Parchim sucht Kinderärzte

20 08 2019

Wie das NDR Nordmagazin heute zum wiederholten Mal diesen Sommer vermeldete, ist die Kinderstaton der Asklepios-Klinik in Parchim immer noch geschlossen. Ärztemangel. Hoher Krankenstand hieß es erst, heute war die Rede davon, dass konzerninterne Umsetzungen nicht gelangen. Unterm Strich vermute ich (und das stellt eine Annahme dar), dass es wie überall eine Mischung aus in Rente gegangenen Kollegen, Weggängen von Ärzten woanders hin oder in die Niederlassung, fehlender rechtzeitiger Personalrekrutierung und daraus resultierender chronischer Überlastung der verbliebenen Kollegen mit entsprechendem Krankenstand war, was jetzt dazu führte, dass nicht genug Leute da sind, um die Station offen zu halten. Derzeit müssen die Kinder ins deutlich weiter entfernte Helios Klinikum Schwerin, mehr Fahrzeiten für die Notfälle, die Eltern etc. … und das, nachdem letztes Jahr schon das Krankenhaus Wolgast seine Kinderstation verlor und im Osten MVs eine riesige Versorgungslücke riss, die sich erfahrungsgemäß jetzt in der Hochsaison an der Ostseeküste besonders schmerzhaft zeigen dürfte. Jetzt wackelt also die zweite Station für Kinder in diesem Land in kurzer Zeit. Diesmal im Westen. Ursache sind nicht finanzielle Gründe und Bilanzprobleme wie in Wolgast sondern Ärztemangel. Jetzt endlich so die Meldung, will Asklepios bundesweit Stellenanzeigen schalten… Schnell ist anders. Aber typisches Verhalten für Krankenhauskonzerne wie Asklepios, Helios, KMG etc… bloß nicht zu früh offenbaren, dass irgendwo freie Stellen sind… könnte ja negativ ankommen.

Wer also Bock hat, in MV als Pädiater stationär zu arbeiten und am besten noch gleich ein oder zwei weitere Leute mitbringen will, hat derzeit eine gute Verhandlungsbasis für sein Gehalt, die Klinik steht unter Druck… und später gibt es hier oben mit Sicherheit diverse Niederlassungsmöglichkeiten. MV ist schön, sag ich als Einheimische. Wir haben demnächst kostenlose Kita-Plätze für alle, auch gute Qualität der Betreuung, MV hat eine gute Geburtenrate, hohen Freizeitwert für Sportler und Naturfans und mit Parchim eine Stadt mit guter Anbindung an HH und die A24. Und noch gute Immobilienpreise im ländlichen Raum, also das Pony für die Tochter findet auch Platz… also liebe Kollegen Pädiater, auf nach MV, Ihr werdet erwartet in Parchim!

Und wer will, darf diesen Beitrag teilen, auf dass sich Pädiater finden und Eltern und Kinder in der Region Parchim wiede besser versorgt sind.

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Sport in MFA-Ausbildung – zwischen Witz und Sinnlosigkeit

