Veränderungen

30 05 2010

Lange nichts gepostet… keine Zeit gehabt. Nicht gewußt, was ich schreiben soll. Wären einige Dinge gewesen, aber vielleicht nicht der richtige Ort, um seine Meinung kund zu tun.

In der letzten Zeit habe ich das Gefühl, dass ich zunehmend meinen Arbeitsalltag von außen betrachte. Das ist alles so verrückt geworden. Man mallocht da wie in einem Steinbruch. Jeder darf ungestraft auf  „den Arzt“ einprügeln. Patienten weils sie nichts begreifen und sich beschweren, weil man ein Problem damit hat, zu akzeptieren, wenn sie sich selbst schaden wollen ohne das zu merken. Gut, kann jeder tun, was er will, aber hallo, vorher bitte unterschreiben, dass ich aufgeklärt habe und nicht die Verantwortung für ihr Tun übernehme, weil sie mündige Bundesbürger sind. Sobald sie unterschreiben sollen, kriegen die alle einen Rappel und sind immer mehr der Ansicht, dass Onkel Doktor auch trotzdem dafür verantwortlich ist. Wie war das mit mündig? Ja, das Pflegepersonal… traue sich niemand zu stören in den Pausen, da kann sonstwas sein, mehr als eine Schwester, die „draußen“ die Stellung hält, ist nicht zu kriegen auf manchen Stationen. Aber setz dich mal als Arzt hin und esse was und nimm mal nicht sofort den Hörer ab, was meinst, was da an Theater losgeht. Ich habe mitgezählt mit meinen Kollegen. Max 10 min Frühstück, Mittagspause fällt generell aus seit einiger Zeit (im Gegensatz zum Pflegepersonal dürfen wir das nicht als +30 min anrechnen bei der Arbeitszeit) und zum pinkeln kommt man frühestens nach 6 Stunden, wenn man Pech hat. Und selbst da piepsen sie einen noch an. Im letzten Dienst: 10 min Frühstück, kein Mittag, 15 min abendbrot, 10 min spätabends… , achja, 3 mal pinkeln gewesen in 24 h. Klappte ganz gut, weil ich völlig exsikkiert war und 2 kg leichter am nächsten Tag. Dienste sind demzufolge gut für die Figur. …bei Personen die länger als 9 h arbeiten muss nach 6 h eine 45 min Pause erfolgen laut Arbeitszeitgesetz. Das möcht ich mal erleben… In 24 h stehen und demzufolge und nach der Rechnung der Verwaltung mindestens 2 solcher Pausen zu. Ich würd ja lachen, wenns nicht so bitter wäre.

Angehörige… die sind schlimm geworden. Ich habe neulich allein 2 h damit zugebracht, Angehörigengespräche zu führen. Zeit, die ich nicht für Patienten hatte. Unmöglich in der Vorstellung, dass man zuerst mal den Patienten fragt oder nicht jeden Tag auf ein Gespräch besteht. Oder gar, dass man zu den Besuchszeiten kommt und vorher einen Termin ausmacht. Visiten sind nicht für Angehörigengespräche. Und Angehörigengespräche sind nicht für Small Talk oder Unterhaltungen über sonstwas. Nein, man hat ein Ziel – Frage und Antwort. Informationen austauschen, eine Win-Win-Situation schaffen. Die Zeit, die mir manche ein Ohr abkauen, sollten sie lieber bei den Patienten sitzen und mit ihnen reden, die brauchen den Kontakt zur Familie und Ablenkung und sehnen sich danach, nicht der Arzt. Da sind irgendwo die Prioritäten falsch, 10 min beim Patienten und dafür 20 min beim Arzt? Normal? Und nein, man läuft nicht ungefragt in ein Arztzimmer, wo gerade ein Fachgespräch geführt wird oder jemand telefoniert. Das würde auf dem Amt auch keiner machen. Und wehe, es wartet noch mal jemand vor dem Personalklo auf mich, weil man mich da hat reingehen sehen… eh, das ist doch nicht mehr ganz richtig… und Ärzte haben VOR 17.00 Uhr Feierabend wenn sie in der frühe anfangen und nein, das ist nicht ungewöhnlich und wenn man um 17.30 noch jemanden in Zivil im Arztzimmer erwischt, ist er meist nur da, weil er z.B. sein Portemonaie vergessen hat und es holt.

