Kinder als Krankenhausbesucher

9 12 2010

Mich schüttelts ja immer, wenn ich sehe, wie Besucher kleine Kinder im Kinderwagen oder Buggy auf die Stationen zerren. Das hab ich glaube ich auch schon mal irgendwann in diesem Blog geschrieben. 

Ich kann verstehen, wenn es ein Besuch von Mama oder Papa ist. Ich kann auch verstehen, wenn man Oma oder Opa besucht und Enkelchen Freude bringen soll. Ich kann aber nicht verstehen, warum nur etwa 1% der Besucherfamilien vorher mal fragt, ob das ok geht, wenn sie so einen Mini-Zwerg auf eine Station oder ins Krankenzimmer mitnehmen. Diese 1% sind in der Regel diejenigen, die entweder aus der Branche kommen oder aber, die schonmal was von Krankenhauskeimen gehört haben und dass diese für kleine Kinder gefährlich sind. Den anderen ist es schlicht egal. Der kalte Schauer überläuft mich, wenn ich sehe, dass solche Minis gar mit in Isolations-Zimmer genommen werden – egal was da drin ist. Naja, eine einzige Ausnahme gibts wohl – vor der Tuberkulose hat man immer noch Respekt. Tja, und weil die Iso-Materialien wie Kittel und Handschuhe für Kinder nicht passend sind, werden sie oftmals so mit reingenommen. Mama und Papa gut verhüllt, Junior frei und angreifbar. Gibts halt abends noch ne Vitamin C-Tablette. Ich verstehs nicht…

Die Haare zu Berge stehen mir immer wieder, wenn ich sehe, dass Krabbelkinder über den Krankenhausfußboden krabbeln gelassen werden. Jeder Supermarkt oder Linienbus wäre hygienischer. Ja, es kommt vor, dass Tupfer, Tropfen von Körperflüssigkeiten oder aus Infusionen, Blutzuckerteststreifen, Tabletten oder ähnliche Dinge den Weg auf den Boden finden und nicht sofort beseitigt werden, weil sie nicht sofort entdeckt werden. Wenn Mini der erste ist und die Hand in den Mund geht… *bueähh… schüttel*

Andersrum sind nicht nur die Minis von den Krankenhauskeimen bedroht, sondern können (und sie tun es auch) Erreger aus Kindertagesstätten einschleppen, die in der Regel nicht ganz ohne sind.

Zusammenfassend möchte ich angesichts der drohenden Feiertage mit ebenso drohenden Einfällen familiärer Horden in Krankenhäusern zu Bedenken geben: Es ist auf internistischen und allgemeinchirurgischen Stationen sehr selten gut, wenn kleinere Kinder als Besucher mitgenommen werden, weil:

  • in Krankenhäusern MRSA, VRE, ESBL, Pseudomonaden und allerlei anderes antibiotisch angeschossenes bakterielles an Lebewesen zuhause ist und Kinder sich sowas schneller aufsacken, weil sie überall anfassen, die Hände schnell im Mund sind, etc.
  • dort auch andere Patienten liegen, die zum Teil an Infektionen erkrankt sind, die jedweder Art sein können und das steht nicht am Bett dran als Warnung. Das fängt bei Lungenentzündung an und hört bei fiesen Wundinfektionen auf.
  • die Kinder selbst oftmals virale Erreger in sich tragen, die bei Oma oder Opa zu einer akuten Infektion führen können, was dann zu einer Verschlechterung bei denen führen kann – egal ob onkologisch krank oder kardiologisch ist egal! Atemwegsinfekte können z.B. Narkosen verhindern oder gerade dann zu Pneumonien führen. 
  • schwer kranke Patienten können Kinder erschrecken oder verunsichern – z.B. verwirrte Familienangehörige oder jemand mit schwerer Luftnot, etlichen Schläuchen etc.

