In der Drogerie

22 09 2010

Neulich beim Einkaufen in einer großen deutschen Drogeriekette. Assistenzarzt und Shoppingexpertin Nr.2  stehen tief versunken vor einem Regal und diskutieren aus, welches Pflegeprodukt die Krater der letzten Dienste am geschicktesten ausbetonieren könnte. Plötzlich der Angriff aus dem Hinterhalt. Geräuschlos, hinterrücks, unberechenbar. Eine olfaktorische Bombe war keinen Meter weiter explodiert. Aber es war keine gewöhnliche olfa-Bombe wie in einer Drogerie üblich so aus der Rubrik Hugo Boss oder Veilchenwässerchen. Nein, das war eine dreckige, gemeine Bombe. Eine solche, wo man landläufig zu sagen pflegt, es habe jemand einen ganz ordentlichen Koffer stehen lassen. Ein Geruch, den Assistenzarzt in den beruflichen Gefilden zur Genüge erträgt, vermengt mit der Erinnerung an ein verwesendes Tier und dem Golden Retriever der Nachbarn vor der Umstellung auf Trockenfutter. In Sekundenschnelle blickten sich Assistenzarzt und Shoppingexpertin Nr. 2 an, verschlossen ohne Zögern ihre Kehldeckel und stürmten davon… drei, vier Meter weiter in den sicheren Bereich. Ebenso eine weitere Kundin mit Ehemann. Nicht ohne dann die Worte an die ca 72,56 Jahre alte Dame mit weißblonden, ca 6 cm langen Haaren in Fönfrisur mit der weißen Jacke und beigen Hose zu richten, die von umstehenden Flüchtlingen als olfa-Bomberin aufgrund ihrer Position im Zentrum des Geschehens identifiziert wurde: „Äh, das ist ja widerlich. Muss man das hier vorm Regal loswerden  zwischen all den Leuten, kann man mit so’ner Ladung nicht in eine unbelebte Ecke gehen?“ Die nichtsahnende vorbeieilende Verkäuferin verzog gequält das Gesicht kurz vor einem Atemstillstand. Auffällig in der Folge ein weiteres Umherschleichen der olfa-Bomberin durch den Laden. Assistenzarzt und Shoppingexpertin Nr.2 wichen gekonnt aus. Das Gesicht kam auf die inoffizielle Warnliste gefährlicher Personen der Shoppingzone… Assistenzarzt hat Mitleid mit allen von Blähungen gequälten. Aber Koffer dieser Art sollte man nicht unbedingt neben anderen Leuten stehen lassen… was passiert, wenn sich daneben plötzlich einer ne Zigarette ansteckt…?!… schätze mich glücklich, nicht mit der Dame in einem Fahrstuhl gewesen zu sein…

PS: Ein Kollege von mir hat in so einer Situation mal ausgerufen „Ich rieche Gas! Vorsicht, ich rieche Gas!“ und löste in dem Raum eine kleine Panik aus, bis noch jemand anderes mit gesundem Riechnerv darauf kam, dass das Haus gar keinen Gasanschluss hatte…

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2 responses

23 09 2010
Sina

Pfui, sowas hab ich auch schon erlebt. 🙂 Igitt…. aber ich hab das dann etwas deutlicher gemacht: „Wer macht denn sowas? Igitt!“
🙂 Hihi… Damits auch schön peinlich wird 🙂

24 09 2010
Marco

Ein bekannter von mir (wirklich! Ich nicht!) hat mal eine Koffer in der Pelzabteilung eines grossen Kaufhauses stehen lassen.
Und somit einen ethisch bedenklichen Pelzkauf zum platzen gebracht.
Das fand ich gut.
So hat er sich auch in der Schlange vor einer Fischbude ordentlich Platz nach vorn verschafft!
(„Schatzi! Riech mal! Der Fisch ist aber nicht mehr gut!“)

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