Assistenzarzt auf Reisen – Das Ozeaneum in Stralsund

4 10 2008

Da dachte ich mir: Geh mal auf Reisen, es soll ja bilden. Über Menschen, Städte, Länder… Aktuelles Ziel dieses Mal: Das Ozeaneum in Stralsund.

Für alle, die es nicht wissen: Stralsund liegt in MV, rechts oben auf der Karte, gleich vor Rügen. Muss man durch, wenn man nach Rügen will. Wahlkreis von Angela M. Stralsund hat das Meeresmuseum. Berühmt, schön, seit DDR-Zeiten existent, forschend für Meeressäuger in der Ostsee. Stralsund hat seit Juli diesen Jahres auch das Ozeaneum. Quasi das Kind vom Meeresmuseum, nur etwas größer und mit Fischen der Ostsee, Nordsee und Weltmeere in riesigen Becken. Lange Schlangen vor dem Museum, lange Gesichter bei den Besuchern, die Becken waren im Sommer noch nicht mal fertig als die Urlauber kamen.

Zurück zu Assistenzarzt. Dachte natürlich schon im Sommer: Da musst du mal hin. Aber gewartet habe ich bis es hieß, die Becken sind alle fertig, alle Fischlein eingezogen. Was folgt ist ein Testbericht, nicht validiert, subjektiv gefärbt und persönliche Ansicht der Welt.

A. rollt mit Auto nach Stralsund. Wie 100% der anderen Touris auch. Sämtliche Bundesländer sind vertreten. Keine Ahnung ob schon wieder irgendwo Ferien sind oder immer noch. Die Saison wird immer länger, Ende des Sommers ist es so voll wie im Sommer selbst. Erster Eindruck: Es gibt keine Parkplätze. Einheimische Kennzeichen waren schon lange nicht mehr gesehen worden, nur auswärtige aus aller Herren Länder. Zusammen mit DO, F, B, HH, AUR, REG and whatever kurvt A. durch die Stadt in Hafennähe. In nur einem halben Kilometer Entfernung findet sich ein Stellplatz, für den A. 4 Euronen berappt. Naja, das geht noch. Parkleitsystem gibts hier nicht. Wozu auch… Is ja viel schöner die Abgase zu haben von den suchenden Autos. Zweiter Eindruck: Man schafft mit dem Ozeaneum einen Anziehungspunkt für Gäste aus dem Ostseeraum und ganz Deutschland, aber niemand hat daran gedacht, ein Parkhaus in der Nähe zu bauen. A. fand später eins am anderen Ende der Innenstadt für das „normale“ Meeresmuseum (tropische Fische etc). Für Familien mit Kindern ist das viel zu weit weg. Eh die da sind, sind die Kinder kaputt. Es wurde  und wird soviel Werbung gemacht für das Ozeanum, man lockt bundesweit Publikum an, war in ARD und ZDF und überregionalen Nachrichten und bereitet sich nicht auf den selbst provozierten Ansturm vor. Es war doch klar, dass jede Menge Touristen kommen wird und in der Regel mit Auto. (Bahnhof ist viel zu weit weg! und Bahnanbindung ebenfalls nicht doll). Auch ein Vierteljahr nach der Eröffnung, in der Nachsaison, sind nicht ausreichend Parkplätze vorhanden. Wie soll das erst in der Saison werden? Da hat die Stadt Stralsund ziemlich gepennt und pennt immer noch.

A. machte sich auf den Weg in den Hafenbereich am Strelasund. Den Weg zu finden, war relativ einfach. A. folgte einfach den Menschenmassen, die alle in die gleiche Richtung strömten. Schon zu Hörsaalzeiten war der Herdentrieb ein verlässliches Mittel, das Ziel zu finden. Leider war der Weg von unzähligen Tretminen diverser Vierbeiner namens Fiffi, Bello oder Daisy gesäumt. Ich habe selten so viel Hunde-A-a in einer Stadt gesehen. Für Kinder kein optimales Feld. Außer man zieht ihnen Gummistiefel an.

Dann erblickte A. endlich den archtektonisch prämierten Bau im Hafenbereich. Naja, im Fernsehen sah er größer aus, A. hätte ihn fast übersehen. Nicht zu übersehen allerdings die Menschenmassen, die anstehen, um in das Ozeaneum zu gelangen. A.s erster Ausruf: „Das ist ja wie zu DDR-Zeiten vor dem alten Meeresmuseum!“ Die Menschenschlange mit mehreren Loops maß geschätzte 200 bis 300m. Der Wind vom Wasser war eisekalt. Wartebänke gabs nirgendswo. Es hatten 2 Kassen geöffnet. Kinder froren und quengelten. Das gegenüberliegende Bistro machte riesige Umsätze. Geschlagene 2 Stunden dauerte es, bis man seine 14 Euro für Erwachsene bzw. 9 Euro für Ermäßigte Menschlein auf den Tisch blättern durfte. Innen wars dann doch kleiner als im Fernsehen vermutet. Ganz nett, interessant, durchaus mal sehenswert. Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack bei den Eintrittspreisen. Das mit der Familienplanung muss man vorher schon überdenken… Naja, wenn man andere Ozeanische Museen kennt z.B. das in Monaco ist man natürlich kritisch. Ich habe in Monaco damals weniger als 14 Euro auf den Tisch geblättert. Aber dafür waren hier auch 2 Stunden Wartezeit im Freien mit gesunder Ostseeluft (quasi Wellness) eingeschlossen, was ich in Monaco nicht hatte. Im eisigen Winter muss es an der Stelle noch mehr Spaß machen zu warten, wo der Wind ungehindert aus nördlichen Richtungen heranpfeifen kann. Mir sind zwei Varianten eingefallen, die Wartezeiten zu umgehen. Reisegruppen aus Bussen, die angemeldet sind, kommen schnell rein. Oder man setzt Oma schon mal ab zum Anstellen und beschäftigt sich mit der Parkplatzsuche. Wenn man da endlich einen gefunden hat, hat Oma zumindest schonmal die halbe Strecke geschafft. Oder aber die dritte Variante: Die Stadt Stralsund stellt mehrere 1-Euro-Jobber ein, die auf Bestellung den Platz in der Warteschlange zur vereinbarten Zeit einnehmen und man diesen dann beim eigenen Eintreffen übernehmen kann. Fazit: Aufgrund der ewigen Wartezeiten auch nach einem Vierteljahr, die sich an Wochenenden und Ferienzeiten verstärken ist das ganze nichts für Familien zumindest mit kleineren Kindern außer man flößt denen vorher was zum schlafen ein…

Hinterher – man ist ja guter und kultivierter Tourist – wagt man dann einen Ausflug in die nahegelegene Innenstadt. Hat man die Hürden der Vierbeiner erfolgreich durchwatet, ist erschöpft, durstig und hungrig, strebt man einen Bäckerladen an, so wie A. Die Verkäuferinnen sind genervt wegen des permanent anhaltenden Besucherstroms durch die UNESCO-geschützte Innenstadt. Etwa 75% der wegen des Ozeaneums angereisten Leute an diesem von A. ausgewählten Tag drehten aufgrund der Warteschlange wieder ab und gingen stattdessen ohne Ozeaneum-Besuch in die Innenstadt. Auch hier ist man dem Ansturm nicht gewachsen. Egal in welchem Laden wir waren, die Zahl der VerkäuferInnen war zu gering. In Gastronomie-Betrieben fiel das besonders auf. Letztlich waren nicht nur die Angestellten dort tierisch genervt sondern auch die hungrigen Urlauber, die sich diesen Launen ausgesetzt sahen und doch eigentlich nur Hunger hatten und Geld ausgeben wollten. Dies merkte man insbesondere an den Gesprächen in der Fußgängerzone. Beim R.-Bäcker gabs nur noch Kaffee oder schwarzen Tee als warme Getränke, auf Nachfrage dann auch noch Pfefferminztee für 1,30 Euronen die 0,15 l- Tasse. Kakao oder Milch Fehlanzeige. Wie bitteschön soll man das mit Kindern machen, die bei der Witterung mal was warmes trinken wollen? Die Uhrzeit war noch nicht einmal sehr fortgeschritten. Wenn schon der Pfefferminz-Tee als erzwungene Alternative sein musste, dann wenigstens was mit Schokolade am Gebäck. Tja, da war sie dann, die Wärme nach der man suchte: Der Teller war warm, der Schokoüberzug des Gebäcks machte sich auf den Weg vom Gebäck auf den Teller. Hmmm, also dafür gibts keinen Bäckerstern.

Rechnen wir mal kurz nach, was eine Familie mit Kind so ausgibt:

Parkticket (preiswerte Variante) Tageskarte 4,00 Euro
Eintritt für 2 Erwachsene + 1 Kind 31,00 Euro, 2 E + 2 Kinder 34 Euro, für jedes weitere Kind 3 Euro (ansonsten 1 Erwachsener 14 Euro, 1 ermäßigtes Menschlein 8 Euro)
Essen: nochmal so 3 – 4 Euro pro Person in der preiswerten Variante.
Da is man mal mit 60 Euro für ne ganze Familie locker dabei. Aber wenigstens ist die Ostseeluft beim Anstehen draußen inklusive.

 

Fazit dieser Reise zum Ozeaneum in Stralsund: Das ganze ist nur was für ausdauernde Naturen, die die happigen Eintrittspreise dank Gutmütigkeit und trotz 2 Stunden Warten in eisekaltem Wind ertragen können, weil sie sich vorher auf dem Weg von einem Parkplatz zum Ozeanum schon warmgelaufen haben. In weiser Voraussicht sollte man gleich mit einem Tages-Parkticket rechnen, sonst ist die Parkzeit schon nach der Wartezeit für den Kartenkauf am Ozeaneum vorbei…

Für Familien mit Kindern war dieser Ausflug eigentlich schon fast ein „No Go“ oder „Don’t do it“ wie es in Reiseführern so schön heißt, denn die Parkplatzsituation in der Nähe des Ozeaneums ist auch ein Vierteljahr nach Eröffnung noch saumiserabel, weite Wege sind vorprogrammiert und auf denen steigt man massenweise über Hundehaufen. Die Wartezeit und die Wartebedingungen sind unzumutbar gerade für Kinder unter 12 Jahren oder ältere Personen. Der Service mit nur 2 offenen Kassen ist ein Witz. Die Läden in der Innenstadt sind wegen des (immer noch überraschenden???!) Zustroms von verhinderten Ozeanum-Besuchern überlastet und die Gastronomiebetriebe servicemäßig überfordert bzw. nicht entsprechend eingerichtet. Peinlich für eine der großen Bäcker-Ketten, wenn nicht mal warme Getränke im Angebot sind, die für Kinder geeignet sind. Es gibt bessere Alternativen für Urlaubsausflüge mit Kindern in MV, die wesentlich preiswerter sind.

Doch auch etwas positives möchte ich vermelden. Ich schlage das Ozeaneum als Marco-Polo-Geheimtipp vor für Urlauber aus westdeutschen Landen, die einmal wissen wollen wie das war zu DDR-Zeiten mit dem Schlange stehen nach allem und jedem und z.B. um ins (damals gabs ja nur das) Meeresmuseum zu kommen. So am Ende der 200m-Menschenreihe kommen echt wieder Erinnerungen auf, die man längst vergessen glaubte und man fühlt sich gleich wieder wie zuhause in der DDR.

Kleiner Gruß an die Stadt Stralsund und das Meeresmuseum: Schön, dass ihr jetzt auch ein Ozeaneum und die Rügenbrücke habt. Leider seid ihr extrem kinderunfreundlich noch bevor man die Räume des Ozeaneums betritt und leider habt ihr viel verpasst, was parallel zum Bau dieser Attraktion hätte gemacht werden müssen. Vielleicht bekommt ihr das ja bis zur nächsten Saison hin, ansonsten werden viele Leute trotz Ozeaneum einen Bogen um Stralsund machen.

Advertisements

Aktionen

Information

14 responses

4 10 2008
earlmobile

Aber das Meeresmuseum gibt es schon noch, oder?
Wär doch jammerschade, schließlich ist es da ja auch sehr schön (und meiner Meinung nach ist es der einzige Ort, der einen Halt in Stralsund rechtfertigt).

5 10 2008
Assistenzarzt

Ja, das ist weiterhin im ehemaligen Kloster in der Innenstadt untergebracht. Dort sind die Tropenfische und auch eines der größten Tropenaquarien Europas. Der „Ableger“ Ozeaneum ist im Hafen und gehört wie das Nautineum auf dem Dänholm und Natureum auf dem Darß zum Meeresmuseum. Das Ozeaneum ist jetzt die Hauptattraktion, weil es in allen Medien war und ist. Aber auch das „klassische“ Meeresmuseum erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit.

