Kurz erklärt: Evaluation der Ärztekammer

7 10 2009

In verschiedenen Zeitungen oder Zeitschriften konnte man in der letzen Zeit lesen, dass die Ärztekammer die Ausbildung ihres Nachwuchses verbessern will (wirklich???) und eine Befragung durchführt zur Ausbildungsqualität bei den Weiterbildungsbefugten. Das ist dann Evaluation. Das ist nicht Evolution. Evolution wäre zum Beispiel, wenn plötzlich alle Ärzte aus Kliniken mit schlechten Arbeitsbedingungen weggehen und zu den Kliniken oder Ländern, wo die Arbeitsbedingungen besser sind, so dass die Kliniken mit schlechten Arbeitsbedingungen aussterben. Jetzt, wo ich das Geschriebene betrachte, fällt mir auf, dass es also keine Evolution in der Ärzte- und Kliniklandschaft gibt. Also macht man deswegen wohl Evaluation? Jedenfalls war der Plan, dass jeder weiterbildungsbefugte Arzt in Deutschland von der Ärztekammer ne Nummer kriegt bzw irgendwie ne Registrierung und er dann für alle seine Lakaien Weiterbildungsassistenten (WBA) einen Zugangscode beantragen kann. Diese Zugangscodes sollte er dann an seine WBAs  geben, damit die sich einloggen und dann ihre Ausbildung bewerten. Das war der Plan. Na, fällt jemandem was auf??? Mir schon… auf Fortbildungen anderer Ärztekammern in Deutschland hab ich auch schon Evaluationsbögen bekommen. Die waren anonym und man konnte sie ehrlich ausfüllen. Womit ich jetzt nicht sagen will, dass WBAs beim Ausfüllen des Onlinefragebogens der Ärztekammern lügen müssten. Es ist halt nur nicht anonym, sondern die Ärztekammer weiß, Herr Assistenzarzt Mustermann hat so und so geklickt und ist bei Chefarzt Musterarzt in Weiterbildung.

In der Umsetzung ist es so, dass die Ärztekammer die Fristen zum Ausfüllen des Fragebogens mehrfach verlängert hat, weil sich nicht so viele WBAs beteiligt haben. Auch die ermächtigten Weiterbilder wurden über die Ärztepostillen aufgefordert, den Assistenten das Ausfüllen zu ermöglichen.

Ich kann leider über den Inhalt des Fragebogens nix, aber auch gar nix sagen, weil Assistenzarzt zu den vielen vielen WBAs gehört, die leider nicht so viel Glück hatten, von ihrem ermächtigten Weiterbilder einen Zugangscode zu kriegen. Soviel zu Repräsentativität der Ergebnisse, die sicher irgendwann ein wunderschönes rosarotes weichgespültes Ergebnis bringen werden, dass nicht so düster aussieht, wie die bösen bösen Ergebnisse des Marburger Bundes. (bei dem bestimmt alle diejenigen WBAs, die bei der ÄK-Evaluation zu kurz kamen, bei der nächsten Umfrage definitiv mitmachen werden, hört ihr da beim Marburger Bund, ich will ne Umfrage, bei der ich mitmachen kann, damit ich mal meine UnZufriedenheit darüber ankreuzen kann, dass ich jetzt keine Kreuze machen durfte… , dass ihr ja nicht vergesst, neben den Zufriedenheitsfragen die Frage nach der Teilnahme bei der ÄK-Evaluation zu stellen…)

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3 responses

7 10 2009
chefarzt

Das tut mir schon leid, dass Du keinen Zugangscode bekommen hast. Vielleicht kann man da ja noch was ändern … Jeder muss schliesslich evakuiert werden …
Ich sehe schon, wir sind in allen medizinischen Bereichen qualitativ hochwertig. Das liegt wohl am umgesetzten Qualitätsmanagement …

7 10 2009
Benedicta

Zugangscodes müssen nicht zwangsläufig bedeuten, dass die einzelnen Bogen zurückverfolgt werden können – sie dienen einzig der Authentifizierung, so dass a) niemand Unbefugtes einfach Fragebögen ausfüllen kann (der Ausbilder selbst, z.B.), b) niemand mehrfach denselben Bogen abgibt und c) man die Rückläufe quantitativ auswerten kann im Sinne von „Wer hat Codes beantragt, wo ist wieviel Rücklauf“.

Üblicherweise ist die Authentifizierung von der Speicherung der Fragebogen-Daten aber getrennt, so dass hinterher niemand mehr weiß, woher nun welche Antwort kam.

(Soweit die technisch angemessene Umsetzung, ob die Ärztekammer das dann so macht weiß ich natürlich nicht – aber vermutlich schon.)

13 10 2009
Assistenzarzt

@bedarfshaltestelle: hier wird niemand angeschuldigt. ich habe bedenken geäußert, wenn die ÄK diese zerstreuen kann, ok. Bisher überwiegt mein angeborenes Misstrauen… aber ich hab ja auch ein paar paranoide Züge eines Verschwörungstheoretikers. Is halt jeder anders veranlagt.

Von Kollegen habe ich übrigens diesen O-Ton gehört „…is n Witz, hast nix verpasst…“ und „…da konnt man nirgends so richtig meckern…“ und „…die Fragen warn gar nich so dass meine Probleme sich da wiedergefunden hätten…“
Falls ich jetzt mal den Kaffeesatz aus meiner Tasse angucken darf und beim allgemeinen Raten über die Ergebnisse auch was von mir geben darf (ohne gleich manche Leser zu verärgern): Is alles gar nicht so schlimm mit der Ausbildung in D, die Leute sind gar nicht so unzufrieden, wie die Ärztegewerkschaften behaupten, sie fühlen sich gut vertreten durch die ÄK… Soviel zu meinem Tipp, den ich hiermit abgegeben habe. In einigen Monaten werden wir sehen, wie nah oder fern ich damit liege. Lass dich überraschen…

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