Eine Million Gründe, nicht zu einem Klassentreffen zu gehen

12 07 2008

Ich habe Jahre drauf gewartet, auf diese Einladung, scheißfreundlich geschrieben als sei nie was in unserer gemeinsamen Vergangenheit gewesen, mit der Bitte doch am Klassentreffen teilzunehmen… ob ich nicht Lust hätte mal über die schönen alten Zeiten zu plaudern… Ich habe alles getan, um Spuren zu verwischen, ich bin umgezogen, habe jeglichen Kontakt zu ehemaligen Mitschülern abgebrochen und bin das geworden, was mir keiner zugetraut hat (und darin glaub ich ganz gut). Doch jetzt ist der Tag gekommen, an dem ich endlich die Chance habe und überlege ob ich es wirklich tue: den ganzen mobbenden, schlagenden, intoleranten, intrigenspinnenden, andere bedrohenden Teenagern von einst mal sagen, was ich von ihnen halte. 

Also helft mir mal eine Million Gründe zusammenzutragen, warum man nicht auf ein Klassentreffen gehen sollte, ich will mir gerne die besten raussuchen und eine schöne Email mit einer Absage mailen.

1. ich habe euch nach all dem was damals in der Schule gewesen ist sowieso nicht leiden können

2. einer von euch sitzt meines wissens nach sowieso in geschlossenen Verhältnissen

3. Elefanten vergessen nicht

4. ihr könnt mich mal

5….

Advertisements

Aktionen

Information

85 responses

12 07 2008
M.M.

Ich würde hingehen – die Freude darüber, dass die „großten tolle Typen“ von damals vermutlich sich am anderen Ende der Karriereleiter wiederfinden wäre Lohn genug 🙂

12 07 2008
Christian Hautmann

Mein Haus
Mein Partner
Meine Freunde
Mein ….

Die positiven Aspekte halt einfach aufzählen und klar machen, dass sie dir wichtig sind. Frei von Verachtung. Der Ärger wird umso größe je mehr der Neid geschührt wird. Alles andere dürfte infantil wirken. Daher stimme ich M.M. zu, wobei das auch per mail geht ^^.

12 07 2008
Daniel

Glaub es mir, Klassentreffen sind eine SEHR gute Methode, alte Rechnungen zu begleichen.
Und wenn es einfach nur ist, indem man besser aussieht, einen besseren Job hat, einen tollen Partner (oder ein irre glückliches Leben als Single – das muss man einfach gut verkaufen), und und und.
Geh hin, und du wirst dich wundern, wieviele ehemalige Mitschüler/innen nichts weiter auf die Reihe gekriegt haben, als Kinder zu kriegen und den ganzen Tag Talkshows zu gucken.
Es gibt für das Selbstbewusstsein nichts besseres, als zu sehen dass die Oberchecker von damals inzwischen dickliche Couchpotatoes ohne Perspektive geworden sind.
Mach es einfach, trau dich! :))

12 07 2008
F

Sehe KLassentreffen auch eher gemsicht. Mitte August ist ein KLassentreffen mit der Grundschule. Das waren alles übelst nette Leute, die ich mich freue wiederzusehen. Vom Gymnasium will ich keinen wieder sehen, außer die, mit denen ich eh noch Kontakt habe.
Andererseits sage ich mich, wie kann man nur so nachtragend sein. Man war ja noch jung damals. Bei mir ist das ja noch nciht so lange her. Bei dir schon. Viele werden sich geändert haben, Assistenzarzt.

12 07 2008
Rockige

Ich weiß nicht… bei einem solchen Hintergrund ist ein Klassentreffen alles andere als schön.
Klar, man könnt sich vom Arbeitskollegen den Porsche ausleihen, einen coolen bzw heißen Fummel anziehen und für eine halbe Stunde herumprotzen und auf all die kleinen Lichter herunterlächeln bevor man sich wieder verkrümelt. Aber ob das einem selber wirklich so viel bringt?

Ich halte es selber so: Leute die mir mein Leben zur Hölle machten muss ich nicht kennen, ich weigere mich mit diesen Personen Kontakt zu haben. Alleine deren Anblick lässt mich an schlimme Zeiten denken. Deshalb würde ich niemals (!) auf ein Klassentreffen gehen.

Alles Gute,
Rockige

12 07 2008
Rockige

PS (aufgrund des Kommentares von F.):
Es mag ja sein das sich Menschen ändern können aufgrund ihrer gewonnenen Reife… aber was nützt einem JETZT eine (entschuldigung) scheißfreundliche Entschuldigung von dem Kerl der einem als Jugendlicher den Kopf ins Schulklo steckte? Dies ändert doch nichts daran das man eine schreckliche Zeit damals hatte.

So, ich genehmige mir nun einen Tee um die aufkommenden Bauchschmerzen zu bekämpfen.

Liebe Grüße,
Rockige

12 07 2008
Assistenzarzt

Ich werde definitiv nicht hingehen. Ich könnt an dem Abend gar nicht so viel Alkoholika trinken, um meine aufkeimenden Antipathien unter Kontrolle zu kriegen. Ich habe mitbekommen, was einige von damals machen, so indirekt. Einer sitzt wohl im Kittchen, einer hat ein Kopf-Problem, noch einer ne glatze und seltsame politische Überzeugungen, einen traf ich wieder und lehnte aus Gründen eines ethischen Konflikts die Behandlung ab – ohne das er es mitbekam, ich hab einfach mit einem Kollegen getauscht bevor ich ihn fest als Patienten erhielt – die welt ist manchmal einfach zu klein und du kannst bis ans Ende der Welt gehen und doch wirst du jemanden treffen, der aus deinem Heimatort stammt…

13 07 2008
axyron

Klassentreffen sind die Hölle.

Diejenigen, die damals Arschlöcher waren, sind es heute auch noch. Das überrascht einen ja nicht weiter. Es ist mir völlig egal, ob ‚was‘ aus ihnen geworden ist. Ein Arschloch mit Stellung und Konto bleibt ein Arschloch. Als ich ihnen gegenübersaß, hatte ich nicht einmal mehr alte Rechnungen zu begleichen. Sie sind immer noch dieselben widerlichen, klugscheißenden, eingebildeten und heuchlerischen Jungpisser wie damals. Das hat mich beruhigt. Als ich sie wiedersah, habe ich gemerkt, daß mein Selbstbewußtsein tadellos funktioniert.

Schlimm war dies: Es gab ja auch welche, die man mochte und zu denen man aus irgendeinem Grund dennoch keine engere Beziehung hatte. Die man so aus der Ferne leise bewunderte. Solche, bei denen man fest überzeugt war, daß sie einfach nie Spießer werden konnten.

Sie sind alle Spießer geworden. Alle. Irgendwie ist kein Leben mehr in ihnen, und wenn sie noch so aktiv sind. Angepaßte und zurechtgeschliffene Rädchen im Getriebe. Ideale dürfen jetzt nichts mehr kosten, sie müssen etwas bringen.

Ich hätte das nicht wissen müssen. Ich wollte nicht hingehen, ich habe auch nicht zugasagt. Erst in allerletzter Minute habe ich mich dafür entschieden.

Nie wieder.

13 07 2008
anonym

Ich hatte auch eine Klasse, die mit mir sehr mies umging: ich war immer derjenige, der aussen stand und jeweils täglich gemobbt wurde.

Als ich zum Klassentreffen eingeladen wurde, traute ich meinen Augen nicht. Zum einen, weil ich nie daran geglaubt hatte, je zu einer eingeladen zu werden, zum anderen, weil die damalige de-facto-Klassensprecherin sich im Standardbrief mit Handschrift bei mir entschuldigt hat, was sie damals gemacht haben.
Ich ging hin. Zum Teil war eine Genugtuung, sich mit einigen treffen zu können und zu sehen, dass sie sich „normal“ verhalten können. Andererseits gab es auch Kommentare wie „Du hast ja eine Ausstrahlung“, die ich offenbar früher nicht hatte (woher denn, wenn man täglich was einstecken muss?). Dieser Kommentar war für mich ambivalent. Einerseits fand ich ihn frech, andererseits gab er mir auch Genugtuung. Trotzdem, die Person, die mich so kommentierte, finde ich heute noch unsympathisch und würde sie jederzeit wieder meiden.

13 07 2008
Thomas

Ich würde auch unter keinen Umständen ein Klassentreffen besuchen. Mich würde bereits eine Einladung ärgern, weil es ja jedem klar sein müsste das ich garantiert niemanden wiedersehen möchte. Insofern würde ich die Einladung als solche bereits als bewussten Hohn betrachten. Es ist ja so schon schlimm genug, wenn man zufällig jemandem über den Weg läuft, mit dem man zu Schulzeiten extreme Probleme hatte.
Ich verstehe bereits selbst die Motivation, ein solches Treffen zu veranstalten, nicht im geringsten. Wenn jemand wirklich gut befreundet war, dann hat man vermutlich sowieso weiterhin einen Kontakt aufrecht erhalten. Und wenn sowieso nie der geringste Kontakt da war, wieso dann überhaupt treffen? Würde jemand versuchen sich mit völlig Fremden, die er z.B. einfach auf der Straße anspricht, irgendwo zu treffen, würde dieser jemand doch auch nur Unverständnis ernten.
Und ja, ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass selbst Jahre später nicht der geringste Unterschied im Verhalten dieser Leute festzustellen ist.
Eher kommen widerlichste Rationalisierungen und Rechtfertigungen auf. „Wenn du so viel geschlagen wurdest, dann musst du auch selbst daran Schuld gewesen sein.“ Weil ja auch überhaupt noch nie irgendwann oder irgendwo jemand „grundlos“ angegriffen wurde, stimmts? 😉 Eine fantastische Logik… Mir fällt kein noch so abstruser Grund ein, mich freiwillig mit Menschen dieser Denke auseinanderzusetzen. So zu tun als sei nichts würde mich ankotzen, und irgendwie in eine Diskussion darüber reinrutschen brächte auch nichts. Ändern würde es sowieso nichts mehr.

13 07 2008
wortman

@assistenzarzt: wie lange ist die schule vorbei? mal ganz ehrlich: du machst dir heut noch ein kopf, was vielleicht vor 10/15 jahren etc. war? warum? man sollte nach vorne gucken und nicht in der vergangenheit kleben…

wovor habt ihr anderen eigentlich angst? ich war auch nicht grade der „sonnyboy“ in der schule, trotzdem bin ich zum 20jährigen klassentreffen gegangen. und wie „daniel“ es so schön formuliert, man erlebt so manche überraschung.
ein cooler von damals hats man grade zum geschäftsführer bei mcdoof geschafft, andere haben auch nicht viel erreicht und so manche(r) looser(in) von damals hatte nach 20 jahren eine art „vom entlein-zum-schwan-wandlung“ hinter sich.

alles in allem kann ich nur sagen, der spassfaktor war einfach klasse.

13 07 2008
Assistenzarzt

@wortman: ja, die schule ist ein paar Jährchen vorbei. Warum ich mir einen Kopf mache? Weil ich es schon als unheimliche Frechheit empfand, meine Emailadresse rauszukriegen und mir eine Einladung zu schicken. Ich habe keine Angst, es auf einen „was-ist-aus-dir-geworden-vergleich“ ankommen zu lassen, auch wenn ich von sowas nichts halte. Der einzige vor dem man sich rechtfertigen muss, ist man selbst.
Aber würdest du dich mit Leuten wiedertreffen wollen, die dich einst bedroht haben, wenn du nicht bald aufhörst gute Noten zu schreiben, könnten sie für deine Sicherheit nicht mehr garantieren? (Und ich war nicht Klassenbeste). Würdest du ehrlich erpicht darauf sein, Leute wiederzutreffen, die dich bestohlen haben und dich gemobbt haben, dass du schon die Pausen bis zum Schuljahresende begonnen hast zu zählen? Oder Ex-Mitschülerinnen, die ihre Freunde / Liebhaber schickten, die dir Schläge androhen mit den Worten „Pass ja auf, wo du langgehst“? (wobei mir damals ehrlich gesagt nicht klar war, was ich mit diesem Mädel zu schaffen hatte, außer dass wir in der selben Klasse gesessen haben)
Nee, mit sowas möchte ich heutzutage keinen Kontakt mehr haben, denn da schließe ich mich axyron an – wer damals so ein Arschloch war, ist es heute auch noch. Menschen ändern sich vielleicht, weil sich sich anpassen müssen im Job, aber die Grundzüge des Verhaltens und die Denkmuster bleiben.

13 07 2008
wortman

aber sicher würde ich das… allein um zu sehen, was aus den großkotzigen prolls geworden ist 😉
ich trau dir mal so unbekannterweise zu, dass du über ein vernünftiges selbstbewusstsein verfügst. also, was soll schon passieren? und sollte jemand tatsächlich auf dem bildungsstand eines neandertalers stehen geblieben sein, kann man immer noch wieder gehen…

13 07 2008
dr. motte

ich habs ja gewußt… doch nur bis zur 4 gekommen…

😉

guter versuch!

beste grüße

dr. motte

check my http://www.drmotte.de

13 07 2008
wortman

motte, muss man deinen eintrag verstehen? 😉

13 07 2008
Wallace

Also ich halte es mit Klassentreffen so:
Grundschule = War eine schöne Zeit, mit einer ganz tollen Klassenlehrerin, da bin ich hingegangen und es hat Spaß gemacht.
Alle anderen, nachfolgenden Schulformen =
… ihr könnt mich mal!
Mit Freunden aus damaliger Zeit habe ich so oder so noch Kontakt, dafür brauche ich kein Klassentreffen. Die anderen Egoisten, Mobber, Intriegenschmieder und Schleimer waren nie meine Freunde – warum sollte ich ausgerechnet jetzt was mit denen zu tun haben wollen? Ich bin mit meinem Leben zufrieden, ohne auf andere neidisch zu sein oder Neid hervorrufen zu wollen. Sollen die sich meinetwegen treffen, und wie früher aufeinander einsticheln, ohne mich!

