It’s Time For A Revolution…

14 01 2018

Ich erlebe derzeit durch Kollegenkinder vieles quasi noch einmal, was ich in meinem Leben längst hinter mir ließ. Zum Beispiel Sportunterricht.
Bevor ihr weiterlest: ich möchte niemandem zu nahe treten, der im Lehramt steht. Wer empfindlich für Kritik ist, liest besser nicht weiter.
Was war Sportunterricht früher in der DDR? Förderung der Sportskanonen, Regelmäßige Sichtung durch Jugendtrainer, auslachen und (wie man heute sagt) dissen durch den Lehrer oder auch gerne mal der Lächerlichkeit preisgeben. Gelogen? Nee, eigene Erfahrung. Ich war eins von den Looserkindern. Ich beherrschte nur eins gut: alles mit Bällen und werfen, besser als die meisten Jungs. Was machten wir? Leichtathletik und Geräteturnen. Wie lief Leichtathletik ab? 30 Kinder warteten am Anlauf für die weitsprunggrube und kamen genau 2x zum Springen in der ganzen Stunde, der zweite Sprung war dann die Note. Versaut? Pech gehabt. 60 oder 100 m Lauf das gleiche. Wenn die Lehrer im Hochsommer bei 30 grad keinen Bock hatten, dann ließen sie uns mittags um zwei in der größten Hitze 1000 m Lauf machen. Wenn in der Turnhalle 3 Klassen waren, weil es so geplant war, dann musste eine rausgehen. Im Regen. Oder bei Frost. Egal. Gelobt sei was hart macht. Geräteturnen habe ich auch noch böse Erinnerungen… ein Lehrer kann nicht überall sein und sicherungsstellung machen. Es machten Kinder gleichen Alters aus der Klasse. Ja es gab Unfälle und Verletzungen.
Wie lief Sport nach der Wende ab? Genauso. Es hatte sich nichts geändert. Ich erinnere mich an zwei engagierte Lehrerinnen, eine hatte ich in der zweiten, die an mich glaubte und plötzlich hatte das Looserkind ein Sportabzeichen geschafft und das ohne Probleme. Leider wurde sie schwanger. Im nächsten Jahr hatte ich wieder jemanden, der mich auslachte. Die andere Lehrerin begleitete mich in manchen Klassenstufen auf dem Gymnasium, leider nicht immer. Das war die einzige, die über den Tellerrand hinaussah. Die es als Auftrag verstand. Die sich hinstellte und was über Physiologie erzählte oder Hebel in den Gelenken. Oder auch die erste, die sich mit einem Haufen Teenager hinsetzte und statt Sport Aufklärungsunterricht machte am Lehrplan vorbei. Ansonsten endete vieles in Rumstehen, frieren, Hitzekollaps diverser Jugendlicher in praller Sonne, kopfplatzwunden, Knochenbrüchen, Prellungen, auch ich musste was einstecken davon, und einer Notenbewertung, die ich ungerecht empfand. Beim Geräteturnen zum Beispiel. Zusammengefasst bleibt unterm Strich eine Menge Frustration und die Erkenntnis das Sport keinen Spaß macht.
So wie bei Hunderttausenden anderen Menschen in diesem Kand auch. Die AG Sport der DDG sagte auf einem Kongress mal, dass dies die Grundlage ist, warum man viele Menschen ihr Leben lang nicht mehr für Sport begeistern kann – diese frühen und tief sitzenden frustrationserlebnisse.
Als ich hörte, wie der Sportunterricht heute abläuft – ungefähr 20 Jahre später – stellte ich fest: alles beim Alten. Nix ist anders. Was ist das Resultat? Generationen, mit Hunderttausenden Menschen, die keine Freude am Sport empfinden können. Generationen, die nicht wissen was rückengerechtes Verhalten ist, die keine Ahnung von gesunder Ernährung haben und Teenager, die immer noch darauf angewiesen sind, dass aufklärungsunterricht etc. von Vereinen ehrenamtlich gemacht wird an Schulen wie z.B. Projekten von Medizinstudenten (an meiner Uni hieß es „Mit Sicherheit Verliebt“.) und wir haben Millionen im Land, die sich nicht trauen erste Hilfe zu leisten zum Beispiel bei Sportunfällen, weil sie einmalig in ihrem Leben einen Nachmittag für den Führerschein abgesessen haben und das war es.
Wozu also diesen falschen Weg weitergehen? Es ist Zeit für eine Revolution. Lasst uns diesen unsinnigen Sportunterricht in der herkömmlichen Form abschaffen, denn er bringt nichts für die Kinder und Jugendlichen. Und was schlägt Assistenzarzt stattdessen vor? Einen Sport- und Gesundheitsunterricht. Inhalte: Rückenschule und zwar jede Woche mit 30 min. Würde uns langfristig Milliarden im Gesundheitswesen sparen. Gesunde Ernährung mit Kochen, erklärt von Profis, die für Kinder ausgebildet sind. Gesundheitslehre mit Erste Hilfe Kurs in der 8. Klasse parallel zum Biounterricht und Aufklärungsunterricht beginnend ab der ersten Klasse, um Themen wie Sexuelle Identität, Respekt vor dem anderen, Missbrauchsprävention etc. von Anfang an altersgerecht zu vermitteln. Und Sport mit der Möglichkeit etliche verschiedene Sportarten auszuprobieren und dem Ziel Kindern Spaß an der Bewegung zu vermitteln, Teamfähigkeit aufzubauen, Regeln einzuhalten und sich darauf zu freuen, etwas zu tun, was man kann und das Selbstbewusstsein zu stärken, Selbstwirksamkeit zu erfahren und zu erleben, wie gut es tut, aktiv zu sein. Das geht aber nicht mit Noten für etwas, das man einen Tag im Jahr zweimal in 45 min macht und nicht mal eine Anleitung bekommt.