Zudem gilt immer noch wie auch vor 50 oder 100 Jahren für alle, nicht nur für die Minis:

  • Isolations-Zimmer heißen so, weil man jemanden isolieren will, weil er entweder ansteckend ist oder nicht von anderen angesteckt werden soll (Stichwort Chemotherapie). Wer in ein Isolationszimmer geht, muss die entsprechenden Regeln einhalten wie Mundschutz, Kittel, Handschuhe. Das gilt auch für Kinder. Und nein, es gibt keinen Mundschutz in Baby-Größe für Besucher, nicht, weil die Krankenhäuser sparen wollen, sondern weil Kinder nicht in diese Zimmer sollen! Wer ohne Verhüllungs-Kluft in solche Zimmer geht, handelt grob fahrlässig. Entweder riskiert er eine Ansteckung seiner eigenen Person und damit, zum Spreader (Indikator-Person) für eine kleinere Epidemie zu werden (Familie und Unbeteiligte!) oder aber er schleppt Erreger zu Patienten, deren Immunsystem platt gemacht wurde z.B. durch eine Chemotherapie und damit, dass derjenige gefährlich erkrankt und z.B. sogar an einer Influenza sterben kann.
  • Krankenhäuser sind keine Rennstrecken für gelangweilte Kinder. Es ist nicht lustig, wenn sie zwischen Tropfständern fange spielen oder jede Tür aufmachen. Auch nicht, wenn sie dem Personal vor die Füße laufen. Eine Katastrophe, wenn sie Patienten, die nicht richtig laufen können, zu Fall bringen. In Krankenhäusern hebt man nichts vom Fußboden auf und krabbelt nicht auf ihm herum.
  • Kranke Besucher mit Infekten egal welcher Art haben im Krankenhaus nichts zu suchen. Angehörige, die man mag, steckt man nicht noch zusätzlich an, wenn sie ohnehin schon krank sind. Außer man will erben.
  • Kaffee steht für Patienten auf den Depots, nicht um mit einer Großfamilie eine Kaffeerunde zu machen.

Das mag alles sehr hart und starr klingen, aber es steht ein Sinn dahinter.

Empfehlen kann ich für alle Krankenhausbesucher mit Kindern:

  • Ruft vorher an und erkundigt euch, ob es überhaupt ratsam ist, wenn ihr Kinder (Altersangabe) mitbringt in das Patientenzimmer.
  • Wenn der zu Besuchende in einem Isolationszimmer liegt, lasst die Kinder zuhause oder mit einem Familienangehörigen eine Runde durch den Park drehen, Schneemann bauen, was auch immer.
  • Wenn Kinder dabei sind, ist es meist günstiger in die Cafeteria / Bistro oder in die Wartebereiche / Sitzecken zu gehen, als in einem verkeimten, stickigen Patientenzimmer zu  bleiben, wo andere vielleicht husten, aus Wunden sezernieren, erbrechen, verwirrt sind, ihre Ausscheidungen nicht kontrollieren können, viele Schläuche oder piepsende Geräte stehen.
  • Auf Intensivstationen oder Wachstationen sollten Kinder nicht mitgenommen werden, bis sie verstehen, warum jemand dort behandelt werden muss und was dort passiert.
  • Nehmt den Kindern was zum Malen, Spielen, Lesen, wie auch immer mit und plant ein, dass sich eine Person auch um die Unterhaltung der Sprößlinge kümmert, denen wird schnell langweilig. „Antiautoritär erzogene“ Besucher-Kinder sind für das Personal ein Alptraum. Ein Mindestmaß an Benehmen und Hören auf die Eltern sollte funktionieren. Und wir scheuen als Personal nicht, in der Visite den Patienten auf die Familie anzusprechen und auch mitzuteilen, wenn es anschließend  Beschwerden über Angehörige gab (i.d.R. Lärm, Toben, sich am Patientenkaffee zu bedienen), denn die fallen letztlich auf das Krankenhaus zurück – und das kann nichts für die Erziehung fremder Kinder.
  • Wenn Desinfektionsmittelspender an den Stationseingängen stehen, dann benutzt sie bitte auch, wenn ihr kommt und wenn ihr geht. Sie sind dafür gedacht, dass sich die Leute, die auf die Station kommen, die Hände desinfizieren – Personal wie Besucher und Patienten. In den Zimmern hängen auch Spender, niemand vom Personal wird was dagegen sagen, wenn sich Angehörige die Hände desinfizieren.