13 07 2008
buchstaeblich

Einladungen zu Klassentreffen nicht zu bekommen, gehört mit Sicherheit mit zu den Gründen, beim Heiraten einen gründlichen Namenswechsel zu vollziehen – nur mal so als Tipp für die Allgemeinheit: Das funktioniert! 😉

Ablehnungsgrund für den Assisitenzarzt:
„Sie laden ausgerechnet mich zu einem Klassentreffen ein? Sie brauchen wohl einen Arzt!“

13 07 2008
Breiti

diese Angeberei kotzt mich an …. und die Leute die man eh NIE leiden konnte haben sich i.d.R. auch nicht zum Besseren verändert …..

13 07 2008
Breiti

ich meine die Angeberei der ehemaligen Mitschüler … nur damit mich hier Keiner falsch versteht … 😉

13 07 2008
happy

Sehr geehrte einlader zu meinem klassentreffen!
Mit erschrecken musste ich feststellen, dass sie –ungeachtet meines absoluten desinteresses an ihnen und anderen prollärschen meiner vergangenen tage- meine e-mail-adresse erspioniert haben.
Warum dem so ist, ist mir schleierhaft, denn ob ihrer schleimerischen art mit ihrem anliegen einer gruppentherapie beizuwohnen, ist mir klar, dass sie sich genau so wie die anderen intriganten, mobber und schleimscheisser auf PISA-Nullbasis nicht einen deut geändert haben.
Um es aber auch ihnen begreiflich zu machen und ihrem intellekt die möglichkeit zu geben meine abneigung in bezug auf so ein dummhaufentreffen wenigstens teilweise zu erahnen, hier ein auszug meiner liste „1000000 gründe nicht zum klassentreffen zu gehen“:

1. ich habe euch nach all dem was damals in der Schule gewesen ist sowieso nicht leiden können-und das wird sich auch nie ändern!
2. einer von euch sitzt meines wissens nach sowieso in geschlossenen Verhältnissen-und das wurde auch zeit wie es auch bei euch mal zeit sein sollte.
3. Elefanten vergessen nicht-und selbst wenn ich wie einer aussehen und mich so benehmen würde, wäre ich immernoch ein besserer mensch als ihr.
4. ihr könnt mich mal-und zwar IM arsch!
5. ihr wollt mitleid von der gruppe?dann meldet euch in der psych!

1493. wenn ich an euch denke wird mir übelst und das kann ich mir bei meiner position nicht leisten-abgesehen davon, dass ihrs auch gar nicht wert seid.
1494. ihr wollt bewundert werden von der gruppe? Für was? Fürs dumm ausse wäsche gucken?

999999. eure verlogenheit stinkt zum himmel!
1000000.es ist mir einfach zu blöd.

Und da ich nicht annehme, dass sie das jetzt verstanden haben, hier ganz einfach:
NEIN!

Mit endgültig abschiednehmenden grüßen samt mittelfinger
Assistenzarzt

13 07 2008
happy

ich bin so lustig!^^

14 07 2008
skhor

Dass Mitschüler widerlich sein können, ist doch normal. Und man sollte dankbar für die Erfahrung mit ihnen sein, bereitet es doch auf die Begegnung mit eventuell noch widerlicheren Kommilitonen oder Kollegen im späteren Leben vor. Wenn diese Mitschüler wirklich SO schlimm waren, würde ich erst recht hingehen, und mir das auch aus Neugier noch mal ansehen. Aber meist übertreibt die Erinnerung doch massiv.

14 07 2008
wortman

@skhor: genau! hingehen… wer sich so etwas entgehen lässt, hat wohl in den letzten 10 oder mehr jahren nix gelernt, sich nicht weiterentwickelt… wenn man sich an „böse“ erinnerungen klammert, nur um nicht hinzugehen…

14 07 2008
emergency_doc

@Assistenzarzt:
Ich hasse sowas auch. Ich finde, gerade in unserem Beruf sieht man doch, wie kostbar das Leben ist. Und wie knapp unsere Zeit insgesamt bemessen ist neben Diensten, Pflichten, etc.

Wenn Dir die Leute was bedeuten würden, dann würde ich hingehen. Nur hinzugehen, um zu demonstrieren, dass man es „geschafft“ hat, finde ich dumm und stellt einen auf die gleiche Stufe mit denen. Da Dir die Leute nix bedeuten, würde ich die Mail löschen und alles ignorieren. Man sollte solchen Leuten nicht die Aufmerksamkeit schenken, die sie nicht verdienen.
Wie war das mit den „Gefühlsstufen“ ? Liebe –> Hass –> Gleichgültigkeit. Nach all den Jahren solltest Du bei Gleichgültigkeit angekommen sein und Dein Leben leben. Du weißt doch, dass aus Dir was geworden ist worauf Du stolz sein kannst. Die müssen das nicht wissen. Wozu auch ? Ergo: eMail –> „Ablage P“. 🙂

14 07 2008
clarissaschwarz

Titel: Absage
Text:
Lieber Einlader
Ich werde nicht am Klassentreffen teilnehmen können, weil ich meine Zeit sinnvoller zu nutzen weiss, als mit einpaar … (xkdhfsghdg) rummzusitzen und über die „gute alte Zeit“ zu philosopieren, die in Wirklichkeit keine war.
Danke trotzdem. XY

Und falls du trotzdem Gründe willst:
5. ich will nicht mit Leuten reden, mit denen ich gar nicht reden möchte
6. ich will keine gute Miene zum bösen Spiel machen
7. ich kann nicht soviel saufen, wie ich über euch kotzen könnte
8. mich interessiert weder eure Vergangenheit, eure Gegenwart noch eure Zukunft
9. ich möchte nicht unnötig Geld für etwas ausgeben, das ich gar nicht essen möchte, mir ist der Appetit vergangen
10. mit euch rumsitzen? ich kann die Zeit besser nutzen, zB. auf dem WC
11. ich werde sprachlos sein bei eurem Anblick

14 07 2008
Petra

Interessant dass es scheinbar ALLEN so geht dass sie das Gefühl haben sie waren out, hatten keine Freunde, wurden gemobbt. Wo sind nur die all die Tollen denen das nicht passierte? Gibt es die?

Nachdem ich mich mal nach Jahren mit einer meiner damaligen „Feindinnen“ (da sie in meinen Augen voll im Trend schwamm und auf mich herabsah, mir wo es nur ging eins reinwürgte) unterhielt, stellte ich fest dass es ihr umgekehrt fast genauso ging.

Wie kann das nur sein, so eine verkehrte Wahrnehmung? Ich erinnere mich nämlich sehr genau an all die schlechten Gefühle, an die Parties zu denen ich nicht, sie aber eingeladen wurde, die Hintenrumkriege in denen ich hilflos war…. – Und jetzt? Spüre ich deutlich dass sie das in unserem späteren Gespräch ernst meinte – ihr ging es ähnlich mit mir. Sehr, sehr merkwürdig! Und auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

14 07 2008
Assistenzarzt

Es ging nicht um Partys, zu denen ich nicht eingeladen wurde. Ja, die Hintenrumkriege… es ging aber nicht darum, wer wessen Freundin ist und wer mit wem auf welche Party geht. Es ging um Ausgrenzung einzelner (z.B. lernschwache Mitschüler, dicke Mitschüler, Mitschüler aus armen Elternhaus,, Leute ohne Markenklamotten oder die keinen Alkohol tranken trotz Aufforderung anderer dazu), gegen die ich mich auflehnte und am Ende war ich selber einer davon, der ausgegrenzt wurde, weil ich es mich gewagt hatte, zu mehr Toleranz aufzufordern. Es widersprach und widerspricht meiner Philosophie, die gleiche Politik zu betreiben, so dass ich dort ein reines Gewissen habe, dass ich in meiner Schulzeit keinem übel mitgespielt habe. Es ging in meinem persönlichen Erleben darum, die Androhung körperlicher Gewalt bzw. die Ausführung derselben und Repressalien zu vermeiden. Darin bestand mein täglicher „Kampf“. Einer derjenigen, die ausgegrenzt wurden, hat sich übrigens umgebracht.
Wie hier in der Diskussion schon gesagt wurde, man würde sich auch nicht mit Fremden in eine Kneipe setzen, die man nicht sympathisch findet und so tun, als sei die Welt perfekt gewesen. Um ehrlich zu sein, ich finde die von emergency_doc vorgeschlagene Variante gut – einfach Email löschen und gut ist. Aber sie haben eine Antwort verdient, die in wenigen Sätzen sagt, dass ich die damaligen Geschehenisse heute genauso wenig toleriere und auch beschönigende Worte nichts daran ändern und ich denke, dass sie in all den Jahren nicht anders geworden sind. Jemand ist mit 16 Jahren in der Lage, gut und böse, richtig und falsch, tolerant und intolerant zu unterscheiden und sein Verhalten zu reflektieren, vor allem wenn er einen höheren Bildungsabschluss anstrebt, so dass ich der Ansicht bin, dass sie durchaus wussten, was sie taten. Ich hatte bis zu dieser Email mit meiner Schulvergangenheit abgeschlossen und nach all euren Antworten, bin ich der Ansicht, ich sollte es mit dieser Antwortmail erneut tun und einfach abschließen.
Mein Leben begann richtig mit dem Studium, es war die beste Zeit meines Lebens mit netten Leuten, die kollegial waren und zusammenhielten. Diese Zeit möchte ich nicht missen und manchmal sehne ich mich danach zurück. Und daher weiß ich, dass es einen Unterschied gibt, wie man miteinander leben und lernen kann.

18 06 2010
Evy

Es ist schon richtig, dass man mit 16 richtig und falsch unterscheiden kann. Aber viele Jugendliche sind mit 16 in ihrem Selbstvertrauen noch nicht ausreichend gefestigt. Das mag keine Entschuldigung dafür sein, dass sie sich schlecht benehmen, aber durchaus ein Erklärungsansatz für die Fehler, die wir Menschen nun mal machen. Ich wurde in meiner Schulzeit auch gehänselt und bin dann dazu übergegangen, wiederrum andere zu hänseln. Wenn ich heute darüber nachdenke, so ist mir durchaus bewusst, dass ich Sch… gebaut hab, und es tut mir leid. Ich finde nicht, dass Du es nötig hast, Dich zu rechtfertigen für den Fall, dass Du nicht zu dem Klassentreffen gehst. Wenn Dir die Menschen egal sind, hat sich das mit der Rechtfertigung sowieso erledigt. Hegst Du aber immer noch einen Groll gegen sie, so solltest Du sie erst recht nicht wissen lassen, dass sie damals die Festigung Deiner Persönlichkeit gefährdet haben. Du bist etwas geworden, Du musst vor Dir bestehen, nicht vor anderen – das hast Du schon richtig erkannt. Es bedarf keiner Kommentare. Ohne Antwort die ehemaligen Mitschüler auf dem Klassentreffen erfolglos auf Dich warten zu lassen, ist schon Genugtuung und „Rache“ genug. Denn nichts ist schlimmer als „Ohne Worte“. Glaub mir, Nichtachtung zeigt ihnen wirklich, wie unwichtig sie für Dich sind und es immer waren. Damit kannst Du Menschen verletzen – nicht, dass ich Dir damit den Ratschlag auf den Weg geben will, genau das zu tun. Du brauchst nicht die Ratschläge fremder Menschen, Du hast Deine Entscheidung längst getroffen und willst sie einfach nur bestätigt haben, nicht wahr? 😉 Alles Gute.

14 07 2008
buchstaeblich

Dann ist es jetzt wirklich wichtig für dich, eine Antwort zu verfassen, damit Du das Kapitel so richtig abheften und in die Rundablage plumpsen lassen kannst.
Die richtigen Worte wirst Du schon finden – das ist dir ja hier auch gelungen!

15 07 2008
L. Carone

Ach Assistenzarzt,

das kenn ich zu gut. Ich hab mir überlegt: Warum zum Geier sollte ich auch nur einen einzigen Abend mit Leuten verbringen, die mir bis auf wenige Ausnahmen vor 10-15 Jahren scheißegal bzw. herzlich unsympathisch waren und an deren Namen ich mich teilweise gar nicht erinnern kann. Höchstens wegen einem Lehrer wäre ich gekommen, aber der ist vor ein paar Jahren verstorben.

Brauch ich andere Leute, um zu wissen, dass es mir heute gut geht? Nö, brauch ich nicht und Schadenfreude über ein verpfuschtes Leben macht mich auch nicht unbedingt besser als die Knilche, die damals auf die anderen herabsahen, weil sie kein schickes Auto von Papa geschenkt bekamen.

Ich hab also den Brief einfach weggeworfen und den Abend mit meinem Mann und Freunden verbracht.

15 07 2008
L. Carone

Ach ja, blödester Spruch, den ich mal bei einem Ehemaligen-Treffen meiner alten Arbeitsgruppe zu hören bekam:“ Sag mal! Ist das immer noch der gleiche Typ, mit dem Du damals zusammen warst?“

Mein Mann stand daneben und fand das irgendwie nicht so witzig und ja, er war damals schon mit mir zusammen. Klassentreffen, Ehemaligen-Treffen sind gleichermaßen witzlos.

