Sonnenbrand kontra Notaufnahme

8 07 2013

Das Wetter ist schön, die mecklenburgischen und vorpommerschen Strände locken, es sind Ferien.
Menschen der heutigen Zeit sind aufgeklärt, wie ein Sonnenbrand entsteht, was Eigenschutzzeit der Haut und Lichtschutzfaktoren sind und wie man einen Sonnenbrand verhindert. Sollte man meinen, schließlich ist die Werbung ausufernd, die Zeitungen voll, das Internet auch, ja auch im Radio wirds erklärt und beim Wetter auf die erhöhte UV-Strahlung hingewiesen.

In selbigen Medien steht auch, was man bei einem Sonnenbrand macht, wenn man doch nicht aufgepasst hat.Sonnenbrand ist eine Verbrennung 1. Grades (Hautrötung). Es gibt 4 Grade. Grad 4 ist verkohlt. Sonnenbrand = leichtgradigste Verbrennung, meist durch Unachtsamkeit entstanden. Was also tun? Kühlen mit einer Dusche, gut, sehr gut, hammergut und oft eincremen mit After Sun oder Florena / Nivea, whatever… oder Panthenol-Spray aus der Apotheke. Man kann genauso gut auch Quark nehmen und hinterher kalt abspülen, das nimmt die Wärme und die Entzündung. Wichtig ist, viel zu trinken, alles außer Alkohol natürlich. Das sind alles Regeln und Hausrezepte, die ich schon von meiner Oma kenne aus einer Zeit, wo man noch auf dem Feld arbeitete im Sommer. Ej Geheimtipp unter Tropenärzten ist Aspirin 500 einmalig (die Betonung liegt auf einmalig) am Abend, um die Entzündungsreaktion zu bremsen. Aber die Generation Internet und Smartphone scheint selbst die uralten Hausapothekenregeln nicht mehr zu kennen. Nein, sie kommt zuhauf am Wochenende in die Notaufnahme wegen Sonnenbrand. Das ist kein Witz. In die gleiche Notaufnahme, in die auch Herzinfarkte und Lungenentzündungen gebracht werden. Sowas macht mich wahnsinnig. Warum begreift keiner dieser Menschen, dass sie dadurch wertvolle Notaufnahmekapazität blockieren? Pro Zeiteinheit kann eine feste Menge Personal nur so und so viel Patienten behandeln. Wenn sich Wartezeiten verlängern, geht das nicht zu Lasten von denen mit Sonnenbrand sondern von denen mit Herzinfarkt und Lungenentzündung, für die lange Wartezeiten ungesund sind. Ein Sonnenbrand ist allenfalls bei einem Kind oder großflächigen Verbrennungen (9er Regel bei Wikipedia gucken) oder aber ab Grad 2 mit großflächigen Blasen ein Fall für eine Arztkonsultation. Dafür kann man zunächst auch den Kassenärztlichen Notdienst in den Notfallpraxen in Anspruch nehmen, der dann entscheidet und auch Rezepte ausstellen kann. Kein Arzt kann machen, dass der Sonnenbrand weggeht. Er macht auch nicht, dass es weniger weh tut oder die Haut weniger spannt. Wir verschenken auch keine After-Sun-Lotion oder Panthenol-Spray. Wir sind auch keine kostenlose Apotheke, um den Wochenendzuschlag nach Samstags 20.00 Uhr zu sparen. Und wir geben auch nicht kostenlose Wasserflaschen aus, weil man ja viel trinken soll.
Also bitte: Als erstes verhindern, dass man Sonnenbrand kriegt. Die DLRG geht nicht am Strand rum mit einem Pfannenwender, um jemanden auf dem Teutonengrill umzudrehen. Sonnencreme kaufen, vorher auf der Packung lesen, ob es reicht und draufschmieren nach Bedienungsanleitung. Und rechtzeitig aus der Sonne gehen. Wenn doch Sonnenbrand: Mutti oder Oma anrufen und fragen oder von mir aus auch googeln, wenns hilft. Und das eigene Verhalten hinterfragen, wenn man es kann. Aber nicht umgehend vom Strand mit der Badetasche und Sand in den Schuhen in die Notaufnahme.

PS:
Übrigens findet es in der Notaufnahme niemand toll, wenn kleine Kinder gebracht werden, deren verbrannte Haut von Hacken bis Nacken schon Blasen schlägt. Ich präzisiere: die Kinder tun uns leid und kriegen Hilfe. Aber ich würde die ELtern gerne schon mal alleine zum Vieraugengespräch lassen mit unseren altgedienten Schwestern, während der Pädiater sich um die Kinder kümmert.





Rote Ohren inklusive

3 06 2009

Dieser Beitrag aus dem Via medici Blog

http://www.thieme.de/viamedici/blog/?p=788

weckte bei mir Erinnerungen und Assoziiationen… Es geht in dem Beitrag um peinliche Email-Pannen, wohin sie führen können etc.

Ich musste beim Lesen dran denken, was mir mit SMS passiert ist… Quasi SMS-Pannen…

Ich habe einmal in einer SMS richtig abgelästert über Männer, weil es sich so anbot und ich mich ein wenig provoziert fühlte. Dummerweise ging diese SMS ausgerechnet an einen Mann… und nicht zur geplanten Empfängerin. Das war peinlich… Und eins kann ich sagen: Männer sind total empfindlich 🙂 Und derjenige hatte wenig Humor. Ich hatte es auch noch gemerkt, wohin die SMS ging – anhand des Sendeberichts, der aufs Handy kam. Brauchte zwar einen Moment, bis ich begriff, was ich getan hatte, aber naja… da wars eh zu spät. Ich sah es mit Humor… naja, versucht hab ichs. Eigentlich wars auch ganz witzig. Fand ich jedenfalls.

So richtig rote Ohren bekam ich allerdings ein anderes Mal. Man sollte ja annehmen, dass A. lernfähig ist aus ihren Fehlern bei Panne 1. Is sie aber nicht… Damals *hüstel* vor langer, langer Zeit, war A. in einen Kollegen verknallt, so wie das halt manchmal ist. Darüber kommunizierte sie mit jemandem per SMS, wie man das manchmal macht. Den Namen des Halbgotts in weiß erwähnte sie in der SMS nicht, nur eine Begebenheit mit ihm und wörtliche Rede… A. war, wie gesagt, nicht voll zurechnungsfähig. Statt der eigentlichen Zielperson wählte sie in einer Art Freudschen Daumen-Tipp-Versprecher den Halbgott in weiß aus, in den sie verschossen war. Der war halt auch auf dem Handy gespeichert, man kannte sich schon länger. Nun erhielt dieser Halbgott in weiß die SMS, in der eine Begebenheit, ein Zitat und die Tatsache A.s hormoneller Dysbalancen und cerebralen Mediatorengewittern enthalten war. Natürlich konnte sich der Halbgott in weiß in wenigen Sekunden ausrechnen, dass er gemeint war. *rot glüh* A. bemerkte ihren Fehler sofort – nachdem die SMS abgeschickt war. Und kriegte Schweißausbrüche, als ihr das noch per Sendebericht bestätigt wurde. Nicht wissend, was sie tun sollte, schickte A. an den Halbgott in weiß noch eine zweite SMS mit der Erklärung, dass er gar nicht gemeint war und die SMS gar nicht an ihn gehen sollte. A. konnte sich ja nicht ewig in der hintersten Ecke verkriechen ob dieser Peinlichkeit. So sah man sich dann eine Weile später wieder in der Klinik. A. hatte unfreiwillig vorgesorgt wegen der Gesichtsfarbe und sich einen tierischen Sonnenbrand geholt im Gesicht. Mit ein wenig einreden war sie dann auch der Meinung, dass man die Peinlichkeits-Röte dadurch nicht so sah…

Epilog: Aus A. und dem Halbgott in weiß ist nichts geworden, auch wenn er sie später aufs heftigste anflirtete. Aber A. fühlte sich letztlich nach erweiterter Kenntnis seines Privatlebens nicht berufen zur Ersatzbank-Drückerin. A. suchte sich immer die falschen aus bisher und wartet übrigens immer noch auf Mr Right…





Ist es die da nachts um halb drei?

