Kollege der Woche

29 08 2015

Ist für mich ein Notarzt aus Greifswald, der diese Woche zwei Dreizehnjährige am Hafen behandeln musste, nachdem sie sich mit Alcopops so zugedröhnt hatten, dass sie auf 0,9 bzw 1,6 Promille kamen und bewusstlos wurden. Nach seinem Eintreffen erweckte er sie aus dem „Tiefschlaf“ und behandelte sie so zügig und erfolgreich, dass er sie nicht zum Ausnüchtern den Schwestern und Ärzten der Kinderklinik aufhalsen musste sondern den Eltern übergeben konnte… samt Ko…tüten in die sich die alkoholisierten Teenager dann übergeben konnten. Saubermachen nicht für Schwester X und Y sondern für Mutti und Vati einschließlich Kind nachts aus dem Hafen abholen und Teil eines Einsatzes werden… Endlich mal einer, der konsequent war und das Problem an die Mitverursacher zurückspielte, damit sie auch was davon hatten und ihr Kind nicht am nächsten morgen ausgenüchtert, frisch gewaschen und mit schmerzmittelversorgtem Schädel aus der Notaufnahme zurück bekamen, wo die Schwestern und Reinigungskräfte noch die Spuren der Nacht säubern während die Teenies ihr voll geiles Erlebnis auf Facebook teilten und noch ein Bild aus der Klinik mitschickten, um mehr Klicks zu kriegen… Nee, diesmal nicht… Ich hätte gerne sein Gesicht gesehen, nachdem er den Eltern die letztens Ratschläge mit auf den Weg gab…

Nachzulesen in der Ostseezeitung vom 29.08.15...

Advertisements

Aktionen

Information

2 responses

9 04 2016
ITS-Pfleger

Finde ich klasse den Mann. Auf der Intensivstation wo ich arbeite gibt es auch einen Stationsarzt der nebenbei auch Notarzt ist und auch von Zeit zu Zeit mal fährt. Er wurde mal von einem besorgten Vater gerufen weil sein Sprössling einen über den Durst gekippt hat. Der Doc meinte bei Ankunft das er keine Indikation sieht ihn in die Klinik zu bringen. Der Junge war ansprechbar und reagierte einigermaßen adäquat (,, Hau ab, man! Lass mich in Ruhe “)
Er erklärte dem Vater worauf er zu achten habe und er solle ihn in Ruhe seinen Bierrausch ausschlafen lassen. Der Vater fand das natürlich nicht gut und wollte diskutieren (wahrscheinlich ging ihm das selbst auf die Nerven). Da wurde Doc XY dann etwas deutlicher und meinte er werde ganz gewiss keine kostbaren Kapazitäten mit so einem Fall blockieren. Die Klinik ist kein Obhutsverein welcher sich um betrunkene kümmert. Die wenigsten Menschen landen im Krankenhaus wenn sie mal einen getrunken haben. Danach zog er mit seinen Rettungsdienstlern weiter und ließ den Vater und den mittlerweile eingeschlafenen Sohn da stehen.

28 12 2016
Jen

Das habe ich mir im Rettungsdienst auch angewöhnt. Solange die Kids ansprechbar und sicher einfach nur voll sind, kriegen die *Freunde* eine Ansage (wer nicht Stopp sagt, ist auch mit Schuld) und die Eltern einen Anruf. Bislang wurden dann auch alle am Einsatzort eingesammelt und mit Kotztüte den Eltern mitgegeben.
Wollen die Kids die Telefonnummer nicht hergeben, reicht meist die Warnung, dass ihre Eltern sie dann morgens mit einer Windel bekleidet auf der Kinderstation finden werden.
Und das mache ich nicht, weil ich nie über die Stränge geschlagen bin oder weil die Kinderklinik 40km entfernt ist, sondern weil es bei allen Beteiligten wirkt. Und die Eltern ihr hauseigenes Problem lösen müssen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: