Stromquelle Krankenhaus

10 10 2008

Wer denkt, ich entwickle hier eine ökologische Ader, der irrt leider. Es geht nicht um Kliniken mit Solaranlagen, Regenwasseraufbereitung oder Biogaskraftwerk. Nee, mir is was ganz anderes aufgefallen.

Neulich, also schon ne Weile her, da war ich mal im Dienst im Wartezimmer und habe mich in die Höhle des Löwen / der Wartelöwen getraut. Da sah ich die U-21-ich-geh-dahin-weil-ich-hab-keinen-Hausarzt-und-bei-dem-dauerts-immer-so-lang-Clique, wo ein Behandlungswilliger gleich die ganze Party-Klitsche mitgebracht hatte. Party im Krankenhaus-Wartebereich… Die Jugend inhaliert echt zuviel von was auch immer. Jedenfalls hatten alle die Handys gezückt. Die Dinger werden denen wohl während irgendwelcher Auslandsaufenthalte an die Hände transplantiert oder so. Unser Krankenhaus gehört noch nicht zu denen, die das Handyverbot aufgehoben haben wie die meisten Unikliniken. Die Telefonanlage ist wohl noch nicht abbezahlt oder läuft zu gut funktioniert noch ganz gut. Also war ich von Dienstwegen her verpflichtet auf das smarte Schildchen im Eingangsbereich zu verweisen. Doch als ich gerade Luft holte, um in einem Nebensatz die U-21-ich-geh-dahin-weil-ich-hab-keinen-Hausarzt-und-bei-dem-dauerts-immer-so-lang-Clique darauf hinzuweisen, dass sie auch im Wartebereich die Handy ausmachen müssen oder sonst vor die Tür gehen und da telefonieren (und außerdem blockieren sie zu fünft als Begleiter hier Warteplätze für Patienten), da sah ich etwas, was mich überraschte (nach außen blieb ich cool…) Da hatte Miss Nasen-Piercing 2008 ihr Handy zum Aufladen in eine Steckdose im Wartebereich gesteckt…

Assistenzarzt: „Sie machen bitte ihre Handys aus. Und vor allem, sie laden es hier bitte nicht im Wartezimmer auf.“

Miss Nasen-Piercing: „Aber es is leer. Ich muss doch nachher anrufen, dass wir abgeholt werden.“

Assistenzarzt: „Dann nehmen sie ein Handy von ihren Freunden. Diese Steckdosen sind nicht dafür gedacht, dass hier jeder kommt, sich hinsetzt und sein Handy auflädt. Das läuft über den Stromzähler der Klinik.“

Miss Nasen-Piercing: „Ja, aber wozu sind denn dann hier die Steckdosen? Dann müssen sie das ranschreiben.“

Assistenzarzt: „Die sind für Notfälle, falls hier mal was im Wartezimmer ist, damit wir Geräte anschließen können. Was sie machen ist übrigens Diebstahl. Wer sich ein Handy leisten kann und die Gebühren für die diversen Klingeltöne, die sie hier gerade dem Publikum aufgedrängt haben, der kann auch die Stromrechnung bezahlen.“

Miss Nasen-Piercing: „Diebstahl? Das is doch nur Strom.“

Assistenzarzt: „Den die Klinik bezahlt und nicht sie. Also gehört der Strom der Klinik. Und sie ziehen bitte sofort den Stecker raus und machen die Handys aus sonst wird unser Wachmann nervös, der sie gerade auf dem Monitor beobachtet.“

Miss Nasen-Piercing: „Komm wir gehen, muss ich mein Handy halt im Auto aufladen.“ und zu Assistenzarzt gewandt „Sagen Sie dem XY er soll anrufen, wenn wir ihn abholen sollen, wir fahren jetzt schon mal zum XYZ-Club.“

Assistenzarzt: ???

