Assistenzarzt fragt – Teil 11

30 10 2008

Kann man eine Tachyarrhytmia absoluta, die erstmalig diagnostiziert wird, ambulant behandeln wie der MDK meint?

 

Pro: Es is ja nich die Mutter des MDK-Beamten, um die es geht. Ein kleiner Prozentsatz konvertiert spontan ohne Medis und so in den Sinusrhythmus. Wenn man die Musik für die Stereoanlage zuhause entsprechend auswählt, fällt dem Patienten die Ruhefrequenz von 140 bald gar nicht mehr auf. Geneseklärung is sowieso nur was für Weicheier.

Contra: Betablocker und Digitoxin-Neumedikation können auch Nebenwirkungen haben. Lange genug andauernde TAAs können zur kardialen Dekompensation führen. Eine TAA tritt nicht mal so eben spontan auf sondern meistens bei vorgeschädigtem Herzen, wo man die Ursachen finden und behandeln sollte. Eine Kardioversion kann nur stattfinden wenn ein Thrombus im Vorhof ausgeschlossen wurde, außer man steht auf Apoplex. Und wenn die Dauer unter 48 h beträgt – und man sich dessen sicher ist.

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7 responses

30 10 2008
Hypnosekröte

Das nennt man dan wohl „Ambulantes Kardiovertieren“
Ein Hoch auf den MDK….

30 10 2008
Albert

Warum fällt mir bei MDK eigentlich immer „Murder, Death, Kill“ ein?

31 10 2008
Hypnosekröte

Du machst mir Angst, die haben hier ’ne gar nicht so kleine Zweigstelle direkt vor der Tür….

31 10 2008
T

Nunja die erfolgreiche Beantragung beim MDK ist wie ein Glücksspiel. Man kann ein System anwenden, aber auch das hat keine Erfolgsgarantie. Auf jeden Fall sollte man die regionalen Gepflogenheiten des zuständigen MDKs kennen.

2 11 2008
Napoli

Also ich als Patientin möchte nicht wieder heimgeschickt werden.

3 11 2008
Hootch

Zur Frage: Nein!!!111einseinself1!!
Andernfalls läuft man gefahr, sich strafbar zu machen. Der Typ vom MDK übrigens auch, in mittelbarer Täterschaft. Ich finde, dass man dem das auch ruhig so sagen kann… Tipp: Man sollte sich _alles_ schriftlich geben lassen (zur Beweissicherung (kann man dem auch genau so sagen))… 😉

Grüße!

12 11 2008
Günter Schütte

Nein, kann man nur stationär behandeln.

Der Begründung möchte ich aber nicht in allen Punkten zustimmen: Na klar, haben Betablocker und Digitalis Nebenwirkungen. Aber damit müssen wir uns jeden Tag (ambulant) herumschlagen.

Auch die Ursachenabklärung bekommen wir hin.

Nur nicht die Kardioversion. Das muss nun mal stationär – und wenn es keine Kostenzusage gibt, trotzdem.

Leider ist es so: Auch wenn der MDK die Kostenübernahme für eine Therapie ablehnt, sie aber trotzdem lebensnotwendig ist, müssen wir sie durchführen – umsonst.

Kein Gericht in Deutschland spricht Sie frei vom Vorwurf des Kunstfehlers – das Gutachten des MDK entlastet Sie nicht, auch nicht Ihren Chef.

Das ist traurig, aber wahr.

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