Die Verwandtschaft ist auch putzig. Bereitschaftsdienst heißt dort, zuhause zu sitzen vor dem Breitbild-Riesen-Plasma-TV und den Rasen zu mähen. Unvorstellbar, was diese Ärztin da an Lügen erzählt, eh, wer steht von denen schon die ganze Nacht in der Notaufnahme und lässt die Launen der wartenden Patienten über sich ergehen und muss mit der Hälfte der Schwestern auskommen, weil die andere Hälfte wegen BurnOut, Unfällen auf der Arbeit oder arbeitsassoziierten Erkrankungen krankgeschrieben ist? Das ist doch alles übertrieben. Und riesengroße Kohle kriegen die, wa? Eh 9,70 netto (20 euro brutto)  für mitten in der Nacht ist immerhin mehr als Mindestlohn. Aber immer noch weniger, als was Assistenzarzt neulich an nen Handwerker abdrücken durfte für 30 min… 75 Euro(ok, netto ist wohl die Hälfte) und es war noch nicht mal am Wochenende oder abends. Wer ist schon so bekloppt und arbeitet nachts und 24 h durch, wenn er davon noch 8 h nicht bezahlt wird, weil er den nächsten Tag nicht da ist und man ihm das abzieht… 24 h Arbeiten und davon 8 abziehen und die Pausenzeiten 2 x 45 min auch noch und den Rest kriegt man bezahlt… Das können diese Ärzte doch keinem erzählen, so doof ist doch keiner…

Ich meine, ist es normal, dass man Fortbildungen mit Urlaubstagen nehmen soll? Oder unbezahlte Freistellungen dafür? Ingenieure, Beamte, Lehrer, wie ist das bei Euch???

Es gibt keine Grenze mehr. Jeden Tag versuchen sie einen zu phagozytieren. Ich bin ständig nur damit beschäftigt, mich nicht auffressen zu lassen. Unter 10 h Arbeitszeit rauszukommen, um mal runterzufahren oder mal zu essen ohne Telefonklingeln. Jeden Tag versuche ich Grenzen zu ziehen, die von anderen sowieso ignoriert oder mit Gewalt umgestoßen werden. „Nein“ ist ein Wort, das andere nicht zu verstehen scheinen. Ein nachdrückliches „Nein“ und tatsächlich Nicht-Tun sorgt für Entrüstung, Beschwerden oder anderen Ärger. Führt man den Unterschied Sie – Arzt sachlich vor Augen, dann ist da Unverständnis, weil so sind die Ärzte woanders ja nie, nein niemals. Leute, die „Sachsen-Klinik“ auf ARD ist ne Erfindung eines Schreiberlings… und keine Realität. Wobei ich manchen inzwischen echt wünsche, dass sie mal nen Doktor treffen, der frei nach Schnauze Neurochirurgisch, Gynäkologisch, Kardiologisch und so weiter tätig wird und da keine Unterschiede macht… Es gibt keinen Dr. Perfekt. Ich hab doch keinen Superman-Anzug unter meinem Kittel. Doch stets das Gefühl, dass die Erwartungshaltung meiner Gegenüber so ist, fern jeder Realität. Ich bin ein Mensch und meine Arbeitskraft ist nicht unendlich. Und diese Welt ist doch nicht mehr normal!  So aus meiner neuen Position von außen betrachtet… komisch, wieso bin ich dann noch mitten drin? Wieviel Jahre habe ich jetzt noch bis zum BurnOut?

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44 responses

30 05 2010
souly

schon schade, für wen bzw was ärzte heute gehalten werden… 😦 irgendwie wüsste ich auch an dieser stelle nicht, wie ich da eine änderung reinbringen könnte. vermutlich würde ich auf das „nein“ bestehen, das ich zu etwas sage, und auf die beschwerden stuhlen …. ja. ich finde, auch in so einem fall geht der „eigenschutz“ vor. nicht nur für dich selbst, aber anderen bringt es ja auch nichts, wenn du eines tages vielleicht total abgebrannt bist. aber kopf hoch – du wirst das schon schaffen 🙂 da wünsch ich dir die nötige kraft und stärke. hoffen wir darauf, dass irgendwann mehr und mehr leute verstanden haben werden, dass ärzte keine superhelden in weiss sind sondern menschen wie jeder andere auch, mit den gleichen begrenzten kapazitäten und optionen…

30 05 2010
westernworld

das wird sich erst ändern wenn es nicht mehr genug dumme gibt die es mit sich machen lassen, erst dann und nicht früher. wie ich höre ist der medizinische nachwuchs mittlerweile eher übersichtlich gesät das gibt anlaß zur hoffnung.
zudem leidet die ganze assistenzarzt, arzt in fachartztausbildungskiste im krankenhaus am selben problem wie die unis, die leute sagen sich es ist ein vorübergehender zustand und ich brauch meine kraft zum durchkommen also augen zu.

30 05 2010
Suse

Weia, das hört sich an wie fünf NACH zwölf….:-o

Ich könnte ja jetzt mal „rekrutieren“: Die Bundeswehr sucht noch Musterungsärzte für die Kreiswehrersatzämter, mit Aussicht auf Verbeamtung. Regelmäßige Arbeitszeiten, aber: Tariflohn so ca. E13/14, nach Verbeamtung A13/14 oder ggf. 15 (aber die Stellen sind rar gesät). Keine Nacht- oder Wochenenddienste, aber schon ein gewisser Stress. Und eine etwas andere Welt.