2 08 2008

Doc Blog brachte mich durch einen Beitrag auf das Reizthema „Patienten die sich nachts mit Bagatellen vorstellen, um sich Wartezeit zu ersparen.“ Was könnte ich  mich darüber aufregen… Ist es die da, nachts um halb drei, die dich zum Wahnsinn treibt… ja, die gehören mit dazu.

Zur Erklärung: Es gibt 3 Sorten Patienten in einem 24h-Dienst.

Sorte 1

– die wirklich krankenhausreifen Kranken. Sie kommen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Aber das ist auch egal. Da weiß man, wofür man arbeitet. Es fällt einem nicht schwer, einem zyanotischen älteren Herren mit dicken Beinen und dicken Halsvenen, nachts einen iv-Zugang zu legen und Furesis zu spritzen. Da braucht man keine besondere Motivation für. Selbst hoch fiebernde Pflegepatienten mit der x-ten Pneumonie und besorgten Kindern dabei machen einen vielleicht depressiv, weil eh schon genug Waschpatienten da sind und man sowieso keine Betten mehr hat, aber auch da weiß man, dass das nächtliche Aufstehen bzw. wachbleiben einen Sinn macht und man einen Zielauftrag hat (finde raus, was es ist und gib ne anständige Antibiose, damit er bald wieder zur Family nach Hause kann). Ich springe auch, wenn der RD kommt und eine Allergische Reaktion auf unbekannt bringt und jemand mit hochrotem Körper und dicker Zunge auf der Trage liegt. Keine Frage, das gehört in eine Notaufnahme.

Sorte 2

– die leicht Kranken oder gar nicht Kranken mit nur Angst davor schwer krank zu sein. In jeder Notaufnahme tummeln sich Infarktausschlüsse aller Art – Menschen die jemanden in der Familie haben der gerade herzkrank geworden ist, junge Leute die Angst haben vor Herzinfarkten, gestresste Mütter die ihr Herz pochen hören usw. Auch da ist es berechtigt nachzusehen und das schlimmste auszuschließen, auch wenns zuweilen nervt. Die jüngste Infarktpatientin, die ich jemals erlebt habe, war knapp über 20 und wäre fast gestorben. Es gibt also nichts, was es nicht gibt. Aber merke: Die wirklich einen Infarkt haben, werden meist vom Hausarzt geschickt, kommen zu Fuß, mit eigenem PKW oder per ÖPNV, sitzen artig mit ihren Schmerzen im Wartezimmer bis sie dran sind (was auch mal ne ganze Weile… 3 h dauern kann), dann steht auf dem EW-Schein etwas wie „V.a. Pneumonie“ oder „V.a. Schulter-Arm-Syndrom“ und wenn man sie dann befragt und untersucht (und später das Labor und EKG sieht), dann kriegt man große Augen und es muss alles sehr schnell gehen.  Also wie gesagt: LE oder aMI ausschließen ist ok auch wenns nervt.

Sorte 3

– die mit einfachen Dingen, die der Hausarzt behandeln kann und / oder die nachts kommen, weil dann die Wartezeit kurz ist. Diese Leute machen mich wahnsinnig und aggressiv. Meistens gehören sie den Baujahren zwischen 1975 und 1990 an. Gerade die Leute unter 25 haben so gut wie keine Kenntnisse über Hausmittel, über ich sag mal „das was normal ist“ oder über höfliches Verhalten. Beispiele:

1. Schnupfen seit 2 Tagen, die Nase ist zu, man kann nicht schlafen. Also geht man in die Krankenhaus-Notaufnahme so gegen Mitternacht. Folgende Antworten kamen: „Beim Hausarzt hätts so lange gedauert“ „So kann mir gleich was aus der Apotheke holen heute nacht“ (Häää? Und was war an den zwei Tagen vorher? Waren Apotheken da noch nicht erfunden?) „Ich brauch nen Krankenschein.“ „Wie, sie dürfen keine Krankenscheine ausstellen? Wieso schreiben Sie das nicht vorne dran? Dann hätte ich mir die 10 Euro auch sparen können! Dann will ich mein Geld wieder haben. Ich krieg ja nichtmal ein Rezept von ihnen!“

2. 30 Grad, blauer Himmel, Supersonnensommerwetter. Tagsüber grillen am Strand oder Badesee. Abends nach dem Grillen feststellen, die Schultern schlagen Blasen und tun weh. Also geht man in die Notaufnahme, aber erst nach Mitternacht. Antworten: „Wieso dauert das denn solang hier bei Ihnen, ich warte schon ne halbe Stunde.“ – „Wir hatten einen Schockraumpatienten, der ist doch an Ihnen vorbeigefahren, haben Sie doch gesehen.“ – „Eh echt, muss man sich hier mit nem Rettungswagen herfahren lassen, damit man nich im Wartezimmer verhungert?“. „Ich dachte, wenn man Sonnencreme nimmt, dann reicht das den Tag lang.“ „Können Sie mir nicht irgendwas spritzen, damit das weggeht?“ „Ich brauch aber ein starkes Schmerzmittel, ich bin sehr empfindlich.“ „Krieg ich kein Rezept oder sowas?“ „War das jetzt alles, das sie mir sagen, viel trinken, Quark und kalte Umschläge drauftun und Paracetamol nehmen? Dafür hab ich jetzt 10 Euro gezahlt?“ Ja, und für den Hinweis morgen zum Hausarzt zu gehen, falls es schlimmer wird und sich gefälligst an die Empfehlungen auf der Sonnencremepackung zu halten und nach Ablauf der Eigenschutz+LSF-ZEit ein T-Shirt anzuziehen.

3. Jung, grad um die zwanzig, bauchfrei sowohl T-Shirt als auch Jacke kommt mit Brennen beim Wasserlassen und dauerndem Harndrang. Seit dem Morgen. Jetzt ist es schon weit nach Mitternacht. Hausarzt? – ich hab keinen. Tagsüber zum Arzt – ging nicht weil Schule / Arbeit / Konzertkarten / äh, wie man kann auch tagsüber zum Arzt gehen? Was gibts da für 10 Euro? Nen U-Status, ein paar Ratschläge  – viel trinken, warm halten, mal was ordentliches anziehen, wo man nicht die halbe Welt südlich des Bauchnabels sieht, und eine Tbl. Cipro plus die Anweisung einige Stunden später zum Hausarzt zu gehen bzw. sich einen zu suchen und ein Rezept für selbiges Antibiotikum zu holen. Rezepte gibts nicht im Krankenhaus. Und beim nächsten mal gleich zum Hausarzt oder halt zum KÄND. Also das was Mutti auch gesagt hätte, wenn man sie mal gefragt hätte… wozu haben die alle Handy?

4. „Ich kann nicht schlucken. Seit gestern. Es tut weh. Und das Penicillin was ich seit heute nehme hat auch noch nicht geholfen. Ich will ein anderes Antibiotikum.“ – „Haben Sie es mal mit Paracetamol oder Novalgin versucht?“ – „Hä?“ – „Na gegen die Schmerzen ein Schmerzmittel nehmen.“ – „Auf’m Rezept stand nur Penicillin.“ Wieso fragt der dann nicht noch mal nach? Das tut man doch, wenn man wegen Schmerzen zum Arzt geht. Ich bin mir sicher, dass der Hausarzt ein Schmerzmittel empfohlen hat. Das machen sie alle. Aber man muss es selbst kaufen. Millionen Deutsche konsumieren Schmerzmittel in rauen Mengen. Ich treffe auf den einen, der es nicht tut… Mitten in der Nacht wohlgemerkt. Es bleibt mir nichts anderes übrig als Apotheken-Umschau oder Gesundheitsbeilage der Regionalpostille zu spielen und  über die Wirkungsweise von Antibiotika und Schmerzmitteln aufklären – eins gegen Bakterien, eins gegen den Schmerz. Zwischendurch muss ich allerdings noch zwei zyanotische Patienten vom RD übernehmen, was den jungen Herrn fast irre macht. Damit er mir nicht anfängt rumzuschreien kriegt er ne Paracetamol eingeholfen und einen großen Zettel auf dem Paracetamol steht und mit dem er 4 Stunden später zur Apotheke gehen soll um sich ne Packung zu holen. Achso und den Hinweis, dass er das Penicillin auch weiternehmen muss. Man weiß ja nie, manche Dinge scheinen sich doch nicht von alleine zu erklären.

5. Der Pickel. Nach dem Duschen bemerkte man auf exponierter Stelle (jedenfalls wenn man so einen riesigen Ausschnitt hat) einen roten Punkt, der sich offensichtlich daran machte, ein echter Pickel werden zu wollen. Was tut man da? Falsch, keinen Abdeckstift oder sowas. Man geht in die Notaufnahme so gegen halb eins. „Nee, also bis morgen früh der Hausarzt aufmacht wollte ich nicht warten. Da muss ich dann auch immer so lange warten, nur um mir sagen zu lassen, das ist nichts. Hier gehts schneller.“ Aufklärung, dass wir ein KRANKENHAUS sind und keine Ambulanz, dass die Notaufnahme da ist um die Patienten für die Stationen aufzunehmen und nicht nachts ein billiger und schneller Hausarztersatz zu sein. Das folgende Zucken der Schultern ließ meinen Blutdruck gefährlich steigen. Der Busen wird aufreizend nach vorne gestreckt, der BH lasziv entfernt. Unser RD-Praktikant kriegt rote Ohren und verschwindet schnell.  „Is denn kein zweiter Doktor da, der auch noch mal gucken kann zur Sicherheit?“ Enttäuschung, dass ich weiblich bin oder was schwingt da jetzt im Dialog mit rüber? Mich beeindruckt Cup C mit PushUp nicht im Geringsten. Schon gar nicht, wenn es zwei Etagen drüber so hohl klingt. Ich kann auch noch unseren Chirurgen holen, aber der steht auf Jungs. 🙂  Falscher Abend um mit weiblichen Reizen Doktoren beeindrucken zu wollen… Nach langer Suche finde ich dann auch den roten Punkt. Wie niedlich, so klein und will schon ein Pickel werden. Ausführliche Aufklärung, dass aus Pickeln und auch solchen, die gerade noch erst ein richtiger Pickel werden wollen, nur äußerst selten Blutvergiftungen werden, außer man drückt wild darauf herum. Sie soll beobachten und wenns schlimm wird zum Hausarzt und Hautarzt gehen. Sorry, liebe Kollegen, aber irgendwer wird als Mann mal auf den Busen gucken müssen, damit die liebe Seele ruh hat…

Was einen aber auf die Palme treibt sind Thromboseausschlüsse… Wieso geht das nicht, dass man erstmal zum Hausarzt geht, sich das Bein wickeln lässt und ein NIMH spritzen. Und am nächsten Tag, wenn der Hausarzt das D-Dimer hat, ggf. die Überweisung zum Angiologen oder Duplexkundigen Facharzt erfolgt? Und wieso wartet man mit schmerzenden Beinen aller Art immer bis abends 19.00 oder 20.00 Uhr? Weil man da vom KÄND automatisch den Transportschein kriegt egal wie jung man ist? In jedem Dienst könnte man eine Schwester alleine damit beschäftigen, nur D-Dimere abzunehmen und Beinumfänge zu messen. 90% sind unauffällig. Bei den 10% der auffälligen findet sich eine Thrombose nur in wenigen Fällen… i.d.R. sind es Zerrungen, Prellungen, Überlastungen, Angstzustände (ich bin geflogen, habe ich jetzt eine Thrombose, weil mein Sockengummi zu sehen ist in der Haut?), mal ne Bakerzyste die geplatzt ist.

Ja, und wenn man sich das alles so anguckt und erlebt und dann auf der anderen Seite sieht, wie sehr Gesundheitspostillen boomen und auch das Internet überfrachtet ist mit Ratgebern und Hausmitteltipps, dann fragt man sich, wieso manche Leute eigentlich nix, aber auch gar nix über so banale Dinge wie einen Sonnenbrand wissen. Dem Trend, aufgrund der geringen Wartezeiten mitten in der Nacht Ärzte im 24 (oder mehr) Stunden Dienst um ein paar Minuten Schlaf zu bringen, kann man aber begegnen… Triage eben, das wichtigste / die kränkesten zuerst…