Generationen

7 05 2015

Jede Generation kriegt ihren Namen.

Generation Golf

Generation X

Generation Y (dazu zählen manche Ärztepublikationen die Generation der Ärzte, die nicht mit 60 am OP-Tisch tot umfallen wollen, gerne Familie statt Scheidung hätten und sich für eine Reformierung der Arbeitszeitmodelle in Kliniken einsetzen. Vielleicht hofft man, dass es irgendwann vorbei geht, wenn die Generation wechselt?!)

Generation Handy

Generation Smartphone

Generation der digital natives (wobei ich die Reihenfolge nicht so genau weiß)

Generation der Millenials

Wie nennt man die kleinen Kinder, die im Laden auf den Schildern mit den Erklärungen drüber wischen, und sich wundern, das nix passiert? Sie sind so klein, sie können nicht mal lesen… Aber das drüberwischen, das “touchscreenen” kriegen sie locker hin. Was für ein Kulturschock muss dann so ein analoger tabletfreier Laden sein…





Streik und immer wieder Streik

6 05 2015

Jetzt regen sich alle, allen voran unsere Boulevardflora- und fauna,über streikende Lokführer auf. Längster Streik aller Zeiten oder so. Und was müssen die sich an Beschimpfungen anhören… Und alle schimpfen darauf, dass so eine kleine Gewerkschaft das Land bestreiken kann. Shitstorm von der Bahn auf die GDL umgewälzt… Man provozierte sich, gegenseitig, zuletzt wohl mehr die Bahn die GDL… Und ich krieg schon wieder so eine Verschwörungstheorie, die sich so aufdrängt und die ich nicht unterdrückt bekomme. Das ist so zwanghaft. Ich fasse mal kurz zusammen:
Bahn blockiert, lenkt nicht ein, lässt es immer wieder auf Streik ankommen. GDL wird Buhmann. Rolle der Presse? GDL = Kleine Gewerkschaft, ergo alle kleine Gewerkschaften sind böse, weil sie so viel lahm legen können, wenn sie streiken, die Lokführer, Piloten, Fluglotsen, Ärzte,… Die Klassiker halt. Das geht so nicht, das muss man verbieten, schreit der deutsche Wutbürger. Rolle der Presse? Also ist es die Stimme des Volkes, nehme ich an. Wie passend, dass man jetzt so einhellig einer Meinung ist, wo demnächst ansteht, einen Gesetzesentwurf durchzubringen, der die kleinen Gewerkschaften quasi abschaffen soll. Und alles schreit, recht so, schafft sie ab, diese kleinen geldgeilen Gewerkschaften, dann gibts halt scheiß Tarife, aber das geht uns nix an, wir haben damit nix zu tun. Und keiner merkt bei diesem Schreien, dass gerade etwas passiert, was gegen die Freiheiten in unserer Verfassung laufen könnte. In diesem Sinne betreibt die DB gerade super Lobbyismus für diejenigen, die das Gesetz unbedingt haben wollen, und noch besser, es merkt keiner. Aber vielleicht bilde ich mir das nur ein.
So, ich gehe jetzt wieder zu meiner Selbsthilfegruppen für Verschwörungstheoretiker und gestresste Ärzte.

Übrigens hat es verdi nie geschafft, Ärzte so zu vertreten, dass menschliche Arbeitsbedingungen dabei herauskamen. Unter BAT bekamen wir als Assistenzarzt ledig, keine Kinder, teils weniger als die Putzfrau, verheiratet, 2 Kinder und mussten im Gegensatz zur Reinigungskraft noch 30 oder 36 h am Stück arbeiten, und verdi fand das gut so. Ohne den Marburger Bund wäre das immer noch so, auch wenn die leider immer noch nicht alles so machen, wie man es sich wünscht, bei verdi waren Ärzte verraten und verkauft.

Was passiert, wenn ab Freitag die Erzieher streiken? Werden die auch fertig gemacht und beschimpft? Kommen dann auch die öffentlichen Fragen, ob die das denn dürfen? Werden da auch im Fernsehen schimpfende Leute gezeigt, die Beleidigungen gegen die Streikenden ausstoßen? Gibts wieder Sondersendungen darüber, um Programmzeit mit inhaltsverarmten Beiträgen zu füllen? Oder wieder Talkshows wo man merkwürdige Diskussionen führt? Trifft der Zorn dann auch Herrn Bsirske so wie seinen Kollegen von der GDL? Wird man dann wieder fordern, das müsse verboten werden, weil es Beruf im Sozialsektor ist? Ich bin gespannt.

Jeder hat das Recht zu streiken, solange er kein Beamter ist, jeder hat auch das Recht, die Streiks der anderen zu tolerieren, denn irgendwann ist es auch mal die eigene Gewerkschaft, die zum Streik aufruft und dann ist es nichts anderes als bei Lokführern oder eben Ärzten.





Alltäglicher Irrsinn

15 04 2015

Ich stelle immer mehr fest, dass wir uns zunehmend damit befassen, wie sich der Wandel der Gesellschaft – Informationsgesellschaft, Multitasking, Generation Smartphone, Arbeitsverdichtung, challenge-Trend, Gewinnoptimierung statt personaloptimierung…. – wie sich das alles auf den Menschen und seine Gesundheit auswirkt. Wir (damit meine ich nicht allein die Ärzte sondern auch alle anderen, die damit befasst sind) stellen fest, es macht Menschen krank, körperlich und seelisch, lutscht sie aus, treibt die einen in burn out, die anderen in Depression und die nächsten in diverse Krankheiten, die allesamt stressassoziiert sind, angefangen von Rückenschmerzen über Tinnitus bis hin zu Herzinfarkten. Bis irgendwann nix mehr geht. Und die Betroffenen werden immer jünger, sind bevorzugt in Berufen mit vielen sozialen Kontakten, sei es Gesundheitswesen oder callcenter. Und alles überlegt sich, wie wir die Folgen lindern können, die Menschen wieder fit machen, damit sie wieder in die krankmachenden Arbeitsbedingungen zurück können. Oder aber was man tun kann, damit ihre stressresistenz besser wird und sie eben mehr Arbeit pro Zeiteinheit schaffen und das möglichst lange durchhalten ohne auszufallen. Arbeitnehmeroptimierung oder Mitarbeitertuning könnte man ketzerisch sagen…

Mal ehrlich, wir Ärzte gehören ja auch zu den Betroffenen dieser Gesamtproblematik und dennoch wehren wir uns nicht. Wir wehren uns nicht für uns und niemand der hohen Herren in den fachgesellschaften gibt mal den Anstoß zur Diskussion, dass die Ursachen angegangen werden müssen, damit wir nicht in 10 Jahren neben dem demografischen Wandel noch die Folgen eines anderen Wandels auf dem Gesundheitssystem liegen haben. Der gesellschaftliche Wandel produziert neue Probleme. Gegen Stäube wurden Schutzmasken geschaffen, für Strahlenbelastung gibts Dosimeter und gegen Lärm Gehörschutz, aber was hilft gegen den Zahlendruck der Verwaltungen, ständige Unterbrechungen durch diensttelefone, tägliche Informationsfluten durch emails, monatlich neue Formulare, zertifizierungswahn, dieses ständige unnötige just in Time gefordere von Leuten, die anschließend erstmal Mittag essen gehen und von den mitarbeitern verlangen jetzt, hier, gleich, alles und und und… Das trifft nicht allein auf Kliniken zu.

Bei einer Lungenentzündung behandelt man ja auch nur das Symptom Fieber und gibt fiebersenkende Mittel. Wozu die Ursache, in diesem Fall die Bakterien behandeln? Verzichten wir doch einfach auf das Antibiotikum, das spart ungemein… Und er wird es schon packen. Früher gab es das ja auch nicht. Naja und wenn nicht, dann kommt halt ein anderer, dann können wir gucken, ob der es halt besser packt. War unser Patient halt einfach nicht stressresistent genug und hat sich nicht genug mühe gegeben. (Vorsicht Satire)

Also wir erzählen den Leuten wie sie besser mit Stress umgehen und stressresistenter werden und behandeln die ganzen körperlichen Folgen, anstatt dass die Ursachen beseitigt werden, dass die Leute gar nicht erst krank werden.
Ach ja… Wir gehören auch zu denen, die mal besser mit Stress umgehen lernen müssen und mal die eigene stressresistenz verbessern, sonst ist bald keiner mehr da, der diese krankmachenden Dienste mitmacht…





Lesenswert

26 03 2015

Absolut lesenswert, wenn auch gerade erst gestartet:

Http://bitteremedizin.wordpress.com

Wahre Worte, geschrieben von einer ärztlichen Kollegin. Für Patienten kaum besser zu formulieren die Hinweise, wie man eine gute Klinik findet. Bleibt abzuwarten wie schnell ein findiger Journalist den Beitrag abkupfert… Äh als Inspiration nimmt.





Wenn sie könnten…

17 03 2015

In der Industrie ist es üblich: wenns keine Fördermittel mehr gibt oder die Fristen abgelaufen sind, dann wird der Standort verlagert gen Osten – von Rumänien bis Bangladesch. Spart unheimlich Personalkosten, aber trotz höherer Transportkosten bleibt mehr in der Kasse des Unternehmers. Eine soziale Sache also. Dass die Qualität der Klamotten, Haushaltswaren oder was auch immer nicht mehr ganz so optimal ist, weil die Komponenten vom billigsten sind, naja damit findet sich der Kunde schon ab. Muss er ja. Gibt ja fast nix anderes mehr. Außerdem will er ja nicht nackig rumlaufen oder am Feuer draußen mit dem Stock das Steak grillen.

Wenn sie könnten, würden die Kliniken das auch tun. Standort nach Osten verlagern, meine ich. Weil da kostet das Personal nix, naja fast nix. Und sie meckern nicht, wenn sie jenseits des Verträglichen Schichten leisten müssten. Sie gründen auch nicht so schnell Gewerkschaften oder hören auf die vorhandenen. Denn die wollen ja immer nur Geld und dass die Leute nicht so viel dienst machen müssen. Sagen die, die ihr Gehalt hinter verschlossenen Türen aushandeln und dazu noch Abfindungen und Zielprämien kriegen. Zum Beispiel für nicht besetzte Stellen, weil man kann die Arbeit von 4 auch mit 2 hinkriegen, man muss es nur wollen und sich mal engagieren und bereit sein auch selbst in die Klinik zu investieren, schließlich ist es unser aller Arbeitsplatz und wir sind ja nicht Arzt geworden, um Geld zu verdienen und Urlaub zu machen.
Und man könnte auf dutzende Vorschriften verzichten. Naja und am Ende steigen die Einnahmen bei sinkenden Ausgaben und damit die Rendite. Denn nicht nur ein bestimmter Großkonzern hat offizielle Renditeziele von 15%… Bloß wie macht man das mit den Patienten? Die sind ja hier und nicht dort, wo die Arbeitskräfte schön billig sind. Naja, man könnte Shuttles einrichten mit Bussen aus den Ländern im Osten, die noch keinen Mindestlohn haben… Da fällt ihnen bestimmt noch was ein.
Also wenn sie könnten, dann würden sie…





Pille danach frei in der Apotheke

16 03 2015

Dank EU-Verordnung ist die Pille danach jetzt rezeptfrei.
Jetzt berät der Apotheker über die Notfallverhütung. Der fragt dann auch nach Details. Hoffentlich nicht, wenn dahinter die Schlange steht und Hustensaft oder Blutdruckpillen will. Der diskretionsabstand ist für normale Ohren wohl nicht ausreichend. Kostenpunkt zwischen 18 und 27 Euro. Also teurer als ein Kondom. Kann auch Nebenwirkungen machen diese Pille danach.

Neben aller Befürwortung für diese Freiheit und Eigenbestimmtheit habe ich doch die Befürchtung, dass bei einigen der Leichtsinn siegt im Bewusstsein “naja und wenn doch, dann hole ich mir die Pille danach” und auf Kondome verzichtet wird. Kondome schützen nicht nur vor Schwangerschaften, die nicht geplant oder gewünscht sind sondern auch vor Krankheiten wie HIV, Hepatitis B und C, Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe, Syphilis und anderen. Und letztere haben in den letzten Jahren wieder einen Anstieg erfahren, weil die Menschen “entspannter” geworden sind, man könnte auch sagen leichtsinniger und weniger auf Schutz achten. Ein Grund dafür soll die bessere Therapiemöglichkeit bei HIV sein, was vielen weniger Angst macht.

Im übrigen fischen wir ab und an tatsächlich mal jemanden raus, der eine von den genannten Erkrankungen hat. Einmal mussten wir sogar eine lautstarke Auseinandersetzung schlichten, weil X ein anderes Y begehrt hatte und das Y X ansteckte und X wiederum sein bisheriges Y… Das aber war treu und konnte es nur von x … Zusammen mit ner Ladung Penicillin hätten wir auch die Visitenkarte von nem Scheidungsanwalt überreichen können. Schön, wenn Penicillin reicht, um so ein Problem zu lösen… Für andere heißt es lebenslang antiretrovirale Therapie.

Und noch ein paar Infos, bevor man über das weglassen von Kondomen nachdenkt:
– Geschlechtskrankheiten sind immer noch meldepflichtig beim Gesundheitsamt und die rufen zurück und suchen kontaktpartner
– Penicillin kann man auch heute noch in den Gluteus spritzen, heißt Hose runter und spritze in den Hintern
– Unentdeckte Syphilis kann auch heute noch irreparable Schäden machen und Nerven zerstören und Gefäße kaputt kriegen
– HIV ist immer noch nicht heilbar, nur die Zeit, die einem bleibt, ist länger geworden, die Diskriminierung ist genauso wie sie war und die Krankheit zerstört auch weiter leben und Lebensträume
– die Pille danach bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor Schwangerschaft (bieten alle anderen Methoden aber auch nicht, nur der Pearl Index ist verschieden)
– die Pille danach bietet keinen Schutz vor Krankheiten





Olympia – Bröckchen in MV?

16 03 2015

MV wünscht sich Berlin als Kandidaten – das hieße Segelwettbewerbe im schönsten Segelrevier Deutschlands: Warnemünde.

Hamburg hat sich auch beworben. Warnemünde will man dort nicht. Höchstens Schwerin für Volleyball – Vorrunde. MV wo ist das eigentlich? Der NDR hat sich schon klar positioniert wie es scheint – macht nur Werbung für Hamburg. Sendegebiet MV scheint kaum zu existieren. Nur Hamburg und ein wenig Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Auf dem RBB fiel das Wort Warnemünde und Segelwettbewerbe öfter als im eigenen Sendegebiet des NDR. Wie immer… Und der DOSB hat entschieden. Es ist Hamburg. Berlin und Warnemünde wäre toll geworden. Schade, wirklich schade. :-( MV ist traurig. Gruß nach Berlin… Und wenn Hamburg es nicht schafft, dann wissen wir ja… Mit Berlin wäre das nicht passiert. :-)








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