Das blieb aber kein Einzelfall. Einige Dienste später lag ein U-21-Girl alkoholisiert (und der Freund hatte erstmal einen sitzen…! war aber kein Patient) und nach Hyperventilation auf der Trage in der Notaufnahme. Nach dem x-ten Gebölke ihres dämlichen Lachsack-Klingeltons platzte mir der Kragen. Es waren schon zahlreiche Kommentare von anderen Patienten gekommen, die alle noch ganz gut bei Sinnen waren. Von dem einzigen anwesenden demenzerkrankten älteren Herren kam auch was, das war aber nicht ganz so nett, traf jedoch den Kern gut und seeeeehr direkt. Auch die Schwestern hatten Miss Alcopop 2008 schon angewiesen, den Lärmknochen endlich auszumachen oder wenigstens stumm. Aber wenn wir eins lernen sollten als Dienstärzte, dann ist es, dass alkoholisierte U-21-Möchtegern-IT-Girls zum einen Paris Hilton gut finden und sich zum Vorbild nehmen und zum anderen weniger Verstand haben als jemand mit der ausgeprägtesten SAE und cerebrovaskulären Insuffizienz. Der Lacksack tönte zum x-ten Mal durch die neonbeleuchteten Räumlichkeiten und Assistenzarzt mutierte zum wutschnaubenden Stier, bewegte sich gefährlich wie ein Tiger zum Liegeplatz von MIss Alcopop, holte Luft und ließ ein donnerndes „Wenn Sie nicht sofort den Anweisungen des Personals Folge leisten und endlich dieses nervtötende Ding ausstellen, dann setze ich Sie stehenden Fußes vor die Tür und es is mir egal, welcher besoffene Kiffer sie abholt und wie Sie nach Hause kommen!“ erschallen. Dann erblickte Assistenzarzt ein schwarzes Kabel, was sich vom nervtötenden Ding bis zur Steckdose am Kabelschacht wand. Assistenzarzts Sehfeld füllte sich mit rotem Nebel und Miss Alcopop reaktivierte ihr letztes Fünkchen Verstand und begriff, dass der donnernde Schall sich wiederholen würde, nur einige Dezibel lauter und gefährlicher. „Oh, äh, tut mir leid, ich zieh das Ladegerät schon raus. Es is ja nur, weils schon wieder leer ist und wir haben nachher noch was vor.“ Assistenzarzt rief sich ins Bewußtsein, dass man mit Schreien bei Kindern ja nicht weiter kommt und versuchte die Wut zu zügeln. Besonders Bekloppte muss man sensibel behandeln. „Diese Steckdosen sind für medizinische Geräte. Eine Notaufnahme ist kein Ort, wo man sich ausruhen kann wenn man zuviel gesoffen hat und dann hyperventiliert, weil man noch was dazu genommen hat vor der Disco und es dann nicht gegenüber dem Arzt zugibt, und erst Recht kein Ort, zu dem man kommt, um sein Handy aufzuladen bevor man sich dann wieder ins Nachtleben stürzt, um sich weiter volllaufen zu lassen.“

Ja, und dann war da neulich noch der Typ, von dem keiner wußte, wo er hingehört. Er war keiner von unseren Patienten. Er war auch keiner von den Angehörigen. Er saß mehrere Stunden mutterseelenallein in einer Sitzecke auf unserer Etage. Konnt sich auch kein anderer zu ihm setzen, weil er den gesamten Tisch und die Couch mit Papieren vollgepackt hatte und auch noch seine Arbeitstasche (Marke Pilotenkoffer oder so) und die Notebook-Tasche auf einen Sessel gestellt hatte. Dann hatte er sein Notebook in die dort befindliche Steckdose gesteckt. Als ich mal vorbeiging sah ich die Akkuladelampe leuchten und auf dem Bildschirm eine Excel-Tabelle mit Zahlen. Er sah ganz konzentriert aus da in seinem Büro unserer Sitzecke. Stundenlang saß er da so, fast meine ganze Arbeitszeit. Und saugte Strom aus der Wand der Klinik um seine Arbeit zu machen. Ich habe nie rausgefunden, wer er denn nun eigentlich war. MDK? Banker der heimlich versucht die Bilanzen zu frisieren? Versicherungsvertreter? Man weiß es nicht.

