Ego streicheln

8 11 2009

„Es könnt ’n Karzinoid-Tumor sein.“ (Assistenzarzt nach 25 min Filmlaufzeit bei der Dr. House-Folge am 3.11.09)

„Es ist ein Karzinoid-Tumor. […] im Appendix […]“ (Dr. House irgendwann am Schluss.)

„Hab ich doch gesacht! Hättst ma gleich gehört, House. Eh, ich habs rausgekriegt nach der Hälfte der Folge, man is das geil!“ (Assistenzarzt direkt nach der Diagnosestellung durch House.)

Wars leichter diesmal oder einfach nicht so ausgefallen? Auf jeden Fall gut fürs Ego des Internisten-Lehrlings.

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Ja, gibts denn sowas?

8 04 2009

Dr. House hat Cuddy geküsst.

Gestern abend gegen 22.13 Uhr geschah das für mich doch an dieser Stelle recht Unerwartete: House hat Cuddy geküsst. Für mich das Highlight der Woche. Ich hatte schon immer das Gefühl, irgendwann wird in der Interaktion zwischen den beiden etwas passieren. Aber dann war ich doch überrascht. Erst malträtiert er sie, um ihr das Kind auszureden – ich würd sagen, er war eifersüchtig, weil er dann weniger Aufmerksamkeit bekommen wird… und dann als alles in die Binsen gegangen war, kommt er zu ihr und sagt ihr, sie wäre eine gute Mutter. Ich hätt ihm ein paar gescheuert, aber ich bin ja auch nicht Cuddy. Als sie ihn fragt, warum das ganze, sagt er, er weiß auch nicht und küsst sie. Naja, um ehrlich zu sein, sie ihn auch. Und dann geht er, zufrieden, wie es aussah.

Tja, House hat Cuddy geküsst. Ich glaubs ja nicht… gibts denn sowas?





Dr. House dreht langsam ab

18 03 2009

Nur falls sich Leute fragen, ob Mediziner die Folge diese Woche auch seltsam fanden: Ja. Also von Haarbällen im Gastrointestinaltrakt nach Einnahme von Antazida hab ich noch nie gehört. Ich hätte eher erwartet, dass er einen Ileus kriegt. Naja, dann wärs ja nix für House gewesen.
Ansonsten scheint dieser Privatdetektiv eine interessante Figur zu werden. Er kann und darf alles, was House nicht kann. Rumschnüffeln, und noch mehr schnüffeln… und er hat Schlag bei Cuddy. Quasi wie ein Teil seiner selbst, der sich selbständig gemacht hat.
Warum er die Nummer mit Taub so abgezogen hat, verstehe ich nicht. Wieso mischt er sich ins Privatleben seiner Mitarbeiter ein und beginnt eine Ehe zu zerstören und Mißtrauen zu säen? Weil er selbst jedem mißtraut? Das ist mir irgendwie alles nicht so klar. Auch finde ich, dass jetzt mehr … rumgeeiert wird. Geht euch das auch so? Die ersten drei Staffeln waren relativ geradlinig in der Falldarstellung. Jetzt greift es immer mehr um sich, dass erst behandelt wird und entweder diagnostische Schritte verschwiegen, bewußt ausgelassen oder einfach gar nicht angedacht sind. Das empfinde ich inzwischen als Manko am Drehbuch. Oder ich gucke einfach nur genauer hin. Ein therapeutisches Ergebnis als diagnostisches Kriterium ist äußerst selten… und bei den einfachen Fragen, die ich jetzt meine, da reicht manchmal ein Test… sie sollten wirklich wieder mehr auf qualitativ gute Storys achten beim Drehbuchschreiben… Naja…

Ich hoffe, die nächsten Fälle sind mal wieder was aus der realen Case Report-Welt.





Staffel 5 kommt!