15 07 2008
F

Anscheinend melden sich hier nur solche zu Wort, die dagegen sind. Danke Wortman, dass du dich hier gemeldet hast. Es ist doch sehr einseitig, subjektiv und negativ hier.

Die junge Dame, die unser Grundschultreffen organisiert, wurde früher öfters gemobbt. Warum sollte sie das also organisieren? Weil sie trotzdem die Menschen von damals treffen will, denn es gibt auch gute Erinnerung und sie glaubt wohl an Veränderungen und wenn der blöde Pisser mit dem Mundgeruch halt immer noch ein Pisser mit Mundgeruch ist – na und? Who cares?! Sich daran hochzuziehen was vor zehn oder mehr Jahren war ist lächerlich und zeigt, dass man wohl irgendwo stehen geblieben ist.

15 07 2008
Assistenzarzt

@ F: vielleicht ist sie eine von denen, die immer noch die andere Wange hinhalten und chronisch gutmütig sind, egal was man ihnen antut.
Nachdem ich nun schon etliche Jahre nach der Schule Menschen aller Art kennenlernte und auch so geschätzte 5000-8000 Patienten (oder mehr?), von denen etliche „Dauerbrenner“ sind, da maße ich mir an zu sagen, dass Menschen sich nur in geringem Maße verändern, aber die Grundzüge der Persönlichkeit bleiben.

15 07 2008
wortman

wie mir scheint F. sind wir zwei die einzigen, die das „who cares“ ganz oben stehen haben 🙂
doktorchen, die dame ist sicherlich nicht chronisch gutmütig, sie hat nur im lauf der jahre den nötigen abstand zu früher gewonnen 😉

17 08 2012
Wind

Es gibt keinen der einen nötigen Abstand hat, nur welche die es gut verbergen oder verdrängen können. Einen Abstand zu einem derartigen Trauma zu bekommen ist fast unmöglich, v.a. wenn Abstand bedeutet: „Hey steh doch einfach mal drüber, die ollen Kamellen, ist doch alle Schnee von gestern…“. Damit wird seitens der Täter, den Opfern suggeriert sie seien selbst Schuld und sollen sich nun nicht mehr so anstellen.

15 07 2008
Assistenzarzt

tja, oder sie is eine von denen, die ihr leben lang um anerkennung kämpfen und betteln und es nie verarbeitet hat, dass sie in der gemeinschaft nicht akzeptiert wurde und jetzt hofft sie auf die reife der anderen, dass man jetzt nach all den jahren endlich ihr engagement zu schätzen weiß und ihr den nötigen respekt entgegenbringt… von denen habe ich reihenweise in der kinderneuropsychiatrie erlebt oder in der psychosomatik. die geschichten gleichen sich, auch mit dem organisieren von klassentreffen, obwohl sie die gemobbten und getretenen waren in der hoffnung man würde sich bei ihnen bedanken und für das frühere entschuldigen (wie naiv)…

nee, mal ehrlich: zeig mir den mit dem nötigen abstand zu früher, die kannst wie ne briefmarke ins album kleben, so selten sind die. wir sind doch alle geprägt von den erfahrungen aus der kinder und jugendzeit und so werden wir auch auf solche einladungen reagieren. ich habe mich für eine gepflegte absage mit seitenhieben entschieden… who cares… genau, die absage ist raus und die email gelöscht und meine antispam hat einen neuen eintrag erhalten… good bye ihr mobber und schläger von einst and kiss my a…

15 07 2008
buchstaeblich

Öhm,

ich hatte den Assisitenzarzt vor 3 Tagen so verstanden, dass er sich bereits dagegen entschieden hat, die Veranstaltung zu besuchen.
Aus absolut nachvollziehbaren Gründen.

Sollte das nicht absolut in Ordnung sein?
Ich finde jedenfalls nicht, dass er sich rechtzufertigen hätte, wenn ihm sein Gefühl sagt, dort nicht hin zu wollen. Genau so wenig, wie wenn er es warum auch immer wollte.
Und nur, weil es irgendwo in der Welt ein Ex-Mobbingopfer gibt, das heute Treffen organisiert (mit einem keinem außer der Person selbst bekannten Gefühl), muss das jetzt a) nicht jeder so machen, b) sich schuldig fühlen, wenn er er nicht tut.

15 07 2008
Joekanone

Meh….möglicherweise hätte ich nicht ständig alle und jeden mobben sollen, dann wäre ich auch mal zu einem Klassentreffen eingeladen worden.
Verzweifele nicht, die coolen Jungs hatten es auch nicht leicht ;P

Ab davon tu was Du für richtig hälst. So traumatisch wie deine Schulzeit klingt sind da noch ne Menge Rechnungen offen. Ich wage allerdings zu bezweifeln das Du die weder durch dort aufkreuzen, noch durch „eine wirklich garstige E-Mail“ begleichen wirst.

15 07 2008
wortman

@buchstaeblich: im grunde war von vorne herein klar, dass der doktor da nicht hingeht…genau genommen ist das ganze posting überflüssig gewesen. er hatte nie vor, dort hinzugehen.

amüsant finde ich die ganzen antworten. egal von wem. irgendwie scheinen alle nur böse mitschüler gehabt zu haben. waren also unsichtbare mauerblümchen, die man ärgern musste… und heute als schwäne sich nicht trauen zu sagen „ätsch, ich bin ich“…
es kann mir keiner erzählen, er/sie hätte von der ersten bis zur letzten klasse in der jeweiligen schulform immerzu nur schlechtes erfahren. das ist unglaubwürdig.

16 07 2008
Ludmila

@wortmann: Überleg Dir bitte mal, was das für eine Plattform ist.

Ein Web 2.0 Medium eines Assistenzarztes. Mit dem erklärten Ziel aus der für viele unbekannten Welt der Ärzte zu berichten.

Kannst Du Dir vielleicht vorstellen, dass die Leute, die hier lesen und schreiben, jetzt nicht unbedingt den deutschen Durchschnitts- bzw. Spießbürger repräsentieren? Schließlich ist doch gerade das Merkmal eines Spießbürgers, sich überhaupt nicht drum zu scheren, was den Nachbar wirklich bewegt. Lesen Spießbürger oder Snobs Blogs oder setzen sich damit kritisch auseinander oder schreiben sie gar sinnvolle Kommentare? Wohl kaum.

Aber die Leute, die freiwillig in ihrer Freizeit an den Gedanken und Erlebnissen eines anderen teilnehmen und vielleicht über den Tellerrand sehen wollen, das sind genau die, die auch in der Schule ständig gemobbt wurden, weil so ein Verhalten als merkwürdig angesehen wurde.

Es wundert mich gar nicht, dass gerade hier überdurchschnittlich viele ehemalige Außenseiter auflaufen.

Im Übrigen ist es mehr als kindisch jemandem, den ich schon damals nicht richtig kannte und den ich heute nach 10-15 Jahren noch viel weniger kenne, zu sagen: Ätsch.

Brauch ich nicht und gibt mir nichts. Also, was soll der Mist.

8 11 2009
zunker

@Ludmilla
Deine Definition von Spießbürger ist wahrscheinlich falsch. Spießer und spießig sind Bezeichnung für Leute, die niemand für sich in Anspruch nehmen will. Ekel-Alfred ist der Musterspießer. Er gibt vor, anständig zu sein, wahrt nach außen Anstand (zumindest was er damit meint), behandelt seine Nächsten aber alle dreckig. Der Spießer beschwert sich über Pornographie und konsumiert Pornographie. Natürlich weißt ein Spießer die Eigenschaften, die du aufgezählt hast, dann auch auf, also Interesse und Mitgefühl heucheln.

Ich war nicht beim Abiball und wurde auch nicht zu diversen Klassentreffen eingeladen. Ich wäre auch nicht hingegangen. Einerseits sind zwei, drei Jahre nach Abitur ein Klassentreffen zu wenig Zeit. Andererseits denke ich auch nicht mit Freuden an meine Schulzeit zurück, was zum Einen an den Lehrern, zum Zweiten an meinen Mitschülern lag. Ich wurde oft ausgegrenzt, was mir regelmäßig passiert. Ich trinke auch keinen Alkohol. Ich mag auch keine Partys.

Ein paar Leute würde ich schon gerne wiedersehen, aber dann bitte in einem kleineren Rahmen. Ich erfinde auch keinen Hass. Ein paar Leute habe ich sogar nach dem Abitur wiedergesehen. Die haben z. T. das Studium abgebrochen und relativ wenig erreicht. Ich habe in der Zeit mein anspruchvolles Studium der Informatik durchgezogen, in einer ganz anderen Stadt, fern der Heimat, wo mir von denen garantiert niemand über den Weg und ich einen echten Neuanfang habe. Das hätte wohl niemand gedacht, als ich mein Abitur gemacht habe. Die Schule hat sämtliches Selbstvertrauen in mir zerstört, heute habe ich großes Selbstvertrauen. In der Schule hielt man mich für strohdumm und faul, während des Studiums hielt man mich für ein „Genie“ und klug. Einige dachten sogar, mein Vater wäre Doktor. Das hat man mir sogar in der Bundeswehr unterstellt. 🙂

8 11 2009
Assistenzarzt

@zunker: Du hast das gut formuliert. Genauso denke ich in einigen Punkten. Ich hatte überlegt, ob es was bringen würde, zum Klassentreffen zu gehen, um zu zeigen, dass aus mir was geworden ist, aber es war die richtige Entscheidung, dort nicht hinzugehen, denn mir ging es dabei super. Das Studium war für mich auch ein Neuanfang. Zum ersten mal entdeckte ich, was mir die Jahre in der Schule vorher nie passierte: Das man mit anderen normal reden kann, Freundschaften aufbauen, aber dabei individuell bleiben kann ohne ausgegrenzt zu werden. Nachdem die ersten zwei Jahre etwas holperig waren, hatte ich mich später gut ins Lernen reingefunden. Genies gabs auch bei uns, aber die wurden nicht ausgegrenzt oder verhauen – im Gegensatz zur Schulzeit. Das Studium war die beste Zeit meines Lebens bisher. Ich würde sie um keinen Preis der Welt missen wollen.

16 07 2008
F

Ludmila?! Hallo?! Über den Tellerrand zu schauen, sich für den anderen zu interessieren, Intelligenz sind Außenseitereigenschaften, Eigenschaften, die zum Mobben anregen? Ha ha! Sehr witzig? Dann seit ihr ja alle richtige Helden hier! Seit in der Klasse aufgestanden für Mut und Toleranz und wurded mit Verachtung bestraft. Warum habt ihr das nicht auch aus den Klassenraum transferiert? Ach ja, ihr wurded ja mit Verachtungbestraft! Außerdem geben sich aus den ersten beiden Sätzen weitere interessante Schlussfolgerungen: Viele Außenseiter, die meisten hier wohl Ärzte, treffen sich auf einen Blog, wurden früher gemobbt und sind jetzt Arzt. Hm…… Warum sind sie denn alle Arzt geworden? Wollten sie die Anerkennung, die sie in der Schule nicht hatten?
„Im Übrigen ist es mehr als kindisch jemandem, den ich schon damals nicht richtig kannte und den ich heute nach 10-15 Jahren noch viel weniger kenne, zu sagen: Ätsch.“ Aber es ist nicht kindisch nach 10 – 15 Jahren zu sagen: Manno du warst damals doof zu mir, dann bist du jetzt auch doof und ich werde dich immer mit Verachtung bestrafen und das gibt mir Genugtuung.

an Assistenzarzt: Ja, sie muss wohl unendlich dumm und naiv sein. Eine gescheiterte Persönlichkeit. Wäre sie mal Arzt geworden, dann bräuchte sie jetzt nicht Klassentreffen zu organisieren.

17 07 2008
Antonia

Ok, ich hab nicht alle Kommentare durchgelesen. Aber folgenden Grund fänd ich ziemlich cool als Absage:

Ich will nicht an euren zukünftigen Minderwertigkeitskomplexen Schuld sein.
😉

Ich habe eher Angst vor Klassentreffen, weil ich so eine „Blöde“ war. Ich war Einserschülerin, brav, spießig und meistens darum bemüht zu gefallen. Ich war mit einer Klassenkameradin befreundet (die damals in ein furchtbar düsteres und schwieriges Extrem fiel – Warum weiß ich bis heut nicht) und hab anschließend zwei Jahre fröhlich über sie abgelästert. Ich hab meine beste Freundin dermaßen betütelt und bevormundet, dass sie irgendwann den Kontakt mit mir abgebrochen hat.

Tja, will ich den beiden wieder gegenüber stehen? KANN ich das überhaupt?
Mein Leben ist immer noch spießig. Ich habe mehr Verantwortung auf meinen Schultern, als man mit Anfang 20 tragen sollte. Meine Einser in der Schule haben mir Einkommenstechnisch absolut nix gebracht und wahrscheinlich bin ich in den Augen von vielen ehemaligen Klassenkameradinnen eine absolute Versagerin. Ich will sie nicht auch noch in ihrem Glauben bestätigen, in denen ich mich ihnen zum Frass vorwerfe.

