das zu kombinieren.

Kurierpfleger?
Krankenfahrer?

Beim Arbeitsamt hab`ich dann mal gesucht was dem Nahe kommen könnte und bin auf Rettungsassistent gestoßen. Da der Job mir so gut gefallen hat (und noch gefällt) hab ich dann auch irgendwann die Idee Medizin zu studieren fallen gelassen.
Wer begibt sich schon freiwillig in die urzeitlich hierarchische Strukturen der Klinikärzte, wenn er auf dem Auto sein eigener Herr sein kann?

8 08 2008
Napoli

Weil es immer das war, was ich machen wollte.
Nach vielen Überlegungen bin ich zur ursprünglichen Idee zurückgekehrt.
Auch wenn es einem heutzutage nicht leicht gemacht wird, habe ich es nie bereut Medizin studiert zu haben.

3 09 2008
Psychologe

In erster Linie, um Menschen zu helfen, die sich in seelischen Krisen befinden. Jeder Mensch ist individuell und hat seine eigene Historie, weshalb auch die Therapien individuell sind. Dies erlebe ich als spannende Herausforderung ein jedes Mal. Auch bei unheilbar, geistig Kranken Menschen – gilt es mein oberstes Gebot zu sein, jeden Menschen zu achten .. und so gibt es auch unter denen, die sich nicht (mehr) verständigen können, aber durch ihre Mimik und Gestik, zum Ausdruck bringen, dass man für sie da ist, löst in mir ein besonderes Gefühl der Freude aus. Dazu muss ich sagen, dass Sexual(-straftäter) nicht zu meinem Klientel gehören, da ich persönlich, therapeutisch nicht in der Lage bin Empathie für diese zu übernehmen …

1 02 2009
Krankenschwester-to-be

Danke vorerst für diesen wunderbaren blog!!
Ich habe vor kurzem die Entscheidung getroffen ins medizinische Bereich zu gehen im Alter von 30 Jahren. Hatte ein abgeschlossenes Fremdsprachen Studium hinter mir (schon Jahre her), und dachte das wäre mein Alles. Als ich aber in einem Büro vorm Computer landete, war mir schnell klar, so kann mein Leben nicht weiter gehen. Danach sind ein paar Jährchen vergangen, wo ich mich im Kreis drehte und nicht wusste wo ich mit mir hin soll. Es war alles nicht das Richtige. Als ich in den letzten 3 Jahren einige Male im Krankenhaus lag (wegen dummer Sachen), war ich von dem Ganzen einfach nur fasziniert. Es war wie ein Magnet, der mich zu sich zog und ließ nicht mehr los. Ich wollte dort nicht als Patientin sein, sondern mitten drin, ein Teil von dem allem zu sein, dazuzugehören.

Als ich neulich draussen einen Krankentransporter hörte, war ich wie gelehmt. Es waren nicht die Gefühle des Mitleids für den Patienten (auch), sondern ein uneklärbarer Wunsch alles in der Sekunde liegen zu lassen und dorthin zu müssen, wo sie ihm helfen, wo es hektisch wird und jeder macht sein Job. Es ist eine Berufung, die ich in mir stark spüre, das genau das ist es wozu ich mein Leben widmen will und muss. Denn es gibt keinen anderen Weg. Ich habe Gott gebeten mir zu helfen einen anderen Weg zu finden, die Finger davon zu lassen, von den Nachtschichten, ihr wisst schon… Am nächsten Morgen bin ich aber aufgewacht, und wusste in meinem Inneren, und es war klar wie noch nie: es gibt keinen anderen Weg…

So. Ich habe mich jetzt beworben, und so lange die Zusage noch nicht da ist, tauche ich in die medizinische Welt hinein dank diesen tollen Blogs und hoffe bald auch ein Teil davon zu sein.

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