Also ich bin Vegetarier

22 03 2017

Neulich in einer Pause auf einer Fortbildungsveranstaltung.

„Also ich bin Vegetarier…“ Stolz gibt frau dieses Detail preis.
„Echt? Ich mag Fleisch, nicht jeden Tag, aber ab und an und wenns qualitativ gut ist.“
„Du kannst sowas essen?!“ [Aufschrei, Entsetzen, Sätze über Massentierhaltung, Cholesterin und wie eklig Fleisch ist, beginnende Missionierung der Ungläubigen (also Assistenzarzt)]
„Naja, ich kauf aus Überzeugung nur Bio aus der Region wenns geht und ich es nicht zu teuer finde.“ (Wieso rechtfertige ich mich eigentlich für meine Lebensweise? Sie ist nicht verkehrt und schon bewußt und ich mag Massentierhaltung auch nicht…)
„Das ist doch alles Lüge! Wie kannst du nur, die armen Tiere… Blablabla…“
Assistenzarzt denkt… Warum unterhalte ich mich mit der? Ich hasse diese militanten Vegetarier, die jeden missionieren wollen. Ich bin doch tolerant und akzeptiere auch, dass sie so leben wie sie es wollen, kann sie mich denn nicht aufhören zu nerven? Nein… Sie redet einfach weiter… Oh man, wie komme ich aus dem Gespräch raus ohne unhöflich zu sein?
„…. Blablabla… Man nimmt auch ab, wenn man vegetarisch lebt…“
Assistenzarzt denkt erneut… Hat die mich gerade fett genannt? „Hast du gewusst, dass alle vegetarischen Spezies der Hominiden im Laufe der Evolution ausgestorben sind? Hab ich in der GEO gelesen. Kleinere Gehirne, zu wenig Protein und keine Veranlassung Strategien zur Jagd zu entwickeln, weil Wurzeln laufen ja nicht weg wie ne Gazelle, also kein Grund, die Großhirnrinde wachsen zu lassen, um sich ne Strategie einfallen zu lassen… Ich werd dann mal kurz für kleine Ärzte, die Vorträge gehen gleich weiter… Tschüssi…“

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2 responses

23 03 2017
Nadine

Sehr diplomatisch… 😂 Gefällt mir!

23 03 2017
Cordula

Hm, wenn ihr eine Unterhaltung mit gegenseitigem Meinungsaustausch geführt habt, dann ist das Mitteilen der eigenen Ansicht, basierend auf logischen Argumenten und nachvollziehbaren Sachverhalten kein im Volksmund gerne negativ gebrauchtes „Missionieren“. Die Sache ist einfach simpel: Es gibt mehr Contraargumente gegen Fleisch sowie Tierprodukte im Allgemeinen als Proargumente. Wenn man als Fleischkonsument da schon mitreden möchte, dann sollte man sich auch über alle Sachvehalte der Sache informiert haben. Sonst prahlt man nur mit Halbwissen.
Davon abgesehen gehen mir die scheinbar nur Biofleischkonsumenten, genauso wie die, die behaupten ja nur ganz wenig Fleisch zu essen, genauso wie die, die damit argumentieren Fleisch schmecke so gut oder der Mensch habe schon immer Fleisch gegessen, ebenfalls ziemlich auf die Nerven. Denn 1. das meiste davon ist vorwiegend gelogen und 2. kein sachliches Argument.
3. sind die Diskussionen einfach nur nervig.
Einfach schlau machen wovon man da redet. Und wenn man all das was der Fleischkonsum heute als Negativauswirkungen mit sich bringt mit seinem moralischen Empfinden vereinbaren kann, dann da auch dazu stehen. Ganz einfach.

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