17 07 2008
Elwood Blues

Hallo!
ja das mit Klassentreffen ist schon so ein Ding. Mann hat mich beauftragt da ich in der Hauptschule Klassensprecher war ein „Ehemaligentreffen“ zu organisieren.
Da ich keinerlei Kontakt mehr habe zu den ehemaligen Klassenkameraden, mach ich absolut nix. Es geht mir wie vielen hier auf diesem Blog. Die Schulzeit war lediglich ein Lebensabschnit in welchem man den einen oder anderen Grundstock fürs weitere Leben erworben hat. Lebensabschnitte sind meiner Meinung nach Zeitabschnitte die man komplett abschliesst wenn sie vorbei sind. D.h für mich, nicht nur in die Ablage stecken sondern „entsorgen“. Altes zurücklassen und Neues in Angriff nehmen. Man darf nicht zurück blicken nur nach vorn. Ich bin deshalb kein Freund von Klassentreffen, weil man bei solchen Veranstaltungen zurück blickt und sich die Vergangenheit schön redet. Das will ich nicht. Als ich vor zwei Jahren ne Einladung zu einem Klassentreffen bekam, von der Zeit auf der Weiterführenden Schule nach der Hauptschule, habe ich den Brief postwendend verbrannt. Wie gesagt, nach vorne muss man blicken. Mich intressiert es nicht persönlich was aus den Leuten aus der „alten“ Zeit geworden ist, geschweige denn was sie jetzt alle so treiben. So ein Klassentreffen ist meiner meiner nach ein schwieriger Test fürs Selbwertgefühl auf welchen ich es nicht anlegen möchte. Wie gesagt das ist meine Ansicht zu diesem Thema.

17 07 2008
Assistenzarzt

@wortman: ja, natürlich war von vorn herein klar, dass der Doc da nicht hingeht, ich dachte, das hätte ich eindeutig ausgedrückt. Ich suchte die besten Formulierungen für eine Absage und musste mich mal auslassen über das Thema. Im Übrigen entscheide ich, ja genau ich, was hier überflüssig ist und was nicht. Und wenn mir nach überflüssig ist, dann schreib ich ein überflüssiges Posting… und wenns soviele Antworten kriegt, scheint es überraschenderweise ein Thema zu sein, was zu Diskussionen anregt. Es ist nicht unglaubwürdig, wenn jemand berichtet, seine komplette Schulzeit sei fürchterlich gewesen. Es zeigt, dass die negativen Erfahrungen die positiven „übertrafen“. Normalerweise denken wir uns unsere Vergangenheit schön, z.B. selbst das dreckigste Loch im abgelegensten Bergdorf erscheint uns Jahre später als tolles Urlaubserlebnis. Wenn es nicht mehr gelingt, positive Erinnerungen an einen Abschnitt unseres Lebens wachzurufen, dann muss man letztlich davon ausgehen, dass er vom Individuum als sehr negativ erlebt wurde. Es gibt dabei keine Objektivität.

@Ludmila: Ich schließe mich deiner Meinung an. „Aber die Leute, die freiwillig in ihrer Freizeit an den Gedanken und Erlebnissen eines anderen teilnehmen und vielleicht über den Tellerrand sehen wollen, das sind genau die, die auch in der Schule ständig gemobbt wurden, weil so ein Verhalten als merkwürdig angesehen wurde.“ Was du mit diesen Worten ausdrückst, ist eine extrem gute Fähigkeit zur Empathie. Laut den Arbeiten, die ich zum Thema gelesen habe, sind gerade diese Leute prädestiniert dafür, von anderen gemobbt zu werden. Nicht nur, dass es sie zu Außenseitern macht, sowohl das eigene als auch das Verhalten von anderen zu reflektieren und sich in das Gefühlsleben anderer einzufühlen sondern eben auch die gerade bei diesen Leuten vorhandene höhere Sensibilität gegenüber zwischenmenschlichen Dysbalancen und Ausgrenzungen bzw. „fehlenden Spiegelungen“ (siehe Thema Spiegelneurone und Verhalten) in der Kommunikation mit anderen ist dafür verantwortlich, das Mobbing bei ihnen häufiger und schwerer zum tragen kommt.
„Es wundert mich gar nicht, dass gerade hier überdurchschnittlich viele ehemalige Außenseiter auflaufen.“ – Ja, wer würde sich sonst von einem Posting angesprochen fühlen, was genau aus der Position eines solchen berichtet. Es zeigt aber, dass das Thema eben kein Außenseiter-Thema ist. Am besten habe ich immer mit anderen „Außenseitern“ arbeiten können bisher, es setzt eine Menge kreative Energien frei.
„Im Übrigen ist es mehr als kindisch jemandem, den ich schon damals nicht richtig kannte und den ich heute nach 10-15 Jahren noch viel weniger kenne, zu sagen: Ätsch.“ – Das ist genau der Punkt.

@F: Siehe oben. Außenseiter sind keine Barrikadenstürmer wie du es glaubst. WIr sind keine Helden. Nicht jeder Außenseiter ist Arzt. Weiß nicht, was dich aufregt, aber du pauschalisierst. Alles ineinander werfen is doch Quatsch, darum gehts doch gar nicht. „Warum sind sie denn alle Arzt geworden? Wollten sie die Anerkennung, die sie in der Schule nicht hatten?“ Das ist ein anderes Thema, warum man Arzt wird. Ja, einige wollen gerne, dass man ihnen die Füße küsst und lieben das Gefühl, durch die Fähigkeit zu therapieren Macht zu haben. Die meisten anderen verdanken dem Beruf ihrem Helfer-Trieb oder der Faszination an der Medizin an sich. Letzteres war bei mir der ausschlaggebende Punkt. Aber was dir sicher nicht bekannt ist: Es gibt Studien die zeigen, dass bei vielen Ärzten (und Krankenschwestern, Geistlichen, Sozialarbeitern etc.) eine höhere Empathie vorhanden ist als bei anderen Berufsgruppen. Die braucht man auch, sonst ist man im falschen Job. So, und nun zählen wir 2 und 2 zusammen und kommen darauf, dass sich in sozialen Berufen vermehrt Leute mit höherer Fähigkeit für Empathie finden als woanders und dass in unserer Gesellschaft gerade diese Leute gute Angriffsziele für Mobbing sind. Was glaubst du, warum gerade in diesen Berufen vermehrt Burn-Outs, Mobbing-Opfer etc zu finden sind?
Im Übrigen verachte ich die Leute von damals nicht. Ich will nur nichts mehr mit ihnen zu tun haben und eine schleimige Einladung zum Klassentreffen macht das, was damals gewesen ist, nicht ungeschehen. Zwischen Verachtung und Nichtbeachtung ist ein Unterschied.

@Elwood Blues: schön formuliert.

So, ich würde ja eigentlich die Diskussion bald abschließen wollen, bevor hier noch einige anfangen bissig zu werden. Aber von mir aus, macht weiter.

17 07 2008
buchstaeblich

Nur mal so:
Ich war in der Schule auch Außenseiterin. Aber ich bin nicht in die Medizin gegangen. Zu Klassentreffen aber auch nicht. Ebenso wenig in einen „helfenden“ Beruf.
Nicht, dass ich gerne Klischeeschubladen ramponiere, aber …

20 07 2008
julia

Also, Sorry, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es nur arme Schulzeittraumatisierte Blogleser bzw. Ärzte gibt.
Also: ich war gegen Ende der Schulzeit auch ein echter Aussenseiter, weil ich lieber Radkurier gefahren bin als in die Schule zu gehen, weil ich so gänzlich andere Ideen und Träume hatte als die anderen, weil ein Teil der Pubertät, nämlich der, sich weiblich verhalten zu wollen etwas verzögert ankam, ich bin nicht bedroht worden oder so, aber ausgelacht, so richtig, mehrfachst. Und ich war halt Einzelkämpfer damals. Und jetzt leider auch auch wieder mit meinen zwei Kindern und dem Job.

Und ? Ich hatte mich sehr auf unser 10 jähriges Abitreffen gefreut und war damals auch da und fand es klasse. Nach kurzer optischer Eingewöhnung merktman, daß man die Leute doch verdammt gut kennt und das ist schön so irgendwie.
Interessant war, daß meinen Klassenkameraden klar war, daß ich Medizin studieren würde, mir war es das damals keinesfalls.

Ich würde auf jeden Fall hingehen und schauen, wenn ich denn so ein schlechtes Kapitel zur Schulzeit hate, ob ich mit dem nicht in Frieden abschliessen kann, und das geht nunmal am besten durch Konfrontation.

Ich werde sicher auch zum nächsten Klassentreffen gehen. Ich finde es spannend, zu sehen, wie sich die Leute , mit denen man ja un wirklich viel Zeit verbracht hat so entwickelt haben.

21 07 2008
julia

Ach ja und von so einer megaabsagemail würde ich Abstand nehmen. Wenn die Leute, die Du nicht treffen willst, weil sie dich ausgegrenzt und fertiggemacht haben oder eben einfach doof sind, dann stell Dir mal vor was die dann für einen Spaß haben, wenn sie die mail Laut ín der Runde vorlesen.

26 07 2008
F

Da fällt mir folgendes zu ein: Pygmalion – Effekt.

29 08 2008
Psychologe

Hallo,

meine Meinung zum Thema Klassenteffen ist NEIN. Warum? Bei Klassentreffen werden die selben Emotionen (Angst, Hass, Wut …) reaktiviert, d.h. wenn man eine Einladung zum Klassentreffen annimmt und die selbe „Gruppe“ aus der Schulzeit – nach Jahren oder Jahrzenhten – zusammentrifft, zum Teil alle Gefühle ob positiv oder (meist jedoch) negativ wieder allgegenwärtig „hochkommen“. Ich persönlich tue es mir nicht an. Diese Ehemaligen habe ich zum grossen Teil in nicht guter Erinnerung mir gegenüber und ich sehe das jetzt unter dem Gesichtspunkt, diese Menschen sind kein Umgang für mich. Wenn jemand wirklich etwas daran liegt, sich mit mir persönlich zu treffen, dann würde ich darüber nachdenken, aber die ganze ehemalige Klasse, niemals. Da ich sowieso keinen Alkohol trinke, wäre die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass wenn man mit Vorwürfen aus der Kinder- oder Jugendzeit konfrontiert wird, der/die ehemalige Klassenkamerad(in) unter Alkoholeinwirkung wohl möglich noch agressiv wird. Auf solche Situationen habe ich persönlich einfach keinen Bock.

Es gibt diverse Internetportale, wo man sein Profil an seiner ehemaligen Schule hinterlegen kann. Von dort bekam ich auch kürzlich die Einladung zum Klassentreffen von einem ehemaligen Mitschüler. Ich habe dann mal versucht, mit einigen Ehemaligen über das Portalemailsystem Kontakt aufzunehmen .. ich habe nie eine Antwort erhalten, obwohl bei diesem Portal, die Info stand, dass der bzw. die Ehemalige(r) die Mitteilung (am XX.XX.2008 um XX.XX. Uhr) gelesen hat. Mit einer einzigen Ausnahme: Mein bester Freund, zur Jugendzeit, von ihm erhielt ich eine Portalemail .. er wollte wissen was ich mache, wo ich wohne, Telefonnumer .. naja .. und das wars, keine Reaktion mehr. Ich denke es war nur Neugierde von ihm, damit er etwas zum „Tratschen“ hat, da ich seit über 15 Jahren nicht mehr in diesem Ort lebe.

Ich persönlich würde wie gesagt nicht an einem Klassentreffen teilnehmen, aber wie gesagt ich sehe das so. Es gibt bestimmt viele Leute die das gern tun .. und denen, die dabei ein gutes Gefühl haben, sollten auch an einem Klassentreffen teilnehmen. Nur wenn Dir Dein inneres Gefühl spotan sagt, „nein“, dann lasse es lieber .. es erspart Dir viel.

13 04 2011
Dipl.-Gott_mit_Hut

Hallo Psychologe,

wenn man kein Alkohol trinkt, hat man nicht nur das Problem, dass die anderen im Suff „legitim“ (mit „Besoffensein-Ausrede“) ausfallend und aggressiv werden können, sondern dass man sich im schlimmsten Fall selbst gar nicht benebeln kann und auch keine Ausrede mehr für etwaige aufkommende Touretteähnliche Syndrome hat. ^^
Ich trinke auch nicht und bin der Überzeugung, dass man geballte Gruppenignoranz – und arroganz nüchtern kaum ertragen kann. ^^

Auch einer der Gründe warum ich zum sich nähernden Zehnjährigen Jubiläum niemals hingehen werde.

Hinzukommt, dass diese Gruppen immer wieder einen äußeren „Feind“ brauchen und geradezu auch nach Informationen oder irgendwelchen Reaktionen von ehem. hingeredeten Außenseitern lechzen, um sich selbst zu bestätigen und die Gruppe zu festigen. Den Gefallen tu ich denen nicht mehr, sollen sie sich doch gegenseitig die Haare vom Kopf picken. 😉

LG

17 10 2008
Airin

Sehr guter Blog-Beitrag! Ich bin in der selben Lage: Einteils würde mich interessieren ob diese reine Mädchenklasse immer noch so arrogant und hochnäsig ist, von denen 90 % nicht mit mir reden „konnten“, weil ich eher ruhig war, dafür aber gute Noten hatte – andererseits wollten die doch jahrelang nicht mit mir reden und jetzt mag ich es eigentlich nicht mehr mit denen.

