Sport in MFA-Ausbildung – zwischen Witz und Sinnlosigkeit

19 08 2019

Unsere Azubinen bzw. Umschülerinnen zur MFA (geht wahlweise auch männlich und divers) erzählen regelmäßig von ihrer Berufsschule. Ich bin ja im Grundsatz ein neugieriger Mensch und frage auch gerne nach bzw. aus. Nachdem wir neulich einen katastrophalen Muskelkater im Team begrüßen durften, der aus der Berufsschule einfach mitgekommen war, wurde ich neugierig, wo dieses Tierchen her stammte.
Ich weiß ja inzwischen, dass nach Lernfeldern unterrichtet wird. Diese haben aber nichts mit Sport zu tun. Der Sport dort für jungerwachsene und nicht mehr ganz so junge Umschüler läuft wie in der Schule ab. Der Sportlehrer bekommt sein Stundenhonorar dafür, dass er die Leute Runden laufen lässt. Wenig Vorbereitung, wenig Arbeit, gute Kosten-Nutzen-Relation für ihn. Wenig Sinn für die Azubis und Umschüler. Ähnlich wie in der Schule, sinnloses rumstehen und warten auf den Weitsprung oder redundantes Runden laufen. Klar, es spricht nichts gegen Kondition. Aber ehrlich… macht sie das zu besseren MFA?! Nein. Was würde Ihnen im Alltag helfen? Rückensport!!!! Rückenschule, Yoga und Progressive Muskelrelaxation oder Qigong zum Stressabbau! Das wäre mal ein sinnvoller Sportunterricht. Super Haltemuskulatur, weniger Rücken- und Nackenprobleme nach Bildschirmarbeit, kurze Entspannungs und Dehnungsübungen für die Mittagspause. Rückengerechtes Arbeiten. Spaß an Bewegung ohne Frustration. Besser durch den Berufsalltag! Und gibt es das? Nein… obwohl die gleiche Schule jedes Jahr Physiotherapeuten ausbildet. Obwohl sie es besser wissen müssten. Obwohl die Sinnlosigkeit von Weitsprung und Rundenlaufen für den Alltag einer MFA einen geradezu anspringt. Obwohl sie die passenden Lehrer hätten. Sie hätten als Berufsschule eine Chance, es sinnvoll und besser zu machen für jeden einzelnen Jahrgang und damit wenigstens nachzuholen, was der völlig degenerierte deutsche Sportunterricht nicht schafft. Und sie lassen sie verpuffen, damit irgendein gerade fertig gewordener Sportstudent ohne Stelle Zeiten stoppen kann und billig ist für die Schule. Wirklich kaum zu glauben… Sie bilden die Physios aus, die dann nachher den MFA den Rücken behandeln müssen, anstatt dass sie gleich grundsätzlich (an allen Berufsschulen !) statt Runden laufen Rückensport und rückengerechtes Arbeiten einführen…
… und das kann ein Hausarzt, der täglich wegen „Rücken“ krank schreibt, nicht verstehen.
Zu Fridays for Future müssten wir jetzt eigentlich Rückensport for Future starten, damit wir als Ärzte und Ausbildende und auch als spätere Kostenträger wie Krankenkasse und Rentenkassen etwas ändern und die Welt einen Hauch besser machen für uns.

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