Kleine weiße Friedenstaube

10 08 2017

Kleine weiße Friedenstaube fliege übers Land, allen Menschen, groß und kleinen, bist du wohlbekannt […] Allen sag es hier, dass nie wieder Krieg wir wollen, Frieden wollen wir[…] bringe allen Menschen Frieden[…]

Wer diese Zeilen kennt, ist auf der östlichen Seite des eisernen Vorhangs groß geworden. Damals… Gab es Ost und West, Atomraketen auf jeder Seite, Panzer die auf den Straßen zum Manöver fuhren, Zwischenfälle, die zu Bond-Filmen Inspiration gaben, etc. Aber immer die Maßgabe derer „da oben“: wir verhindern einen dritten Weltkrieg, weil dieser ein Atomkrieg wäre und unser aller Ende.

Jetzt 28 Jahre später gibt es einen schlecht frisierten Menschen im fernen Amerika, der peinlicherweise deutsche Wurzeln hat, von dem man glaubt, er könnte eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben, der offensichtlich nie in seinem Leben etwas von Weltpolitik, Diplomatie und Friedensverhandlungen gehört hat. Dafür aber gesponsert wird von der Waffenindustrie oder hat er am Ende vielleicht selbst Beteiligungen?

Dieser Mann gerät gerade außer Kontrolle. Wenn ich heute Nachrichten gesehen habe, dann fielen mir die angespannten Gesichter der Sprecher auf, das aufgeregte berichten, das Entsetzen, was da gerade passiert wo einer dem anderen droht. Er provoziert was er kann ohne Rücksicht auf Verluste, naja, er wird ja geschützt im Zweifelsfall. Diplomatie… War das was zu essen oder ne seltene Krankheit… Verhandlungen… Nur über die Summen, die die Waffenindustrie verdienen kann, wenn er den nächsten Krieg lostritt. manchmal kommt er mir vor wie die fünfzehnjährigen auf dem Schulhof, die völlig testosterongeschwängert ihre Kräfte austesten. Was das ganze gefährlich macht: er ist so von sich überzeugt, dass er auf niemanden hört. Und wir sind leider NATO Partner, heißt dass wir am Ende diesen Wahnsinn mitmachen sollen? Obwohl er ja die NATO für einen ausgestorbenen Dinsoaurier hielt… Wo bitte ist die internationale Diplomatie, um diesen Wahnsinn aus Drohungen und gegenseitigen Provokationen zu unterbinden, damit wir nicht im Weltkrieg enden? Das ist doch kein Spielfilm, der nach 90 min zusende ist und Daniel Craig hat gewonnen…

Am Weltfriedenstag sind wir als Kinder immer mit bunt geschmückten Stöckchen mit einer Papierfahne in blau mit der weißen Friedenstaube, bunten Bändchen und Blumen dran durch den Ort gegangen mit dem Kindergarten. Ich lernte, das Frieden das wichtigste auf der Welt ist und dass Waffen und Bomben schlimm sind und Menschen schaden. Ich wünschte, er wäre nur einmal dabei gewesen als er selbst Kind war, vielleicht hätte er dann verstanden…

And all we are saying is give Peace a Chance…

Edit am 11.08.17: habe meine kleinen Textunsicherheiten beim Liedtext ausgebessert…

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Nachdenklich

8 10 2013

Mittelmeer = das Meer der Tränen

Warum ist es nicht möglich, in den Hauptstädten der Transitländer bzw Herkunftsländer der Flüchtlinge zentrale Asylantragstellen der EU einzurichten, wo die Anträge von europäischen Beamten vor Ort bearbeitet werden? Einheitliche Kriterien für alle EU-Länder, Einbeziehung von Nicht-EU-Staaten ist möglich, wenn die Flüchtlinge in Nicht-EU-Staaten wollen und diese mitmachen wollen, Aufteilung der anerkannten Flüchtlinge nach Kontingenten. Es wäre doch mal ein Anfang, auch wenn es das Grundproblem nicht löst. Aber vielleicht hilft es, die Zahl der Toten Bootsflüchtlinge zu vermindern. Sie schätzen, dass 20000 Menschen in den letzten 20 Jahren ertrunken sind, aber niemand weiß, ob es nicht 200000 waren oder mehr. Es hat keiner gezählt. Was es braucht, sind Frieden, Hilfe zur Selbsthilfe und reichlich Bildung mit einer niedrigen Zugangsschwelle für alle. Aber wohl Hauptsächlich Frieden. Ja, wenn Frieden wäre und die Waffen schweigen (man könnte ja mal wieder Pflugscharren draus machen…), was könnte man da alles machen… Träum weiter von Utopia, kleiner Assistenzarzt… Und während Europäer, Amerikaner, Japaner, Chinesen,… auf Kreuzfahrtschiffen übers Mittelmeer gondeln und von Marokko nach Tunesien, Sizilien und weiter reisen, saufen irgendwo ein paar Seemeilen weiter desnächtens wieder Dutzende afrikanische Kriegs-, Armuts-, Gewalt- und Wirtschaftsflüchtlinge in die Tiefen ab, irgendwo zwischen einem und 50 Jahren alt, deren Namen niemand kennt, deren Schicksal unbekannt und ungeklärt bleibt und die zum großen Teil nie in irgendeiner Statistik auftauchen, nicht einmal dort bleibt ein Hauch dieser Menschen zurück. Sie sind von dieser Welt verschwunden. Und in der nächsten Nacht werden ihnen weitere folgen. Wie es scheint, ein nie enden wollender Strom, der sich auch weiterhin ins Meer der Tränen ergießen wird.
Während sich die Schleuser die Taschen mit Geld füllen. Bezahlung im Voraus, denn wer weiß, wer von den „Klienten“ überhaupt auf der anderen Seite ankommt.
Während man in Europa Gesetze hat, die es untersagen, jemanden aus dem Wasser zu ziehen, weil er Flüchtling ist. Man, was für ein Glück doch da die Kreuzfahrtpassagiere der Costa hatten, dass sie aus dem Wasser gezogen wurden von den Fischern.
Während Filmteams die Arbeit europäischer Patrouillenboote filmen, und man sich angesichts der Bilder überlegt, wer denn eigentlich die Kriminellen sind – Flüchtlinge die vor Armut ins Schlaraffenland Europa fliehen, Grenzbeamte, Politiker?

Es braucht eine schnelle politische Lösung. Das Traurige ist, dass es sie nicht geben wird und wir uns irgendwann an den Anblick einer weinenden Bürgermeisterin von Lampedusa gewöhnen, genau wie an geschockte junge Beamte, die ihre erste Kinderleiche bergen, an Touristen die Tote am Strand finden, an Seeleute, die die Welt nicht mehr verstehen, weil Jahrtausende alte Regeln (hilf jedem Schiffbrüchigem, egal wer er ist, du könntest der nächste sein) plötzlich strafbar sind.

Freitag wird der Friedensnobelpreisträger bekannt gegeben… Chance ein Zeichen zu setzen, wenn man es denn will.

Mittelmeer = das Meer der Tränen