Der von Happy so treffend formulierte Dankes-Brief hätte ja im Falle des Assistenzarztes noch um folgende Floskel erweitert werden können:

„Hätte ich den ganzen Tag mit 30 Rindviechern zu tun haben wollen, hätte ich Veterinärmedizin studiert.“ 😉

In diesem Sinne ein Hoch auf die ehemals geplagten… aus hässlichen ‚Entlein‘ sind noch immer Schwäne geworden. *ggg*

23 11 2008
Klassentreffen « Schlammschwimmer

[…] Klassentreffen Veröffentlicht in November 23, 2008 von schlammschwimmer Eine Million Gründe nicht zu einem Klassentreffen zu gehen […]

13 04 2009
Marc no have in Kambodscha

Interessanter Beitrag. Kürzlich habe auch ich eine Einladung zum Klassentreffen erhalten. Mal schauen, ich denke ich werde dort mal vorbeischauen.

Einfach so aus Neugierde, wer so alles kommt, was aus wem so geworden ist. Ich war nie ein „Streber“, obwohl ich eigentlich sehr gut in der Schule gewesen bin. Bis zur 11. Klasse ca., dann habe ich die andere Seite des Lebens, ausserhalb der Schule, begonnen zu entdecken.
Das Abi war plötzlich zur Nebensache geworden. Nach der 11. war ich auf einem Gymnasium (der Schulwechsel bot sich infolge von, hm, „Differenzen“, einfach an).
Nach der 12. wollten sie mich auf dem Gymnasium nicht mehr. Also auf eine andere Schule, Abi gemacht und gut. Dann länger zum Militär (des Geldes wegen, und des Spaßes, Auslandseinsatz usw.).

Danach ein Jurastudium begonnen. Nun ja, es kam etwas dazwischen, …
Irgendwann auch ein anderes Studium begonnen, abgebrochen – Studieren liegt mir nicht und die meisten der Studenten sind schon diese obig erwähnten „angepaßten Spießer“, „funktionierende Rädchen im Getriebe“ usw.

Nun ja, heute lebe ich im Ausland, verdiene im Internet (ohne viel Arbeit, der Aufwand ist lächerlich) mehr Geld als der Durchschnittsdeutsche und weiß im Prinzip nichts mit meiner Zeit anzufangen.

Von daher, Klassentreffen sind bestimmt interessant – ich werde jedenfalls meinen Deutschlandurlaub so planen, daß ich an meinem Klassentreffen (10 jähriges, Abijahrgang) teilnehmen kann.
Ob es Freibier gibt, weiß ich nicht. Aber das macht nichts – wenn es interessant ist, kann man sich unterhalten, falls nicht, sitzt man halt am Tresen und frönt dem Suff, …

19 04 2010
Anonymouse

4. ihr koennt mich mal? was ist den das fuer ein grund? das ist kein grund, sondern eine beleidigung. lol

9 01 2011
Zunker

Ich bin’s nochmal. Oben habe ich ja schon mal geschrieben. Bis 2012 ist nicht mehr viel Zeit; dann jährt sich das zehnjährige Abiturjubiläum. Obwohl einige Leute wissen, wie man mich erreichen kann, hat’s bislang noch keine probiert.

Natürlich google man gerne mal nach alten Schulkameraden. Einer macht Musik, ist Chorleiter… interessant. Eine Dame ist Straßenmusikerin, was ich eigentlich auch ganz toll finde. Dann gibt es noch Dauerstudenten, Abbrecher, Taugenichtse, die in Zeitarbeitsfirmen das Personal managen. Ich kann zwar keinen Hass empfinden, aber doch großen Zorn, dass man mich stets wie ein kleines Kind behandelt oder als jemand, der keine Gefühle hat. Ein Mädchen sagte mir mal, ich würde später Vergewaltiger. Was sie nicht wusste, war, dass ich in sie verliebt war. Ihr könnte euch sicherlich vorstellen, wie sehr mich das verletzte. – Ich habe bis heute nie verstanden, woher dieser Hass kam.

Diese Hintenrumschiene, diese abfällige Grinsen hinter meinem Rücken… Trotz eines guten Studiums, belastet mich heute sehr, weil ich schwer Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen kann.

Beim Abi-Ball war ich nicht und ich werde auch nicht zu etwaigen Klassentreffen gehen.

10 03 2011
Johannes D.

Ein netter Blog ist das hier … ich finde nicht das man sich zwingen sollte zu einem Klassentreffen zu gehen.

Das kann sogar bestenfalls in die Hose gehen. Da reicht schon eine geladene Aufbruchstimmung und später ne unverschämte Bemerkung von einem Dummbolzen mit dem/der man eh nie so gut konnte und schon knallt es.

In der Regel ändern sich diese Leute wirklich nicht. Wer damals verträglich und nett war ist es auch meist heute noch. Die Neidischen, Hinterfotzigen, Gestörten, Narzisstischen, Beschränkten, Rücksichtslosen, Mitläuferbratzen, Aggressiven usw. haben sich nach m.M. sogar manchmal verschlimmbessert und ihre Sozialdefizite weiter ausgebaut. D.h. ist aus dem/der ehem. Aussenseiter/in doch noch etwas geworden (erfolgreich, klug, hübsch) lädt sich bei den Mitschülern noch mehr Abneigung und keinesfalls Anerkennung auf. Und wenn doch was Nettes geäussert wird, wird geheuchelt ohne Ende nur damit man nachher wieder schön hinterm Rücken abziehen kann …

Warum um alles in der Welt sollte man ein paar Kretins kostbare Minuten seines Lebens opfern, die damals nicht mal ein paar Sekunden geopfert haben um ihr Hirn einzuschalten bevor sie wieder was Fieses abziehen?! Leuchtet mir nicht ein. Wer den Sinn von Aufgabenstellungen verstanden hat, dessen Wahrnehmung hat bei weitem ausgereicht um zu wissen was er/sie da grad tut. Sooo klein war man in der 10. Klasse ja auch nicht mehr.

„es kann mir keiner erzählen, er/sie hätte von der ersten bis zur letzten klasse in der jeweiligen schulform immerzu nur schlechtes erfahren. das ist unglaubwürdig.“

Nö, aber wenn von 365 Tagen im Jahr nur 30 erträglich waren, dann weiss man schon warum man auf einige Leute gern verzichten kann. Stimme letztendlich mit den anderen Schreibern überein, die auch keine Lust auf diese Prestige-Rumschnüffel Treffen haben. Das hat was mit Selbstrespekt zu tun.

Jeder Mensch hat Respekt und anständige, nette Leute um sich herum verdient. Du bist wer, Du bist was wert. Mit nichts weniger sollte man sich zufrieden geben. Punkt.

13 04 2011
Dipl.-Gott_mit_Hut

Hallo Johannes,

schade dass ich deine Nachricht erst als Letztes gelesen habe. Deine Ausführungen kann ich genauso unterschreiben.

Liebe Grüße
Dipl-Gott, die gar kein Gott ist. 😉

13 04 2011
Dipl.-Gott

Hallo Assistenzarzt und alle anderen, die dieses Thema offensichtlich sehr bewegt. 😉
Mir erging es auch ähnlich in der Schulzeit, ich war immer zwischen völliger Unbeliebtheit, paar Freunden und zuletzt Hassobjekt. ^^ Ja es hat mir zu schaffen gemacht, aber ich nehme es auch immer mit Humor.

Mein Tipp für Assistenzarzt und alle die in einer ähnlichen Situation sind: nicht hingehen.
Im Besten Fall gibt es Überraschungen, bei denen sich vielleicht einer der Leute die einen drangsalliert haben als „Alpha-Schüler“ als erfolgloser Depp heraustellt. Wobei jeder für sich selbst definieren sollte, was er/sie als Erfolg ansieht. Und da wären wir beim Punkt Selbstbewusstein und Glücklichsein. Was kümmert es mich, was andere machen oder nicht, wenn ich selbst zufrieden bin und die anderen von damals eh nur Deppen sind.
Denn im Schlimmsten und m.E. häufiger einsetzenden Fall hat sich keiner von den Besagten wirklich verändert, ist auch noch im Sinne der aktuellen gesellschaftlichen Ansichten „erfolgreich“ und macht einen wieder dumm von der Seite an. Denn wenn man mal nicht gemocht wird und sich innerhalb dieser Gruppe nichts daran ändert, wird man imme rwieder in die Rolle des Außenseiters gedrängt und es werden die gleichen schulischen Muster von allen angenommen.
Bsp.:
Ihr trefft euch mit euren Eltern und sie behandeln euch auch mit 30 noch wie Kleinnkinder und ihr werdet wieder in diese Rolle gedrängt.
Oder kennt von euch einer die Folge von King of Queens bei der Spence es auch allen beim Klassentreffen zeigen will, einige sich bei ihm halbherzig entschuldigen und am Ende wird er wieder mit der Unterhose von den Leuten damals aufgehängt.
Doug:“Alle mochten dich damals.“
Spence:“Aaahh, dann haben sie mich also aus Liebe kopfüber in der Unterhose an die Torstange gehängt?“ 😉

Lasst es lieber, wenn es euch gut geht und ihr diese Leute euch schlecht behandelt haben, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie es wieder tun.
Wenn man jemanden nicht mögen will findet man dafür immer Gründe, selbst wennman heute Diplom-Gott mit Samariter-Orden wäre. ^^
Menschen sind nunmal gerade in Gruppen oft destruktiv und reflektieren innerhalb dieser kaum ihr Verhalten bzw. wälzen die Verantwortung oft auf das „Opfer“ ab mit Argumenten wie „du warst selbst auch bisschen daran Schuld, weil du so wenig Selbstwert/bewusstsein/vetrauen/Austrahlung/schlechte od. gute Noten etc. hattest“, was natürlich auch m.E. als internationaler Freifahrtschein für sämtliche Drangsalierungen und Diffamierungen gelten sollte (Ironie). 😉

Als rein mentale Einstellung stimme ich da dem letzen Satz von „Happy“ zu:
„Mit endgültig abschiednehmenden grüßen samt mittelfinger
Assistenzarzt“ Supergeil! ;D

Als reale Reaktion empfehle ich auch wie einige andere das komplette Ignorieren. Letzteres musste ich selbst erst erlernen, gerade was das Antworten auf Mails betrifft.

Ansonsten alles Liebe euch allen….
Dipl.-Gott mit ohne Auto und lustigem Hut

1 06 2012
Sebastian K.

Ich musste bei deinem Beitrag herzlich lachen und es steckt in Humor verpackt so viel Weisheit darin. Danke.

21 06 2011
Mylanqolia

Meine Absage zu einem Klassentreffen mit meiner werten und hoch geschätzten Mobbing-deluxe-Stufe lautete ökonomischerweise NEIN. Mehr Worte sollte man nicht verschwenden. Komischerweise war ich bisher der Ansicht, dass ich zu den wenigen Kreaturen zählt, die eine harte Schulzeit mit einem als pathologisch zu bezeichnenden Mitschülermob durchmachen musste…. Wie man sich doch irren kann. Apropos, ich habe meine irre Stufe überlebt, bin allerdings nicht weggezogen. Warum auch? Aussehenstechnisch habe ich mich glücklicherweise verändert (so ein Studium ist ein wahrer Selbstbewusstseinsbooster) und im Ignorieren bin ich eine Eins geworden. So what? Lächerlicherweise muss ich gestehen, dass ich den Kackbratzen von einst für die Tortur dankbar bin. Was einen nicht umbringt, bla bla bla…

2 11 2011
Bernd Kleiter

Ich Pflege aus Überzeugung Freundschaften zu ehemaligen Kommilitonen und Arbeitskollegen, aber mit meinen sog. „Klassenkameraden“ will ich – von Ausnahmen abgesehen. – nichts mehr zu tun haben.

Warum? Meine Abiklasse war eine Ansammlung von ein paar selbsternannten „Obermackern“, die außer einer großen Klappe nichts vorzuweisen hatten, eine große Masse denkfauler Typen, die sich von den „Obermackern“ manipulieren ließ und ein paar wenigen Vernünftigen, zu denen ich zum Teil noch Kontakt habe, Ich war Klassensprecher und habe mich zum Teil heftig mit Lehrern angelegt, wenn es wieder einmal ungerecht zuging. Und trotzdem wurde ich gerade auch von denen, für die ich mich einsetzte, als „Streber“ angegiftet, weil ich eben auch ein guter Schüler war.

Ich mag meine Mitschüler einfach nicht, und deswegen bleibe ich besser weg. ich will den anderen gar nicht vorheucheln, dass mich deren weiteres Schicksal besonders interessieren würde. Und umgekehrt möchte ich deren vorgespieltes Interesse an mir auch nicht hören.

Eine Begebenheit noch zum Schluss. Ich bin heute 47 Jahre alt und arbeite als Rechtsanwalt in Berlin. Vor einiger Zeit erhielt ich einen Anruf ins ehemaligen Mitschülers, mit dem ich immer Probleme hate. Erst heuchelte er mir vor, wie sehr er mich als Mitschüler geschätzt hätteund dass es ihn freue, mich endlich ach so länger Zeit wiedergefunden zu haben. Aber dann kam er endlich auf den Punkt: er wolltevon mir, dem „Streber“, einfach eine Rechtsauskunfthaben, umsonst, versteht sich ja unter „Freunden“ ganz von selbst. Diese Begebenheit hat mir gezeigt, dass ein hartes Urteil über meine lieben Mitschüler heute noch genau so berechtigt ist wie zur ach so tollen Schulzeit.