19 08 2019

Unsere Azubinen bzw. Umschülerinnen zur MFA (geht wahlweise auch männlich und divers) erzählen regelmäßig von ihrer Berufsschule. Ich bin ja im Grundsatz ein neugieriger Mensch und frage auch gerne nach bzw. aus. Nachdem wir neulich einen katastrophalen Muskelkater im Team begrüßen durften, der aus der Berufsschule einfach mitgekommen war, wurde ich neugierig, wo dieses Tierchen her stammte.
Ich weiß ja inzwischen, dass nach Lernfeldern unterrichtet wird. Diese haben aber nichts mit Sport zu tun. Der Sport dort für jungerwachsene und nicht mehr ganz so junge Umschüler läuft wie in der Schule ab. Der Sportlehrer bekommt sein Stundenhonorar dafür, dass er die Leute Runden laufen lässt. Wenig Vorbereitung, wenig Arbeit, gute Kosten-Nutzen-Relation für ihn. Wenig Sinn für die Azubis und Umschüler. Ähnlich wie in der Schule, sinnloses rumstehen und warten auf den Weitsprung oder redundantes Runden laufen. Klar, es spricht nichts gegen Kondition. Aber ehrlich… macht sie das zu besseren MFA?! Nein. Was würde Ihnen im Alltag helfen? Rückensport!!!! Rückenschule, Yoga und Progressive Muskelrelaxation oder Qigong zum Stressabbau! Das wäre mal ein sinnvoller Sportunterricht. Super Haltemuskulatur, weniger Rücken- und Nackenprobleme nach Bildschirmarbeit, kurze Entspannungs und Dehnungsübungen für die Mittagspause. Rückengerechtes Arbeiten. Spaß an Bewegung ohne Frustration. Besser durch den Berufsalltag! Und gibt es das? Nein… obwohl die gleiche Schule jedes Jahr Physiotherapeuten ausbildet. Obwohl sie es besser wissen müssten. Obwohl die Sinnlosigkeit von Weitsprung und Rundenlaufen für den Alltag einer MFA einen geradezu anspringt. Obwohl sie die passenden Lehrer hätten. Sie hätten als Berufsschule eine Chance, es sinnvoll und besser zu machen für jeden einzelnen Jahrgang und damit wenigstens nachzuholen, was der völlig degenerierte deutsche Sportunterricht nicht schafft. Und sie lassen sie verpuffen, damit irgendein gerade fertig gewordener Sportstudent ohne Stelle Zeiten stoppen kann und billig ist für die Schule. Wirklich kaum zu glauben… Sie bilden die Physios aus, die dann nachher den MFA den Rücken behandeln müssen, anstatt dass sie gleich grundsätzlich (an allen Berufsschulen !) statt Runden laufen Rückensport und rückengerechtes Arbeiten einführen…
… und das kann ein Hausarzt, der täglich wegen „Rücken“ krank schreibt, nicht verstehen.
Zu Fridays for Future müssten wir jetzt eigentlich Rückensport for Future starten, damit wir als Ärzte und Ausbildende und auch als spätere Kostenträger wie Krankenkasse und Rentenkassen etwas ändern und die Welt einen Hauch besser machen für uns.





Hölzerne Nüsse im August

19 08 2019

Die hölzernen Nüsse sind wieder da… offenbar mein Lieblingsthema geworden in diesem Blog. Da ich kaum Zeit habe zu schreiben, muss mich derzeit ein Thema ziemlich reizen, dass ich die Minuten abknapse…

Die Hölzernen Nüsse im August gehen an die Agentur Spotlight UK, die den Weihnachtswerbespot für Milka drehen sollen.

https://www.rtl.de/cms/no-red-hair-milka-will-keine-rothaarigen-oder-dicken-kinder-fuer-werbung-4387112.html

Beispielhaft der Link zum RTL Beitrag, alternative auch diverse Zeitungen wie Focus etc. Öffentlich erstmal hingewiesen auf diese absurde Casting-Ausschreibung hatte die Schauspielerin Helen Raw und damit bereits Twitternutzer aufgerüttelt. Kritikpunkt sind die Formulierungen, mit denen die Kriterien für das Casting festgemacht werden.

Spotlight UK schrieben ein Casting aus für Kinder, genauer gesagt, Mädchen unter 11 Jahren. Mit dem Satz „auf keinen Fall in der Pubertät“ kann ich nicht so recht was anfangen… woran machen die das denn fest?! Medizinisch an Dingen wie Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale wie Schambehaarung oder das durchlaufen der Tanner-Stadien der weiblichen Brustentwicklung. Seit wann werden solche Körperstellen in Weihnachstwerbespots für Schokoladenprodukte hauptamtlich gefilmt?! Was soll das für ein Spot werden?!

