Musik in der Adventszeit

5 12 2009

Assistenzarzt ist zwar kein Musikmacher  – da leider nie gelernt – aber hört gerne Musik vieler Richtungen. Heute war nun angesichts des 5. Dezembers und des 2. Advents der Zeitpunkt gekommen, die Weihnachts-CDs rauszuholen. In diesem Jahr geht der Trend – warum auch immer (Alter?) – zurück zu der Musik, die ich als Kind gehört und gesungen habe. Und die stammt, wie in diesem Blog schon öfter erwähnt, aus dem Osten. Da meine finanziellen Möglichkeiten es, im Gegensatz zu meiner Studentenzeit, inzwischen zulassen, mir die ein oder andere CD ohne schlechtes Gewissen zu kaufen, habe ich bei mir einen Trend ausgemacht: Wir haben LPs (für alle jüngeren: Langspielplatten) im Schrank stehen mit Weihnachtsmusik und auch MCs (für alle jüngeren: Musikkassetten), die wir zu DDR-Zeiten bei langem Stehen oder mit viel Glück / durch Tips von Kollegen meiner Eltern im Schallplattenladen ergatterten. Diese gibt es seit einiger Zeit endlich auf CD. Evergreens sozusagen. Mit der Amiga-Auflösung haben einige ein Schnäppchen gemacht und verdienen sich jetzt eine goldene Nase. Letztes Jahr habe ich „Weihnachten in Familie“ von Frank Schöbel und Aurora Lacasa mit ihren Kindern für einen guten Preis bekommen. Dieses Jahr habe ich entdeckt, dass es jetzt auch andere LPs auf CD gibt, zum Beispiel vom Rundfunk Kinderchor Berlin. „Sind die Lichter angezündet“ gehört seit einigen Tagen auch auf CD mir, die MC wird ab sofort geschont. Das merkwürdige ist, dass dieses Lied, was dem Album den Namen gibt, eher selten gespielt wird bzw. auf CDs drauf ist. Dabei finde ich es wunderschön. Achja, und „Leise rieselt der Schnee – Lieder zur Weihnacht“ vom Orchester Joachim Kurzweg habe ich auch seit letztem Jahr. Es ist komisch, vor einigen Jahren  habe ich überwiegend englischsprachige Weihnachtslieder gehört. Aber anscheinend komme ich in dieses gewisse Alter… Von Jahr zu Jahr stelle ich fest, dass ich immer mehr will, dass alles so ist, wie ich es als Kind erlebt habe. Mit den Liedern und Interpreten von damals, die Fernsehsendungen… (danke ORB!), die Filme (danke ARD und ZDF!), Kartoffelsalat und Wiener… und ich bekenne mich auch ganz klar zu Ost-Traditionen. So wars bei uns zu Weihnachten, es war schön und so will ich es auch. Die Bayern, Schwaben, Familie Hoppenstedt und so.. die haben schließlich auch ihre Traditionen.

Wer übrigens denkt, dass wir nur Lieder gehört haben, in denen es darum ging, wie ein Jungpionier Weihnachten feiert, der hat ne Bildungslücke. Auch die „geflügelte Jahresendfigur“ ist nur eine Erfindung – nicht der DDR-Führung sondern einer Satirezeitschrifts, die nicht aus’m Osten ist. Ich kannte das Wort bis vor einigen Jahren nicht. Ja, auf den CDs (LPs) sind Lieder wie „Maria“, in denen es um die Weihnachtsgeschichte und Jesus Christus geht – ganz offiziell auch schon zu DDR-Zeiten. Und „O, du fröhliche“ wurde auch mit selig, gnadenbringend, Christ ist geboren, Christenheit und so  gesungen und auch überall gesungen… Weiß nicht, wie manche Menschen auf die Idee kommen, dass Lieder umgetextet wurden. Ich habe das nie erlebt.

Als nicht getaufter Mensch fand ich es früher immer seltsam, das Menschen zu Weihnachten in die Kirche gingen, das passte für meine Kinderphilosophie nicht zusammen. Weihnachten war man doch zuhause mit der Familie und so… Bis mir meine Eltern irgendwann erklärten, welche Geschichten sich um Weihnachten ranken…

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