1 03 2009

Wie mir die Programmvorschau bei RTL mehrfach einhämmerte, gehts demnächst weiter mit Staffel 5 von Dr. House! *hops hops* Staffel 5, Staffel 5…





Kommentar zum Blog-Eintrag „Dr. House und sein Vicodin“

19 02 2009

Der Beitrag, der eigentlich damals nur mal so gedacht war, um Nicht-Medizinern etwas über einen Hauptbestandteil der Serie Dr. House zu erzählen, wird inzwischen fast eigenständig… jeden Dienstag treibt dieser Beitrag die Besuchszahlen dieses Blogs in die Höhe und bescherte mir jetzt Kommentare zu Kommentaren, über deren Inhalt ich am heutigen Tage eigentlich gar nichts mehr weiß. Is halt doch schon ne Weile her.

M.C kommentierte „Tja wie sehr wir/ ihr wohl von Hollywood beeinflusst sind/seid, dass wir/ihr etwas was endlich realistisch wirkt, als völlich unrealistisch abtuen/abtut und es sofort ablehnen/ablehnt, weil das nicht in die schöne, heile Hollywoodwelt in unserem/eurem Kopf passt….Traurig eigentlich!!!“

Hollywood-Welt? Hä? Ich bin sehr wohl in der Lage zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Ich denke, dass man auch das in dem Kommentaren beim Beitrag merkt. Es dreht sich um die Entwicklung einer Serienfigur. Wir könnten auch  über „Schatten der Leidenschaft“ oder ähnliches diskutieren, aber sowas guckt keiner oder kaum einer von uns. Aber aufgrund des in der Serie vorhandenen Wiedererkennungswertes bezogen auf unseren täglichen Alltag erfreut sich die Serie großer Beliebtheit unter Ärzten. Natürlich sind da Dinge unrealistisch. Ich kriege jetzt nicht mehr jedes Detail zusammen, aber es ist doch klar, dass von der Realität abgewichen wird, weil es ins DREHBUCH passt und sich gut VERKAUFEN lässt. Dass einem bei der sonst schon recht realitätsnahen Darstellung solche Dinge auffallen, ist doch klar. Ich kenne keinen Arzt, der von der Tätigkeit einer MTR im CT bis hin zur Schädeltrepanation, Ganzkörperbestrahlung, klassischer Internistenarbeit und Laboranalysen, die sonst MTAs ausführen, alles alleine macht. Dafür ist niemand ausgebildet und hat auch keiner Zeit auf einer normalen 30-Betten-Station. House hat aber nur einen Patienten oder zwei für sein Team und da hat man natürlich Zeit für allerlei Dinge, unter anderem um die Tätigkeiten von MTRs, MTAs, Labormedizinern, Strahlentherapeuten, Neurochirurgen, Internisten und Radiologen auszuführen. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass es z.B. in  meinem Krankenhaus toleriert würde, wenn jemand seine Abhängigkeitserkrankung so offen ausleben würde. Doch House ist Fiktion mit dem Ziel, dem Zuschauer eine möglichst realitätsnahes Feeling zu vermitteln, ob es so ist oder nicht. Wenn der es glaubt, haben die Produzenten ihr Ziel erreicht.

 

Versuchskaninchen kommentierte „Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass Mediziner über eine TV-Serie diskutieren und zwar auf ernsthafter analytischer Basis.“

Klar diskutieren Mediziner über Arztserien. Kann mir genauso gut vorstellen, dass Anwälte über Anwaltsserien diskutieren und Lehrer über Lehrerserien und Geistliche über Serien mit Nonnen und so weiter. Die ernsthafte analytische Basis muss ich hier relativieren. Wie gesagt, die meisten Beiträge zu Dr. House mit erklärendem Inhalt habe ich mit dem Ziel geschrieben, Nicht-Medizinern die unverständlichen Sachen zu erklären und auf Sachen hinzuweisen, die dort sehr real wirken, aber in der Realität nicht so sind. Ich erlebe jeden Tag, wie Leute in der Klinik liegen oder Angehörige kommen, die dann von der Rolle sind, weil eine Blutkultur nicht in 24 h analysiert wird oder weil es in gewöhnlichen Kliniken Einzelzimmer nur für infektiöse oder schwer demente oder  halluzinierende oder extrem pflegebedürftige oder sterbende Menschen gibt oder halt außerhalb dieser medizinischen Indikation für Privatzahler (ein Thema, das mich immer wieder stört). Klar will ich dann hier auch mal sagen dürfen, dass es nicht so ist und dass es nur für den Film so gemacht wurde.