Weitere Forderungen:
„süß, warmherzig, freundlich“ und „klein aber anmutig, zerbrechlich aber elegant“ und „sie muss sehr erfahren sein, eine brilliante Schauspielerin“ – da fragt man sich wirklich, ob die Kind oder erwachsene Frau suchen und was jemanden dazu treibt, sowas in einen Text für ein Kindercasting zu schreiben…

Außerdem darf das Mädchen nicht rothaarig sein. Und das in einem Land, in dem die Einheimischen stolz auf die keltischen Wurzel sind und sich zudem ein gewisser Teil auch mit Wikinger-Genen durch die Lande bewegt. Beide Völker weisen überdurchschnittlich viele Rothaarige auf. Wieso soll Schokolade schlechter schmecken, wenn sie von einem rothaarigen Mädchen mit Sommersprossen angepriesen wird?! Kommen da die künstlichem Vanillearomen aus der Milka so durch, oder was?!

Ach so, und weil es ein Castung für Schokoladenwerbung ist, darf das Kind auch nicht dick sein… mal ehrlich, seit wann macht Schokolade schlank?! Hab ich da was verpasst?! Glaubt ihr echt, mir schmeckt Schokolade besser, wenn so ein kleines dürres Mädchen mit latenter Essstörung oder aber gesundheitlichen Hintergründen, die zur Entwicklungsverzögerung oder Gedeihstörungen führen, im Dezember ne Tafel Milka in die Kamera hält?!

Echt mal… mir gefällt auch der dicke Weihnachtsmann oder ein kleiner kräftiger rothaariger Lausejunge mit Schalk im Nacken, der mir überzeugend klar macht, dass er auf schoko steht…

Also wenn’s denn ein kleines, zartes, anmutiges, dürres, nicht rothaariges vorpubertäres Mädchen sein soll, dann gibt es südlich von Europa einen ganzen riesigen Kontinent, auf dem hunderttausende kleine sehr dürre, zerbrechliche, nicht rothaarige Mädchen zwischen 9 und 11 Jahren wohnen, die mit Sicherheit überwiegend süß, warmherzig und freundlich sind. Und statt als Milkaproduzent diesen britischen diskriminierenden und sexistischen Volldeppen Geld in den Rachen zu schleudern, solltet ihr für das ganze Geld zum Herstellungspreis Milka Schokolade kaufen und den Firmenflieger vollpacken und als Weihnachtsspot ein simples Handyvideo zeigen, wie ihr in Kinderheimen und Schulen des ärmsten Kontinents an kleine dürre, unterernährte, nicht rothaarige Mädchen in Mosambik, Angola, Swaziland, Südafrika, Kongo (oder in Euren Zulieferländern, wo es heißt Arbeit statt Schule…) usw. zu Weihnachten eure Milka verteilt und mal ein paar Kalorien auf die Hüften und ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das wäre überzeugender als eine essgestörte britische Elfjährige, die sich aus Angst vor Pubertät mit beginnenden weiblichen Rundungen (und das heißt nicht fett zu sein, Mädels!) kaputthungert und mit halonierten Augen eine Tafel Milka in die Kamera hält, die sie aus Angst davor, ein Gramm zuzunehmen nie essen würde…

Hölzerne Nüsse für Spotlight UK und ein Vorschlag an Milka, wie man mit dem Werbeetat tatsächlich was Echtes schaffen könnte: ein ehrliches Lächeln bei den gefilmten Kindern und beim Zuschauer bzw. Käufer.





Die hölzernen Nüsse gehen an…

24 04 2019

Sie sind wieder da: die hölzernen Nüsse sind zurück. Eingeweihte wissen Bescheid – für besonders sexistische Leistungen und geistige Blindgänger gibt es die hölzernen Nüsse.

