Suchmaschinen-Schätzchen

21 06 2013

Nach langer Zeit mal wieder ein Best-of-Suchbegriffe, die auf dieses Blog führten.

„witz chirurg 100 €“
Der ging so ungefähr: Wo versteckt man einen 100€ Schein am besten vor einem Chirurgen? Im Lehrbuch. Und vor einem Internisten? Unterm Verband.

„baby mit ins krankenhaus besuch nehmen“
Lieber nicht, außer ist ist eine präpartale oder Entbindungsstation. Alles andere ist verkeimt, es liegen Leute mit septischen Wunden herum, laufen Menschen mit Infektionskrankheiten aus Iso-Zimmern herum, weil wir ein freies Land sind und niemanden einsperren dürfen und die kleinen Schnuckels haben noch nicht das krankenhausgeeignete Immunsystem…

„wenn ich gucken haben die fragen zu prüfung“
das muss man mir näher erläutern

„keine lust mehr auf dr. arbeit“
Oh man, das kann ich voll verstehen. Hast drei Möglichkeiten: 1. Durchhalten (ist schwierig, langwierig und energiezehrend, aber am Ende ist es schön, glaub mir), 2. hinschmeißen und was neues suchen (hmmm, kommt drauf an, wie das Thema ist und wie weit man ist) oder 3. komplett hinschmeißen und ohne Titel leben (geht auch, stört heute keinen mehr)

„abschiedsgeschenk für station“
Nur bei Rotationsabschied – Kaffee und Kuchen oder sowas. Für immer, da würd ich was bleibendes hinterlassen, wenn man dort gerne war, Kaffeemaschine, Bilder, Kunst, Bücher, irgend so etwas. Wenn man nicht gerne dort war und gegangen wurde, dann würd ich Packung Kaffee und Kuchen anstandshalber vorschlagen, wie bei Rotation

„wie sind chirurgen“
kommt drauf an… also sie haben oft ne große Klappe, manche aber auch nicht. Oft sind sie sportlich, manche von den sportlichen merken aber auch nicht, wenn sie sich dabei lächerlich machen (hautenge Radler, die nichts, aber auch gar nichts verbergen, sind je nach Körperbau auch mal kontraindiziert). Manche Chirurgen sind echt gut bei der Arbeit, wissen das, aber sagen es nicht jedem. Andere sagen jedem, ob er es hören will oder nicht, wie toll sie sind, aber es stimmt nicht. Das sind dann die, die der Zunft den Ruf der selbstüberschätzenden Fraktion einbrachten. Einige Chirurgen sind der inneren Überzeugung, dass es für das Fortbestehen der Menschheit evolutionär wichtig ist, sein genetisches Material möglichst weiträumig zu verbreiten. Das sind die, die dafür gesorgt haben, dass Serien wie Greys Anatomy nie der Stoff ausging bzw. die Figuren den Stoff öfter mal auszogen. Sowas bleibt halt hängen… Oft ist bei den Chirurgen zu erleben, wie sie immer wieder brummeln: Ich muss jetzt was operieren, ich platze gleich. Offenbar wirken OPs auf Chirurgen entspannend. Wenn Probleme auftauchen, egal welche, dann kommt oft der Satz zur Schwester „Ruf den Internisten an und wenn der sagt, es ist nichts für ihn, dann die Anästhesie und wenn die ihn auch nicht haben wollen, muss ich überlegen.“. Dann gibts noch seltene Exemplare, die weder an Selbstüberschätzung leiden noch handwerklich defizitär sind UND gut aussehen, wir reden jetzt von knackigem Popo, gestählten Muskeln… Das sind diejenigen, denen die Internistinnen gerne hinterher gucken, ja manchmal auch schmachtend. Leider meist schon alle vergeben. Die Chirurgen, die den Satz jetzt gelesen haben und glauben, sie sind gemeint, leiden an Selbstüberschätzung. Euch gucken wir nur hinterher, schmachten aber nicht. Wir gucken schließlich auch den Krankentransportfahrern (durchtrainiert), Pizzaboten (unschuldige Jungs von nebenan), Handwerkern (ist das der aus der Werbung?) und anderen Fachdisziplinen im passenden Alter hinterher. Aber das nur nebenbei. Wie man sieht, sind Chirurgen durchaus vielgestaltig und manche sind total nett und kollegial, ja zum Teil echt knuffig. Aber es gibt für eine Internistin nichts schöneres, als wenn ihr mal wieder so ein echter Prototyp eines Chirurgen über den Weg läuft, wo man sich mal so richtig amüsieren kann, das ist so richtig was fürs Herz. Hmmm… übrigens gibts auch Chirurginnen, aber wieso wurde nicht nach denen gefragt? Das lässt sich kurz zusammenfassen: Toughe Frauen, die es schaffen, in einer Männerwelt zu überleben, meist viel fleißiger sein müssen und leidensfähiger, denn man machts ihnen oft nicht leicht, oft sehr ruhig und überlegt und trotz Chirurgie sind sie nett zu Internisten, meine persönlichen Erfahrungen sind bis auf 2 Fälle so geartet.

„gewalttätige patienten anzeigen?“
Einzelfallentscheidung.
Wenn zurechnungsfähig und um Schadensersatzansprüche zu wahren und der Klinik mal klar zu machen, dass Personal ein schützenswertes Gut ist: Ja.
Demenz und kann nichts dafür: nein.

„nackt unterm kleid zum arzt“
bitte nur für’s Rollenspiel mit gewissen Absichten, ansonsten peinlich und beim Personal extrem unbeliebt. Und kein Arzt wird so eine Patientin alleine untersuchen, es wird immer eine weibliche Person anwesend sein und dazugeholt, wenn ein Kollege den Eindruck hat, es läuft in die falsche Richtung oder bestimmte Untersuchungen erforderlich sind.