Was brauchen wir dafür? Sportlehrer, die auch rückenschule beherrschen, statt nur Zeiten stoppen oder die Sprunglatte rauflegen. Ernährungsberater, Rettungsdienstler und Ärzte, die an Schulen Unterricht geben dürfen, Profis, die Aufklärungsunterricht gestalten. Es funktioniert nur, wenn der Staat bzw. die Länder bereit sind, in die Zukunft zu investieren und Geld auszugeben, damit wir später im Gesundheitswesen Milliarden einsparen können und wenn Lehrer und Gesetzgeber bereit sind, so einen Weg mitzugehen und niemand schreit, weil er glaubt, es wird an seinem Stuhl gesägt. Das Leben ist nicht so wie der Sportunterricht. Hat mal jemand die Jugendlichen in der Praxis gesehen? Wenn sie nicht gerade im Sportverein trainieren (und oftmals selbst dann) haben sie keine vernünftige Haltemuskulatur mehr, sie wissen kaum etwas über erste Hilfe im Notfall oder gesunde Ernährung. Sie wirken hilflos bei diesen Themen, wenn sie mit Rückenschmerzen kommen oder übergewichtig sind oder Eisenmangel haben, weil Veggie hip ist, aber sie keine Ahnung von Hintergrundwissen haben. Es ist nicht so, dass es sie nicht interessiert, sie hatten nur niemanden der ihnen sowas erklärt. Sollte die Schule nicht eigentlich fit für das Leben machen? Die Dinosaurier hat die Evolution aussterben lassen, weil es bessere Modelle gibt, beim Sportunterricht sollte das gleiche passieren. It’s Time For A Revolution…

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FL?TUS oder was?

30 08 2017

Augen auf beim Nachrichten schauen. Da sah ich die Gattin eines Präsidenten erst in High Heels über den Rasen zum Heli staksen zum Hochwassergucken… Die Frau denkt mit, da guckt man länger oben raus mit 15 cm Stilettos, wenn einem das Wasser bis zum Halse steht… Und dann stieg sie aus dem Heli und hatte so ein bedrucktes Basecap auf. Und ich sah nur mit einem halben Auge hin und dachte „Häääää???“ Noch ein ganzer Blick, aber das Bild war weg, nächste Szene. Also wenn ich richtig geguckt hab… Neeeeeee, DAS kann nicht sein, dass sie sowas aufm Basecap stehen hat… FLATUS…???????* Das würd doch keiner vor der Presse und so… Heute im Internet zufällig das Bild dazu mit Kommentar der Vogue (die Experten) entdeckt (Danke an meinen Emailanbieter für das auffüllen meiner wissenslücke) und nochmal hingesehen. Da steht FLOTUS. Ok. Was heißt das? Das ne Melodie mit dabei ist? Ach nee. Erklärung stand bei: First Lady Of The United States… Wozu braucht man das? Etwa Für alle, die es nicht kapiert haben, wer ausm Präsidenten-Heli rauskommt…? Oder hatte sie Angst sie wird verwechselt mit irgendwem? (Sekretärin, Groupie, Altenpflegerin…?) Oder für die Bodyguards, damit sie wissen, wen sie retten sollen? (Ich dachte immer das sind clevere Kerlchen). Egal, ein Hoch auf die Scherzartikel-Hersteller, die jetzt Basecaps mit FLATUS * produzieren, das wäre mal n Statement… *grins*