Nach dem ich soeben auf NDR „Extra3 Der reale Wahnsinn XXL“ gesehen habe (Sendung vom 24.4.19) geht ein Applaus an die Journalisten für das Interview mit der Landrätin des Landkreises Schmalkalden-Meiningen. Eben dieser Landrätin des Landkreises Schmalkalden -Meiningen und der Marketingabteilung verleihe ich hiermit die Hölzernen Nüsse! Verdient haben sie sich den Preis mit der Sexualisierung von Volleyballerinnen. Denen haben sie auf den Hintern die Internetseite prachtregion.de drucken lassen und im Logo noch schön die Hügelchen eingearbeitet. Die Volleyballerinnen sind vom Geld des Sponsorings abhängig, ohne Geld kein Sport in der Liga. Somit nutzt das Marketing die Mädels aus, sich so eine Schwachsinnsadresse auf die Hosen bzw. Arschbacken drucken zu lassen. Ich wundere mich, dass sie es nicht auch quer über der Brust haben. Aber kommt bestimmt noch. Die Frau Landrätin stellt sich im Interview auch noch hin und findet es gut… ich würde gerne mal wissen, ob sie bei ihrer Arbeit wie Bändchen durchschneiden oder so gerne auf ihrer Kehrseite prachtregion.de stehen haben möchte… Die Frage welche Botschaft die Sportlerinnen für junge Mädchen im Sport vermitteln sollen, verweigerte sie zu beantworten, sie fand es eine Provokation. Ich finde, sie sollte mal reflektieren, warum sie es provokant empfunden hat.
Zudem wage ich zu behaupten, dass es vielleicht erst die Idee mit der Werbefläche gab und dann die Domain… aber ich irre mich bestimmt.
Liebe Frau Landrätin, hiermit verleihe ich Ihnen und dem Marketing Ihrer Region Schmalkalden Meiningen die Hölzernen Nüsse für die bescheuerte Idee, Sportlerinnen für sexualisierende Werbung zu benutzen und das als Frau… und für Ihre Ansichten weit ab vom normalen im Interview mit der NDR Journalistin.





Fridays for Future – Weitermachen!

15 03 2019

Jungs und Mädchen machte weiter mit euren Demos am Freitag! Setzt euch mit dem Thema auseinander! Frage mich, ob ihr auf der Demo nicht mehr lernt als in der Schule… und warum sind eigentlich die Meckerer, die die Einhaltung der Schulpflicht fordern für diese zwei Stunden (wahrscheinlich habt ihr ohnehin wegen Lehrermangel mehr Ausfall…), nicht selbst auf der Straße und nehmen euch den Job ab, wenn sie der Meinung sind, Schule ist für euch wichtiger… achso, weil sie für ihren 12l fressenden SUV keinen Parkplatz dicht genug an der Demo fanden? weil sie so untrainiert sind, dass sie nicht mehr als fünfzig Meter laufen können? Weil sie inhaltlich nicht folgen können, weil die Texte mehr als zehn Worte enthalten und nicht zu schön simpel sind wie in der Zeitung mit den vier Buchstaben? Weil sie vergessen haben, dass 1968 eine Jugendliche Generation mit der Meinung, den Zwängen und der Verbohrtheit der Elterngeneration brach und sie evtl. Sogar dazu gehörten?

Warum ich das sage? Klima und Umwelt hat sehr viel mit Gesundheit und Krankheit zu tun. Ausbreitung von Erregern durch Klimawandel, klimabedingte Erkrankungen, Krebserkrankungen durch Umweltbelastung, psychische Erkrankungen durch Lärm, Enge, etc., Herzinfarkte durch Feinstaub und Lärm, Mikroplastik und Weichmacher im Essen, Glyphosatrückstände im Gemüse, kontaminiertes Trinkwasser durch Nitratverseuchte Böden, hormonaktive Substanzen die in die Nahrungskette gelangt sind und unfruchtbar machen, Allergien die von 10% auf über 30% angestiegen sind, weil z.B, Substanzen aus dem Feinstaub wie wirkverstärker für Pollen auf unserer Schleimhaut wirken…

Wie wäre es mal mit 12 Punkten zum Sofortabarbeiten?!

1. Glyphosat und Derivate weltweit verbieten
2. landstromanschlusszwang für alle Kreuzfahrthäfen
3. Nitratbelastung auf Äckern senken und weniger Gülle produzieren – heißt auch Massentierprodutkion auf normales Maß senken anstatt halb China mit deutschem Gammelfleisch zu beliefern
4. Bahnstrecken aufmachen statt zu schließen Frau Schwesig und Herr Pegel! Nur wer mit dem Zug am Urlaubort auch ankommt, lässt sein Auto stehen.
5. Fernzüge ausbauen in MV, Regionalexpresse nach Berlin und HH stündlich, dass man nicht ständig stehen muss in vollen Zügen und alle 2 h einen Intercity oder ICE nach Warnemünde und Stralsund, liebe geizige Landesregierung, dafür legt unsere Steuern an und nicht für irgendwelchen anderen Blödsinn, wenn ihr nicht beauftragt, dann schickt die Bahn keine ICEs… Verstanden?!
6. wir haben in MV genug Windräder, um uns selbst zu versorgen. Es reicht mit der Lärmverschmutzung durch die Dinger! Mehr brauchen wir nicht, vor allem Wenn wir MV -Bewohner die Zulagen bezahlen müssen, dass ihr die Trassen nach Bayern baut.
7. Radwege ausbauen, abschließbare Radparkhäuser fördern. Sicherheit für Radfahrer im Straßenverkehr erhöhen durch Warnsysteme für Rechtsabbieger etc.
8. anstatt den ÖPNV zusammenzuschrumpfen baut Busse und Bahnen im Nahbereich aus. Taktung erhöhen, Preise senken. Wenn eine Krankenschwester morgens nicht mit dem Bus oder Bahn zur Klinik kommen kann zur Frühschicht, weil der erste Bus erst um 6.00 fährt, dann nimmt sie das Auto. Wennschon 20 min auf einen uns warten muss für ne 10 min Strecke, dann nehme ich das Auto.
9. Wenn ihr uns die hygienischen Plastetüten beim Obst verbietet, haben die in Afrika oder auf den Philippinien immer noch keine funktionierende Müllentsorgung und werfen es da hin wo Platz ist. Ohne Bildung wissen die nicht mal, dass sie selbst Teil der globalen Katastrophe sind, die ihnen bald die Lebensgrundlage entziehen wird. Wäre bessere Entwickungshilfe möglich als billige Textilfabriken zu bauen, oder?
10. bienenfreundliche Gestaltung aller öffentlichen Grünanlagen und Zulassen eines Bürger-Sponsoring für Saatgut, Blumenzwiebeln etc. Sowie Ausbau der Größe und Pflege von Grünanlagen in städtischen Gebieten
11. Verbot der Schließung von Kleingartenanlagen zugunsten von Bebauung durch was auch immer. Immobilienspekulanten sind die Totengräber für ausgeglichenes Stadtklima und Grüngürtel sowie Naherholung für einfache Bürger. Vielleicht muss man Herrn Backhaus auch in Rente schicken, diesen Feind der Kleingärtner MVs.
12. liebe Parlamentarier werdet euch mal schnell bewusst, dass die Bürger euch ins Parlament gewählt haben und nicht diese Lobbyisten, für die ihr euch in den Fraktionen prost… und Gesetze schafft, die sinnlos und wirkungslos sind, aber vor blindem Aktionismus strotzen und letztlich solche Dinge wie Grenzwerte industriefreundlich aber menschenfeindlich festlegt und nicht mal den Arsch in der Hose habt, eine der giftigsten Substanzen, die es derzeit gibt, mit Namen Glyphosat zu verbieten… eure Nähe zur Industrie muss man ja schon keinem mehr erklären, das springt ja selbst den dümmsten an. Ist schon seltsam dass ein und der selbe Konzern Glyphosat und Chemotherapeutika und andere Medikamente im Sortiment seiner einzelnen Gesellschaften hat… ach ja und das passende Saatgut, das auf Glyphosat resistent ist auch noch… ein Schelm wer böses dabei denkt…





Warum ich weniger Weihnachtskarten schreibe

14 12 2018

Bis vor 2 Jahren schrieb ich haufenweise Weihnachtskarten. Zum Teil auch selbst gebastelt, beklebt usw. Ich habe alle Verwandten damit bedacht und meine Freunde. Unsere Verwandtschaft bekam es meistens hin, wenigstens in der Woche nach Weihnachten noch Karten zu schicken (die „Gegenkarten“), meist diese kostenlosen Spendenbettel-Karten und die Briefmarken waren zusammengestückelt, bis die aktuelle Portohöhe erreicht wurde… Miss Marple würde sagen: sie sahen sich verpflichtet und kratzten unvorbereitet Reste zusammen. Jeder so wie er kann. Dachte ich.

Vor 1,5 Jahren starb mein Vater völlig unerwartet. Nach kurzer schwerer Krankheit wie es immer so schön heißt. Das Leben meiner Familie, unserer Familie, zerbrach unwiederbringlich innerhalb weniger Tage. Nichts ist mehr so wie es mal war. Mein Universum zerschmetterte in wenigen Tagen.
An einem Freitag rief ich alle Telefonnummern an, die ich in der Klinik dabei hatte. Nur die eine Tante ging ran.
„Papa liegt im Sterben. Er wird das Wochenende nicht schaffen. Könnt ihr kommen, bitte?!“
„Oh das passt mir jetzt aber gar nicht, wir müssen noch einkaufen und was vorbereiten. Ich ruf dich in zwei Stunden nochmal an.“
Sie gaben ihm Rescue-Medikamente, damit er seine Geschwister noch verabschieden konnte. Niemand rief an. Doch, ich am nächsten Tag.
„Die Therapie wird beendet. Er wird das Wochenende nicht schaffen. Könnt ihr kommen? Bitte…“
„Nee also das tut mir leid, wir haben das besprochen, wir werden nicht kommen. Wir haben uns entschieden, das Leben zu feiern, da passt das jetzt nicht so rein.“
„Und meine Cousinen? Meine andere Tante?“
„Nein. Kann ich sonst noch was für euch tun?“
„Nein…“
Nie in meinem Leben habe ich mich so hilflos und allein gefühlt wie an diesem Sonnabend morgen bei 3 Grad im Nieselregen vor der Klinik. Keines der Worte ist erfunden. Wie Peitschenhiebe haben sie sich in meine Erinnerung eingegraben. Ich habe überlegt ob ich die Namen nenne, ob ich mich hier oute, weil es mir eine Zeit lang ein Bedürfnis war, die Wahrheit über diese Bosheit in die Welt hinaus zu schreien. Meinen Hass in Worte zu fassen. Ich habe diesen Geschwistern meines Vaters soweit mir bewusst ist, nie etwas getan. Ich war allein,hilflos und bat um etwas für mich normales. Ich hätte bei einem solchen Hilferuf alles stehen und liegen lassen. Papa auch. Und das hat er mehrfach in seinem Leben für seine kleinen Geschwister. Nie hätte ich gedacht, wie bösartig diese Geschwister meinem Vater mitspielen.
Auf der Beerdigung sagte diese nette Tante „Du kannst dich ja mal melden… wenn du willst.“ Das war überhaupt das einzige, was sie sagte glaube ich. Und zu meiner Mutter: „Naja so richtig gehörst du nach G.s Tod nich mehr zur Familie.“
Ich hoffte über ein Jahr auf eine Entschuldigung. Ich dachte, das war doch nicht ernst gemeint, sie muss überfordert gewesen sein, geschockt, nein, so verhält sich niemand. Lass die Tür offen, sie werden kommen und sich dafür entschuldigen. Ich schrieb weiter Karten zum Geburtstag, Weihnachten… es kam eine Weihnachtskarte zurück, die sah aus wie eine trauerkarte. Nur die Unterschriften, kein Text. Meinen Geburtstag hatten sie sowieso schon immer vergessen, daran änderte sich nichts. Kein Anruf, keine Frage wie es geht, ob wir Hilfe brauchen, keine SMS, nur diese Weihanchtstraueekarte vor einem Jahr. Nach einem Jahr des Wartens hatte ich verstanden, dass es niemals zu dieser Entschuldigung kommen wird. Ich habe festgestellt, dass mich die Wut und der Hass auf diese Leute zerfrisst und ich beschloss, mich zu bemühen, dass ich mich nicht darin ergehe. Nicht weil ich verzeihe, das werde ich nicht. So etwas kann man nicht verzeihen. Nein, weil es mich sonst krank macht und mir die Energie raubt, wenn ich weiter voller Hass bin und die Wut mir immer wieder ins Hirn steigt. Ich möchte mit denen nichts mehr zu tun haben. Es gibt nichts mehr von mir, keinen Anruf, keine SMS, keine WhatsApp, keine Einsicht in meinen Status (den hat man immer sehr interessiert mitgelesen) und eben keine Weihnachtskarten. Kein warten mehr auf eine Entschuldigung. Kein Tür offen halten für Menschen, die es nicht wert sind. Und es fühlt sich richtig an. Und noch besser ist das Gefühl, wenn deren Karte kommt – oh und das war neu dieses Jahr: sie kam jetzt schon und ich frag mich allen ernstes wieso…- sie direkt in die blaue Papiertonne zu entsorgen. Es lebe das Recycling-Klopapier! Leider krieg ich dabei immer noch den Anflug von unbändiger Wut auf diese Schwestern meines Vaters. Irgendwann werden wir nichts mehr voneinander hören. Und es ist für mich ok. Es ist gut so. Meine Weihnachtskarten bekommen nur noch die Menschen, die sich ernsthaft drüber freuen. Und die mir in den letzten 1,5 Jahren zeigten, dass man nicht genetisch verwandt sein muss, um anderen beizustehen und an ihrer Seite zu sein. Wir sind nicht allein.