Aber das ist nicht für jeden die Lösung. Muss man sich gut überlegen.

Ansonsten kann ich den Frust und Unmut gut verstehen. Das ist auf Dauer nicht zu verknusen. Stellt sich die Frage, ob man Abhilfe schaffen kann. Wie steht der Chef zu dem Problem? Kaut er an anderen Baustellen rum? Kann er helfen – oder will er es letztendlich gar nicht? Gibt´s Alternativen? Wie weit kann man vertragsrechtlich gehen?

Ich schubse mal eine Tasse Tee rüber. Und ein großes „Ommmmm“.
Mitfühlende Grüße

30 05 2010
Beate

Ich denke mal, da ist der Arbeitgeber dran Schuld. Er hat für die Einhaltung der Arbeitsbedingungen (und damit auch der Qualität der Arbeit) zu sorgen. Falls nötig (Frei-)Räume zu schaffen. Kein Wunder, dass viele Arztstellen unbesetzt bleiben. Ich möchte von keinem übermüdeten und hungigen Arzt behandelt werden. Vielleicht sollten Ärzte nicht für mehr Lohn, sondern für bessere Arbeitsbedingungen streiken. Da würde mehr Zustimmung aus der Bevölkerung erfolgen.

Bei uns (DV-Branche) wird mein Leiter angemahnt, wenn seine Leute länger wie 10 Stunden arbeiten. Frühstückspausen werden oft nicht genommen, Mittagspause (30min) aber auf jeden Fall. Bei mehr wie 9 Stunden werden 45 min abgezogen. Überstunden müssen einzeln beantragt werden. Einmal im Jahr müssen diese abgebaut werden.

30 05 2010
Stefan

Stecke momentan in einer ähnlichen Situation zwar nicht in der Gesundheitsbranche aber überstunden Telefonterror Kundenterror druck von allen Seiten das kommt mir bekannt vor.
Wenn ich nur daran denke das ich morgen Arbeiten muss wird mir ganz anders.
Bin früher gerne zur Arbeit gegangen mittlerweile nicht mehr, chefs die einem Erzählen es wird bald Personal kommen ( die leier höre ich seit 1,5 Jahren ) andere Abteilung bekommen leute nur ich nicht.
Ich muss mit 4 Leuten das machen was früher 7 bis 8 gemacht haben.
Dazu mein momentanes Personal eher Quantitativ angesiedelt und auch schlecht Motiviert.
Wie soll ich denn noch leute Motivieren wenn man jeden morgen erstmal reingedrückt kriegt was man so die letzte wochen nicht geschafft, hat wie viel schrott produziert wurde und wie scheiße die welt ist.
Ich nehme mir momentan das recht raus ab und an mal Krank zu feiern und mache das ziemlich Wetter abhängig mittlerweile ist es mir egal ob ich meiner firma schade oder nicht und ob ich jetzt 6 bis 8 wochen im Jahr krank feier ist mir mittlerweile total egal.
vor jahren habe ich mich immer zu arbeit geschleppt egal wie aber die zeiten sind bei weitem vorbei.
Gönne dir mal eine woche urlaub genehmigt kriegst du ihn warscheinlich eh nicht deswegen lieber direkt krank feiern.

P.S Es ist Arbeitsrechtlich nicht verwerflich 6 wochen im jahr krank zu feiern dies ist kein Kündigungsgrund wobei mir dies mittlerweile auch egal ist.

30 05 2010
Payam Katebini

Ach, Assistenzarzt:
Warum so verbittert? Um Deine Frage zu beantworten: Es ist tatsächlich nach 12. Du hast ein Burnout-Syndrom, oder stehst kurz davor. Geh zum Arzt!

Wir Ärzte sind gleich mehrfach gefährdet: Harte Arbeitsbelastung, Verschiebung von Selbst- und Fremdwahrnehmung, die Gefährdung durch das Problem des „Unverletzlich-Sein-Gefühls“.

Alles Gute
P.Katebini

30 05 2010
Solotoj

Schon mal darüber nachgedacht die Klinik zu wechseln? Es ist nicht überall so…

31 05 2010
Avialle

doch eigentlich ist es fast überall so… vielleicht wenn man Orthopäde in einer Rehaklinik ist nicht, aber was soll man machen, wenn man nunmal „leider“ Internist oder Chirurg ist?

