Keine FFP-Masken, kein Hausarzt

2 03 2020

Nur kurz ein knappes Statement aus einer Hausarztpraxis in diesem Land:

Nein wir haben nicht genügend FFP2-Masken. Genau 1 pro Mitarbeiter und dann ist Schluss.
Nein, es gibt keine mehr, wir waren auch schon auf dem Baumarkt, weil unser Arbeitgeber keine mehr bekommt. Da war auch nix.
Ja es gibt einen Schwarzmarkt. Den sollte Herr Spahn mal trocken legen… nach dem Krieg sind Schwarzmarkthändler drakonisch bestraft worden…
Ja man sollte die Kartellämter einschalten, weil die normalen Anbieter teils den fünffachen Preis für Material nehmen und das ist Wucher. Ja liebe Pastoren, dann jagt sie mal aus dem Tempel.
Es wundert mich, dass die KVen behaupten, wir seien gut vorbereitet, denn das stimmt nicht. Seit Mitte Januar versuchen wir an Material zu kommen, da war es schon ausverkauft. Weil auch große Klinikkonzerne ganze Lager aufgekauft haben. Oder die Wucherer…
Und NEIN es ist nicht klar, wie es zu laufen hat mit einem Verdachtsfall. Die Kliniken, die Material haben, wollen die Patienten nicht haben… Aufwand, Risiko etc., die Patienten sollen nach Hause. Sie sollen aber nicht in die Arztpraxis kommen… und nach Hause können wir nicht kommen, weil dann unsere Schutzausrüstung aus der Praxis dort verwendet werden muss und wir sie nicht kontaminationsfrei hin und her transportiert bekommen, wenn sie benutzt ist. Wie gesagt, ein set pro Person und ich habe mir schon die Schutzbrille aus dem Garten mitgenommen als spritzschutz, der sich abwischen lässt… Das Gesundheitsamt ist telefonisch kaum erreichbar. Sie haben nicht mal einen Plan, wie das laufen soll für uns Hausärzte. Und nein, sie machen keine Abstriche. Sie registrieren nur.
UND WIR HAUSÄRZTE SIND DAS KANONENFUTTER. DIE ABRIEBZONE. VERBRAUCHSMATERIAL.
Keine Ausrüstung. Keine Möglichkeit ran zu kommen. Kliniken mit Verweigerungshaltung. Und die alleinige Verantwortung im ambulanten Bereich zu diagnostizieren, therapieren, isolieren, Übertragung verhindern und selbst nicht zum überträger werden. Na herzlichen Dank auch Herr Spahn.

Falls hier Journalisten mitlesen, greifen Sie bitte das Thema auf, das ist ein Problem, das ignoriert und totgeschwiegen wird bei all den Pressekonferenzen, weil die Wahrheit an der Basis niemand hören will.


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2 responses

3 03 2020
-thh

Schutzmasken pp. müssen nicht „transportiert“ werden. Das sind Einmalartikel. Mit Grund. Und bei FFP2-Masken auch mit begrenzter Tragezeit.

3 03 2020
assistenzarzt

Das muss man mir nicht sagen, ich weiß das sehr wohl. Deswegen auch dieser Beitrag. Mit der Schilderung der nicht umsetzbaren Alternative wollte ich auf die miserable Situation aufmerksam machen. Kurz: Es gibt KEINE ausreichende Menge an Schutzausrüstung im niedergelassenen Bereich!
Und alle, die etwas anderes behaupten, lügen schlichtweg. Vielleicht gibt es einige Praxen, die rechtzeitig über ihren Lieferanten an Sachen gekommen sind. Glückwunsch! In meiner Region schließen die ersten Praxen einfach, weil nichts mehr da ist und sie keine Verdachtsfälle annehmen können und dabei ist hier bisher noch relative Ruhe im Vgl. zum Süden, abgesehen von einigen Dauer-Googlern, die panisch ankommen, aber keine echten Verdachtsfälle sind.
Das RKI hat auf den Coronaseiten extra ein PDF liegen, in dem die Mehrfachnutzung erklärt wird. Ich halte es für gefährlich.
Aber hej, wir haben ja genug Hausärzte in D, wird schon hinhauen, dass noch irgendwer abstreichen kann und die AUs ausfüllt…

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