Die merkwürdigen Namen der Generikahersteller

25 08 2017

Hat sich mal jemand gewundert, warum manche Hersteller von Generikapräparaten (das sind Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff wie das Original nur wesentlich preiswerter, also so wie im Laden mit Markenname und Discountername und es steckt das gleiche drin) so merkwürdige Namen haben? Sowas wie 1A, Aaa, abz und so. Nicht weils toll klingt, innovativ ist oder tiefgründig. Nein, die Erklärung ist ganz einfach. Das ist wie mit den Schlüsseldiensten im Telefonbuch, je mehr A desto weiter vorn. Im Arzneiverzeichnis ist das auch so. Der Arzt will verschreiben und tippt z.B. Bisoprolol ein und dann erscheinen diese mit den Zahlen oder A als erstes. Viele machen es sich einfach und klicken sie an. Also ist die Chance höher, dass etwas mit A im Namen verschrieben wird, statt Ratio, Hexal oder andere. Nur wenn man bereit ist, eine Minute mehr aufzuwenden, dann findet man die Präparate mit Rabattvertrag oder eben andere Hersteller. Machen aber eben viele Ärzte nicht. Und deshalb lohnt es sich einen strategisch günstigen Namen zu haben als einen klangvollen oder hübschen oder „normalen“.

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Das ist ein Grund

27 10 2013

… auch am Wochenende eine Notfallambulanz oder den Kassenärztlichen Notdienst aufzusuchen, um sich ein Rezept für neue Insulinpens zu holen:

http://www.bfarm.de/DE/BfArM/Presse/mitteil2013/pm13-2013.html

Novo Nordisk ruft einige Chargen des Novomix Flexpens zurück. Welche betroffen sind, steht auf den Seiten des Bundesinsituts für Arzneimittelsicherheit. Grund: In den Insulinampullen im Pen sind unterschiedliche Konzentrationen von Insulin. Statt 100% sind zwischen 50 und 150% Prozent enthalten. Heißt, es kann zu Über- und Unterzuckerungen kommen. Erstaunlich, dass Novo den Imageverlust in Kauf nimmt und sogar über die abendlichen Fernsehnachrichten (z.B. heutejournal am 25.10.13) warnen ließ. Entweder ist man übervorsichtig oder aber es gilt der Spruch vom rückwärtigen Körperteil, das auf Grundeis geht. Insgesamt ungewöhnlich für einen Arzneimittelhersteller.

Nebenbei bemerkt sollte man bei den Krankenkassen mal genau hinhören. Hier ruft ein Hersteller sein Produkt zurück, weil die enthaltene Wirkstoffkonzentration zwischen 50 und 150% liegt. Ihr liebe Krankenkassen, heizt permanent den Generika-Wahnsinn an, dass Patienten im Quartal mal eben von zwei oder drei verschiedenen Generika-Herstellern ihre Pillen kriegen, aber sagt den Leuten nicht, dass dort Wirkstoffkonzentrationen zwischen 70 und 130% im Vergleich zum Originalpräparat drin sein dürfen. Und ihr glaubt allen Ernstes, dass die Patienten das nicht merken… viele merken es bei ihren Blutdruckpillen, weil sie mal super einstellbar sind und nur ne halbe Tablette brauchen (130%) und dann wieder total schlecht und ihre Mitarbeit angezweifelt wird oder gar weitere Umfelddiagnostik eingeleitet wird, weil der Blutdruck plötzlcih nicht mehr stimmt (70%). Dann wird die Dosis erhöht und nächstes Mal gibts vielleicht wieder einen mit 110% Wirkstoff im Vgl. zum Original und Patient X kriegt Schwindelgefühl, weils endlich mal wirkt. Kriegt das endlich mal auf die Reihe und kapiert, dass wir Menschen behandeln und dieses ständige Wechseln wirklich eine Tortur ist für eure Versicherten.