*Flatus: das entweichen von Darmgasen über den Anus, je nach Verursacher bis hin zur Kunstform erhoben





Privatsphäre von medizinischem Personal

25 08 2017

Wie ist das.., ihr seid unterwegs, trefft euren Arzt oder eine Krankenschwester / Medizinische Fachangestellte und dann… Sagt ihr „Guten Tag“ und geht weiter… Sehr gut, das ist normal.

Was mich und viele andere aus dem Gesundheitswesen ärgert und stört ist folgende Variante: Guten Tag, schön das ich Sie sehe, dann brauch ich nicht in die Praxis, ich hab da mal eine Frage… Und dann werden Rückenschmerzen, Blasenprobleme, Prostata, Verdauungsstörungen etc lauthals geschildert, egal wo man gerade ist, im Laden, an der Kasse, im Bus, beim Bäcker, auf dem Friedhof am Familiengrab… Egal mit wem man unterwegs ist, den Kindern, den Eltern, dem Freund… Egal ob man Urlaub hat oder krank ist oder auf dem Weg zu wichtigen Terminen.
Oder der Schwester wird im Laden die Urinprobe in die Hamd gedrückt *schüttel* oder gesagt, sie solle doch mal das Rezept für Xyz fertig machen.

Mir persönlich würde es nicht einfallen, meine behandelnden Ärzte anzuquatschen. Gut man ist Kollegin, aber trotzdem sind die privat. Ich sag ja auch nicht zur Bäckereiverkäuferin „ich komme morgen früh und legen sie schon mal sechs Brötchen zurück“…

Ich habe achonmal einen Moment gehabt, wo ich fast ein Schild aufhängen wollte „Liebe Patienten, wenn Sie uns draußen auf der Straße, im Laden oder beim Spazieren gehen sehen, dann freuen wir uns, wenn Sie guten Tag sagen. Bitte denken Sie daran, dass wir außerhalb der Praxis / Klinik an öffentlichen Orten nicht über medizinische Dinge sprechen, da es eine Schweigepflicht gibt. Außerdem bitten wir Sie höflichst darum, unser Privatleben außerhalb unserer Arbeitsstätte zu respektieren, denn wir sind genauso Menschen wie Sie und Ihre Familie. Wir stehen Ihnen in unserer Praxis / Klinik gerne mit all unserer Kraft und Energie zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen…“

Ich kenne Kollegen, die fahren inzwischen 20 km um einzukaufen ohne angequatscht zu werden oder 100 km um mal nackt am Strand zu liegen mit ihrer Familie ohne in Gegenwart der Kinder über Hämorrhoiden oder Ekzeme sprechen zu müssen.

Die Verfügbarkeit von Dingen ist durch die Internetkultur allumfassend geworden. Wir sind aber nix was man auf der Straße wie ein Wikipedia benutzen kann. Wir sind auch eine andere Generation, die ihren Beruf als Aufgabe betrachtet aber nicht als alleinigen Lebenssinn von dem man keine Sekunde lassen kann. Diese Ärzte und Schwestern sind vielfach früh an Schlaganfällen, Herzinfarkten oder Suiziden verstorben. Unsere Generation will einen schönen Beruf ausüben, mit dem man für den einzelnen was bewirken kann, aber auch Familie leben und erleben und sich auch in anderen Bereichen erholen kann und eben keinen burnout, Depression oder Stresskrankheiten bekommen, denn darauf haben wir ein recht wie alle anderen auch.
Und ich erwarte eigentlich von anderen Menschen, dass sie das akzeptieren.
Die Frage ist nur, wieviele Jahrzehnte man darauf warten muss…





