Zum Internationalen Frauentag

6 03 2015

Am 8. März ist wieder Internationaler Frauentag. Ein Tag, an dem auf die Rechte der Frauen und die Gleichberechtigung aufmerksam gemacht wird.

Dort, wo ich arbeite gibt es genau… 0 Oberärztinnen. Aber 10 Oberärzte. Bei den Ärzten in Weiterbildung herrscht dagegen Frauenüberschuss. Bei den Fachärzten gewinnen die Frauen ganz knapp. Zahlen, die sich mit bundesweiten Statistiken decken.
Wieso gibt es so wenige Oberärztinnen? Eine Auswahl an Begründungen, die ich in den letzten Jahren bei den Diskussionen zum Thema gehört habe (ja, ich getraute mich ein paar Mal, das Thema öffentlich anzuschneiden und habe jetzt den Ruf weg, Alice Schwarzer Fan zu sein und noch andere nette Dinge…): Haben andere Schwerpunkte, Familie und Kinder und so. Wollen oftmals nicht. Fehlende Durchsetzungsfähigkeit. Fehlender Rückhalt bei den Kollegen. Die zicken so schnell. Nicht so belastbar. Familie und Karriere, man muss sich für eins entscheiden.

Ach und übrigens: In den letzten zehn Jahren habe ich es nicht ein einziges Mal erlebt, dass sich ein Häuptling hinstellte am Frauentag und mal Blumen mitbrachte oder nette Worte fand. Die Blumen bekamen wir Ärztinnen und Schwestern von den Patienten… und ich habe mich jedes Jahr gefreut. Hier im Osten ist es traditionell vielleicht noch etwas anders als in den alten Bundesländern. Gibt hier sogar noch Teamausflüge von den Schwestern zum Frauentag, auf eigene Kosten, nicht das hier falsche Vorstellungen aufkommen…

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2 responses

7 03 2015
stellinchen

Scheiß auf Alice Schwarzer.
Nur, weil wir uns in solchen Themen engagieren/befassen, sind wir nicht wie die Alte.
Möchtest du denn Oberärztin werden?
Ich könnte mir das auch vorstellen, aber Familie ist halt auch sehr wichtig, vermutlich klemmt es bisher da wirklich noch am Meisten.
Meine Mutter glaubt, je mehr Ärztinnen nachkomme, desto mehr wird sich das ändern.

7 03 2015
Assistenzarzt

Schön, dass du das so siehst, dass wir nicht wie Frau Schwarzer sind. 🙂 ich habe im Beitrag die Haltung einiger Häuptlinge zitiert, weil ich mir z.B. Von einem chirurgischen Oberarzt mal die Frage gefallen lassen musste, ob ich ein Abo für die Emma habe oder eben Fan von Alice Schwarzer bin.
Könnte mir vorstellen, mal Oberärztin zu werden. Ich weiß aber, dass ich es dort, wo ich derzeit arbeite, nicht werde. Bei gleicher Qualifikation bei Mann und Frau sind bereits Kolleginnen (Plural…) übergangen worden.
Es steht heute wohl oftmals das Problem, dass man entweder auf Familie verzichtet oder sie zu kurz kommt, man als Frau ständig das Gefühl hat, es kommt entweder die Funktion / Beruf oder die Familie zu kurz. Das ist vermutlich einer der Gründe, warum es Kolleginnen gibt, die darauf verzichten, obwohl sie bestens geeignet wären. Es wird Zeit, dass die Strukturen geschaffen werden, um eben beidem gerecht werden zu können, denn die Medizin braucht mehr Frauen in Oberarzt – und Chefarzt – Positionen. Und es gibt genügend Kolleginnen, die solche Positionen sehr gut ausfüllen würden. Aber wie mir scheint, ist die Bundeswehr bald familienfreundlicher als deutsche Krankenhäuser und dank des neuen Gesetzes von Frau Schwesig gibts in deutschen Vorständen bald mehr Frauen in Führungspositionen als an einer durchschnittlichen Klinik. (Vorsicht, Satire…)
Deine Mutter hat recht, je mehr Frauen nachrücken, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen eben Oberärztin werden. Aber bei 50% Quote unter Fachärzten… Wie hoch muss die Quote denn eigentlich sein…?

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