Kleine Heldin des Alltags

16 06 2012

Durch die Internet- und Medienwelt geht derzeit die Geschichte der 9jährigen Martha Payne aus Schottland. Martha möchte Spenden für eine Wohltätigkeitsorganisation sammeln und schreibt ein Blog über das Essen in der Schulkantine. Jeden Tag fotografiert sie ihr Essen und stellt es online. Mit einer entsprechenden Bewertung. Das aber passte der Schulleitung bzw. der Bezirksdirektion nicht und so verbot man dem kleinen Mädchen das Essen zu fotografieren. Was man dort wohl kräftig unterschätzt hat, war die Macht des Internets. Ein Online-Sturm der Entrüstung brandete auf, willkommen bei der Presse und einen Tag später wurde das Verbot zurückgenommen. Wir sind jetzt gespannt auf das nächste Bild.

Marthas Blog:

http://neverseconds.blogspot.de/

 

Ich überlege ernsthaft, ob die Öffentlichkeit es vertragen würde, wenn Patienten das Essen in den Krankenhäusern fotografieren. In meiner aktuellen Klinik geht das so relativ gut, kaum Beschwerden, etwas viel Fett, aber sonst ok. Einzig stört mich, dass die Warmhaltebehälter aussehen wie Hundefutter-Schüsseln. Aber ich kann mich an meine Uni-Zeit erinnern, da flogen den Frauen vom Bestellservice die steinharten Brötchen bis zur Tür hinterher und die Patienten gingen zum Bockwurststand, der sich auch heute noch eine goldene Nase verdient, wie ich gehört habe.  Ich habe auch überlegt, ob die Öffentlichkeit es vertragen würde, wenn das Kantinenessen aus Krankenhäusern gebloggt wird… Aber all das ist nichts, zu dem was ich als Schulessen in Erinnerung habe… da haben wir unseren Eltern das Geld für die Essenmarken abgenommen und uns im nächsten Supermarkt oder Bäcker versorgt. Für den Ernstfall hatten wir immer einen Streifen Essenmarken in der Tasche, die wir den Eltern vorlegen konnten, falls kontrolliert wurde, ob wir welche gekauft hatten. Später… längst erwachsen, erzählt man solche Wahrheiten. Und erkennt, dass Eltern andere Lösungen gewusst hätten, wenn sie gewusst hätten, welchen Fraß (entschuldigung) man uns vorgesetzt hatte. Ich rede von Wende-Zeiten und nach-Wende-Zeiten. Zu DDR-Zeiten (gott bin ich alt…) war das Essen einen Tick besser, aber da hat auch niemand versucht, mit Essengeld und Subventionen reich zu werden und Gewinne einzufahren. Eine Art Schulessen-Darwinismus: Wenn du das Schulessen überstehst, sind deine späteren Chancen nicht schlecht auch andere gefährliche Einflüsse des Lebens wie Kantinenessen zu überstehen…

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2 responses

27 06 2012
Paul

Es gibt Nichts, was es nicht gibt:
http://hospitalnotes.blogspot.de/

5 07 2012
Iris

Ich hatte kürzlich auch das zweifelhafte Vergnügen für 3 Tage Gast in einer städtischen Klinik zu sein. Es hat einmal geklappt, dass ich tatsächlich das bestellte Essen bekam: Das war das Frühstück am Entlassungstag, meine letzte Mahlzeit. Wollte mich da jemand auf den letzten Drücker gnädig stimmen? Örgs… das trägt definitiv nicht zum Gesundwerden bei…
Liebe Grüße, Lili

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