Die merkwürdigen Namen der Generikahersteller

25 08 2017

Hat sich mal jemand gewundert, warum manche Hersteller von Generikapräparaten (das sind Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff wie das Original nur wesentlich preiswerter, also so wie im Laden mit Markenname und Discountername und es steckt das gleiche drin) so merkwürdige Namen haben? Sowas wie 1A, Aaa, abz und so. Nicht weils toll klingt, innovativ ist oder tiefgründig. Nein, die Erklärung ist ganz einfach. Das ist wie mit den Schlüsseldiensten im Telefonbuch, je mehr A desto weiter vorn. Im Arzneiverzeichnis ist das auch so. Der Arzt will verschreiben und tippt z.B. Bisoprolol ein und dann erscheinen diese mit den Zahlen oder A als erstes. Viele machen es sich einfach und klicken sie an. Also ist die Chance höher, dass etwas mit A im Namen verschrieben wird, statt Ratio, Hexal oder andere. Nur wenn man bereit ist, eine Minute mehr aufzuwenden, dann findet man die Präparate mit Rabattvertrag oder eben andere Hersteller. Machen aber eben viele Ärzte nicht. Und deshalb lohnt es sich einen strategisch günstigen Namen zu haben als einen klangvollen oder hübschen oder „normalen“.





Kleine weiße Friedenstaube

10 08 2017

Kleine weiße Friedenstaube fliege übers Land, allen Menschen, groß und kleinen, bist du wohlbekannt […] Allen sag es hier, dass nie wieder Krieg wir wollen, Frieden wollen wir[…] bringe allen Menschen Frieden[…]

Wer diese Zeilen kennt, ist auf der östlichen Seite des eisernen Vorhangs groß geworden. Damals… Gab es Ost und West, Atomraketen auf jeder Seite, Panzer die auf den Straßen zum Manöver fuhren, Zwischenfälle, die zu Bond-Filmen Inspiration gaben, etc. Aber immer die Maßgabe derer „da oben“: wir verhindern einen dritten Weltkrieg, weil dieser ein Atomkrieg wäre und unser aller Ende.

Jetzt 28 Jahre später gibt es einen schlecht frisierten Menschen im fernen Amerika, der peinlicherweise deutsche Wurzeln hat, von dem man glaubt, er könnte eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben, der offensichtlich nie in seinem Leben etwas von Weltpolitik, Diplomatie und Friedensverhandlungen gehört hat. Dafür aber gesponsert wird von der Waffenindustrie oder hat er am Ende vielleicht selbst Beteiligungen?

Dieser Mann gerät gerade außer Kontrolle. Wenn ich heute Nachrichten gesehen habe, dann fielen mir die angespannten Gesichter der Sprecher auf, das aufgeregte berichten, das Entsetzen, was da gerade passiert wo einer dem anderen droht. Er provoziert was er kann ohne Rücksicht auf Verluste, naja, er wird ja geschützt im Zweifelsfall. Diplomatie… War das was zu essen oder ne seltene Krankheit… Verhandlungen… Nur über die Summen, die die Waffenindustrie verdienen kann, wenn er den nächsten Krieg lostritt. manchmal kommt er mir vor wie die fünfzehnjährigen auf dem Schulhof, die völlig testosterongeschwängert ihre Kräfte austesten. Was das ganze gefährlich macht: er ist so von sich überzeugt, dass er auf niemanden hört. Und wir sind leider NATO Partner, heißt dass wir am Ende diesen Wahnsinn mitmachen sollen? Obwohl er ja die NATO für einen ausgestorbenen Dinsoaurier hielt… Wo bitte ist die internationale Diplomatie, um diesen Wahnsinn aus Drohungen und gegenseitigen Provokationen zu unterbinden, damit wir nicht im Weltkrieg enden? Das ist doch kein Spielfilm, der nach 90 min zusende ist und Daniel Craig hat gewonnen…

Am Weltfriedenstag sind wir als Kinder immer mit bunt geschmückten Stöckchen mit einer Papierfahne in blau mit der weißen Friedenstaube, bunten Bändchen und Blumen dran durch den Ort gegangen mit dem Kindergarten. Ich lernte, das Frieden das wichtigste auf der Welt ist und dass Waffen und Bomben schlimm sind und Menschen schaden. Ich wünschte, er wäre nur einmal dabei gewesen als er selbst Kind war, vielleicht hätte er dann verstanden…

And all we are saying is give Peace a Chance…

Edit am 11.08.17: habe meine kleinen Textunsicherheiten beim Liedtext ausgebessert…





Verkehrte Welt

8 07 2017

Ich habe NDR laufen, meinen Heimatsender. Ich sehe wie eine Stadt in Schutt und Asche gelegt wird. Menschen in schwarz, schwarz wie der Tod – wie der Tod der Demokratie, des Friedens, des Zusammenlebens in Eintracht, des Respekts vor dem Leben – rufen zu kriminellen Taten auf, zu schwerer Körperverletzung und gehen mit Vorsatz und Waffen gegen andere vor – Polizisten, Rettungsdienst, Anwohner – was für mich eigentlich schon einem Aufruf zum gemeinschaftlichen Mord gleichkommt. Ich finde darin keine politische Botschaft mehr. Vor allem sollten wir froh sein, dass Politiker noch miteinander reden. Reden statt zu Isolieren und Waffen sprechen zu lassen. Wo Diplomatie aufhört fängt in der Regel der Krieg an. Also sollten wir froh sein, dass man miteinander redet. Schön wäre, wenn was bei rauskommen würde, aber seien wir froh, man spricht noch miteinander trotz all dem was die letzten Monate in der Welt passiert ist…
Vor allem, was sind das für sinnfreie Proteste gegen den Gipfel? Willkommen in der Hölle – das ist doch schon klar im Titel wo das Hauptziel ist und ich persönlich glaube nicht, dass friedlicher Protest gemeint war. Wo ist die Kreativtät? Mir haben die Yogaleute gefallen auf der Brücke, oder die Sambatrommler, aber warum gibt es nicht mehr davon? Oder hört man einfach nichts mehr, weil die Gewalt so laut ist und die Berichterstattung dominiert? Ich dachte an Luftballons mit Friedenstauben, zu tausenden oder Millionen, Lichterketten durch ganz Deutschland, Friedensbrunch auf allen Bundesstraßen zur gleichen Zeit, Dinge wo Familien mitmachen können. Aber diese Demos? Sie dienen doch nur als Vorwand, damit sich einige dann in Gewaltorgien ergehen können. Und was mich ärgert: all diejenigen, die gestern mitgelaufen sind, haben „denen“ ein Plattform gegeben. All diejenigen, die sich an den Protesten beteiligen und nicht klar von Gewalt distanzieren, machen sich genauso schuldig, als hätten sie selbst Steine geworfen. Gleiches gilt für alle diejenigen, die am Ramd stehen mit Handy und Bierdose in der Hand.
Ich kann es nicht verstehen, da wird offen zum Mord an Menschen aufgerufen, wo sind wir angekommen? Diese Polizisten sind Menschen!!! Familienväter, Ehemänner, Ehefrauen, Söhne und Töchter. Hat mal irgendwer daran gedacht, wenn einer von ihnen tödlich verletzt wird, dass dann Kinder vergeblich zuhause warten, das Papa kommt, dass sie nicht mehr mit ihm spielen können, dass sie abends nicht mehr mit ihm am Tisch sitzen und vom Kindergarten erzählen können? Diese Menschen sind angetreten, um uns zu schützen vor irgendwelchen Leuten, die mit LKWs in Menschengruppen fahren, sie ziehen Leute aus verunfallten Autos, wollen Betrügern und Einbrechern das Handwerk legen, Raser davon abhalten, unschuldige tot zu fahren. Haben diese Gewaltbereiten mal darüber nachgedacht, dass es auch mal sie und ihre Familie treffen kann? Dass ihre Oma überfallen wird, bei ihren Eltern eingebrochen, sie selbst mal im Straßengraben landen? Dann ist es plötzlich alles ganz anders? Macht sich irgendeiner der schwarz angezogenen oder der Gaffer mal einen einzigen Gedanken darüber? Wie tief sind wir gesunken, wenn Gaffer mit Bier in der Hand daneben stehen, wenn auf Menschen mit stahlkugeln geschossen wird, Läden geplündert, Anwohnern die Brände löschen wollten Steine an den Kopf geworfen werden, und diese Sensationstouristen nichts besseres leisten als Handyvideos zu machen? Ach und morgen früh erstmal nen Smoothie beim Hochladen auf YouTube und nen Coffee to Go zum runterspülen und wegen des gesellschaftlichen Engagements noch bei Twitter nen Tweet für irgendeinen Regierungschef abgesetzt, damit man vielleicht auch mal Konzerttickets gewinnt… Ich begreif die Welt nicht mehr. Als ich Student war, habe ich auch demonstriert gegen Kürzungen an der Uni, für ein besseres Gesundheitssystem, friedlich im Kittel wie die anderen Medizinstudenten, niemand von uns wäre auf die Idee gekommen, was anderes zu tun als Poster hochzuhalten oder sich auf eine Kreuzung zu stellen.