Tja, mich würde schonmal interessieren, wieviel Kilowattstunden Strom durch solche „Gäste“ und „Besucher“ unserer Klinik im Jahr dafür draufgehen. Wir sind zum Stromsparen offiziell angewiesen worden, weils so sauteuer geworden ist und eine Klinik ein wahrer Stromfresser. Licht aus überall. Die wenig frequentierten Treppenhäuser sind nachts dunkel, man muss sich erst bis zum Schalter durchfallen schlagen. Das is den Leuten so eingebleut worden, dass sie in den Toiletten und Waschbereichen das Licht ausmachen beim rausgehen…  so ab und an sitzt dann noch jemand auf dem Klo in einer der Kabinen und hat in letzter Sekunde sein postrenales Nierenversagen verhindern konnten, aber mit der Folge, sich jetzt nur dank seiner kleinen Stabtaschenlampe zur Pupillenreflexprüfung wieder aus dem Toilettenraum durch den Waschbeckenraum bis zum Ausgang vorzuarbeiten… im Dunkeln, weil ein folgsamer Mitarbeiter das Licht ausknipste, wir müssen ja Strom sparen.

Versteh mich bitte keiner falsch. Von mir aus kann sich jeder aus Spaß volllaufen lassen soviel er will, von Disco zu Disco ziehen soviel er mag und kaufen was für Substanzen er will. Das is mir sowas von egal. Aber er / sie hat dann nichts in meiner Notaufnahme zu suchen und bitte erst recht nicht, wenn ich Dienst habe. Das ist keine Krankheit, das ist Mißbrauch des Gesundheitswesens und kostentreibend für alle Beitragszahler, also auch für mich. Ich bin schon lange der Meinung, dass Miss Alcopop und ihre Brüder und Schwestern sich an den Kosten ihrer Abendunterhaltung im Club Notaufnahme beteiligen sollten. Nach 4 Stunden gehen sie nach Hause oder oftmals in den nächsten Club, haben ihr Handy aufgeladen, einen kostenlosen Checkup gekriegt, sich aufgewärmt, einen Liter Mineralwasser umsonst gekriegt, weil sie sich bewußt einen angetrunken haben und zum Spaß und weils alle machen auch noch irgendwelche Substanzen konsumiert, aber dafür medizinische Versorgungskapazität blockiert, die dafür gedacht ist, schwerkranken Menschen das Leben zu retten oder die Gesundheit zu erhalten.
Von mir aus kann auch jeder arbeiten wo er will… aber is das nicht etwas seltsam, sich in eine Klinik zu setzen und da zu arbeiten? So teuer kann der Strom dann doch auch wieder nicht sein, oder?

Was lernen wir daraus? Ein Krankenhaus ist nicht nur ein Quell der abendlichen Unterhaltung für die U-21, Miss Alcopops und Miss Piercings dieses Landes sondern auch noch eine kostenlose Quelle von Strom, wenn man sich geschickt anstellt. Wie man sieht, ist aus unserem Gesundheitswesen tatsächlich noch viel mehr rauszuholen. Ulla Schmidt hatte Recht…

Und um nochwas klarzustellen: ich untersage keinem Patienten auf meinen Stationen, dass er sein Handy auflädt während er bei uns liegt. Sowas sehe ich in der Regel nicht… das is mir bisher nie aufgefallen… weil ich auch weiß, wie es läuft

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14 responses

10 10 2008
earlmobile

Ohja da erinnere ich mich an so manche Situation aus Nachtdiensten, wo ich die Patienten aus der NA rausgefahren habe und nebenbei mitverfolgen konnte, wie im Warteraum die Leute nicht nur ihre Handys, sondern auch ihre Gameboys und PDAs mit Klinikstrom aufladen – denn so schnell ergibt sich diese Gelegenheit ja nicht wieder. Es hätte mich nicht gewundert, wenn jemand tatsächlich noch ein Akkuladegerät angeschlossen hätte…

10 10 2008
earlmobile

PS: Gibt es eine Möglichkeit, dem Assistenzarzt eine Nachricht per Mail zukommen zu lassen?

LG EarlMobile

11 10 2008
Hypnosekröte

Amen,Schwester! Amen!

Am besten das Handyladegerät noch in die USV-Dosen reinsemmeln, damit beweist man/frau dann auch, daß selbst einfachste Regeln wie „ROT=NOTFALL/GEFAHR/ALARM“ nicht beherrscht werden…
Wenn es wirklich noch nach Darwin ginge, wären die alle längst ausgestorben, aber das nur am Rande.

Bei dem handelsüblichen Laien dürfte ja eigentlich sogar noch die Mär gelten, das Mobiltelefone medizinische Geräte stören und das sollte man, selbst wenn es nicht so ist, allein weil theoretisch die Möglichkeit besteht auch weiter so kommuniziren und recht strikt ahnden, wenn dabei andere ptentiell gestört werden.
Genau so wichtig und weit weniger theoretisch finde ich allerdings, daß in einer Klinik auch eine gewisse Abschirmung notwendig ist, um den Patienten die Ruhe zu geben die sie brauchen um gesund zu werden. Und dazu gehört auch, das Kliniken handyfreie Zonen sind damit Pat. weder von fremden noch von eigenen Kommunikationsanliegen gestresst wird. Außerdem darf jawohl jeder der nett fragt mal mit dem Mobilteil der Schwestern telefonieren, wer sich besonders ätzend und blöd anstellt, dem wird sogar meist freiwillig und schenell ein Taxi bestellt…

Kern des Pudels:
Wer mit dem Handy telefonierend über den Stationsflur oder durch den Wartebereich rennt gehört rausgeworfen oder mindestens so angemeckert, daß er sich schämt. Auf Intensiv oder IMC/NA (weil meist irgendwie IMC) ist eine sofortige Verprügelung ohne Warnung umgehend durchzuführen.

Wer fragt, ob er vielleicht sein Handy mal benutzen darf oder dies in einer Situation tut, in der er niemanden stört, zB im Zimmer allein, aufm Balkon usw. („Ertappt“ man jemanden in letztgenannter Situatuion kommt man sich AFAIR selbst als der Störenfried vor, eigentlich ein ganz guter Indikator) sollte man über das strikte Verbot auch mal hinwegsehen können.

Vom technischen Aspekt her ist das Verbot tatsächlich fragwürdig, da jedes DECT-Telefon (ob jetzt Stations- oder Personenbezogen) weit höhere Störpotentiale bezgl. medizinischem Gerät hat als Handys.

In diesem Fall bin dann aber sogar ich mal bereit zu sagen, daß der technische Aspekt hier nix zur Sache tut.

11 10 2008
assistenzaerztin

Oh Gott … hatte fast vergessen um welchen Scheiss sich eine Ärztin kümmern muss. Jetzt also auch noch die Ladevorgänge patienteneigener Unterhaltungselektronik … Noch ein Grund nie zurückzukommen.

Von jenseits der Grenze hat man den Eindruck, trotz Assistentenmangel wird es immer noch schlimmer, nicht besser. Oder täusche ich mich da?

11 10 2008
fanaticTRX

Also, mein Handylader zieht maximal 3,5 Watt. Nehmen wir mal einen hochgegriffenen Preis von 15 Cent die Kilowattstunde an, dann müsste ich es also 19 Stunden laden, damit Kosten von einem Cent zustandekommen. In der Tat, das wird die Klinik arg zurückwerfen. Vielleicht solltet ihr für Besucher auch noch die Abnutzung und den Stromverbrauch des elektrischen Türöffners berechnen…
Ich kann schon verstehen, dass Jugendliche mit Mobiltetefonen in der Aufnahme nerven. Und dass sie da nichts zu suchen haben. Und dass sie fragen sollten, ob sie eine Steckdose benutzen dürfen. Aber die Argumentation angesichts der Verschwendung einerseits und des paranoiden Kostendenkens andererseits, die ich aus deutschen Kliniken kenne, am Stromverbrauch aufzuhängen, dass sehe ich nicht so ganz… Ach ja: Wie wärs mit: Wers Handy laden will, muss 10 Cent bezahlen. Das entspräche so ungefähr der Preissetzungsmentalität, die ich von den unseligen Klinik-Telefonkarten kenne…

11 10 2008
Assistenzarzt

@fanaticTRX: weißt, wenn ich irgendwo hinkomme und mich wie selbstverständlich an der Steckdose eines anderen bediene, benehme ich mich ziemlich daneben. Im Kaufhaus, an der Tanke, im Wartezimmer der Arztpraxis, im Buchladen, beim Bäcker etc. würds du es ja auch nicht tun und einfach zu nächsten Steckdose marschieren, Handy einstöpseln und zur Verkäuferin sagen, ich bin hier Kunde, das muss ja wohl drin sein. Wir sind keine öffentliche Ladestation für diverse Geräte. Es ist auch nicht nur einer. Du kannst bei uns jeden Tag durchs Krankenhaus gehen zu jeder Uhrzeit, die du willst und auf irgendeinem Flur wirst du jemanden finden, der nicht ins Krankenhaus gehört als Patient und der sein Handy, sein Notebook, seine Nintendo DS oder sonstwas eingestöpselt hat. Je größer die Klinik um so stärker macht sich sowas bemerkbar, denke ich. Es ufert aus in der letzten Zeit. Kleinvieh macht auch Mist. Uns als Angestellten ist es z.B. offiziell untersagt private Geräte wie Radio, Fernseher oder so (und dazu gehören auch Handyladegeräte) im Krankenhaus zu benutzen, nicht nur wegen der GEZ sondern auch weil sie Strom verbrauchen.

11 10 2008
earlmobile

Dazu möchte ich anmerken, dass Krankenhäuser nun einmal einen Versorgungs- und Heilauftrag haben und nicht dazu gedacht sind, dass jeder den Strom anzapfen, den O2 abfüllen, das Patientenmineralwasser zu eigenen Zwecken mitnehmen, den Internetanschluss nutzen oder vielleicht auch noch die Flüssigseife aus den Besucher-WCs abfüllen kann. Das mag vielleicht kleinkariert erscheinen, denn sicher, um große Beträge geht es dabei im Einzelfall nicht. Es geht jedoch um das Prinzip und auch um so etwas wie Höflichkeit. Keiner wird etwas sich quer stellen, wenn ein Angehöriger nach einem Glas Wasser bittet, aber in den entsprechenden Lagerraum gehen und sich selbst zu bedienen, ist einfach nur eine Frechheit. Gleiches gilt auch für den Klinikstrom und alles andere oben genannte.

12 10 2008
skhor

Jaja, die Handys. Ich kann mich auch erinnern. Bis zum CT-Tisch wird live berichtet …

14 10 2008
Doc Blog

Hallo,

obwohl wir im Wartebereich keine Steckdosen haben (soweit ich weiß), ist mir dieser Stromsparzwang meiner Klinik auch aufgefallen.
Ich bin in meinem ersten Dienst fast die komplette Treppe runtergefallen, weil (offensichtlich) die Bewegungsmelderlampe nur ganze 4 Sekunden anbleibt. Eine Erfahrung, die zugleich ausgeprochen schmerzhaft und interessant war.
Tatsächlich habe ich es – nachdem ich um die 4 Sekunden Limitierung wußte – niemals vom Treppenanfang zum Treppenende geschafft, bevor es wieder ratzedunkel wurde.
Fragt sich nur, wie die Pat. mit diesem Hindernisstreckenlauf umgehen? Andererseits, wenn’s Strom spart…

Doc Blog

14 10 2008
sonnemohn

Woaaahhh was sind das denn für Moden. Ich (als Schwesternschülerin in einer Notaufnahme) habe so etwas noch nie gesehen. Das ist ja wirklich krass. Bei uns würde das aber auch auf nicht viel Gegenliebe stoßen.

Ach und zu Miss Alcopop – wieso entlassen? Wir haben eine große Psychiatrie, wo die sich ausnüchtern können. Und abgesehen davon kostet der Einsatz des Notarztes auch nicht gerade wenig. Das müssen die doch meines Wissens selber bezahlen wenn es wegen Alkoholvergiftung und Co ist – oder gar aus Jux. Und diesen Tatbestand sehe ich da durchaus erfüllt.

lg

15 10 2008
Hypnosekröte

@sonnemohn
Nein, müssen sie nicht.
Fraglich auch, ob das der richtige weg wäre.
Denn selbst wenn diese „Shit Calls“ absolut ätzend sind und zumindest diese „Patienten“ nicht mit Begeisterung und Empathie rechnen dürfen isses doch so, das Omma Pasulke irgendwann irgendwo mal hört, das man „den Krankenwagen bezahlen muss“ und sich dann entschließt, wegen $_SYMPTOM doch lieber keinen Krankenwagen zu rufen sondern morgen zum Arzt zu gehen nur da dann leider nicht ankommt, weil sie, als sie morgens aufwachte, tot im Bett lag…

Mir gehen solche Alkopopquees (und -Kings) auch auf die Nüsse, wenn Du aber ein Gesundheitssystem haben willst, daß tatsächlich jedem offen steht, darfst Du die Inanspruchnahme von Leistungen -besonders im Akutbereich- nicht mit möglichen finanziellen Hürden verbauen.

Wie willst Du denn von jemandem, der sich mit der Materie nicht auskennt erwarten, daß er differenzieren kann ob ein 112-Anruf jetzt gerechtfertigt ist oder nicht?

Man kann die Leute ja nicht dafür bestrafen, daß sie was anständiges™ gelernt haben und nicht in unserer Branche tätig sind.

15 10 2008
sonnemohn

Ja das ist sicherlich richtig. Aber ich weiß auch von einem Jungen der so sturzbetrunken war dass er beatmet werden musste (also so etwas kommt öfters an, aber ich hatte es erst einmal dass ich jemanden aus dem Bekanntenkreis in der Notaufnahme so wiedersah) und der musste später die horrende Rechnung des Notarztes zahlen.
(Es gab sogar mal einen Fall in dem ein Partygast seine Gastgeberin verpflichten wollte zu zahlen da es ihr Alk war und sie nicht aufgepasst hat auf ihn (sic!))

lg

16 10 2008
Petra

Merkwürdig… war er denn überhaupt krankenversichert? (Soll ja Fälle geben, in denen sich Nicht-Pflichtversicherte auch nicht freiwillig versichern, z.B. aus Kostengründen)

28 10 2008
Michi

Ich will das saumäßige Betragen dieser Personen zwar keineswegs in Schutz nehmen, aber rein in Bezug auf die Kosten ist es (zum Glück) ziemlich egal, wenn da irgendwo ein Mobiltelefon oder Laptop am Netz hängt. Wenn die Betreffenden ein paar Mal durch eine elektrisch öffnende Tür gehen, wird dabei mehr Strom verbraucht – von anderen Verbrauchern in einem Krankenhaus ganz zu schweigen.

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