27 04 2012
Kathi

Solch beleidigende Absagemails zu schreiben ist einfach nur kindisch und unreif.
Wer sich nach 10 Jahren oder mehr noch nicht anders zu helfen weiß als mit Kraftausdrücken um sich zu schmeißen, der ist in dieser Zeit wohl überhaupt nicht reifer, lebenserfahrener geworden.
Sich nach so vielen Jahren noch rächen zu wollen, egal ob man dabei allen sein ach so tolles Leben vorhalten will oder nicht, ist doch krankhaft.

27 04 2012
Bernd

Ich denke, Kathi hat Recht. Wie aus meinem obigen Beitrag ersichtlich ist, kann ich jeden verstehen, der mit seinen ehemaligen Mitschülern nichts mehr zu tun haben will. Aber damit muss es dann auch genug sein. Sich auf dieselbe primitive Art revanchieren zu wollen oder gar zu einem Klassenfest zu gehen , um alte Yrechnungen zu begleichen, ist einfach blöd. Zieht unter dieses Kapitel einen Schlussstrich, denn es lohnt sich nicht, sich nach Jahrzehnten noch über Lehrer oder Mitschüler zu ärgern. Dafür sind sie einfach nicht wichtig genug.

27 04 2012
Assistenzarzt

Ich habe damals nach der
Anfrage nie reagiert, keine
Email, kein
Anruf, kein Kontakt. Die
Anfrage hat mich, wie man gesehen hat, sehr wütend gemacht. Das, was in meiner Schulzeit passiert ist, habe ich zwar verdrängt, aber sowas vergisst man nicht. Ich habe meine Entscheidung getroffen, wie ich mit diesen Menschen umgehen werde, wenn ich sie mal behandeln muss:
Distanz, Dienst nach Vorschrift, Einbeziehung anderer Kollegen, Siezen, kein Gespräch über alte Zeiten.
Zorn, Wut und Ablehnung wird in allen bleiben,die in der Schule gemobbt, ausgegrenzt, aufgrund irgendeiner Eigenschaft diskriminiert oder körperlich angegriffen oder gar misshandelt wurden. Egal in welchem Alter, es gibt für sowas keine Entschuldigung. kein „es tut mir leid wegen damals“ wird an den Spuren in der Psyche der Betroffenen etwas ändern, wenn es Jahre später kommt. Die einzig wirksame Maßnahme ist eine Änderung der Gruppendynamik oder Wenn da kein Weg hinführt, der Wechsel woandershin, ein Neuanfang. Und die Erziehung der eigenen Nachwuchses, bringt ihnen bei was richtig und falsch ist, was Respekt und Achtung vor anderen Menschen ist und wie wichtig Toleranz ist, auch bei solch banalen Dingen wie Haarfarbe , Kleidung oder Musikgeschmack.
Vor einiger Zeit traf es das Kind eines Kollegen, das volle Programm mit Mobbing, Sachen wegnehmen, zerstören, verprügeln, festbinden, Kopf ins Klo… Das Kind wollte sich am liebsten umbringen aus Verzweiflung – in der Grundschule! Die Schule stritt alles ab, sowas gabs da nicht, den Psychologen erzählte das Kind dann Stück für Stück was passiert war, aber wohl nicht alles. Es kam zu einer Aussprache mit allen Beteiligten. Die Täter durften weiter zur Schule gehen, man empfahl dem Kind doch auf eine andere Schule zu wechseln. Die Täter waren übrigens auch Ärztekinder, nur damit kein falscher Eindruck entsteht.
Geht euren Weg und lasst es alles hinter Euch, nehmt keinen Kontakt mehr auf und lebt eurer eigenes Leben als der, der Uhr sein wollt. und achtet auf die nächste Generation, damit eure Kinder keine Täter werden.

17 08 2012
Wind

Wow, ich liebe diese Seite. Danke für diese tollen und teilweise auch erheiternden Beiträge.

24 08 2012
Hella

Hallöchen,

diese Seite war für mich sehr hilfreich, auch nach so vielen Jahren.

Vor einigen Tagen hatte ich urplötzlich eine Einladung von einer ehemaligen Mitschülerin erhalten, mit welcher ich seit mehr als 50 Jahren keinerlei Kontakt gepflegt hatte – wie auch mit den meisten übrigen Dünnbrettbohrern aus meiner damaligen Schule.

Diese Mitschülerin lud mich zu einem Klassentreffen ein – immerhin: nach fünfzig Jahren – jetzt wissst ihr wie alt ich bin… grins …; ich war ein wenig sprachlos darüber, wie jemand mit dem ich überhaupt keinerlei Kontakt pflege, auf eine solche Idee kommen konnte und habe konsequenterweise abgelehnt, auch weil ich überhaupt keine Lust habe, mich mit Leuten zu unterhalten, für die ich damals „Luft“ war und zu denen verständlicherweise jeglicher Kontakt abgerissen ist.

Ich empfinde es schon als sehr merkwürdig, nach einem solch langen Zeitraum auf diese ausgefallene Idee zu kommen. Dann kann ich mir doch gleich jemand von der Straße auflesen und diesen einladen….

25 08 2012
Bernd

Harte Worte, aber sie treffen zu. Wenn man sich jahrzehntelang nichts zu sagen hatte, dann ist eine solche Veranstaltung absolut überfüssig. Ich habe fast 30 Jahre nach dem Abi immer noch Kontakt zu alten Freunden, und wegen denen, die nie meine Freunde waren und es auch nicht werden, würde ich niemals zu einem solchen Treffen gehen.

8 12 2012
Lissy

Ich habe nicht alle Nachrichten gelesen, aber ich möchte als „Einlader“ etwas dazusagen:
Ich organisiere unsere Stufentreffen vor allem deshalb, weil es sonst keiner macht. Es ist für mich jedes Jahr eine riesige Arbeit alle Email-Adressen oder sonstigen Kontaktadresse herauszufinden und diese Arbeit mach ich mir bei jedem, egal ob wir früher was miteinander zu tun hatten oder nicht.
Wenn manche hier schreiben, es sei „Hohn“ eine solche Einladung zu erhalten, finde ich das etwas unfair. Viele der Einlader versuchen doch nur sicher zu stellen, dass wirklich alle von dem Treffen erfahren und so keiner übergangen wird. Es erwartet ja auch niemand, dass alle kommen. Man weiß ja, dass es Leute gab, die mit der Klasse/Stufe wenig anzufangen wussten. Trotzdem will man doch allen die Möglichkeit geben, zu kommen.
Glaubt nicht, ich gehörte zu den Beliebte meiner Stufe, ganz im Gegenteil. Ich kann also jeden verstehen, der seine Stufe nicht mehr sehen will. Ich verstehe es aber nicht, wenn giftig Emails geschrieben werden. Lasst euch doch nicht auf das Niveau herunter, mit dem ihr früher einmal zu kämpfen hattet!

13 01 2013
Lisa

@ Lissy: Herrje was für ein merkwürder Kommentar

3 04 2013
Mike

@Lisa: Was ist daran merkwürdig? Ich bin aktuell in der gleichen Situation wie sie und natürlich soll jeder seine Möglichkeit bekommen die (oft seltene) Einladung zum Treffen abzulehnen oder anzunehmen, nicht nur die (von denen ich denke) das sie nicht gemobbt wurden.

Denn ich kann mir gut vorstellen, dass

a) die damals vermeintlich Gemobbten das vielleicht gar nicht so tragisch sahen, wie ich das vielleicht nach über 10 Jahren in Erinnerung habe
b) diese sich vielleicht gemobbt sahen, da aber heute mit abgeschlossen haben und Menschen noch Vertrauen oder eine zweite Change geben können (wie scheinbar viele hier nicht, was ich akzeptiere)
c) ich von dem ganzen „Mobbing“ nicht alles mitbekommen habe, daher die Situation gar nicht einschätzen kann. Wenn ein Mitschüler den Kopf eines anderen ins Klo drückt war ich nicht dabei, kann aber ja nicht ausschließen das so was passiert ist.
d) die Gemobbten heute immer noch einen tierischen Zorn verspüren und diese Menschen vielleicht sogar hassen, ABER dennoch das Selbstbewusstsein haben oder den Wunsch nach Adrenalin sich diese Versager von damals heute noch mal zu geben, aus diversen Gründen (Bestätigung, Spaß, oder um bekehrt werden zu wollen weil Sie noch an das Gute im Menschen glauben)

Von daher sollte meiner Meinung nach JEDER eine Einladung erhalten, da man es als Organisator nicht besser weiß, und es wäre nett, wenn wenigstens ein „nein“ als Antwort gesendet werden würde. Derjenige der die Einladung sendet ist nämlich vielleicht nicht der Hauptfeind/Gangleader/Primär-Mobber von damals und möchte einfach nur eine nette Veranstaltung mit alten „Bekannten“ (nicht zwangsweise Freunden) organisieren, wo meiner Meinung nach (ich spreche gerade als soziales Wesen) nichts gegen spricht.

Und nur weil JEDER eingeladen wird ist es ein Klassentreffen. Sonst ist es ein Treffen.

Wenn hier einige wirklich schlimme Erfahrungen gemacht haben bzw. Erinnerungen daran haben verstehe ich vollkommen das man ablehnt, aber es gibt sicherlich auch Fälle, wo Mitschüler einfach „nur“ leicht schikaniert wurden, ohne das gleich massive körperliche/psychische Gewalt angewendet wurde, sodas ich davon ausgehe, dass diese Wunden X Jahre später geheilt sein können.

Der initiale Post hat das Thema vielleicht etwas oberflächlich gestartet, dennoch ist hier eine echt gute Diskussion draus geworden. Danke dafür.

PS: Man fühlt sich vielleicht „toll“, wenn man solche „Hassmails“ versendet, aber leider nur in dem Moment. Danach schämt man sich eher dafür, oder sollte sich zumindest schämen. Ansonsten ist man nämlich ebenso, ich zitiere, ein „Dünnbrettbohrer“ wie die Mitschüler (damals), der nur vorgibt geistig weiter zu sein.

PPS: Worüber man auch nachdenken sollte: Selbst wenn man 90% der Klassenkameraden nichts abgewinnen konnte, so bleiben immer noch 10% übrig, für dich sich der Trip vielleicht lohnt. Wenn tatsächlich 100% der Mitschüler „blöd“ waren, sollte man vielleicht wirklich mal über einen Termin beim Therapeuten nachdenken.

5 04 2013
Evi

So etwas kann nur jemand schreiben, der noch nie eine solche Erfahrung gemacht hat bzw. über wenig Einfühlungsvermögen verfügt. Ich beziehe mich hier auch insebesondere auf den letzten Absatz, der ja ziemlch polemisch ist und eigentlich genau das gleiche wie eine „Hassmail“ ist. Im ersten Augenblich wirkt es wie eine „vernünftige“ Antwort, auf den zweiten Blick Schuldzuweisungen und Selbstgerechtigkeit.

5 04 2013
Mike

Ich bin lediglich der Meinung das man es nicht besser macht, indem man eine solche Email schreibt. Das heilt sicher weder die Wunden noch stellt diese Email Gerechtigkeit her. Man macht sich allerdings, das ist meine Sicht, dafür ziemlich lächerlich und zeigt sich gleichzeitig auch sehr infantil. Das wiederum *könnte* bei den Empfängern tatsächlich eher Belustigung erzeugen.

Ich habe das vielleicht nicht sonderlich diplomatisch ausgedrückt, dafür aber versucht auf den Punkt zu bringen. Deswegen muss man mir nicht direkt böse Absichten unterstellen, die ich nicht habe. Wenn man etwas falsch verstehen will, dann schafft man es aber ohnehin…

Außerdem wollte ich mal die Situation aus Organisationssicht erläutern, da ich der Meinung war, dass sich hier alle Opfer als *explizit* eingeladen fühlen und scheinbar nicht davon ausgehen, dass einfach alle der Klasse eingeladen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Organisator zu den Mobbenden gehörte, dürfte eher klein sein, daher erschließt sich mir nicht wieso nicht oder wie dargestellt geantwortet werden sollte. Es sei denn alle anderen Mitschüler waren per se Mittäter, weil sie nicht aktiv dagegen vorgegangen sind (was nicht schön ist). Allerdings bin ich der Meinung das man einen pubertierenden Jugendlichen dafür nicht derart verurteilen sollte, schon gar nicht rückblickend.

Wenn jemand denkt er fühlt sich tatsächlich besser wenn er so was schreibt, bitte. Andererseits fände ich als Empfänger eine Absage a la „Die Schulzeit war aufgrund meiner Erfahrungen mit euch leider sehr grausam für mich. Daher, nein Danke.“ etwas erwachsener und würde jedenfalls bei mir und vermutlich anderen Mitschülern ein deutliches und andauerndes schlechtes Gewissen hinterlassen, was ja vermutlich auch ein Ziel einer solchen Email ist. Ich denke nämlich durchaus das man als Kind/Jugendlicher sehr grausam sein kann, aber deswegen 15 Jahre später dennoch ehrliche Reue fühlen kann, auch wenn das nicht auf alle Menschen zutrifft. Auch wenn das euch nichts bringt, so haben dann zumindest mit einigem Zeitverzug die Täter auch noch eine Packung abbekommen. Die andere Form der Email halte ich dafür eher ungeeignet. Muss jeder selbst wissen und ist auch nur meine Meinung.