Ich hatte leider das Pech damals zum G8 Gipfel beruflich nach Rostock zu müssen. Ich saß in einer Straßenbahn, die in eine Straße fuhr, wo eine spontane Demo von schwarz angezogenen Gegnern war. Die Bahn ließ man nicht durch, man holte Steine und aus einem Laden Bierflaschen und warf sie auf die Bahn in der Unbeteiligte Menschen saßen. Wir saßen in der Falle, der Fahrer machte die Türen ewig nicht auf. Irgendwann machte er doch die Türen auf, mit der Tasche auf dem Kopf in geduckter Haltung rannten wir durch den Steine und Flaschenhagel. Ich hatte Angst um mein Leben. Ich habe es nicht vergessen. Später als die Polizei kam, rannten die Typen uns Flüchtenden hinterher, zogen sich die schwarzen Klamotten aus, stopften sie vor unseren Augen in ihre Rucksäcke und sahen aus wie normale junge Leute. Ich fuhr im Bus später weiter, diese Menschen saßen mit drin und taten wie die Unschuld vom Land. Ich konnte es nicht fassen. Da saßen die Leute neben mir, die Minuten vorher noch mit allem möglichen Zeugs auf mich und andere warfen obwohl wir mit dem ganzen nichts zu tun hatten.
Jahre später war ich Hmaburg zur Fortbildung. Abends erlebte ich live vor dem Hotel über Stunden! Wie sich Leute in schwarz und die Polizei ein Katz und Maus spiel lieferten, der Heli kreiste oben die ganze Nacht. Ein Krankenhaus mittendrin. Ich war so froh, dass das Auto in der Tiefgarage stand. Es war irgendein Fest gewesen wo man wohl auch zur Gewalt aufgerufen hatte, meinten die Hotelmitarbeiter. Ich kann die Hamburger Einwohner gut verstehen, die erleben wie ihr Viertel in Schutt und Asche gelegt wird, ihr Eigentum zustört, die Angst um sich und ihre Lieben haben. Das hat nichts mehr mit Protest gegen die Weltpolitik zu tun. Was ändern denn die Krawalle an Meinungen und Ansichten? Nichts. Sie vertreten ja nicht mal die Meinung des Volkes, denn das will so was nicht – Menschen verletzen, Autos anzünden, Läden plündern, alles zerstören.

Ich kann nur jedem raten, sich zu überlegen, wo er aus Protest hingeht, um diesen gewaltbereiten Menschen keine Plattform zu geben. So wird eure Meinung dann nicht gehört, sie geht in der Gewalt unter.

Und ich bin ehrlich gesagt nicht glücklich darüber, dass mit unseren Kassenbeiträgen die medizinische Versorgung der gewalttätigen Straftäter mitbezahlt wird, die jetzt in Hamburger Notaufnahmen kommen. Das ist sehr ungerecht, dass diejenigen, die gegen Gewalt sind oder vielleicht sogar noch Opfer davon, den Gewalttätern schön über Aok-Karte alles Mitbezahlen. Aber so ist das, dafür ist der Rest der Menschen in diesem Land dann für sie wieder gut genug.

Ich hoffe auf ein friedlicheres Wochenende für die Hamburger.

And all we are saying is give Peace a Chance…





Da pupsen Babys drauf

15 05 2017

Ausnahme… Assistenzarzt guckt TV mit Werbung. Pampers Werbung läuft. Aha, getestet und für gut befunden bei Hebammen-testen.de … Echt, so eine Seite gibt’s? Nie gehört. Neugier… Da gucken wir doch mal bei der denic, wer dahinter steckt hinter diesem edlen Testportal. Aha (2. Mal), eine Werbeagentur namens Bauchgefühl GmbH. Und was die für Referenzen haben… Diverse Hersteller von „Babyzubehör“ und „Verbrauchsmaterial“ für kleine Windelpupser. Krass und die Werbeagentur unterstützt auch Hebammenportale. Was für eine Bündelung von… Interessengleichheiten. Ist doch interessant, was man mit drei Klicks herausfindet. Nun ja, guter Plan. Ich mach ein Produkt. Dann nehme ich mir ne Werbeagentur und lasse die ein Testportal kreieren. Da küre ich, quatsch, die Tester des von meiner Werbeagentur geschaffenen Testportals, mein Produkt zum Besten aller Produkte, dann schreib ich das überall mit nem schicken Logo drauf und zack, es läuft. Und der Verbraucher… Ach der guckt doch sowas nicht nach…

Liebe junge Muttis, ich weiß ihr seid übermüdet und gestresst und beseelt vom Oxytocin, aber guckt ruhig mal nach, wer im Impressum steht oder auf wen solche Testportaldomains registriert sind… Als wenn da jemand meint, Konsumenten weiblichen Geschlechts kann man stets und ständig verarschen…