„Denn der Konsument entscheidet immer noch welche Serien erfolgreich sind oder nach den ersten Folgen abgesetzt werden.“

Verstehe ich jetzt nicht so ganz, was das mit realitätsnahen Serien zu tun hat. Die Aussage ist formal richtig in meinen Augen, aber wie gesagt, so ganz verstehe ich den Zusammenhang leider nicht.

Somit ist jetzt hier wieder der Raum geboten für reichlich Diskussionen, oder auch nicht. Würde nur bitten, nicht beleidigend und beschimpfend zu werden.





Suchwortpositionen

13 02 2009

Beim Suchwort Vicodin bin ich bei Google auf Platz 2 gleich hinter Wikipedia gelandet. Gleiches bei dem Begriff Chirurgenwitze. Danke liebe User, aber soviel Aufmerksamkeit wollte ich gar nicht. Guckt einfach lieber bei Wiki, ich werd ganz nervös bei soviel Leuten, die auf mich gucken bzw. auf mein Blog.





Dr. House und sein Problem mit der vorzeitigen… Therapie

26 11 2008

Gestern abend war wieder House-Time. Naja, so ganz zufrieden war ich nicht. Da schreit der coolste Fernseh-Arzt der Welt, sie sollen eine Radiojodtherapie machen, die Schilddrüse wirds sein. Und haben noch nicht mal nen Laborwert. Hee, wie geht das denn? Welcher Dummdödel hat da am Drehbuch mitgeschrieben? Ein TSH dauert 1 Stunde. FT3 und FT4 ein klein wenig mehr. Und keine zwei Tage. Die Antikörper vielleicht schon, also diese TRAKs und so. Aber wo kein supprimiertes TSH, da keine Hyperthyreose. Man, man, man… muss man denn alles selber machen? Und jetzt der Spitzensatz der meistgehassten Dozenten: „Vor die Therapie haben die Götter die Diagnostik gestellt.“ Tssss… is leider wahr, Dozenten streichen, Satz stehen lassen. Man diagnostiziert in der Regel nicht durch die Therapie. Manchmal therapiert man durch die Diagnostik, z.B. mit einer Magen-Darm-Passage oder „Herr Doktor, das dem EKG vorhin war gut, seitdem sind die Schmerzen weg, das hätt doch auch mein Hausarzt machen können.“ Das gibt für die letzte House-Folge in punkto „lebensechte Diagnostik“ nur eine 5. Den Fehler in der Handlung hätten sie sich wirklich klemmen können. Das war zu einfach als das es keiner merkt. Die Lösung wirkte am Ende wie ein huch-wir-haben-nur-noch-3-minuten-jetzt-aber-schnell. Ich hätte differentialdiagnostisch auch an Aflatoxine gedacht wegen der Sonnenblumenkerne.

In Sachen „House und ein Funken Menschlichkeit“ vergebe ich eine 2. Er will Cameron zurück. Aber er kriegt sie nicht. 🙂 Und er steht eindeutig auf Cuddy. Und sie auf ihn.

Interessant find ich die Entwicklung mit Amber und Wilson. Das eiskalte Biest ist gar nicht so ein abgebrühtes Biest im privaten. Da kenn ich aber noch andere, die zwei Persönlichkeiten haben, in der Klinik die harte Tour und zuhause eher total nett. Ich bin ja kurz davor es Amber zu gönnen. Aber meint sie es wirklich ernst mit Wilson? Und wird House erwachsen, wenn er seinen Spielgefährten teilen muss?