13 03 2013
Massimo

Ich kann es sehr gut verstehen, wenn jemand keine Lust hat auf ein Klassentreffen zu gehen. Meine Schulzeit war insgesamt leider mehr schlecht als recht. Die letzten Schuljahre – 8.-11. Klasse – waren zwar besser als die ersten, aber unterm Strich gesehen nicht wirklich schön. Im Sommer 2000 hatte ich meinen Realschulabschluss ( 10. Klasse ) gemacht. Die 10. Klasse war zum größten Teil Müll, aber es gab auch ein paar schöne Momente. Mobbing oder so gab es in diesem Schuljahr nicht mehr wirklich. Auch war es so, dass ich mich mit einigen Mitschülern recht gut verstanden habe. Nach der Abschlussfeier gab es sogar ein paar Umarmungen & man hat sich alles Gute für die Zukunft gewünscht. Tja dann ging das Leben weiter. Nach den Ferien bin ich dann in die 11. gekommen ( Höhere Handelsschule ) und habe neue Leute kennengelernt, die AUGENSCHEINLICH sehr viel besser waren als die frühere Gruppe. Im März 2001 gab es dann das erste Klassentreffen der 10. Da bin ich hin. Hätte ich das mal bloß gelassen. Nur die Hälfte der Klasse war gekommen & der Rest, naja, da war nicht viel Höflichkeit. Einige haben mich gar nicht gegrüßt, manche haben mich sogar verachtenswert angesehen, so als hätte ich irgendetwas ganz Schlimmes getan, dabei war damals gar nichts vorgefallen. Ich kam mir wie ein Außenseiter vor. Nach nur 3 Stunden war alles vorbei. Einfach nur Bullshit. Und da ich im Regen mit dem Rad heimfahren musste, hatte ich mir sogar noch eine Erkältung eingefangen. Auch kam es in den darauffolgenden Monaten & Jahren immer wieder mal zu zufälligen Begegnungen mit ehem. Kl. Kameradinnen, die mich mit dem A…. nicht ansahen & die Mundwinkel richtig runterzogen. Das war allerdings mehr bei den Weibern so, weniger bei den Jungs, die haben in 9 von 10 Fällen gegrüßt & gelächelt. Gegen Ende der 11. Klasse ( 2001 ) waren die neuen Leute auch nicht mehr ganz so nett wie am Anfang, insgesamt war es aber noch ok. Im Sommer 2001 hatte ich dann den Abschluss der Höheren Handelsschule gemacht & die meisten Leute von damals nie wieder ( in Natura ) gesehen. Viele Jahre zogen ins Land, immer wieder mal fragte ich, was wohl aus dem einem oder anderem geworden ist, immer wieder mal traf ich welche aus der 10. Klasse & oftmals zeigten sie mir die kalte Schulter. Ich war überzeugt, die Leute aus der 11. Klasse würden das nicht mit mir machen. Im Juli 2008 entdeckte ich dann „Wer kennt Wen“ & im September 2009 Facebook. Dort „traf“ ich auf die meisten meiner ehemaligen Schulkameraden. Gerade bei denen aus der 11. Klasse – Höhere Handelsschule – war ich überzeugt, dass man sich sehr viele Nachrichten schreiben würde. Tja, doch da kam die Ernüchterung: Es gab sehr viele, die mich auf WKW oder Facebook entweder gar nicht angenommen haben oder mich irgendwann wieder aus ihrer Freundesliste entfernten. Auch haben nur die allerwenigsten auf Nachrichten, die ich ihnen geschrieben hatte ( „Wie geht´s Dir, was machst Du?“ ) geantwortet. So etwas kann echt richtig wehtun. Zumal wir uns ja damals sehr gut verstanden haben. Auch haben da teilweise einige Ehemaligen mehrere hundert Leute in ihrer Freundesliste, aber niemanden aus dem 11. Schuljahr. Schon heftig so was. Damals schienen wir uns doch so gut zu verstehen, doch anscheinend war das alles nicht echt, nur Geheuchle. 2005 & 2010 gab es jeweils wieder ein Klassentreffen des 10. Schuljahres. Die Einladungen dazu habe ich einfach ignoriert, ich wollte mir diesen Mist von 2001 nicht noch mal antun. Und auch zu diesen Klassentreffen kamen nur wieder die Hälfte, gut also, dass ich mir das erspart habe. Vom 11. Jahrgang gab es niemals ein Klassentreffen & ich bezweifle auch sehr stark, dass da überhaupt irgendjemand kommen würde. Über Facebook habe ich auch mitbekommen wie eine ehemalige Klassenkameradin auf einem Klassentreffen war. Tja und wisst ihr was war? Von den etwa 30 Leuten hatten 15 zugesagt & nur 5 kamen. Und nach 3 Stunden war alles vorbei. Suuuuuper!!!! Tja aber so ist das Leben. Mehr Hass als Liebe! Leider 😦

9 06 2013
Hella

C’est la vie…..

Aber weshalb Vergangenen hinterherhängen, wenn doch die Gegenwart viel schöner ist. Vergiss alle diejenigen, welche dich nicht beachten, es gibt viel mehr nette Menschen auf der Welt, kümmere dich darum.

25 09 2013
Leah

Ich weiß, das Thema ist nicht mehr aktuell, aber ich muss mich nun doch dazu äußern da auch bei mir ein Klassentreffen ansteht und ich nicht weiß, ob ich hingehen soll oder nicht.

Vorab: Ja, mir geht es eigentlich genauso wie dem Assistenzarzt, aber ich kann nicht behaupten, dass es die ganze Schulzeit über so war. Die Grundschule war voll in Ordnung, und da wär ich heute einem Klassentreffen auch nicht abgeneigt.
Die darauffolgenden zwei Jahre Hauptschule waren schrecklich und von Mobbing, Ausgrenzung und Gewalt (seelischer und körperlicher) geprägt. Ich war gut in der Schule, hatte keine Markenklamotten und trug eine Brille – sehr böse Mischung. Die Lehrer haben einem nicht geglaubt und weggschaut, und mit 11 oder 12 Jahren von den Eltern in die Schule gebracht werden zu müssen aus Angst, man wird sonst aufgegriffen und krankenhausreif geschlagen, das verschlimmert das ganze noch und gibt bietet den Mobbern weitere Angriffsfläche.
Nach diesen zwei Jahren Zwischenstation auf der Hauptschule ging ich dann in die 7. Klasse Wirtschaftschule – obwohl die Mobber noch immer in meiner Gegend gewohnt haben, wurde es schon alleine durch den Schulwechsel besser. Doch das ständige umgucken, das in-Angst-leben, das hat nicht aufgehört, und dann sind wir umgezogen. Von da an – 8. – 10. Klasse – war dann die Schulzeit zumindest von den Leuten her in Ordnung, teils auch schön. Klar gab es immer mal Lästerer, die Zettelchen unter der Bank geschrieben und über einen hergezogen haben, aber das war mir herzlich wurscht. Und trotzdem weiß ich nicht, ob ich jetzt zu dem Treffen mit dieser Abschlussklasse gehen will (ist 8 Jahre her, dass wir uns alle gesehen haben). Es gibt also keine großartigen schlechten Erinnerungen, aber irgendwie bin ich froh dass diese Zeit vorbei ist. Ich hab die Schule, je länger sie dauerte, immer mehr als Last empfunden, wollte arbeiten, was sinnvolles tun und meinen Kopf nicht mit unnützem Wissen vollstopfen. Mir kommt das einfach vor wie ein anderes Leben, eines, in das ich eigentlich keinen Abstecher mehr machen möchte. Jetzt wo ich auf eigenen Beinen steh, mein eigenes Geld verdiene, mir mein Leben aufgebaut habe und das aus eigener Kraft ohne Schulden finanziere – das ist für mich das wahre Leben, und ich will eigentlich nicht zurückschauen.

Und zum Thema Abstand gewinnen: Das klappt bei den meisten nicht, auch bei mir nicht. Diese ganze Sache damals auf der Hauptschule hat dazu geführt, dass mein Selbstbewusstsein sehr gelitten hat. Ich habe mich lange schwer getan, Freunde zu finden, weil ich immer dachte niemand mag mich. Heute bin ich soweit, dass ich leicht Kontakte knüpfen kann, aber Freundschaften pflegen fällt mir unglaublich schwer, ich hab da echt nen Knacks weg. Es ist ein sehr langer und steiniger Weg, sich in der Richtung weiterzuentwickeln und die Vorfälle von früher hinter sich zu lassen.
Und Brille tragen ist mir heute noch ein Graus, bin schon vor vielen Jahren auf Kontaktlinsen umgestiegen – Brille tragen ist wie eine Reise in die Vergangenheit und es zwingt mich irgendwie, das alles immer und immer wieder zu durchleben. So viel dazu.

28 09 2013
Massimo

Hallo Leah, tja wenn das wirklich so ist, dann geh lieber nicht hin. Lass die Vergangenheit lieber hinter Dir & schau nicht mehr zurück. Meine Schulzeit war leider auch nicht die schönste & selbst diejenigen, mit denen ich mich früher sehr gut verstanden habe, wollen heute nichts mehr von mir wissen ( siehe meinen Post etwas weiter oben ) . Auch ich weiß wie es ist gemobbt & ausgegrenzt zu werden & solche Leute ändern sich in aller Regel auch nicht wirklich wenn sie älter werden & auch die guten wandeln sich nicht selten zum Schlechterem. Auch ich habe mich mittlerweile dazu entschlossen selbst die guten Schulzeiten von früher endgültig ruhen zu lassen, es ist definitiv besser so. Natürlich fragt man sich von Zeit zu Zeit auch mal was wohl aus den Schulkameraden von früher so geworden ist, doch mittlerweile gibt es ja WKW & Facebook.
Über Facebook hab ich auch mitbekommen wie eine ehemalige Schulkameradin von mir ein Klassentreffen organisiert hat. Sie lud ein Klassenfoto von damals hoch & verlinkte alle Personen darauf. Daraufhin haben sich die meisten gemeldet & vorgeheuchelt wie schön es doch damals war & wie gerne man sich doch mal wieder sehen möchte. Dann wurden Terminvorschläge für ein Klassentreffen gemacht. Von den etwa 30 Leuten hatten fast alle zugesagt & am Ende kamen nur 5, die restlichen hatten nicht mal abgesagt oder so. Das ist auch generell der negative Trend von Klassentreffen, es gehen immer weniger hin. Die Gründe: Es gibt mitllerweile Facebook, da sieht man ja schon was aus dem & dem geworden ist! Viele wollen mit ihren ehemaligen Schulkameraden einfach nichts mehr zu tun haben. Manche sind weit weggezogen & ihnen ist die Fahrt zu weit. Wiederum andere haben einfach keine Lust & was besseres vor. Taurig, aber wahr. Was vergangen ist, ist vergangen, du kannst noch so ein gutes Verhältnis zu den Leuten damals gehabt haben, viele Jahre später scheinen sie sich einfach nicht mehr daran erinnern zu wollen & behandeln dich wie Luft. Wenn Du also wirklich so denkst & Deine Schulzeit echt nicht so toll war, dann geh besser nicht hin, verbring den Abend lieber mit Menschen, die Dir was bedeuten, anstatt mit Leuten, mit denen Du ohnehin nichts mehr zu tun hast & die Freundlichkeit, Interresse usw. nur vorgaukeln. Gut, natürlich muss das bei Dir nicht zwangsläufig genauso ablaufen wie bei mir, doch die Möglichkeit besteht zumindest. Letzenendes muss Du es wissen, ob Du hingehst oder nicht. Gehst Du nicht hin, wirst Du nie wissen, wie der Abend verlaufen wäre, Du verpasst aber auch nichts. Gehst Du hin & die Leute behandeln Dich wie Dreck, ist das zwar sehr frustrierend aber dann weißt Du wenigstens Bescheid was Sache ist. Es ist Deine Entscheidung & ganz egal wie Du Dich entscheidest, Du musst Dich für nichts schämen oder rechtfertigen. Lebe Dein Leben & sei stolz auf das was Du erreicht hast. 🙂

4 10 2013
Leah

Hallo Massimo 🙂

Danke für deine Antwort… Ich neige im Moment eher dazu, es bleiben zu lassen. Unter anderem auch deshalb, weil die Leute in der Klasse (vor allem meine damalige Banknachbarin) mit denen ich echt ein gutes Verhältnis hatte bereits abgesagt haben. Ob sie tatsächlich keine Zeit oder wie ich einfach keine Lust haben bleibt wohl ein Rätsel 😉

