Dr. Haus‘ und seine Fälle

25 03 2008

Ab sofort können reale Dr. House-Docs richtig reale Fälle vorstellen, diskutieren oder ungelöste Fälle online beratschlagen, um auf neue Ideen zu kommen oder auch mal Beinahe-Crashs vorstellen, aus denen man lernen kann. Angeregt von diesem Blog und zahlreichen House-Fans unter Ärzten hat klinikdirekt mal was neues probiert. Ihr seid alle aufgefordert da mitzumachen – Famulanten, PJs, Docs, Retter,… Moderiert wird das ganze von einem Profi, einem echten (anonymen) Doc mit FA-Titel.

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House und das Meer in ihm

13 03 2008

Japp, da war es mal wieder Dienstag und wie es sich gehört, guckt Assistenzarzt die neue Folge. Nun hat House mal wieder eine der Nebenwirkungen von Opiaten gespürt – diesmal war es ein Harnverhalt. Nichts half – weder die warme Badewanne noch das Plätschern von Wasser, auch nicht Uroxatral oder was er sich da von Wilson hat geben lassen. House sagte, sei drei Tagen war er nicht mehr pinkeln. Unglaublich. Die Blase hat ein maximales Fassungsvermögen von 1,5l. Das ist die Urinmenge eines Tages. Normalerweise hätte ich erwartet, dass man dann eine Ruptur kriegt. Bei drei Tagen hätte er 4,5 l drin haben müssen. Wer schonmal Aszites punktiert hat, weiß wieviel 4,5 l sind. Eigentlich hätte er aussehen müssen als sei er schwanger.  Ein Meer wogte in ihm und fand den Weg nach draußen nicht. Naja, die passende Laune hatte er ja… auf dem Weg zum renalen Hochdruck. So wie House drauf war, wunderts mich, dass er sich nicht eher selbst kathetert hat. Ich meine, da hat er das Gefühl, die Blase platzt beim nächsten Schritt und es schmerzt, aber wartet 3 Tage? Ich verstehe nicht, dass Wilson da so erstaunt war wegen der Selbstkatheterisierung. Viele jüngere Patienten mit z.B. neurogener Blasenentleerungsstörung kathetern sich selbst. Naja, und das er nachher ins Bett gepinkelt hat… der Katheter war nicht geblockt.

Da es wahrscheinlicher ist, dass die Harnstauung nach 1,5 l in der Blase auch zu einer Erweiterung der Ureteren und der Nierenbecken führt (anstatt sich weiter auf 4,5 l auszudehnen), hätte House eigentlich vor einem drohenden postrenalen Nierenversagen stehen müssen, erst recht nach 3 Tagen. Dafür war er ja noch ganz gut drauf.

Und? Hat er was draus gelernt? Nö. Suchtverhalten halt.

Aber was mich überraschte: Chase und Cameron… sind die sich sicher, dass es eine reine Zweckgemeinschaft für unkomplizierte Abenteuer ist? Wohl eher nicht. Mal gucken, wie es weiter geht…





House und die Sache mit dem Nicht-Tumor

5 03 2008

Endlich eine neue Folge Dr. House! Also als die drei Sorten von Vaskulitiden genannt wurden, habe ich auf Takayasu getippt. Ich finde diese Sache mit den Savants faszinierend. Savants sind „Inselbegabte“. Wenn man googelt findet man sehr interessante Sachen. Allerdings fand ich die Lösung für die Krampfanfälle doch etwas rabiat mit der Hemisphär-Ektomie (hieß das so?). Falls Neurologen hier lesen: Hätte eine Balken-Durchtrennung nicht auch ausgereicht? Das hat man doch früher gemacht.

Man, da war diese Szene mit House und Cameron. Ich dachte, was ist nun los, die will ihn doch nicht etwa küssen. Tat sie dann wirklich und man konnte meinen, House rang mit sich, ob er es macht oder nicht. Es siegte die Neugier und der Verdacht, dass sie irgendwas bezweckte… (oder war da  Verlangen bei?) … er behielt recht, sie wollte ein Röhrchen Blut haben. Aber letztlich bekam ich das Gefühl, dass es von beiden Seiten da doch Anziehungspunkte gab… 🙂  Ich hätte Cameron übrigens so eine kalkulierte Nummer nicht zugetraut.

Ansonsten… House, House, House *kopfschüttel* Was war das für ne Nummer mit dem MRT und fraglichem Hirntumor, nur um irgendein Schmerzmittel-Dingsda (was genau hab ich auch nicht verstanden) implantiert zu bekommen? Er übermittelt heimlich Befunde nach Boston und unterschätzt es, als Cameron Wind von dem Kontakt zur anderen Klinik bekommt. Ist doch klar, dass sie rumschnüffelt und irgendwann auch drauf kommt und natürlich andere einweiht, weil sie sich Sorgen macht. Sie kommt auf die MRT-Bilder mit dem fraglichen Tumor und die Sache gewinnt eine unheimliche Eigendynamik. Alle seine Leute sind besorgt und haben Angst um ihn und pokert so lange bis es schließlich daneben geht und er die wenigen enttäuscht, die zu ihm halten. Man, die Psychoanalyse dieses Charakters wäre mega-interessant. Angst vor zuviel Nähe gehört mit Sicherheit dazu.

Lachen musste ich, als die drei House sagten, er habe Neuro-Syphilis (man, was hätte Foreman da an Sprüchen ablassen können), weil ich in dem Moment schon wußte, dass es nicht seine Befunde sein konnten und ich mich fragte, wessen denn wohl dann und was mag das für ein Vogel sein. Allerdings dachte ich, House wollte seinen 3 Youngstern mit der anfänglichen Geheimniskrämerei eine spannende Herausforderung liefern, weil er die Lösung eines Falls selbst nicht wußte. Dass er mit den heimlich übermittelten Befunden für sich selbst dieses Schmerzmittel-Teil ergaunern wollte… ne, das war Bad House.