Es geht nur zusammen! – Im Kampf gegen Corona

11 03 2020

Ich weiß, dass es viele nervt. Die Gebetsmühle in TV, Radio und Social Media läuft und viele haben einfach auf Durchzug geschaltet. Gefährlicher Durchzug.
Denn wir werden es nur schaffen, wenn wir alle zusammen an einem Strang ziehen. „Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen…“

JETZT ist der Zeitpunkt, an dem gehandelt werden muss!

Durch euch! Ihr seid diejenigen, die es rumreißen könnt! Jeder einzelne von euch! Ihr rettet das Leben von anderen oder auch euer eigenes.

Und wie?!

Hört auf die Empfehlungen des RKI und Gesundheitsministeriums.

Meidet Großveranstaltungen. Beschwert euch nicht, wenn ihr nicht zum Fußball könnt oder ein Konzert ausfällt. Damit habt ihr vermutlich mehrere Leben gerettet. Was ist schon ein Tag Verzicht gegen ein Leben? Das von euren Eltern oder Großeltern vielleicht. Oder das von den Eltern eures besten Freundes? Was wäre euch mehr wert? Wenn ihr dann erst merkt, dass es uns alle etwas angeht, dann ist es zu spät. Und unumkehrbar.

Haltet die Hygienehinweise ein. Hände waschen, nicht ins Gesicht fassen, niemanden anhusten, 2 m Abstand halten.

Hört auf riesige Vorräte an Desinfektionsmittel anzulegen. Lasst es den Praxen und Kliniken. Sonst ist niemand mehr da, um euch oder die Menschen, die ihr liebt zu behandeln.

Hört auf überall hinzufahren in den nächsten Wochen! Wenn ihr zu Ostern die Verwandtschaft besucht, dann steckt ihr vielleicht jemanden an oder ihr steckt euch selbst an.
Macht nicht den Quatsch und fahrt jetzt noch schick Ski laufen. Die meisten Neuinfektionen sind derzeit bei Leuten, die aus dem Skiurlaub kommen. Und die, mit Verlaub gesagt, so blöd waren, trotz massiver Neuinfektionen in den Alpenregionen da auch noch hinzufahren, kommen zurück und werden in den nächsten Tagen eine wahre Flut von neuen Infekten auslösen. Ja, ihr seid das Öl, das ins Feuer gegossen wird. Wer von euch zurück kommt, sollte mit dem Arbeitgeber sprechen, ob ihr zunächst ins Homeoffice geht oder euch freistellen lasst.

Und wenn Ihr krank seid und im Risikogebiet gewesen seid oder Kontakt hattet zu Erkrankten, dann lauft nicht in die Arztpraxis oder Notaufnahme sondern ruft vorher an und lasst euch sagen, wann und wo ihr zum testen kommen dürft. Sonst müssen wir eine Praxis nach der anderen schließen, weil sich Personal infiziert.

Ihr müsst echt nicht viel tun.
Hände waschen, Abstand halten, wenn ihr krank seid zuhause bleiben, ehrlich euer eigenes Risikio checken, reisen verschieben und euch mal eine gewisse Zeit einschränken. Leute, wir leben im Luxus, wir haben zu essen, zu trinken, wir leben im Frieden, wir denken über kostümierte Sänger nach und über halbnackte Promis in Reality Shows, statt uns sorgen über das Überleben machen zu müssen. Wir haben bei all dem Überfluss verlernt, Gefahren ernst zu nehmen, weil wir auf der Insel der Glückseligkeit nie ernste Probleme hatten. Jetzt haben wir ein verdammt großes und es ist da, auch wenn viele von euch das weit von sich weisen wollen. Die Vogel Strauß Taktik wird uns nicht helfen. Sie wird Menschen töten. Und je länger jeder einzelne von uns braucht, um das zu kapieren, desto mehr Menschen werden sterben. Und niemand will denjenigen verlieren, den er liebt. Wer das, so wie ich erlebt hat, weiß wovon ich spreche.

Wir können es schaffen, wenn wir zusammen halten, als Menschen, die auch mal an den anderen denken, statt egoistisch eigene tertiäre Bedürfnisse zu erfüllen.

LASST ES UNS SCHAFFEN, ES IST MACHBAR!





Wie schützt man sich vor Infekten

3 03 2020

Kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte zum Gemerellen Schutz vor Infekten (was übrigens auch bei Coronaviren gilt):

Waschen Sie die Hände – wenn Sie nach Hause kommen, nach dem Toilettengang, vor dem Essen, nach dem Spielen , nach dem Einkaufen… und nach dem Niesen, Husten usw.
Erinnert sich jemand an früher: Nach dem Spielen, vor dem Essen Hände waschen nicht vergessen!

Fassen Sie nicht überall an, wenn es nicht sein muss.

Verzichten Sie auf Händeschütteln und Küsschen geben.

Fassen Sie nicht mit den Händen ins Gesicht. Neben Viren könnten auch Bakterien übertragen werden, die Bindehautentzündung oder schlicht „Pickel“ machen. Auch nicht so schön…

Reinigen Sie am Arbeitsplatz täglich Tastaur und Mouse, denn da hocken vermutlich mehr Keime drauf als auf Ihrer Klobrille.

Nutzen Sie Papiertaschentücher und werfen Sie sie weg. In einen geschlossenen Mülleimer wenn es geht.

Lüften Sie mit Stoßlüftung. Regelmäßig.

Meiden Sie Menschenansammlungen.

Halten Sie 2 m Abstand. Insbesondere zu Erkälteten.

Wenn Sie erkältet sind, bleiben Sie zuhause. Ihr Umfeld wird es Ihnen danken.

Gehen Sie niemals mit einem Infekt in ein Krankenhaus oder Pflegeheim zu Besuch, sie stellen eine Gefahr für Ihre Angehörigen und deren Mitpatienten dar. Es ist nicht lustig mit Husten nach einer Bauch OP oder sogar dramatisch, wenn eine Chemotherapie abgebrochen werden muss. Lässt sich der Besuch nicht aufschieben, lassen Sie sich vom Personal einen Mundschutz geben.
Gleiches gilt für kranke Kinder. Die bleiben am besten da wo sie hingehören: zuhause im Bett. Denn so eine Anstrengung tut den Kleinen auch nicht gut.

Meiden Sie Arztpraxen. Legen Sie aufschiebbare Arztbesuche außerhalb der Infektzeit. Bündeln Sie Rezeptbestellungen. Halten Sie sich an die Empfehlungen der Praxis für „ideale Zeiten“.

Desinfizieren Sie Ihre Hände bei Betreten und Verlassen der Praxis mit den Spendern im Eingangsbereich. Das gilt auch für Kliniken und Pflegeheime.

Weitere Infos unter http://www.infektionsschutz.de von der BZGA.





Schutzkleidung Mangelware

3 03 2020

Endlich wird das Problem „ganz oben“ mal wahrgenommen.

„Ärzte brauchen mehr Schutzbekleidung

Gassen und Hofmeister wiesen auf die Problematik der Schutzkleidung hin: „Wir können die Ärzte nicht sehenden Auges der Gefahr aussetzen, sich selbst zu infizieren und damit die Regelversorgung zu gefährden. Dann droht über kurz oder lang ein echtes Versorgungsproblem“, betonte Hofmeister.

Der Grundbestand, über den niedergelassene Kollegen zu Beginn der Grippezeit in ihren Praxen verfügten, sei weitestgehend aufgebraucht und reiche bei der steigenden Zahl an Verdachtsfällen bei Weitem nicht aus, unterstrich Gassen und ergänzte: „Wir sind deshalb im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium, den Ländern und anderen Behörden.“

Das Robert Koch-Institut sei derzeit dabei, Empfehlungen für niedergelassene Ärzte zum ressourcenschonenden Umgang mit Schutzausrüstung und erforderlichen Schutzmaßnahmen insbesondere auch bei Auskultation und Abstrichentnahme zu erarbeiten. Die KBV befindet sich hierzu in enger Abstimmung mit dem RKI.“

Quelle:
https://www.kbv.de/html/1150_44623.php





Verhalten bei Covid19

3 03 2020

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat heute einen Appell an die Bevölkerung veröffentlicht.

https://www.kbv.de/html/1150_44623.php

Klarer, genauer und eindeutiger als Sensationspostillen und Eventspotter.





Richtiges Verhalten bei Verdacht auf Covid19

3 03 2020

Es braucht wenige Worte, es zu sagen. Es braucht aber konsequente Patienten, die nicht panisch reagieren und alle anderen gefährden.

Wenn jemand den Verdacht hat, er könnte Covid19-infiziert sein, dann gilt folgendes:

1. Ruhe bewahren.

2. sich folgende Fragen stellen: Habe ich wirklich Fieber und Husten oder Halsschmerzen? Fieber ist, wenn man misst (!!!) und es ist über 38,5 Grad. War ich einem Risikogebiet laut RKI? WWW.rki.de zeigt euch die Gebiete. Hatte ich Kontakt zu einem Infizierten, der einen positiven Nachweis hatte? Hatte ich Kontakt zu Personen aus einem der Risikogebiete?

3. Falls Symptome + Kontakt zu Infiziertem oder in Risikogebieten gewesen, dann folgen weitere Schritte:

BLEIBEN SIE ZUHAUSE!!!

MELDEN SICH SICH TELEFONISCH IN IHRER HAUSARZTPRAXIS UND BESPRECHEN DIE SITUATION MIT DEM ARZT ODER MITARBEITER.
Das hat tatsächlich bis zum nächsten Morgen Zeit. Das wird Ihnen auch die Hotline 116117 sagen. Es nützt nichts, sich mit Google und diversen Facebook Seiten über Nacht Wahnsinnig zu machen. Gehen Sie schlafen und ruhen sich aus.

GEHEN SIE AUF KEINEN FALL IN DIE PRAXIS.
Ihr Verhalten könnte im Falle einer Infektion einem anderen das Leben kosten, der vielleicht gerade mit einer Chemotherapie fertig ist und sich freut, dass er den Krebs los ist oder einer jungen Mutter, die wegen einer Rheumakrankheit Immunsuppressiva erhält oder einem Organtransplantierten, der seine Kinder aufwachsen sehen möchte. Und die gerade in der Hausarztpraxis sitzen.
ES IST ALSO WICHTIG, DASS SIE SICH UNBEDINGT AN DIESE EMPFEHLUNG DES RKI HALTEN!

Sie müssen keine Angst haben, Sie bekommen einen Krankenschein, Sie bekommen Medikamente, Sie bekommen Beratung und ggf. einen Abstrich, wenn es erforderlich ist.

WARTEN SIE AB, WAS IHR ARZT IHNEN SAGT, WANN SIE IN DIE PRAXIS KOMMEN SOLLEN UND WAS SIE TUN SOLLEN. GEHEN SIE NICHT EINFACH AUF VERDACHT IN DIE PRAXIS!
Bis dahin machen Sie die klassische Erkältungstherapie und beginnen mit der Behandlung: Inhalieren, Nasenspray, Hustenlöser, Zwiebelsaft mit oder ohne Honig, Salbeitee zum Gurgeln etc. und ggf. Paracetamol, Ibuprofen oder ASS zum senken des Fiebers. Auch Wadenwickel helfen. Ruhen Sie sich aus. Schlafen Sie.

Sie vertrauen Ihrem Hausarzt? Dann tun Sie es auch in diesem Fall.





Keine FFP-Masken, kein Hausarzt

2 03 2020

Nur kurz ein knappes Statement aus einer Hausarztpraxis in diesem Land:

Nein wir haben nicht genügend FFP2-Masken. Genau 1 pro Mitarbeiter und dann ist Schluss.
Nein, es gibt keine mehr, wir waren auch schon auf dem Baumarkt, weil unser Arbeitgeber keine mehr bekommt. Da war auch nix.
Ja es gibt einen Schwarzmarkt. Den sollte Herr Spahn mal trocken legen… nach dem Krieg sind Schwarzmarkthändler drakonisch bestraft worden…
Ja man sollte die Kartellämter einschalten, weil die normalen Anbieter teils den fünffachen Preis für Material nehmen und das ist Wucher. Ja liebe Pastoren, dann jagt sie mal aus dem Tempel.
Es wundert mich, dass die KVen behaupten, wir seien gut vorbereitet, denn das stimmt nicht. Seit Mitte Januar versuchen wir an Material zu kommen, da war es schon ausverkauft. Weil auch große Klinikkonzerne ganze Lager aufgekauft haben. Oder die Wucherer…
Und NEIN es ist nicht klar, wie es zu laufen hat mit einem Verdachtsfall. Die Kliniken, die Material haben, wollen die Patienten nicht haben… Aufwand, Risiko etc., die Patienten sollen nach Hause. Sie sollen aber nicht in die Arztpraxis kommen… und nach Hause können wir nicht kommen, weil dann unsere Schutzausrüstung aus der Praxis dort verwendet werden muss und wir sie nicht kontaminationsfrei hin und her transportiert bekommen, wenn sie benutzt ist. Wie gesagt, ein set pro Person und ich habe mir schon die Schutzbrille aus dem Garten mitgenommen als spritzschutz, der sich abwischen lässt… Das Gesundheitsamt ist telefonisch kaum erreichbar. Sie haben nicht mal einen Plan, wie das laufen soll für uns Hausärzte. Und nein, sie machen keine Abstriche. Sie registrieren nur.
UND WIR HAUSÄRZTE SIND DAS KANONENFUTTER. DIE ABRIEBZONE. VERBRAUCHSMATERIAL.
Keine Ausrüstung. Keine Möglichkeit ran zu kommen. Kliniken mit Verweigerungshaltung. Und die alleinige Verantwortung im ambulanten Bereich zu diagnostizieren, therapieren, isolieren, Übertragung verhindern und selbst nicht zum überträger werden. Na herzlichen Dank auch Herr Spahn.

Falls hier Journalisten mitlesen, greifen Sie bitte das Thema auf, das ist ein Problem, das ignoriert und totgeschwiegen wird bei all den Pressekonferenzen, weil die Wahrheit an der Basis niemand hören will.