„manuela kommt nie zum klassentreffen“
Jepp, dann akzeptier es mal!

„lustige ekgs“
sag bescheid, wir wollen wissen, wo du was gefunden hast

„kann mein frauenarzt mich nicht leiden?“
im Zweifel immer wechseln, wir haben freie Arztwahl

„cooler spruch vor der narkose“
Hmmm, wie wär’s mit „Schlaf schön, Dornröschen. Mein Enkel kommt später in den Aufwachraum.“

„vogelgezwitscher morgens halb vier“
Ist das nicht wunderschön!!!

„warum trägt der neurologe einen weißen kittel“
Weils ihm gefällt oder es in der Kleiderordnung steht. Und weil schwarze Kittel sehr angsteinflößend wirken, pinkfarbene nur am CSD erlaubt sind und Batik nur bei den Naturheilverfahren erlaubt ist 😉

Das wars mit den Best of für heute…





Assistenzarzt hilft – Woran erkenne ich einen Chirurgen?

27 09 2009

Viele Menschen fragen sich, woran man eigentlich die verschiedenen Arzt-Unterarten unterscheiden kann. Am wichtigsten ist jedoch, wie man einen Chirurgen erkennen kann.

Das ist aus verschiedenen Gründen wichtig:

Für Internisten – weil man sich mental auf die Begegnung einstellen muss, um gleich den ersten Angriff zu parieren

Für andere Chirurgen – weil zwei so große Egos nicht im gleichen Raum Platz haben

Für Studenten – damit man sich in Sicherheit bringen kann, bevor der fragt ob man nen Augenblick Zeit hat (nie die Antwort ja geben, weil es dann gleich heißt dass in OP 3 noch jemand zum Hakenhalten gesucht wird)

Für Patienten – Chirurg ist übersetzt nichts anderes als ein Handwerker… dann doch lieber einen „richtigen“ Arzt 🙂

Für Frauen – Macho-Alarm

 

Woran erkennt man jetzt eigentlich den Chirurgen rechtzeitig = wenn er noch auf dem anderen Ende des Flures ist?

  • Er trägt Kittel, schließlich muss er sich von den Pflegern unterscheiden. Der Kittel ist in der Regel zugeknöpft, weil die Chirurgen die konservativsten unter den Ärzten sind und glauben, damit wenigstens erreichen zu können, dass sie von anderen für einen richtigen Arzt gehalten werden. Die Rebellen unter ihnen, quasi die Andre Agassis unter den Chirurgen, krempeln die Ärmel bis zu den Ellenbogen hoch. Naja, das tun die Metzger in der Fleischerei auch glaub ich. Aber das hat wohl nichts zu sagen. Manche trauen sich auch, im offenen Kittel rumzulaufen, aber da werden sie von den eigenen Leuten eher ausgelacht, weil das ja nur die ganzen anderen Fachrichtungen machen.
  • Unfallchirurgen und Orthopäden neigen dazu, Sportschuhe zu tragen, und zwar nicht irgendwelche sondern die neuesten 150 Euro – Hammertreter, was sich ein Normalsterblicher nicht mal leistet, außer er hat pubertierende Teenager zuhause…. wogegen die Allgemeinchirurgen eher Holzpantinen oder schicke weiße Lederschuhe anhaben.
  • er hat kurze Haare mit Gel gestylt.
  • Er poltert als seien alle anderen schwerhörig oder haben sich nach einem Ende der gerade eingekehrten Ruhe gesehnt.
  • in seiner Kitteltasche ragen mehrere zerknautschte Konsilscheine aus dem letzten Jahr heraus, die er immer noch nicht abgearbeitet hat
  • „unten drunter“ trägt er grün, weil er nicht die Zeit hatte, die Bereichskleidung in der OP-Schleuse von sich zu werfen und sowieso gleich wieder reinmuss (obwohl er sich dann neue anziehen muss)
  • die grüne Hose hängt auf halb acht in prä-Buggy-Pants-Stellung. Das viel zu kurze Oberteil (mit Zahlen und Kleidergrößen hatte er es nie so, das ist was für Statistiker) gibt den Blick frei auf den Oberrand einer grauen oder schwarzen CK-Unterhose. Naja, da er den Kittel drüber trägt, ist das nur was für geübte Augen, die wissen, wonach sie gucken müssen
  • sobald er den Mund aufmacht wird klar: ER ist hier wichtig, er kann alles und die anderen sind alle zu blöd, um ihren eigenen Namen zu schreiben. Sein Ego füllt den Raum mit einem Schlag. Da passt kein zweites rein. Er ist schließlich Chirurg.
  • sein Body ist gestählt, schließlich geht er mindestens zweimal die Woche ins Fitnessstudio, wo die süße Krankenschwester von der einen Station ab und an mal ist, nur hat er noch nicht  rausgekriegt, wann genau sie immer da ist, aber Zahlen sind wie gesagt was für Statistiker
  • Wenn ein Besucher auf dem Flur kollabiert, brüllt er erstmal ins Telefon, dass schnell ein Internist kommen soll.
  • Er guckt jeder neuen Schwester und jeder neuen Schülerin und Praktikantin lang und ausführlich hinterher. Es ist schließlich sein Revier und er ist das alpha-Männchen…

Ach, ich liiiiiiebe Chirurgen. Wenn es die nicht gäbe, über wen sollte ich mich dann mit meinen Internisten-Kolleginnen amüsieren?