Versteht mich nicht falsch. Die meisten, die das hier lesen, würden wahrscheinlich nie auf die Idee kommen, angesprochene Beispiele tatsächlich so auszuleben. Wenn ich dagegen die aktuellen Besucher meiner Station einschätzen sollte, könnte  / müsste  ich sagen: 50% haben von derlei Dingen nie was gehört, auch wenn die Patienten schon öfter bei uns waren. Ich  habe es mich mehrfach gewagt, Familien mit Kleinkindern auf die Infektionsrisiken hinzuweisen, ich hatte das Gefühl, ich rede japanisch. Ich habe es mich auch erdreistet, tobene Kinder freundlich zur Ruhe zu bitten und ihnen sogar was zum Malen gegeben, weil dieser Lärm jedes Telefonat unmöglich machte. Aber die antiautoritäre Erziehung war stärker. Ich habe Kinder davon abgehalten auf Tropfständern herumzuturnen, aber die Eltern nicht gefunden. Und ich habe Löcher in die Wand gestaunt, als ich darauf hinwies, Opas Verband (durchgesuppt ohne Ende) nicht anzufassen und von Mutti zu hören bekam „Wieso, zuhause macht er das doch auch.“ Frage mich heute noch, was mich davon abhielt, ihr eine Kopie des Antibiogramms des Wundabstrichs zu geben. Wenn die Kinder so sind, wie sind dann erst die Eltern?

Die Advents- und Weihnachtszeit ist die Zeit der Familie. Das merken wir an den Besucherströmen. Die Zeiten sind heutzutage viel liberaler als früher. Da war es so, dass Kinder unter 12 gar nicht ins Krankenhaus als Besucher durften und beim Pförtner in einer Reihe saßen bis sie abgeholt wurden. Besuchszeiten wurden durch dragonische Krankenschwestern mit militärischem Drill kontrolliert. Liberaler heißt aber nicht nur, dass mehr erlaubt ist, sondern auch,  dass man davon ausgeht, dass die Menschen mit einer gewissen Verantwortung damit umgehen. Leider haben es noch nicht alle begriffen.

Tja, und nun gings doch nicht nur um Kinder als Krankenhausbesucher und ich habe mich wieder mal in den Alltagsproblemen verloren…

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14 responses

11 12 2010
Mae

Sehr guter Artikel!!!
Ich erinnere mich an Krankenhausbesuche in meiner Kindheit. Da musste man leise sein, ruhig sitzen bleiben und nichts anfassen.
Heutzutage scheint vielen Eltern alles egal zu sein – z.B. wenn der Nachwuchs Zierpflanzen in den Korridoren des KH auseinanderpflückt, mit fettigen Fingern an den Scheiben rumtrommeln, laut herum schreien oder eben Fangen, Verstecken, Raufen oder wasauchimmer spielen… Die Eltern sind meistens nicht da oder total überfordert.
Neuerdings in einem Laden: Mutter schiebt Kinderwagen, dicker Bauch (schätze 7. Monat), an der Hand eine 2./3-Jährige, um sie herum 3 weitere Junioren. Junior#1 tobt auf dem Boden rum, Junior#2 kriecht zwischen die Regale, Junior#3 drückt und schüttelt ausgestellte Ware…
Da kann man nicht mehr sagen als *Kopf->Tischkante* (wie Josephine)

13 08 2017
Kristina 75

Das stimmt! Ich kann mich auch erinnern wie ich da vor dem Krankenbett stand,die Hände still haltend,nichts anfassen und Mund haltend… Ich möchte heute niemanden im Krankenhaus besuchen mit Kindern! Die Keime die so „trendy“ geworden sind, sollen nicht mit meinen Kindern in Berührung kommen! Ich komme aus der Branche und kenne die Gefahren.