9 06 2010
arzt4empfaenger

Sich bis zum Ende der Facharztausbildung durchbeißen und dann als Honorararzt tätig werden (falls es das dann noch gibt nach dem Studium und der Assistenzzeit in meinem Fall) ist das, was ich im Hinterkopf behalte. Es ist ja kein Wunder, daß viele Ärzte frustriert abwandern, wenn ein eigentlich so schöner Beruf einem so verleidet wird. Die KH-Wirtschaftler und Manager an den Spitzen der Häuser müssen ja keine solchen Arbeitszeiten schieben – da fällt es leicht, die Vergütungs- und Arbeitszeitmodelle so beizubehalten wie es heute leider die Regel zu sein scheint. 😦

31 05 2010
mausel

Hallo Assistenzarzt, kann dich verstehen.
1. Habe zur Zeit einen Pat mit Fussabszess bei Diab- Abszess auf, Genta- Kette rein heilen lassen. Die Angehörigen kauen mir jeden Tag ein Ohr ab, mind. 20 min wegen Heilung, wie konnte DAS denn passieren etc. *Nerv, Augen verdreh´*
2. Sprechzeiten mit Termin, lass´mich sonst verleugnen… Nur, wenn´s wirklich dringend ist, Angehörige von weit weg etc…
3. Lösung: Honorarärzte für das vierfache deines Lohnes brutto… Die arbeiten durch ohne Pause, kriegen jede Stunde, auch Schlaf nachts, bezahlt und jammern nicht. Haben eins, zwei, viele von. Dürfen scheißunfreundlich sein zu allen, auch den Pats und müssen nicht zur Verwaltung oder eine Entschuldigung schreiben…. Super…:)
4. Oh, das Toilettenproblem kenn´ich…:)
5. Arztzimmer hat Spezialschloß, müssen alle (auch Schwestern) klopfen… Kann man sich totstellen: Oh, du hattest geklopft. Muss ich wohl überhört haben:)
6. Das Gegenteil in unserer Ambulanz. Warteraum, dann frei begehbar in die Behandlungsräume. Du untersuchst gerade rektal, bitte treten Sie doch näher (Tür geschlossen, Leuchtschild an, Vorgestern umgeknickt…). Letztens habe ich eine Frau gefragt, ob es Sie denn sehr stören würde, mir ihren Wohnungsschlüssel zu geben, damit ich mal kurz ihre Wohnung durchstöbern könnte. Die Ironie hat sie wohl nicht verstanden, denn sie schaute irritiert.

Halte durch und ich hoffe, du magst deinen Job grundsätzlich.

9 06 2010
arzt4empfaenger

Hatte ich gar nicht gesehen, daß Du #3 schon angesprochen hattest. Die genannten Vorzüge stimmen, obwohl die „Lizenz zum Unfreundlichsein“ hoffentlich eher selten genutzt wird (aber das bloße Wissen um die Möglichkeiten…). Aus meinem Umfeld kenne ich einen Honorararzt, der bei einem absoluten altbackenen uns tyrannischen OA (und da steht das A nicht für Arzt sondern A****) im OP nach einem Streit sofort das Haus verlassen hat – an Tag eins einer beguchten Woche. „Das können Sie nicht tun!“, hieß es, aber als Selbständiger kann man eben doch… Wenn es sein muß (klar, daß das nicht bei Lappalien mißbraucht wird, sonst gälten Honorarärzte als unseriös, unprofessionell und unzuverlässig).

Tipps #2 und #5 sind übrigens Gold wert. Vielen Dank!

9 06 2010
arzt4empfaenger

beguchte Woche = gebuchte Woche! Meine Herrn!

31 05 2010
Doc Brown

Das kommt mir sehr bekannt vor,… und ich hatte meinen Job gewechselt, und bin heute sehr zufrieden. Es gibt tausend Jobs, umschauen kostet nichts.

31 05 2010
payoli

Also mein Bedauern mit Ärzten hält sich in Grenzen.
Sich mit einem System identifizieren bzw. in und an ihm mitzuarbeiten, alles was mit Gesundheit zu tun hat an sich raffen, laufend neue Krankheiten ‚erfinden‘, bereits nach den Gesunden greifen (Vorsorgechecks), die Menschen gezielt krank halten (Nocebo- Effekt), alle die auch nur in Medizin- Nähe komme beinhart verfolgen und klagen und dann auch noch wegen Arbeitsüberlastung jammern!?
paradise your life ! 😉

1 06 2010
platonisch

Ich zitiere, leicht angewandelt, aber immernoch passend, mal einen (nicht existenten) Arzt: „Bekommen Sie alles mit, was Sie so schreiben, oder lesen Sie nur hin und wieder mal drüber?“
„Sich mit einem System identifizieren …“
Ganz offensichtlich ist es das System, das Assistenzarzt zu schaffen macht.
„… die Menschen gezielt krank halten …“
Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist, aber Ärzte heilen kranke Menschen, und machen sie nicht krank.
„… bereits nach den Gesunden greifen …“
Sie gehören wahrscheinlich zu der Sorte Menschen, die sofort mit Beschwerden bei der Hand wären, wenn ihr Darmkrebs wegen nicht angebotener Vorsorgeuntersuchungen (Darmspiegelung) ein Tag später entdeckt wird.
„… und dann auch noch wegen Arbeitsüberlastung jammern!?“
Wenn man seine Überstunden nicht abrechnen darf, weil sie offiziell nicht existieren, wenn man 48 Stunden am Stück arbeitet (Schon mal gemacht? Versuchen Sie´s!), dabei (je nach Arbeitsplatz) so viel verdient wie ein Müllmann und trotzdem die Verantwortung für Menschenleben hat, dann würde ich das nicht unbedingt ‚Jammern‘ nennen.