5 10 2008
Kalamatie

Oh wie ich das kenne! Mit vier Kindern wollte die ganze Familie im August (!) ins Oz. Wir haben in weiser Voraussicht gleich den ersten Parkplatz am Straßenrand in ca. 1 km Entfernung genommen und sind frohgemut losgelaufen… Bei dem Anblick von ca. 300 m sich windender Schlange sind wir dann doch in die Altstadt abgebogen, einmal schräg durchgelaufen und dann wieder gefahren. Trauriger Ausflug…

Das Meeresmuseum fanden wir allerdings im Sommer letztes Jahr sehr schön (und auch nicht sehr voll…)

5 10 2008
Hypnosekröte

Mein Tipp:
http://www.dithmarschen-wiki.de/Seehundstation_Friedrichskoog

Die Viecher da sind auch viel niedlicher und nicht so glibschig wie das handelsübliche Meeresgetier und der Laden ist nicht so schlimm kommerzialisiert 🙂
Auf dem Hin- oder Rückweg unbedingt am Eidersperrwerk ein Fischbrötchen oder ein Schmalzbrot -unbedingt mit Zwiebeln- konsumieren!

Nordsee rockt sowieso viel mehr als die Ostsee: Der Sand ist sandiger, Luft und Wasser sind salziger, die Brandung , das Land platter, der Korn hat mehr Umdrehungen und der Tee ist auch besser 😛

Außerdem ist die Nordsee ein richtiges Meer™ und kein zu groß geratener Ententümpel!

Und ja, ich kenn beides…
Die Nordsee aufgrund geographischer Nähe etwas besser bis ziemlich gut (vielleicht ist das da oben auch nur dumpfer Patriotismus, das mag der geneigte Leser selber entscheiden), die Ostsee von vielen Kurztrips (WE-Woche, u.a. Graal-Müritz, Wustrow) und einer 3-wöchigen Radtour an selbiger Küste entlang (Lübeck-Fehmarn-Kiel-Hamburg).

Also, liebe Mitbürger, wenn sie richtiges Meer™ wollen, besuchen sie die Nordseeküste!

5 10 2008
Hypnosekröte

add

Ausserdem sind an der Nordseeküste die Fische bekanntermaßen im Wasser und selten an Land *schunkel*

5 10 2008
earlmobile

Seehunde schaut man sich neuerdings an der schönen Ostseeküste an! Friedrichskoog ist ein alter Schuh, viel besser ist da die Seehundstation Hohe Düne in Rostock… 😉

6 10 2008
ixylon

Anscheinend sind die Eintrittspreise da oben überall so familienfreundlich. Ich hab am Wochenende auch jede Menge Euros in ein Spielzeugmuseum und eine Schmetterlingsfarm auf Usedom gesteckt.

Reicht erst mal wieder.

6 10 2008
Hypnosekröte

Dafür ist Friedrichskoog nicht die „Gößte Seehundstation Europas“ und importiert die Einwohner nicht, so wie auf der Hohen Düne geschehen, das sind Kölsche Jecken-Seehunde.

In Fridrichskoog wird zudem die Heuleraufzucht auf einem Niveau betrieben, das so meine ich weltweit seinesgleichen sucht, das ist das eigentlich interessante und liebenswerte an Friedrichskoog und es ist nicht so arg kommerzialisiert, finanziert sich jedoch trotzdem seit Jahren selbstständig (Spenden und Eintritt).

Friedrichskoog ist, alter Schuh hin oder her, oder vielleicht gerade deswegen viel kuscheliger…

Und außerdem ist es mit einem nicht unerheblichen Umweg verbunden, wenn ich nach Rostock fahre und am Eidersperrwerk die Aufnahme von Fischbrötchen u. Schmalzbrot durchführen will.

Die gesamte Nordseeküste scheint mir zudem, obwohl touristisch auch gut erschlossen, weit weniger auf Massentorismus ausgelegt als die Ostseeküste. Speziell in den neuen Bundesländern findet man häufig in den kleinsten Kaffs Feriensiedlungen und Hotelbauten, die sogar in St.Peter Ording noch ihresgleichen suchen. Ursachen hierfür dürften sich va. in der Politik finden…

Ganz subjektiv würde ich es nach meinen Erfahrungen auf die Formel: „Nordsee->Klasse / Ostsee->Masse“ runterbrechen.

6 10 2008
earlmobile

Soweit ich weiß, versteht sich die Anlage Hohe Düne eher als Forschungs- denn als Aufzuchtstation, aber da kann ich mich auch irren. Jedenfalls ist diese Anlage immer einen Besuch wert und – wenn man aus Rostock und Umgebung kommt – auch gut zu erreichen.

