Greif doch zu…

24 04 2010

Es gibt sie überall, auch in der Medizin: verfressene Kollegen, die huch mal zufällig warum auch immer in einem Büro oder Arztzimmer auftauchen, die offene Schachtel – von was auch immer – sehen, die dort rumsteht und einfach reingreifen und schaufeln, schaufeln, schaufeln…

2 Tage brauchten wir mit 3 Leuten, um eine halbe Schachtel Milka Herzchen zu schaffen. Dann kam der Vielfraß und ich konnt gar nicht so schnell gucken, wie der die Schachtel in den Händen hatte, schaufelte, schaufelte und schauftelte… und die andere Hälfte bis auf 4 Stück, die ich ihm gewaltsam entriss, aufgefuttert hatte.
Halten wir mal fest: Er gehörte nicht  zu uns, sondern auf eine andere Station. Er hat nicht gefragt, wem das gehört oder ob er zugreifen darf. Er war Gast in dem Raum. Ergo: Seine Eltern haben verpasst, ihm ein paar Anstandsregeln beizubringen. Nu is eh zu spät. Kann ich ja froh sein, dass ich mein Mittag nicht mehr rumstehen hatte… Ärgern tuts mich gewaltig, die Schachtel war ein Geschenk von einem Freund, der es gut mit uns meinte. Mit uns, nicht mit ihm. ER hat übrigens noch nie was mitgebracht, nirgends wo ich mal mit ihm zusammengearbeitet habe. Aber gegessen hat er immer, von allem was rumstand, ohne zu fragen, ohne Rücksicht, ob es möglicherweise auch privat ist, egal ob von Ärzten oder Schwestern. Wenn ihn mal jemand drauf ansprach, kam ein „Och gott, das tuuuuuuuut mir aber leid… soll ich dir morgen was mitbringen?“ Natürlich hat nie ein ja gehört auf diese rhetorische Frage. Und alle, die es betraf haben sich geärgert.  Wer findet so jemanden sympathisch, wenn man ständig aufpassen muss, ob man seine Mentos-Rolle neben der Tasche oder in der Tasche liegen lässt… in ist gut, neben ist schlecht, da kann man froh sein, wenn noch einer drin ist. Und vor allem: es ist mein Büro gewesen, meine Schachtel, mein Geschenk und er hatte dort nichts verloren.
Ich kanns nicht anders ausdrücken, ich hasssssssee solche Schmarotzer. Die Finger sollen ihm beim nächsten Mal abfallen oder die Schokolade im Hals stecken bleiben… nee, lieber nicht, dann muss ich dem auch noch helfen und am Ende fehlt mir nachher nochmehr… Auf Sizilien und anderswo glaubt man ja noch an Flüche… naja, vielleicht wünsch ich ihm, dass seine Kinder später mal die Haarfarbe und die Augen seines Nachbarn haben 🙂 Dann hat auch mal bei ihm jemand was genommen, dems gar nicht gehörte…

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4 responses

24 04 2010
Benedicta

Hmm… warum sagt nicht einfach mal jemand „ja“ auf die rhetorische Frage?

Ich kenne das Problem selber nicht so – ich bin die älteste von 5en, und hab das Familiengen geerbt, immer alle füttern zu wollen, sprich: ich hätte dem Vielfraß die Schachtel angeboten, noch bevor er sich hätte bedienen können.
Übrigens ist es auch echt lästig, wenn Kollegen überall ihr Futter rumliegen lassen. Der Kollege, mit dem ich das Büro teile, hat immer und überall Obst, Teebeutel, Bonbons, Schokolade, Kekse, … rumliegen – da er regelmäßig außerhalb an Projekten arbeitet, kann es da auch schonmal vorkommen dass ne Banane vor sich hinmatscht oder ein Apfel das Faulen anfängt. Auch nicht gut.

6 05 2010
INTensivling

Back mal ein paar Muffins und füll sie mit Senf und kleingehackten Chilischoten. Dann stell sie in die Küche und weihe vorher deine KollegInnen auf der Station ein (bitte auch das PP 😉 ).

Hilft immer 😀

8 05 2010
Assistenzarzt

@INTensivling: Du inspirierst mich grad!

7 08 2011
Isa

Das ist das Nett-Syndrom – kaum erforscht, aber weit verbreitet. Wenn jeder trotz dieser Unhöflichkeit nett zu dem Schmarotzer ist… warum soll er sein Verhalten ändern? Welchen Grund gibt es für ihn? Er hat doch bislang keine Nachteile, sondern nur Vorteile…

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