3 06 2010
payoli

Ich fürchte, hier ist nicht der Platz, um Dir auseinanderzusetzen, wie ich das meine. Lies doch mal ein bisschen meinen ‚paradise your life‘- blog quer.
Da wirst Du sehen, dass Krankheiten nicht sein müssten und sehr wohl vom Gesundheitssystem gefördert werden.
Allein schon ‚Dein Darmkrebs‘ ist ein Musterbeispiel par excellence für eine Zivilisationserkrankung, die absolut nicht sein müsste.
Ich versteh das schon, dass das Wahnsinn ist, so eingespannt zu sein im System. Deshalb gehört ja das System geändert! – Bloß das wehrt sich natürlich mit allen Mitteln, denn da leben soviele so gut davon …
Dein Überstundenproblem ist nur eine kleine Facette eines durch und durch kranken Systems. Vermutlich siehst Du das nicht, weil Du auch da zu wenig ganzheitlich denkst.
Es hat keinen Sinn an einem kranken Körper einen kleinen Pickel zu entfernen. Man muss den Körper in Ordnung bringen, dann verschwinden die Pickel ganz von alleine. Das ist beim Körper genauso wie beim Gesundheitssystem.
paradise your life ! 😉

1 06 2010
ThiemeMan

Und ich dachte das geht nur uns Chirurgen so…hab exakt die selbe Situation hier…wird Zeit das die Personaler merken das der Arbeitsmarkt diese Behandlung nicht mehr lange hergibt..

4 06 2010
anna

Hmm… die Gedanken kenne ich nur zu gut. Ich frage mich auch oft: Wofür mache ich das eigentlich? Manchmal denke ich, ich sollte alles hinwerfen und statt dessen ne Ausbildung zur Yoga-Lehrerin machen. Im Ernst.

4 06 2010
Dienstarzt

Leider ist die von Assitenzarzt (oder vielmehr Assistenzärztin) beschriebene Phagozytose in den meisten deutschen Spitälern Alltag. Und leider läuft das Hamsterrad so schnell, dass das eigentlich naheliegende, nämlich das Ändern der Verhältnisse durch die Betroffenen wohl nicht funktioniert. Zumindest legt das Andauern der Verhältnisse das nahe. Meine eigenen Erfahrungen in Deutschland waren ähnlich, auch berufspolitisches Engagement als Assistentensprecher und Sündenbock konnte daran nichts ändern. Wenn alle Dich auffressen wollen gibt es nur einen Weg – Sachen packen und endlich mal für sich selbst sorgen. Bei mir und bei vielen die ich kenne hat es jedenfalls funktioniert. Wir sind inzwischen im Ausland, haben Spass an unserem Beruf, das Magengeschwür ist weg und haben sogar Freizeit. Drum such Dir besser heute als morgen einen Job im Ausland, denn so wie Du schreibst, bist Du schon mittendrin im Burnout. Wenn Du Adressen brauchst, schick mir eine E-Mail.

4 06 2010
Assistenzarzt

Hinweis an payoli: Da ich die Schulmedizin vertrete, lass ich mich von Studien überzeugen, die den Sinn von Vorsorgeuntersuchungen belegen. Wenn das wettern dagegen Überhand nimmt, greife ich moderierend ein.

Vorsorge macht Sinn.
Fangen wir bei den Kleinsten an: Phenylketonurie, Hypothyreose, Herzfehler – sowas macht Sinn. Hast du schonmal Eltern erlebt, deren 16jähriges Kind mit einem zu spät entdeckten Herzfehler in ein Hospiz kam, weil es nicht mal mehr für eine Transplantation in Frage kommt? Weißt du, was ein VSD mit Kindern macht? Oder eine Transposition der großen Gefäße? Findest du es nicht vertretenswert, durch eine Vorsorgeuntersuchung herauszufinden, ob das Kind eine Stoffwechselstörung hat, durch die es obwohl mit gesundem Gehirn geboren irgendwann geistig retardiert sein könnte bis zum Schwerstpflegefall?
Thema Impfungen wage ich mich als Primärprophylaxe gar nicht anzuschneiden.

Vorsorge bei Schwangeren… Thema HIV – Vorsorge heißt Test, Test heißt entdecken, behandeln, Transmission auf das Kind verhindern, Kind gesund. Genauso mit Hep B oder anderen Erkrankungen.

Vorsorge bei Kindern – wenn es die U-Untersuchungen nicht gäbe, hätten wir viel mehr Kinder mit unentdeckten Hörschäden, die keine Therapie oder Förderung kriegen. Ist sowas ethisch vertretbar? Krankheit oder Entwicklungsstörung entdecken, heißt sie behandeln zu können und Lebensqualität zu erreichen, ein normales Leben wie alle anderen, einen Job, eine selbstbestimmte Zukunft. Und nicht jemanden Krank zu machen.

Vorsorge bei Erwachsenen:
Guck du mal zu, wie jemand an einem Mamma-Ca stirbt und vor der Tür sitzen zwei weinende 4- und 5 jährige. Na, Mammografie ist scheiße, oder? Vergleich mal Niederlande und Deutschland… niederländische Frauen haben eine bessere Überlebenschance, weil früher entdeckt und daher besser behandelbar.
Kolonkarzinom – Vorsorge scheint Sinn zu machen, auch wenn die Daten noch nicht vollständig zusammen sind. T1 oder Cis ist wesentlich besser als ein T4N1M1, oder nicht?
Hallo man, der Krebs ist da, ob du hinguckst mit Endoskopie, Mammografie oder Auflichtlampe, und wird nicht weggehen nur weil du die Augen zumachst. Eh das ist eine Logik wie von einem dreijährigen Kind… Augen zumachen und das böse ist weg. Die Frage ist, wann man das sieht, was da ist, früh oder spät. Früh ist besser, weil es Therapien möglich macht oder auch mal ne Chemo spart. Vorsorge macht Leute nicht krank, man findet die Kranken. Deine Logik ist wie die aus House of God: wenn man kein Fieber misst, hat der Patient kein Fieber.
Niemand auf dieser Welt erfüllt die WHO-Definition von Gesundheit. Jeder von uns hat Anomalien, Altersbedingte Veränderungen oder eben Krankheiten. Die Frage ist doch letztlich nur, wie man es wertet. Man kann z.B. mit einem Typ-2-Diabetes zuhause vor dem Fernseher hocken, heulen, mehr futtern, dicker werden, noch mehr Insulin brauchen, anderen die Schuld geben, sich in seinem Leid ergehen oder aber die Olympiamedialle im Gewichtheben holen. Nur weil eine Diagnose auf Latein steht oder die Beschreibung eines Zustands, heißt es nicht, dass man sich krank fühlen muss. Die meisten Asthmatiker in Stufe I oder II sagen dir auf die Frage „Sind sie gesund?“ mit Garantie „Ja.“

Ja, wir haben Zivilisationskrankheiten. Darmkrebs zum Beispiel könnte man je nach Sicht dazuzählen. Aber dann muss du die Zivilisation der westlichen Welt ändern, komplett. Dann müssten wir Nomaden werden und wieder jagen gehen, dann würden wir so leben, wie die Natur uns konstruiert hat. Kein Diabetes Typ 2 mehr, wer Bluthochdruck kriegt, stirbt halt früh, wer Arthrose kriegt, ist auf andere angewiesen, um was abzukriegen. Das wären ungefähr… 10000 oder 20000 Jahre zurück (korrigier mich, wenn die Zahl falsch ist)

Klar, das Gesundheitssystem müsste komplett reformiert werden. Wir können ja auch gerne politisch werden. Ich wäre für nur eine Krankenkasse (wie kann sowas ein Wirtschaftsunternehmen sein mit dem Ziel von Gewinn???) für alle – vom Hartz IV-Opfer bis hin zu Beamten und Großverdienern, einkommensorientiert mit Höchstbetrag in Staffelungen (entsprechend der Nullen hinterm Komma), für Gesetze, die Höchstpreise für Medikamente vorschreiben (wieso kostet z.B. Humira im Monat in Deutschland 4000,- Euro, in Schweden nur 800,-?), einen Entwicklungsfond, aus dem Forschung nach klaren Regeln finanziert wird, eine Stiftung als Dachverband für Selbsthilfegruppen mit klaren Regeln wer sich so nennen darf und was dazugehören muss um Pat. vor Scharlatanen zu schützen, deren Grundstock aus einem Fond dafür gespeist wird, gleiche Vergütungssätze für stationäre Patienten in allen deutschen Krankenhäusern, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der Fässer ohne Boden namens Unikliniken (guckt euch mal deren Verwaltungen an, die sind genauso groß wie der Arztpool zum Teil), Abschaffung der „Rezeptprämie“ für Apotheker außer sie liefern nach Hause, denn die haben genug Spanne auch ohne diese Summe pro Rezept zusätzlich und deshalb haben wir die größte Apothekendichte weltweit… ich hätte noch mehr Vorschläge… aber das sprengt hier den Rahmen… das wichtigste zuerst wäre eine Offenlegung aller Ausgaben der KRankenkassen für jeden Zugänglich und auf den Euro genau aufgelistet und eine Taskforce Controlling, die wie ein Tornado da durchfegt und gleich an zweiter Stelle ein Gesetz gegen diesen Preiswucher der Pharmaindustrie…

5 06 2010
payoli

Lieber Assistenzarzt,
so böse Worte wie ‚dagegen wettern‘ lassen wir lieber bleiben, hm? Denn auch ich beziehe mich auf Studien. Wenn Du mal nachliest über den, ja bestens erforschten, Placebo- Effekt, wirst Du sehen, dass der so funktioniert, dass hochwahrscheinlich das eintreten wird, was wir denken das eintreten wird.
Und wieso bitte sollte das ausgerechnet nicht auch umkehrt für die Vorsorgeuntersuchung, bei der zweifellos jeder den Gedanken hat, bzw. auf den Gedanken gebracht wird, ev. schon erkrankt zu sein, nicht funktionieren und damit die Erkrankung der Menschen mitverursachen?
Klar kannst Du mich, a la ‚weil nicht sein kann, was nicht sein darf‘ wegmoderieren. Aber Du hast gejammert und ich hab Dir eine Lösung angeboten, gell!
Zu sagen ‚Ich vertrete die Tiergarten- Arbeit will aber nicht in Käfige‘ ist doch lächerlich … 😉
paradise your life ! 😉

5 06 2010
payoli

Ups! Hab erst jetzt gesehen, dass Du da ja jede Menge vermeintlicher Vorsorge – Pro’s anführst …
Ich fürchte, das wird zu lang, darauf im Detail einzugehen. Aber allein schon Mamma- Ca, Colon- und Darm- Ca und HIV gibt es in der Natur nicht. Ich erinnere nur an die IMMUNO- Schimpansen, die sogar gezielt HIV- infiziert wurden aber nicht erkrankten! Die werden von Österreich heute noch durchgefüttert während sich die feine IMMUNO in BAXTER verwandelte, aus dem Staub machte und nun neue Gewinne mit der Krankheit der Menschen einfährt.
Du tust so als wär das so unmöglich ‚die Zivilisation der westlichen Welt zu ändern, komplett‘. Aber was macht denn die Schulmedizin? Die hat bereits die ganze westliche Welt komplett geändert. Die Geburt, die jede ursprünglich lebende Frau ‚im Vorbeigehen‘ erledigt, erfolgt wie eine schwere Krankheit in der Klinik, tot ist erst, wem’s der Arzt bescheinigt und dazwischen sind regelmäßige Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Pillen- Einwürfe alltäglich! Das ist keine komplette Änderung der Welt?
Guck Dir die zu 98,6% mit uns genetisch identen Primaten an. Die brauchen das alles nicht und werden in ihrer ‚Primitivheit‘ und Schulmedizin- Losigkeit sogar älter als wir!
Klar ist es fein Menschenleben zu retten. Aber solange die Energien in so hohem Maße in die Reparatur fließen, wird sich nichts an der Situation, die Du bejammerst, ändern. Solange man ein Schuldenloch mit dem nächsten Kredit stopft, wird man nie aus der Schuldenfalle rauskommen.
Und warum sollten die Leute damit aufhören sich mit Hilfe der Nahrungs- und Genussmittelindustrie zugrunde zu richten, solange Ihr ihnen vormacht alles reparieren zu können? Das wird ein Fass ohne Boden …
Da helfen Jammern und so ‚Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass‘- Vorschläge wie Du sie machst genau Null!
Ciao

5 06 2010
platonisch

Wollen Sie sich lächerlich machen? Wäre mir egal, aber sie sind gerade dabei.

„Aber allein schon Mamma- Ca, Colon- und Darm- Ca und HIV gibt es in der Natur nicht …“

Selbst ich als (noch) Nicht-Mediziner kann ihnen sagen, wie die Raten von Totgeburten und Toden im Wochenbett vor 2.000 Jahren (oder ist das Rom des Augustus ihnen schon zu zivilisatorisch, Galen hat schließlich grauen Star operiert) aussahen. Hoch. Sehr hoch. Ich würde Sie gerne sehen, wenn ihre Frau an extrauteraler Schwangerschaft oder ähnlichem stirbt. Wäre nicht schön, aber sehr natürlich, so wie in den guten alten Zeiten.

„Guck Dir die zu 98,6% mit uns genetisch identen Primaten an. Die brauchen das alles nicht und werden in ihrer ‘Primitivheit’ und Schulmedizin- Losigkeit sogar älter als wir!“

Soso, Sie lassen sich also gerne von Zahlen beeinflussen. Kennen Sie die genetische Übereinstimmung zwischen Mensch und Hausschwein? Ich finde die Zahl gerade nicht, aber sie ist groooß.