Was aber die Tourismuspolitik angeht, kann ich dir zustimmen. Ich bin in meiner Kindheit und Jugen 14 Jahre lang jeden Sommer für drei Wochen nach Ahrenshoop im Fischland auf der Halbinsel Darß gefahren. Jedes Jahr musste man dort aufs neue mit Schrecken feststellen, wie sich die Besucherzahlen wieder einmal stark erhöht haben und wie Neubauten die idyllische Kulisse zerstörten. Die Entwicklung, die sich dort abspielt, ist wirklich bedauernswert. Zumindest in diesem Beispiel liegt des Pudels Kern in dem rasanten Karriereaufstieg eines Einheimischen, der noch vor 20 Jahren Kellner war und nun den Großteil der ortsansässigen Restaurants und Ferienhäuser besitzt. Zudem scheint auch die Kommunalpolitik ihren Anteil an dieser Entwicklung zu haben, denn das Tempo, das der genannte Herr vorlegt, kann nicht ohne Schützenhilfe entstanden sein.
In dem Punkt hast du also wohl Recht; ich kann da nur vom Darß sprechen, der sich leider sehr verändert hat.

6 10 2008
Hypnosekröte

Wie sagte einst ein dicker alter Mann?

„Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt.“

Satz mit „X“ ? Das war wohl nix.

Ganz nebenbei: Die Fischbrötchen-und-Schmalzbrot-mit-Zwiebeln-Problematik bei einem Besuch der Hohen Düne wird wohl ewig ungeklärt bleiben…

6 10 2008
Assistenzarzt

Kröte… das ist reiner Lokalpatriotismus… 🙂
Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich einen Großteil der MV-Ostseeküste und Hinterland kenne und genauso die gesamte Küste von Friedrichskoog über Büsum, St.Peter Ording, Meldorf, Nordstrand, Niebüll, Dagebüll bis hoch nach Römö (sorry, mir fehlen die passenden dänischen Buchstaben) mit Hinterland.
ICH finde die OSTSEEküste besser. (Ok, wenns generell um Küste im Norden und Berge in Bayern geht, sind wir quasi Brüder / Schwestern, da is ja wohl klar wo es lang geht).
Ich hab mal ne sauschicke Ferienwohnung in Dagebüll mit nur 200 m Fußweg bis zum Deich gebucht. Am Ende wars so, dass die Autos mit westdeutschen Kennzeichen vor den schicken Ferienwohnungen in Dagebüll standen und die mit den ostdeutschen (aus MV, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) in die wüsteste Einöde mit 2000m bis zum Deich und in einem stinkenden 3-Häuser-Dorf mit Kuhstall dran geschickt wurden zu einem Haus mit mehreren Ferienwohnungen, wo du unter der Dusche nicht mal gerade stehen konntest, weil unter der Dachschräge… die haben uns da sowas von abgezogen… und bezahlt hatten wir vorher 3-Sterne-FEWO… das war nicht mal ein Stern… sowas merkt man sich.
Was die Museen und so angeht fand ich es auch ganz schön happig. Zudem will da jeder Bürgermeister seine Kurtaxe haben und die zahlst du hier in MV nicht überall. Außerdem gibts hier tatsächlich noch Strände ohne Parkplatzgebühren, wenn auch nicht mehr so viele wie vor 5 Jahren. Das Benzin war da immer teurer als in MV, genau wie die Restaurants. Was mich gestört hat: es sah jeder Ort irgendwie gleich aus. Bedauerlicherweise haben wir in MV die abgelegten Bürgermeister oder Tourismus-Gurus von einigen Nordseeorten geerbt, so dass die hier die gleichen Sünden begehen wie da, nur eben später. Wollt ihr die nicht zurückhaben in den Westen? Ich sponsore auch Verpackung und Versand.

Natürlich siegt die Ostsee in jedem Vergleich… is doch klar 🙂 Ostsee – Kilometerlange weiße Sandstrände, fast wie in der Karibik, Dünen ohne Beton und Asphalt-Decke, keine dreckigen Füße wenn man am Strand langläuft, keine Schaf-Kacke aufm Deich / Dünen 😉 , ein MEER was IMMER da ist, was schneller erwärmt wird im Sommer, was schönere Wellen hat, besserer Sanddorn, mehr zertifizierte Bio-Höfe im Hinterland (unter anderem die Kühe die in Alete-Bio-Gläschen landen), hübschere Häuser, Hiddensee-Schmuck, Hühnergötter, Bernstein, Fähren die wohin fahren wo es schön ist (Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen…), Spuren der Schweden, Backsteingotik, viel bessere Yachthäfen / Marinas, Zeesboote, Tonnenabschlagen … Schmalz schmeckt hier eh besser. Und mit Fischbrötchen kannst du mich nicht beeindrucken… ich hasse Fisch (*schüttel*).

Kannst mal sehen, da kommen die von Köln nach Rostock, um ihre Seehundchens endlich mal echtes gutes Wasser spüren zu lassen und gut forschen zu können. Ich kenn die Friedrichskooger Station auch genau wie die in Büsum. Die Friedrichskooger kommt manchmal auf ARD bei dieser Zoo-Serie (Rostocker war beim ZDF… wir halten mit…) Wenn man nach / von Friedrichskoog kommt, ist der Weg übers Eidersperrwerk aber ein Umweg… zumindest wenn man von Süden oder Osten kommt.

Ententümpel secht hei, wat wat denn dat wenn dat feddich wat? Ententümpel ist der Bodensee. Ostsee ist Meer der Schönheit und der Kreuzliner, Nordsee ist Meer der Ölplattformen und Industrie und der Seekrankheit (eigene Erfahrung).

Aber um ganz ehrlich zu sein: Nachdem ich SH-Nordsee, SH-Ostsee und MV-Ostsee relativ gut kenne (und auch schon am Mittelmeer Italien – Frankreich war) ist für mich als Küstenfreak zu sehen, dass an der Ostsee in den letzten Jahren Nordsee-Sünden begangen werden und dass generell – in Ost und West – die Preise ganz schön happig geworden sind. Wenn man nach Skandinavien fährt, hat man in Dänemark eher Küsten wie in SH und in Schweden eher wie in MV (Skane etc.). Die Preise sind da nicht weniger für Unterkunft und Eintritt in alles mögliche und Essen kostet z.T. mehr. Allerdings sind die Parkplätze in kleineren Orten meist umsonst und man fühlt sich irgendwie freier. Am Mittelmeer fand ich es ätzend und zugebaut und sie haben einem auch das Geld aus den Taschen gezogen, einzig eine Mafia-Prügelei bei dem jemand in unserem Hotel durch ne Glasscheibe flog, hatte etwas spannendes, was man hier oben wohl kaum erleben wird.

6 10 2008
earlmobile

Tonnenabschlagen… Angesichts der vielen tollen Kindheitserinnerungen in diesem Zusammenhang stehen mir ja fast die Tränen in den Augen…
Ich bin mir sicher, das bekommt man nur in MV, vielleicht sogar nur in Vorpommern geboten.

31 05 2009
Gudrun Neuber

Na, hatte die Person vor Ort Tomaten auf den Augen, seit Dezember 2006 ist ein nicht zu übersehenes Parkleitsystem in Stralsund in Betrieb.
Hier die Pressemitteilung.
Neues Parkleitsystem geht in Betrieb (21.12.2006)
In dieser Woche sind im Knieperwall am Kreisverkehr Mönchstraße
die ersten Anzeigetafeln für das neue Parkleistsystem in Betrieb
gegangen.
Weitere Standorte für Hinweise auf freie Parkplätze sollen im Frühjahr
2007 folgen.
Künftig wird die Anzahl der noch freien Parkplätze in den
Parkhäusern über das Parkleitsystem schon an den Zufahrtsstraßen zur
Altstadt und um den Altstadtkern angezeigt.
„Mit dem Vorhaben soll erreicht werden, dass Parkplatzsuchende in
Richtung Altstadt über freie Parkplätze informiert werden und sich somit insgesamt der Verkehr in den
Altstadtstraßen reduziert.“, sagt Dr. Alexander Badrow, Leiter der Abteilung Straßen und Stadtgrün mit
einem Blick auf die weiter zunehmende Zahl von Besuchern der Altstadt.

31 05 2009
Assistenzarzt

Ich kenne diverse Städte hier im Norden mit Parkleitsystem… aber keins war so überfordert wie das in Stralsund. Aber was nützt ein Parkleitsystem, wenn es wie in Stralsund am Bedarf vorbei geht? Was sollen Familien mit Kindergartenkindern durch die halbe Stadt laufen vom Parkhaus mit freien Parkplätzen zum Ozeaneum und dort nochmal 2 oder 3 Stunden anstehen? Welches Kind hat da noch Bock auf Ozeaneum?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: