14.11. – Weltdiabetestag

13 11 2018

Zum Weltdiabetestag am 14.11.

Die größten Diabetes-Chancen kann man sich mit folgenden Produkten unserer Industrie erarbeiten:

Wasser mit Geschmack (was eigentlich Zuckerwasser mit Geschmack heißen müsste oder schlicht Brause)
Überzuckerter Kinderjoghurt
Produkte „ohne Zucker!“ Und mit Glucosesirup (flüssiger Zucker) oder Fructosesirup (genauso), die nicht Zucker heißen, aber Zucker sind
Softdrinks, also Cola, Orangenbrause, Zitronenbrause, Eistee, Säfte usw., die knapp ein Drittel bis ein Viertel Zucker enthalten
Fast Food, eine Mischung aus Englisch und Deutscher Vokabel, also Fast Essen, auch Beinahe-Essen. Jemand hatte versucht zu kochen und es ist beinahe etwas essbares geworden.

Die Retter vor Diabetes:
Bewegung, Bewegung, Bewegung, dumm nur dass es anstrengt und Zeit kostet, die beiden größten Hemmnisse, wenn es an die Umsetzung geht. Blutzucker messen, Insulin spritzen und zum Arzt gehen kostet auch Zeit und ist anstrengend, nur eben später, macht auch weniger Spaß.
Mit Verstand einkaufen. Was man isst, entscheidet sich im Laden, nicht erst in der Küche – da wird verbraucht, was gekauft wurde. Also lesen, was drin ist, kostet Zeit, macht weniger krank. Geht mal davon aus, dass wir programmiert sind auf Zucker+Fett=haben wollen! Und das wissen die Verkaufspsychologen und Marketingleute der Hersteller. Wir kaufen das, wo unser Gehirn glücklich ist, also Zucker und Fett. Und wenn einer doch ein schlechtes Gewissen bekommt, kein Problem, tun wir halt Vitamine rein, dann Ist es gesund, steht ja auch drauf und schon gehts dem schlechten Gewissen deutlich besser. Was ist das Ziel eines Herstellers? Richtig, preiswert produzieren, viel verkaufen. Ist einem das klar, wird das einkaufen einfacher.
Unverarbeitete Produkte kaufen von regionalen Produzenten.
Gegen mieses Kantinenessen in Schulen und Betrieben protestieren. Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht, nach meinem Verständnis ist mieses fettes ungesundes Essen Körperverletzung…
Den Kindern beibringen, was gesund ist! Ihr tut alles für sie, lest ihnen jeden Wunsch von den Augen ab, springt durch Feuer, bewahrt sie vor jeder Gefahr, dann zeigt Ihnen und euch auch was gesundes Essen ist. Nichts kann so wertvoll für das Leben sein wie Liebe, Geborgenheit, Wärme, Vertrauen und Gesundheit.

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„Supersize me!“ zum zweiten

27 02 2008

Die besten Reportagen etc. bringt das Fernsehen erst, wenn der Großteil der deutschen Bevölkerung seelig in den Kissen schnarcht oder TV Total guckt. Ich hatte gestern das Vergnügen, mal gaaaanz lange aufbleiben zu dürfen ohne dabei arbeiten zu müssen bzw. am nächsten Tag früh raus zu müssen. Auf N3 lief „Supersize me“ allerdings erst ab ca elf Uhr abends. Ich habe den Film bereits einmal gesehen, aber es hat mich gereizt, ihn noch einmal anzugucken. Meistens nimmt man beim zweiten Mal die Infos besser auf als beim ersten Mal. Für alle, die nicht wissen, worum es geht, eine kurze Schilderung. Der Autor Morgan Spurlock lebt normalerweise von dem Essen, was ihm seine Freundin kocht. Die ist Gesundheitsberaterin und Veganerin. Morgan selbst ist aber kein Veganer. Beide wohnen in New York und legen die meisten Wege zu Fuß zurück, so ca 7-8 km /d. Morgan beschließt den Gründen für ein immer fetteres Amerika auf die Spur zu kommen und führt einen Selbstversuch durch: einen Monat lang nur von McDonalds Menüs leben und sich nur soviel bewegen wie die meisten Amerikaner, häufig das Auto nutzen etc. Dreimal am Tag gibt es daher McIrgendwas – Menüs. Morgen bewegt sich nur noch ca 800 m am Tag und reist mit Flugzeug und Auto nach Illinois, Texas, L.A. etc., besucht Schulküchen, interviewt Menschen. Außerdem wird er regelmäßig von Ärzten gecheckt. Herausgekommen ist ein Film, der einem zeitweise die Haare zu Berge stehen lässt und bereits während des Films zu angeregten Diskussionen führt. Ich war zeitweise noch schockierter als beim ersten Ansehen des Films, zu dem es auch irgendwo in meinem Blog ein Posting geben müsste vor ca einem Jahr oder so. Aus meiner Sicht ist der Film Pflichtprogramm für alle Schulen und sollte in Wartezimmern von Krankenhäusern und Arztpraxen laufen!

Ein paar Facts gefällig?

Morgan Spurlock hat innerhalb dieses McMonats von 84 auf 95 kg zugenommen. Sein Cholesterinspiegel ist vom Normalbereich um ca 2/3 gestiegen. Seine Harnsäure-Werte sind massiv gestiegen. Das schlimmste war jedoch ein Anstieg seiner Leberwerte innerhalb von kurzer Zeit auf das Zehnfache, was einer akuten Hepatitis gleichkommt. Er war schlapp und erschöpft, müde, unausgeglichen, depressiv, litt an Schlafstörungen, entwickelte einen gelegentlichen Druck auf der Brust. Seine behandelnden Ärzte rieten ihm nach drei Wochen eindringlich dazu, das Experiment zu beenden, da sie ein akutes Leberversagen befürchteten bei den stark erhöhten Werten. Nach Ende der „McDiät“ aß Morgan wieder das Essen seiner Freundin, die eine spezielle Diät für ihn entwickelt hatte. Nach ca 8 Wochen waren seine Leberwerte wieder im Normbereich. Er brauchte 5 Monate um wieder abzunehmen. 2 kg aber hat er bis heute mehr als vorher.

Morgan nahm statt seiner benötigten 2500 kcal mehr als das doppelte zu sich. Außerdem den mehrfachen Bedarf an Fett, Proteinen, Kohlenhydraten… Dafür allerdings kaum Vitamine. Das erschreckende war: selbst im Joghurt mit Früchten steckten in der mittleren Packung bereits soviel Kalorien wie im kleinen Eis. Auch die Salate kamen auf eine ordentliche Kalorienzahl – durch paniertes Fleisch und Dressing. Ernährungsexperten berichteten, dass es früher nur eine Größe Pommes, Cola etc. gegeben hat. Heute sind es 5, wobei die frühere Größe heute lediglich die „Kindergröße“ ist. Erklär mir mal einer, wie man einen Liter Cola schaffen kann und das dreimal am Tag? Ich würde eingehen… Sie hatten einen Mann, der trank täglich 8 Liter Limonade, weil er dachte, das sei gesünder als Cola. Der muss ja permanent aufs Klo gelaufen sein, irgendwo muss das Volumen doch hin… Er war inzwischen Diabetiker und Hypertoniker, mal abgesehen von seiner Adipositas. Nach Ende der Dreharbeiten nahm McDonalds USA die Supersize Größen aus dem Programm und führten eine „GoActive“ Größe ein – die Kindergröße wurde einfach umbenannt. Außerdem gab es nach Ende der Dreharbeiten einen Erlass, dass die Nahrungsmittelhersteller nicht mehr verklagt werden können wegen Adipositas, Diabetes etc. Der Film zeigt auch, wie stark die Lobby dort ist. Die Firmen finanzieren Bildungsprogramme u.a. zur Ernährung mit. Bock und Gärtner… jaja. Bei manchen Szenen fragte ich mich, ob ich es lustig fand oder tragisch: Schulkindern wurden Bilder gezeigt. Sie kannten Ronald McDonald aber nicht ihren Präsidenten.  Amerikaner sollten vor dem Weißen Haus einfach mal den Schwur auf die Nation aufsagen. Sie schafften es nicht. Aber den superlangen Werbeslogan für den BigMac, denn konnten sie problemlos. Die 15 Dicksten Städte der USA zählen 5 „Mitglieder“ allein in Texas, dem dicksten Bundesstaat (hier wurde Morgan 5x gefragt, ob er ein Supersize Menu haben will, insgesamt aber nur 9x). Man rechnet übrigens damit, dass in 20 Jahren etwa 1/3 der US-Amerikaner Diabetes haben könnte. Die höchste McDonalds-Dichte weist übrigens Manhattan auf. Ich hab die Anzahl der Filialen vergessen, aber rein rechnerisch war es glaube ich alle 100 m. Aber New York zählt lustigerweise nicht zu den dicksten Städten.

Also ich kann nur jedem empfehlen, sich den Film einmal anzusehen. Ich verteufel das FastFood nicht, aber es sollte sich jeder überlegen, wie oft er solche Läden besucht und sich im klaren drüber sein, wie stark die Lobby und der Einfluss auf „seriöse“ Informationsgeber tatsächlich ist. Ein Salatblatt auf dem Burger macht halt noch keine Vitaminbombe draus. Letztlich ist es Eure Gesundheit, über die ihr selbst entscheidet. Ich denke, alle paar Wochen schadet es nicht. Aber mehrmals die Woche… das geht nicht gut.
Um das Experiment zu wiederholen bzw. zu überprüfen, haben die Schweden eine kleine Studie aufgelegt. Bei landarzt.wordpress.com ist ein schöner Beitrag dazu drin:

http://landarzt.wordpress.com/2008/02/14/schon-4-wochen-zu-viel-essen-schadet-der-leber/

Die Probanden brauchten aber zum Glück nur 2 x täglich ein McMenü essen. Letztlich steht am Ende das gleiche Ergebnis: Gewicht stieg an, Leberwerte auch. Damit wären die bösen Stimmen seitens der FastFood-Hersteller wohl widerlegt, die Morgan Spurlock vorgeworfen hatten, er würde betrügen.

http://gut.bmj.com/cgi/content/abstract/gut.2007.131797v1?maxtoshow=&HITS=10&hits=10&RESULTFORMAT=&author1=Stergios+Kechagias&andorexactfulltext=and&searchid=1&FIRSTINDEX=0&sortspec=relevance&resourcetype=HWCIT

Achso… da war noch was… in Bochum hat jetzt die zweite Filiale einer amerikanischen FastFood-Kette aufgemacht: Hooters. Zur Bedeutung des Namens siehe Wikipedia. Das Konzept zielt aber nicht auf Kinder und Jugendliche ab wie bei McDonalds sondern auf Männer. Zusätzlich zum eigentlich nebensächlichen Essen gibt es eine rein weibliche Kellner-Besetzung in hautengen viel zu kleinen Klamotten, die zu dümmlichen Lieder noch dümmlicher tanzen müssen. Bsp: Ententanz zu dem Text „I don’t wanna be a chicken, I don’t wanna be a duck, I just wanna be a Hooters Girl…“ Sex sells… die Mädels müssen ein Casting machen, ob sie denn auch geeignet sind, sich auf das amerikanische Niveau herunterzulassen. Dazu sind eigens amerikanische Hooters-Girls eingeflogen worden, die den deutschen Kellnerinnen die dümmlichen Tänze, das aufgesetzte amerikanische Dauergrinsen und die kreischende Stimmlage amerikanischer Ex-Teenies wie Paris Hilton beibringen sollten. Mal ehrlich: Haben wir das noch gebraucht? Die Mädels, die im Fernsehen gezeigt wurden, fanden das ganze befremdlich und ziemlich niveaulos, aber was sollten sie machen, sie brauchen das Geld. Für 6 Euro Stundenlohn halbnackt Cheerleader spielen und sich von fetten sabbernden Kerlen anglotzen lassen… Dann doch lieber als Clown im Ronald McDonald-Kostüm… Die Kellnerin degradiert zur singenden Sex-Hupfdohle. Aber die Ami-Girls findens klasse… Hauptsache hübsch und ordentlich Silikon… Seltsames Frauenbild in dieser ach so freien Nation… Ich weiß jetzt auch, warum die Amis soviel Glücklichmacher-Pillchen in sich reinwerfen. Anders kann man so nen Quatsch doch nicht ertragen. Was Wikipedia dazu noch erwähnt: In Hamburg klappte es mit der Eröffnung gleich gar nicht, in Wien hat man inzwischen wieder dicht gemacht. Hmmm, Wal Mart gings ja auch nicht besser.