Geschenketipps

13 12 2018

Was schenkt ein Arzt zu Weihnachten?! Naja jedenfalls keine Pillen, Abnehm-Abos oder sowas. Wir sind eben auch nur normale Leute…
Ich lese gerne und verschenke gerne Bücher. Das erinnert mich gerade an einen meiner Lieblingspatienten, der bei unserer ellenlangen Wartezeit seine Bücher liest. Wir tauschen uns gerne über unsere aktuelle Lektüre aus. Einer der liebenswerten Momente im Arztleben…

Also wer noch was brauchbares sucht:

David Baldacci „Das Geschenk“ – ein weihnachtlicher Krimi im verschneiten Amerika in einem Zug, fast schon eine Hommage an Agatha Christies Mord im Orientexpress, den ich versuche jedes Jahr zu dieser Zeit zu lesen. Manchmal klappts. Man kann ihn schwer zur Seite legen, meine kürzeste Zeit waren zwei Tage bis zur letzten Seite… aber ich musste ja noch Geschenke einpacken und so was.

Lagom. Die schwedische Art der Achtsamkeit. Von Göran Everdahl. Mal einfach runter kommen auf schwedische Art.

Eine kurze Geschichte der Menschheit. Von Yuval Noah Harari. Woher wir kommen wird auf eine sehr interessante Art erklärt und vielleicht verstehen wir, wo unsere Wege als Menschheit uns hinführen werden.

It’s teatime, my dear. Von Bill Bryson. Ein Amerikaner wandert nach England aus. Geht zurück, kommt wieder und bleibt. Welche skurrilen und liebevollen Einblicke er bekommt, schildert er zum Beispiel in diesem Buch. Preisgekrönter Autor, aber trotzdem 🙂 gut zu lesen. Und zu lachen.

Einen Scheiß muss ich. Tommy Jaud. Ein Klassiker, aber immer gut für alle, die im Alltag allmählich merken, dass ihnen die Distanz zu den A… und B-Schlöchern verloren geht und die einen Motivationsschub brauchen, um sich au s den Fängen eben solcher zu lösen.

Ach ja, und ich finde Thalias Aktion gut: Mittwoch ist Lesetag! Lasst uns echte Bücher lesen, jedenfalls wenn ihr mit dem Blog fertig seid und geht zu den Buchläden hin, die vor Ort sind und sagt denen das, was ich auch immer sage: wenn sie das Buch hätten, hätte ich es hier gekauft, machen sie doch mal mehr als nur die Bestseller Liste, die inzwischen jeder Supermarkt und Rossmann stehen hat, seien Sie einfach mal wieder ein echter Buchladen! (Ach ja und wenn das Buch da ist, was ich suche, dann kaufe ich es auch immer…)