1 04 2014
Iris Marinoske

Hallo, das Thema mag zwar längst nicht mehr aktuell sein, aber da ich letztes Wochenende auf einem Klassentreffen war, poste ich jetzt einfach mal was dazu :-). Es war die Abschlussklasse des Gymnasiums, also 13. Klasse, ist schon über 10 Jahre her, wie die Zeit vergeht. Meine Schulzeit war glücklicherweise vom ersten bis zum letzten Schuljahr in Ordnung, es gab keine nennenswerten Tiefs oder Hochs. Mit den meisten Mitschülern hab ich mich auch eigentlich gut verstanden, natürlich gab es auch mal nicht so tolle Situationen, aber so ist das halt im Leben. Nach dem Abitur fing ich dann an zu studieren & jobbte nebenher etwas. Mittlerweile bin ich Erzieherin & darin auch sehr gut & glücklich. Ich hielt mit meinen Schulfreundinnen von damals weiterhin Kontakt. Ich gehöre auch zu der Sorte Mensch, die von Zeit zu Zeit mal in Erinnerungen schwelgt & sich fragt was wohl aus den Schulkameraden von früher so geworden ist. Bisher hat mich auch immer jeder Ehemalige gegrüßt, wenn ich ihn/sie auf der Straße oder sonstwo getroffen hatte, ich habe da erfreulicherweise mehr Glück als manch andere hier :-). Und da es das allererste Klassentreffen seit dem Abschluss war ( über 10 Jahre ), wollte ich unbedingt mit meinen Schulfreundinnen hin. Das sind wir dann auch. Und überraschenderweise war fast jeder gekommen – 25 von 30 Leuten, echt nicht schlecht. Es war auch ein netter Abend, fast jeder hat sich mit jedem unterhalten, man war schon etwas erstaunt darüber was der eine oder andere die letzten 10 Jahre so erlebt hat 🙂 Nur ganz am Ende kam dann eine richtig blöde Bemerkung. Ich unterhielt mich mit einem Mitschüler, der schon ein paar Bier intus hatte & mit dem ich mich nie so richtig verstanden habe, aber ich dachte mir halt, in über 10 Jahren wird man doch wohl reifer & erwachsener. Ja von wegen. Im Laufe des Gespräches kam dann heraus, dass ich immer noch SIngle bin, genau so wie ich es zur Schulzeit & auch danach immer gewesen bin. Er sagte dann etwas spöttich so etwas wie:“Irgendwie habe ich ja immer geahnt, dass Du Dein Leben lang Jungfrau bleiben wirst, ich hatte es immer irgendwie im Gefühl. Schon damals hast Du nie irgendeinen Mann an Dich herangelassen, obwohl Du mit Deinem Aussehen & Deinem Charakter so gut wie jeden haben könntest. Jetzt bist Du wie alt, fast 31 & hast noch nie gepoppt? Was für eine Verschwendung! Kein Wunder, dass Du Erzieherin geworden bist, wenn Du als ewige Jungfrau schon keine eigenen Kinder kriegen kannst, kannst Du wenigstens andere um Dich herumhaben, was?“ Im ersten Moment war ich perplex, mit so was hatte ich nicht gerechnet. Am liebsten hätte ich ihm eine geknallt, aber ich bin ein friedliebender Mensch & wollte auch keine Szene machen. Ich sagte dann so etwas zu ihm wie :“Und Du bist wohl die letzten 10 Jahre auf der Evolutionsleiter stehengeblieben. Damals schon ein A……loch & heute immer noch eines, nur 10 Jahre älter. Wie alt bist Du jetzt, 30? Und in dem Alter kommst Du mir mit so einem pubertärem Mist, für den Du Dir erst noch „Mut“ antrinken musstest? Na, herzlichen Glückwunsch! Ja, ich bin noch Jungfrau, na und, was geht Dich das an? Der richtige ist mir eben nie begegnet. Du gehst doch bestimmt fast jedes Wochenende in die Disco, um dort eine sturzbetrunkene Frau abzuschleppen, weil Du sonst keine abkriegst, oder? Da bewahre ich mir doch lieber ein wenig Würde!“ Dann hab ich mich woanders hingesetzt. Das war schon eine bodenlose Unverschämtheit. Ja, es stimmt, heute in einer Woche werde ich 31 Jahre alt & ich hatte noch nie eine Beziehung oder Sex, ich weiß nicht woran das liegt, der richtige Mann ist mir eben nie über den Weg gelaufen, ich bin auch nicht glücklich darüber, 😦 aber so etwas gibt es eben einfach. Und jemanden auf einem Klassentreffen mit so etwas aufzuziehen ist wirklich unterste Schublade. Also die letzten 5 Minuten waren Sch…….., der Rest war aber ein recht netter Abend. Ich freue mich schon auf das nächste, denke mal ich werde wieder dort hingehen, wenn ich kann. Nur hoffentlich bleibt dieser eine Armleuchter dann daheim. Wenn nicht, ich muss mich ja nicht neben ihn setzen.

8 08 2014
Frida

Benachteiligung und Ausgrenzung in der Schulzeit können auch von damaligen Erziehern, Lehrern und Eltern ausgehen. Diese nehmen einen Schüler oder eine Schülerin aufs Korn, der sich dagegen kaum wehren kann. Hier ist auch viel Machtmissbrauch im Spiel. Andere Schüler merken das und
schikanieren diesen Schüler, grenzen ihn aus und benachteiligen ihn, weil sie dafür gelobt und manchmal sogar mit besseren Noten oder Vorteilen belohnt werden. Für die Schüler selbst ist das
einfach ein Anreiz, diesen aufs Korn genommenen Schüler auszugrenzen und zu benachteiligen. Sie werden ja dafür belohnt, also schieben sie ihre Sensibilitäten beiseite und behandeln diesen wie
ein schwarzes Schaf. Für die Schüler die Opfer solcher Machenschaften sind, ist es oft schwer, die
wahren Gründe für die Ausgrenzungen und Benachteiligungen zu erkennen, sie suchen die Schuld
bei sich selbst und meist wird ihnen auch noch gesagt, dass sie sich doch nur ändern müssten und selbst an der Situation schuld wären. Das Machtgefälle macht es aber unmöglich für den angegriffenen Schüler, sich wirklich gegen die Ausgrenzung und Benachteiligung wehren zu können.
Manchmal genügt es, aus einer Familie zu kommen, die in der Gesellschaft nicht gut angesehen ist oder aus einer Familie, die einen hohen Status hat und den Neid der Umgebung erregt. Man hält
sich in diesem Fall an deren Kinder, die man für die Eltern büßen lässt. Sie können sich weniger gut
zur Wehr setzen und sind zudem abhängig vom Wohlwollen der sie umgebenden Autoritätspersonen, wie Lehrer, Erzieher und andere Eltern. Leider werden solche Machenschaften
selten aufgedeckt und öffentlich angeprangert, aber für jeden der einst die Rolle eines schwarzen Schafes in der Klasse innehatte kann es hilfreich sein, über solche und ähnliche Motive nachzudenken und sie auf die eigenen Erfahrungen anzuwenden. Es kann auch eine Erleichterung für die Menschen, die unter solchen Machenschaften leiden mussten, sein wenn sie erkennen, dass der schlechte Ruf der eigenen Familie oder Neid auf den Status (es gibt ja noch viele ähnliche Gründe die man im Nachhinein herausfinden kann) der wahre Grund für die Ausgrenzung und die Benachteiligung war. Besonders talentierte Schüler erregen oft den Neid und den Hass der sie umgebenen Erziehungsberechtigten und es ist leicht, diesen Neid unter den Mitschülern zu schüren und diesen
Schüler für seine Talente büßen zu lassen.

22 04 2015
Lisa

„Werter Einladender, es liegt mir schon aus juristischen Gründen fern, aus meinen unerfreulichen Erfahreungen mit Ihnen irgendwelche Vermutungen darüber abzuleiten, ob Sie an einer bedauerlichen sadistischen Störung leiden, aber sollten Sie es wagen, auch nur noch mal in meine Richtung zu atmen, werde ich Sie verklagen.“

Meine Klippschulzeit war phasenweise auch ekelhaft, die Abizeit dagegen sehr schön. Das Klassentreffen der Abiklasse war allerdings so enttäuschend, dass ich mir hinterher wünschte, nicht hingegangen zu sein. Die netten, idealistischen Leuten von einst hatten sich in prahlerische und gehässige alte Säcke verwandelt. Ich habe das wirklich als großen Verlust empfunden.

27 04 2015
die Lilie

Bei mir ist es jetzt auch so weit, dass ich zum Klassentreffen eingeladen worden bin. Ich habe ewig hin und her überlegt, ob ich gehen soll oder nicht. Deswegen bin ich auch hier gelandet.
Wie bei den meisten hier war meine Schulzeit alles andere als schön. Bei mir ging das Mobbing schon im Kindergarten los und hat sich über die 10 Jahre Schulzeit hingezogen. Mit denen, die mich damals drangsaliert haben, hatte ich ja ohnehin keinen Kontakt. Aber selbst zu denen, die ich damals als meine Freunde betrachtet habe, ist der Kontakt fix eingeschlafen. Einer meiner „Freunde“ hatte sich zwischendurch immer mal gemeldet und wollte mit mir einen Kaffee trinken gehen. Nur leider war das nicht ehrliches Interesse… er hat sich immer dann gemeldet, wenn er grad wieder Single war. (Er hatte schonmal während der Schulzeit versucht, mich rumzukriegen, wobei ich ihm deutlich gesagt hatte, dass ich daran gar kein Interesse habe.)
Neulich hat er mich auch angeschrieben und gefragt, ob ich zum Treffen komme. Als ich antwortete, dass ich noch überlege, kam nur ein „OK“ zurück. Nichts weiter.
Wenn schon die Leute so drauf sind, die ich für Freunde gehalten habe, wie müssen dann erst die drauf sein, die mich damals gemobbt haben? Ich bin auch der Meinung, dass die sich nicht geändert haben. Ich für meinen Teil umgebe mich dann doch lieber mit Leuten, denen ich was wert bin, als mir dieses heuchlerische „Ach, ohne dich ist es doch nur halb so lustig.“ zu geben. Ich kann das, was damals passiert ist, einfach nicht verdrängen und will es auch nicht. Es ist passiert und es gibt nichts, was das auslöschen kann. Als einer der Hauptbestandteile eines „lustigen“ Treffens sehe ich mich nicht und das möchte ich auch überhaupt nicht sein. Woher soll ich denn wissen, was die unter „lustig“ verstehen? Ich wills nicht (auf meine Kosten) rausfinden.
Ich weiß, was ich kann und wer ich bin. Das muss ich niemandem beweisen. Wer sich ehrlich für das interessiert, was ich tue, der wird sich bei mir melden. Wer nicht, der hat in meinem Leben keinen Platz und kann mir egal sein.
Daher habe ich mich entschieden, nicht hinzugehen.

11 08 2015
Bernd Kleiter

Schön, dass es diesen reizenden Block noch gibt, in dem ich meine Haltung -NEIN – auch schon mehrfach klargemacht habe. Vor einigen Wochen habe ich mich bei einem Kurzaufenthalt in meiner Heimatstadt mit einer ehemaligen Mitschülerin getroffen, mit der ich mich immer sehr gut verstanden habe. Es war ein sehr schöner Abend, wir haben uns toll verstanden und uns gegenseitig aus unser beidem bewegten Leben erzählt, insbesondere auch von Erlebnissen, über die man nicht so gerne mit jedem Menschen sprechen möchte ( Ehescheidung, Schwierigkeiten nach Verlust des Arbeitsplatzes etc). Und da komme ich zum Punkt: ich habe mich nach dem Treffen gefragt, mit wievielen ehemaligen Mitschülern ich mich so offen austauschen möchte. Die Antwort ist: nur mit ein paar wenigen, und das sind die, mit denen Ich nach Ende der Schulzeit, wenn auch nicht immer besonders intensiv und, in Kontakt geblieben bin. Mit den meisten ehemaligen Mitschülern verbindet mich einfach nichts, mit einigen hatte ich Probleme. Und deswegen finde ich es auch besser, wenn man die Kontakte auf diejenigen beschränkt, wo eine echte persönliche Verbundenheit besteht.

1 07 2016
Massimo

Diesen schönen bzw traurigen Text habe ich gerade im Netz gefunden.

http://www.heftig.de/annicas-klassentreffen/

Falls der Link nicht funktionieren sollte, schreib ich den Text vorsichtshalber auf.

Die 36-jährige Annica aus Schweden bekommt per Facebook eine Einladung für ein Klassentreffen. Aber der jungen Frau ist nicht nach Feiern zumute. Statt zuzusagen, schickt Annica diese Antwort, die ihr schon lange auf der Seele brennt:

„Liebe Klasse 9c,

Danke für die Einladung zum 20-jährigen Klassentreffen. Kaum vorzustellen, dass es schon so lange her ist, dass wir die Schule beendet haben. Manchmal fühlt es sich an, als wäre es erst gestern gewesen. Wie schön, dass ihr mit so viel freudigen Erinnerungen an diese Zeit zurückdenken könnt. Für mich war es die dunkelste Zeit meines Lebens.

Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass ich in der achten Klasse die Klasse gewechselt habe? Damit wollte ich das plötzliche Verstummen vermeiden, das aufkam, wenn ich in den Gängen an euch vorbeigegangen bin. Das Gelächter hinter meinem Rücken und die gehässigen Blicke im Klassenzimmer. Das manche in der Klasse es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatten, mich zu mobben. Das Lustige an der Sache mit Mobbing ist, dass es nie verschwindet. Auch nach 20 Jahren nicht. Ich kann immer noch diese gemeine Stimme in meinem Kopf hören, die mir sagt, dass ich nutzlos bin, auch wenn ich weiß, dass das nicht stimmt. Wie auch immer, ihr seid gewiss heute alle gute Menschen. Vielleicht haben manche von euch Kinder. In dem Fall hoffe ich, dass diese nicht jeden Morgen, wie ich damals, mit einem dicken Kloß im Magen aufwachen, wenn sie wissen, dass sie zur Schule müssen. Denn das hat niemand verdient.

PS: Anstatt das Geld für die Anfahrt zum Klassentreffen in Stockholm auszugeben, habe ich die 200 Euro an eine Organisation gespendet, die Mobbing-Opfern hilft.“

Tausende Menschen haben Annicas ehrliche Worte berührt. Und die 36-Jährige ist froh, es sich endlich von der Seele geschrieben zu haben. „Einige meiner alten Klassenkameraden haben mir liebe Worte geschrieben und sich entschuldigt“, erzählt die Schwedin. „Allein das nach all den Jahren zu hören, hat einen großen Unterschied gemacht.“

Ein mutiger und inspirierender Schritt von Annica!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: