Die hölzernen Nüsse des Monats für den Macho des Monats

9 08 2016

… Gehen an den ARD-Sportkommentator Carsten Sostmeier.

Was sind die Hölzernen Nüsse? – Ein neuer Wanderpokal, den Assistenzarzt ins Leben ruft, den besonders hervorstechende Machos erhalten, die sich durch besondere Leistungen wie frauenfeindliche Äußerungen, antiquierte Lebensansichten und ähnliches auszeichnen, verliehen bekommen.

Wer darf sie verleihen? – Nun ja, als erstes Assistenzarzt selbst, in der Folge jeder (Frau, Mann oder andere Geschlechter), der einen würdigen Preisträger gefunden hat, muss aber in seinem Blog eine Erklärung der erbrachten Leistung des Preisträgers bringen, um es für alle nachvollziehbar zu machen.

Der erste Preisträger ist oben genannter Kommentator. Ich gönnte mir gestern Abend ein wenig Olympia auf ARD und dachte, ich höre nicht recht als eine junge Vielseitigkeitsreiterin gezeigt wurde. Der Kommentator vergriff sich in einer Tour in seinen Worten, ließ es an abschätzigen, beleidigenden und anzüglichen Bemerkungen förmlich regnen. Hätte ich an seinen Kommentatorenplatz springen können, ich hätte es getan. So hoffe ich, dass die gute Alice Schwarzer, so umstritten sie auch sein mag, ihm mal in einer Talkshow öffentlich die Leviten lesen kann.

Für Aussagen wie: „Dann wollen wir mal hören, was die Blondine dazu zu sagen hat.“ Oder „Angsthase“ oder „braunen Strich in der Hose“ und diversen anderen äußerst dämlichen, beleidigenden, diskriminierenden und frauenfeindlichen Äußerungen bei seinem Kommentar zu den deutschen Vielseitigkeitsreitern erhält Herr Carsten Sostmeier von mir die Hölzernen Nüsse verliehen.

Sehr positiv werte ich die Reaktion des Olympiateams der Reiter, die sich öffentlich kritisch äußerten und sich hinter die Reiterin Julia Krajewski stellten. Konsequenz für die ARD sollte wohl nur eines sein: Die Frage zu klären, ob man unseren Preisträger nicht einfach dalassen kann in Brasilien…

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4 responses

10 08 2016
Marita

Ich danke dir… und unterstütze diese Verleihung uneingeschränkt. Ich habe es auch verfolgt und ich dachte, mir fällt alles aus dem Gesicht…
Ich würde sogar vorschlagen, dass du Sie ihm bei der Verleihung einmal um die Ohren schlägst…
DAS geht gar nicht….
LG Marita

21 08 2016
Wheelie

Hallo, Assistenzarzt,
ich habe dich für den Liebster Award nominiert: https://justdisabled.wordpress.com/2016/08/21/liebster-award-nr-2/

Ich bin schon auf deine Antworten gespannt! 🙂

Liebe Grüße,
Wheelie

11 09 2016
peripher

Schöner Blog, hast ab heute einen Leser mehr.

14 09 2016
DerSeti

Hallo Assistenzarzt,

ich bin durch Zufall auf diesen Blog gestoßen. Wirklich interessant wie du deinen beruflichen und zeitweise ja auch deinen privaten Alltag beschreibst.
Mich hat es zur Zeit aus meinem beruflichen Alltag „heraus katapultiert“.
Ich bin kein Arzt aber bin im Rettungsdienst tätig und bin zur Zeit Arbeitsunfähig wegen Depressionen und PTBS. Mich hat der Dienst in jetzt 28 Jahren zum psychischen „Krüppel“ gemacht. Nun bin ich 49 Jahre alt und muss noch eine ganze Weile bis zur Rente herunterkurbeln.
Nun ja, ich bin jetzt in ambulanter Behandlung und die stationäre Therapie in eine psychosomatischen Klinik mit PTBS ist beantragt. Also hoffe ich mal, dass ich meinen Dienst in absehbarer Zeit wieder aufnehmen kann.
Zur Zeit lese ich mich in deinem alten Blog durch. Damals hast du dich schon über deine schwierigen Arbeitsbedingungen ausgelassen.
Es wäre schön weiterhin hier von dir zu lesen. Ihr Ärzte und Ärztinnen habt es auch nicht gerade leicht. Habe ich hier in meinem Bereich in Nordwestdeutschland (fast Nordseeküste) auch von vielen Ärzten gehört und gesehen, und es wird immer schlimmer. Egal wo man hinblickt, ob Pflegekräfte, Ärzte oder Not.San / Rett-Ass, es ist überall im medizinischen Bereich das gleiche. Unsere soziale Ader wird ausgenutzt. Da ich nur in der Notfallmedizin tätig war, weiß ich nicht was ich beruflich als alternative noch machen kann. Der Beruf hat mir immer sehr gefallen, allerdings die Bürokratie dahinter wurde immer schlimmer. Und wenn man wegen stark belastender Einsätze nicht mehr richtig fähig diesen Beruf auszuführen, wird man in seiner Zeit der AU auch noch vom Geschäftsführer gequält, man solle sich doch bei einem Arbeitsmediziner vorstellen. Mein Hausarzt (war übrigens Zivi in den 90er Jahren bei uns) meinte, ich solle das ignorieren denn er und die Psycholegen die entscheiden würden wann ich wieder Dienstfähig bin.
Also, ich hoffe du bist in deinem Beruf als Internistin heute glücklich und falls nicht dann mach das beste daraus.
Alles Gute
DerSeti

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