11 12 2010
Joachim

Viele Menschen denken einfach nicht.
Kleine in der Luft rumfliegende / irgendwo dranklebende Tierchen sind vielleicht etwas zu abstrakt (wie im Mittelalter…).

Sieht man auch gerne im ÖPNV. Leute halten sich fest. Führen ihre kontaminierte Hand an den Mund/Nase und Husten. Nur um zwei Sekunden später ihre kontaminierte Hand wieder an die kontaminierten Griffe zu bringen.

Und wenn man nicht in die Hand hustet (sondern Empfehlungen folgt) wird man ungläubig angestarrt.

11 12 2010
pestbeule

Dieses Verhalten ist aber auch igendwie ein Audruck unserer Zeit:

– Spassgesellschaft (No Risk no Fun!)
– Medizin? (sicher unwichtig, dass gibt’s ja nicht mal als Schulfach!)
– Sepsis? (Gott sei Dank immer KH schuld, weiss ich vom Fensehen!)
– Anspruchsgesellschaft (ich zahl doch Krankenkasse, notfalls richtet’s der Anwalt!)
– Freiheit (das geht mit Verantwortung schon gar nicht zusammen!)
– Immer Unschuldig (wofür wählen wir schliesslich sonst und zahlen Steuern?)
– Furchtlos (Bazillen? Seit Robert Koch und Pharma Werbung gar kein Problem!)

Dass ist schlimmer als im Mittelalter, eher altrömische Dekadenz? (Quo vadis Deutschland?)

11 12 2010
pestbeule

Kurz:“Rundrum sorglos“, „ALL (!) inclusive“.

11 12 2010
Mausel

Gut dein Artikel. Vielleicht noch eine Kleinigkeit von mir beizutragen (Chirurgin): Komme ins Patientenzimmer zum Aufklären für elektive laparoskopische Galle am Folgetag. Patientin, deutlich erhöhter BMI, liegt angezogen mit Straßenklamotten in ihrem Bett, links und rechts neben sich ihre Kids (4+ 5 Jahre) mit kompletten Klamotten und STRAßENSCHUHEN!!!! Ich sofort beide rausgeschmissen mit Vater, ungläubiges Staunen und Kopfschütteln bei der Patientin. „Sind doch meine Kinder!“
Ja, zugegebenermaßen ist ein Wundinfekt bei LSK selten, aber kommt vor. Und dann ist das böse KH schuld.
Zweiter Vorfall letzte Woche:
Junger 18- jähriger, vor 10 Tagen im Urlaub offene Appendektomie, zu Hause gewesen. Jetzt Aufnahme bei uns wegen Wundinfekt. Hier erfolgte bei sehr ausgedehntem Infekt eine Re- OP und Easyfloweinlage… Visite so gegen 13 Uhr nach dem OP- Programm: Im 3- Bett- Zimmer liegt ein frisch operierter ca. 60 Jähriger und ein 70 Jähriger zweiter Tag postop nach einer Sigmaresektion mit DK und allem was nicht lustig ist, Übelkeit und noch richtig im AZ reduziert. Das Bett von dem Jungen steht in der rechten Nische, hier liegt neben dem Jungen im T- Shirt und Boxershorts unter der Decke eine junge Dame ohne Hose immerhin im T-Shirt, beide schlafend und bei unserem Einteten mit leicht gerötetem Kopf. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass die Dame keineswegs Anstalten machte aufzustehen, als wir eintraten.
Mal ganz ehrlich, unabhängig davon, dass sich sowas im Krankenhaus nicht gehört. Auch die Rücksichtslosigkeit den Mitpatienten gegenüber finde ich ungeheuerlich, die anderen beiden sind wirklich krankgewesen. Ich will auch gar nicht wissen, was die beiden vorher angestellt haben…

