Das Kreuz wenn du gegen Grippe geimpft bist

17 11 2019

Habe mich impfen lassen gegen Influenza, oder wie es landläufig heißt: Grippeimpfung. Wie schon etliche Jahre lang. Ich hatte auch mal die echte Grippe, das war, als ich nicht geimpft war und es war nicht besonders lustig…

Und wieder fiel mir wie alle Jahre vorher auch ein, wie es immer in der Klinik war. Ein Teil ließ sich impfen, aus Überzeugung, weil auch „normale“ Mitarbeiter mal Risikofaktoren haben. Mit denen man eben nicht so gerne Grippe haben möchte, weils gefährlich wird. Dann kamen jedes Jahr die Grippewellen. Und Patienten, die damit isoliert wurden. Und die Ansage, dass vornehmlich die Leute reingehen die geimpft sind. Na… merkt es hier der ein oder andere Leser schon, was für ein Alltagswahnsinn das immer ist jedes Jahr in deutschen Kliniken? Die mit Vorerkrankungen, die Risikopatienten wären bei Grippe, lassen sich impfen. Die anderen nicht. Die geimpften mit Risiko gehen in die Isolierzimmer mit Grippepatienten und haben bei Schutzraten um 70% also ein Drittel Chance krank zu werden und zwar richtig und mit Risiko. Oder halt auch drauf zu gehen. Die gesunden und ungeimpften sind fein raus… hat auch was von Darwinismus durch die Klinikverwaltungen… es hat mich immer geärgert… und ich hatte diverse Schwestern, die besorgt kamen, weil sie wegen Rheuma Prednisolon nahmen oder wegen Morbus Crohn auf Humira eingestellt waren… was war mein Rat… was soll man zu angeordneter Gefährdung sagen… das es Schwachsinn ist… ja kann man, aber nicht den anordnenden Verwaltungschefs ins Gesicht. Ich habe den Mitarbeitern schlicht geraten, zu sagen, sie sind nicht geimpft. War natürlich schwierig, wenns über den Betriebsarzt lief, weil der die Listen an den Arbeitgeber gibt. Hatte zur Folge, dass viele dann den Betriebsarzt scheuten und zum Hausarzt gingen. Oder sich nicht mehr impfen ließen, um nicht zu den Dummen zu gehören, die in die Isozimmer müssen. Mir ist nicht klar, ob der STIKO klar ist, dass dies einer der Gründe ist, warum sich medizinisches Personal nicht so gerne impfen lässt… bzw die offiziellen Impfraten so niedrig sind… Aber ihr kennt ja den Spruch, liebe Verwaltungschefs… man wünscht niemandem was böses, aber wenn zufällig so einer die Treppe runterfällt und man steht daneben, dann winkt man höflich hinterher…

Ich bin pro Impfungen. Deshalb sag ich es gleich: Impfgegner-Kommentare werden hier nicht veröffentlicht. Das ist meine Meinungsfreiheit.





Motivatör

8 06 2015

Sind deine Assistenzärzte auch immer so nervig renitent? Mögen deine Weiterbildungsassistenten nicht mehr als 50 Stunden die Woche arbeiten? Murren sie jedes Mal, wenn sie 24 h am Stück ohne Schlaf arbeiten sollen? Sperren sie sich auch gegen den ständigen Druck der Fallzahlen? Reden sie ständig vom Marburger Bund und Arbeitszeitgesetzen oder Arbeitnehmerrechten? Dann ist der Fall ganz klar: Du brauchst unsere Hilfe.
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MOTIVATÖR – Leitest du noch oder regierst du schon?

DISCLAIMER: Das ist Satire. Böse Satire, ich gebe es zu. Aber ziemlich dicht an der Wahrheit…
Ich möchte mich in aller Form bei meinem geliebten Möbelmarkt IKEA entschuldigen, dass ich sie für diese Satire benutzt habe. Ich werde auch weiterhin eure Umsätze beflügeln, wenn ich denn mal dazu komme, wieder Geld auszugeben statt nur zu arbeiten.





Assistenzarzt hilft – Woran erkenne ich einen Chirurgen?

27 09 2009

Viele Menschen fragen sich, woran man eigentlich die verschiedenen Arzt-Unterarten unterscheiden kann. Am wichtigsten ist jedoch, wie man einen Chirurgen erkennen kann.

Das ist aus verschiedenen Gründen wichtig:

Für Internisten – weil man sich mental auf die Begegnung einstellen muss, um gleich den ersten Angriff zu parieren

Für andere Chirurgen – weil zwei so große Egos nicht im gleichen Raum Platz haben

Für Studenten – damit man sich in Sicherheit bringen kann, bevor der fragt ob man nen Augenblick Zeit hat (nie die Antwort ja geben, weil es dann gleich heißt dass in OP 3 noch jemand zum Hakenhalten gesucht wird)

Für Patienten – Chirurg ist übersetzt nichts anderes als ein Handwerker… dann doch lieber einen „richtigen“ Arzt 🙂

Für Frauen – Macho-Alarm

 

Woran erkennt man jetzt eigentlich den Chirurgen rechtzeitig = wenn er noch auf dem anderen Ende des Flures ist?

  • Er trägt Kittel, schließlich muss er sich von den Pflegern unterscheiden. Der Kittel ist in der Regel zugeknöpft, weil die Chirurgen die konservativsten unter den Ärzten sind und glauben, damit wenigstens erreichen zu können, dass sie von anderen für einen richtigen Arzt gehalten werden. Die Rebellen unter ihnen, quasi die Andre Agassis unter den Chirurgen, krempeln die Ärmel bis zu den Ellenbogen hoch. Naja, das tun die Metzger in der Fleischerei auch glaub ich. Aber das hat wohl nichts zu sagen. Manche trauen sich auch, im offenen Kittel rumzulaufen, aber da werden sie von den eigenen Leuten eher ausgelacht, weil das ja nur die ganzen anderen Fachrichtungen machen.
  • Unfallchirurgen und Orthopäden neigen dazu, Sportschuhe zu tragen, und zwar nicht irgendwelche sondern die neuesten 150 Euro – Hammertreter, was sich ein Normalsterblicher nicht mal leistet, außer er hat pubertierende Teenager zuhause…. wogegen die Allgemeinchirurgen eher Holzpantinen oder schicke weiße Lederschuhe anhaben.
  • er hat kurze Haare mit Gel gestylt.
  • Er poltert als seien alle anderen schwerhörig oder haben sich nach einem Ende der gerade eingekehrten Ruhe gesehnt.
  • in seiner Kitteltasche ragen mehrere zerknautschte Konsilscheine aus dem letzten Jahr heraus, die er immer noch nicht abgearbeitet hat
  • „unten drunter“ trägt er grün, weil er nicht die Zeit hatte, die Bereichskleidung in der OP-Schleuse von sich zu werfen und sowieso gleich wieder reinmuss (obwohl er sich dann neue anziehen muss)
  • die grüne Hose hängt auf halb acht in prä-Buggy-Pants-Stellung. Das viel zu kurze Oberteil (mit Zahlen und Kleidergrößen hatte er es nie so, das ist was für Statistiker) gibt den Blick frei auf den Oberrand einer grauen oder schwarzen CK-Unterhose. Naja, da er den Kittel drüber trägt, ist das nur was für geübte Augen, die wissen, wonach sie gucken müssen
  • sobald er den Mund aufmacht wird klar: ER ist hier wichtig, er kann alles und die anderen sind alle zu blöd, um ihren eigenen Namen zu schreiben. Sein Ego füllt den Raum mit einem Schlag. Da passt kein zweites rein. Er ist schließlich Chirurg.
  • sein Body ist gestählt, schließlich geht er mindestens zweimal die Woche ins Fitnessstudio, wo die süße Krankenschwester von der einen Station ab und an mal ist, nur hat er noch nicht  rausgekriegt, wann genau sie immer da ist, aber Zahlen sind wie gesagt was für Statistiker
  • Wenn ein Besucher auf dem Flur kollabiert, brüllt er erstmal ins Telefon, dass schnell ein Internist kommen soll.
  • Er guckt jeder neuen Schwester und jeder neuen Schülerin und Praktikantin lang und ausführlich hinterher. Es ist schließlich sein Revier und er ist das alpha-Männchen…

Ach, ich liiiiiiebe Chirurgen. Wenn es die nicht gäbe, über wen sollte ich mich dann mit meinen Internisten-Kolleginnen amüsieren?