11 12 2010
sofakatze

Ich denke auch, dass Kinder im kh nichts zu suchen haben (ich zumindest schleppe meine nur sehr ungern mit) und dass das auch öde für die Kleinen ist. Aber es gibt immer wieder Gründe, warum man sie mitnimmt: entweder gibt es niemanden, der auf sie aufpassen könnte oder die zu besuchenden Patienten sind beleidigt, wenn die Kids nicht mitkommen (bevorzugt Oma und Opa…). Aber meistens machen ich die Leute keine Gedanken über die Keime, die sie mitbringen oder mitnehmen könnten. Wie schon jemand sagte, das ist für den Durchschnittsmenschen zu abstrakt.
Ideal für alle wäre es, wenn es ein in jedem größeren Krankenhaus ein Småland wie beim Ikea gäbe 😉 (just kiddin…)

13 12 2010
Morgaine

für Opa war es sehr wichtig (und es hat ihm sichtlich gut getan), daß die Enkerln ihn besucht haben. Ich hatte nie ein gutes Gefühl dabei und bin energisch eingeschritten, wenn zB ein Kind am Boden krabbeln wollte.
Obiges Post bestätigt mich da.
Daß ich im Krankehaus hätte anrufen sollen, ob ich die Kinder mitbringen darf – hm. Vom Personal hat nie jemand was gesagt, in der Hausordnung steht nichts …

22 12 2010
sommermelone

Von dem tatsächlich oft schlechten Benehmen heutiger Kinder mal abgesehen:
Was hindert ein Krankenhaus daran vernünftige Regelungen bezüglich des Besuches von Kindern aufzustellen?
Warum werden Krabbelkinder in ein Isolierzimmer gelassen?
Sich da über den mangelnden Verstand der Besucher auszulassen finde ich eher naiv…Anders ausgedrückt: Wo eine Tür ist, wird auch jemand durchgehen. Und wo kein Verbot ist, denken viele Leute automatisch, dass das ja auch nicht gefährlich sein kann, denn SONST WÄRE ES JA VERBOTEN!
Ansonsten vielen Dank für den unterhaltsamen Blog.

23 12 2010
Assistenzarzt

Es gibt klare Regeln. An den Türen der Isolierzimmer hängen A4-große farbige Warn-Schilder „Isolation“ mit Erklärungen zwecks anziehen etc. und der Hinweis, dass sich Angehörige beim Personal zu melden haben. Leider kann es sich kein Krankenhaus der Welt leisten, einen Mitarbeiter daneben zu stellen, der auf die Einhaltung achtet. Dass Krabbelkinder im Isolierzimmer sind, bekommen wir meist nur mit, wenn ein Mitarbeiter durch Zufall in dem Moment ins Zimmer muss oder es beobachtet wird, wie die Familie rauskommt. Am reingehen mit Kind würden wir die Leute sofort hindern. Aber letztlich bleibt einem als Krankenhaus nur die Wahl, Leute, die sich nicht an die Vorschriften halten rauszuwerfen (letztlich haben wir das Hausrecht), wobei immer die Gefahr ist, dass es am nächsten Tag (bei der Ortspresse, Internet, Beschwerdestelle, Klinikleitung) heißt „Die haben mich als Besucher rausgeworfen, wie unmenschlich.“ – also macht das keiner – oder zur reden, reden, reden…

24 12 2010
winterkuerbis

1. Papier ist geduldig (Zumindest solange darauf nicht steht, wer für die Durchsetzung persönlich verantwortlich ist!).
2. Diskos haben mit Türstehern haben kein solches Problem (Da gibts sogar nette Berichte im TV).
3. In der Industrie ist in sicherheitsrelevanten Bereichen auch verschärfte Kontrolle üblich (Chip-Zugang, Aufklärung, Unterschrift, Sicherheitsdienst, Beschränkungen). Oder sind die lieben Keime nicht sicherheitsrelevant?

Zudem: Objektiv (medizinisch und damit sofort auch menschlich!) müßte eine verschärfte Kontrolle und Beschränkung doch positiv zu bewerten und vermarkten sein … von wegen unmenschlich. War das nicht die Idee von „Isolation“?

Daß ganze sieht mir daher eher nach kollektiver Angst vor der eigenen Courage verbunden mit gewissermaßen berechtigter fehlender Lobby bzw. aktiver Gegenwehr durch Wirtschaftlichkeits-Optimierer aus (was zwar zynisch aber dennoch logisch berechtigt ist: „Gesunde sind eben schlechte Patienten“).
Und dem Mikado-Prinzip folgend: „Wer sich zuerst bewegt hat verloren“.

Dennoch … ich hoffe es gibt auch bei der Ortspresse, im Internet, Beschwerdestelle, Klinikleitung (hoffentlich! wenn nicht die, wer dann?) Verständnis für eine objektive wie angemessene Bewertung und Reaktion.

NUR MUT, das ist doch z.B. ein „Superjob“ für den KH-Hygiene-Beauftragten
und … Hallo Herr Rößler, auch für Sie.

FALLS NICHT: Dann haben wir einen Haufen „Kranke Häuser“ …
… mit guten armen Assistenzärzten/innen.

17 01 2011
MinnieMay

Guter Post, und er spiegelt ganz gut den Alltag wieder…

…schade nur, dass gesunder Menschenverstand nicht mehr vorrausgesetzt werden kann und wer nicht mal Warnschilder lesen (interpretieren, umsetzen) kann, der denkt auch sonst nicht unbedingt allzu weit…

Meine Kinder waren bei ihrer Geburt im Krankenhaus und der Große nochmal wegen eines Rotavirus… Zu Besuch, nur der Große (da war er 4) und auch mit ungutem Gefühl für mich… Aber wir haben vorher nachgefragt, er hat nichts und niemanden berührt (nicht mal die Türklinke) und war still und brav im Zimmer seines Opas. Wir haben damals lang überlegt, aber der Mann lag im sterben und hatte nur noch diesen Wunsch, die Enkel zu sehn. Töchterchen war mir zu jung dafür (besagtes Krabbelkind) und wie gesagt kam der Große nur unter Aufsicht mit ins Hospiz (wir hatten auch das Gefühl das es für ihn sehr wichtig war sich zu verabschieden)… Zwei Tage später ist Opa dann gestorben und ich denke die Entscheidung war richtig von uns, diesen Abschied zuzulassen (es war das letzte mal das er wach war und lächeln konnte,etwas wahrnahm)

Letztlich unterschreibe ich aber den obigen Post und selbst eine beleidigte Oma könnte mich nicht umstimmen. Ich hab meionem Mann verboten die Kinder mitzubringen als ich im KH (auf der intensiv) lag…

12 11 2013
nadar

Früher™ habe ich über die Desinfektionsspender gelächelt „Wers braucht“. Ich war ein typischer Fall von „ich bin stärker als die Keime“ – hat auch gut geklappt. 🙂
Nachdem ich allerdings durch das Lesen von Arzt-&-Co-Blogs und eine Bekannte im Krankenhaus etwas mehr weiß, habe ich letztens nach einem kurzen Besuch auf der ITS (nicht als Patient) erstmals die Pfötchen gründlich desinfiziert.
Fühlte sich durch das vorher gesammelte Wissen ganz gut an.
Fazit: Blogger, klärt weiter auf. Es wirkt! 🙂

11 10 2015
Sycopet

Ja… Krankenhäuser sind Orte die ein besonderes Verhalten erfordern… aber nach eurer Argumentation sollten sich nicht nur Kinder sondern auch kranke und Alte von Krankehäuser fernhalten, da das Risiko einer ernsthaften Infektion bei einem geschwächten Erwachsenen ebenso, wenn nicht noch größer ist, als bei einem Kind, bei dem man darauf achtet, dass man Grundregeln der medizinischen Hygiene einhält…

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