Welcher Affe wird älter als wir, zeigen Sie ihn mir! Menschenaffen können 35 – 50 Jahre alt werden, Menschen werden mit ihrer bösen Schulmedizin im Schnitt 70 – 80, meine beiden Urgroßmütter beide über 90.

„Solange man ein Schuldenloch mit dem nächsten Kredit stopft, wird man nie aus der Schuldenfalle rauskommen.“

Daran ist nicht die moderne Medizin an sich schuld. Ja, wir haben Probleme im System. Der Deutsche geht durchschnittlich 18 mal im Jahr zum Arzt, das ist im wahrsten Sinne des Wortes „krank“. Ich gehe maximal 4 Mal, dabei entfällt eins auf den Zahnarzt und 2 kommen wegen regelmäßiger Kontrollen meines Strabismus Divergens dazu. Das klingt zwar jetzt sehr populistisch, aber die Pharmakonzerne verdienen sich eine goldene Nase an Medikamenten, die sie kaum etwas kosten. Es ist „krank“, dass die Pharmaindustrie mehr Geld für Werbung ausgibt, als für Forschung.

Auch Sie, payoli, werden irgendwann alt. Ich wünsche Ihnen keine Krankheit, aber ich würde zu gerne Ihren Gesichtsausdruck sehen, wenn sie erfahren, dass Ihr inoperables Darmkarzinom durch eine einfache Koloskopie hätte entdeckt werden können.

6 06 2010
Beate

„Die Geburt, die jede ursprünglich lebende Frau ‘im Vorbeigehen’ erledigt, erfolgt wie eine schwere Krankheit in der Klinik, tot ist erst, wem’s der Arzt bescheinigt und dazwischen sind regelmäßige Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Pillen- Einwürfe alltäglich!“

http://diestandard.at/1269448976093/Weltgesundheitstag-Tod-bei-Schwangerschaft–Geburt

Ich für meinen Teil bin froh in einer Welt mit Zahn- und anderen Ärzten zu leben. Zieh doch mal von deinem Bekanntenkreis alle die mit einer Blinddarm-OP ab. Vielleicht auch noch die mit einer schweren Lungenentzündung. Die mit Diabetes und die mit einer Schildrüsenfehlfunktion. So als Experiment. Schimpansen kriegen übrigens auch Karies. Früher – egal zu welcher Zeit – (oder in einem ärmeren Land als hier) sind die Menschen nicht so, alt wie heute geworden und elendig krepiert. Vereiterte Zähne reichten da schon.

Meinst du mit Lebensalter das Verhältnis von Kinheit zu Erwachsenenalter? Das Gehirn braucht halt seine Zeit bis es richtig verdrahtet ist (u.U. bis in die 20er). Is ne Besonderheit vom Menschen…

8 06 2010
payoli

Liebe Beate,
Blinddarm-, Lungenentzündungen, Diabetes und Schildrüsen- und Zahnprobleme sind zivilisationsbedingt, d.h. wären vermeidbar!

Lebensalter ist natürlich – auch bei mir – die Zeit zwischen Geburt und Tod.

Wir wurden schon mal weit älter als heute; such auf meinem blog mal nach ‚Badewannenkurve‘!
Liebe Grüße!

8 06 2010
Beate

Interessant…
Kirschkern im Blinddarm? Tiere kriegen auch Lungenentzündungen. Und Fehlreaktionen des Immunsystems auf irgend ne dösige Infektion? Wie weit wollen Sie denn zurück? Im übrigen habe ich nach Badewannenkurve gesurft: „Die Badewannenkurve beschreibt die anfängliche Ausfallwahrscheinlichkeit (Säuglingssterblichkeit), die konstante Störungsrate von Zufallsausfällen während des Produktlebens und schließlich die aus der Abnutzung resultierenden Ausfälle (Alterserscheinung).“ (Wikipedia). Daraus machen Sie eine Kurve, die besagt dass Menschen gaaaaanz früher 120-140 Jahre alt geworden sind. Woher wollen Sie das denn wissen? Sorry- glaube ich nicht. Außerdem braucht der Mensch im Vergleich zu anderen Tieren wesentlich länger bis er erwachsen ist. Daraus zu schließen, dass er 120-140 werden könnte, ist abenteuerlich.

9 06 2010
payoli

Ok, liebe Beate, ich habs versucht, Du hattest sozusagen Deine Chance. Aber ich muss niemanden mit Gewalt überzeugen. Wenn Du so sehr an einer um 30% reduzierten Lebenserwartung anhängst und gerne in Spitälern rumliegst, dann bleib einfach da wo Du bist … 😉
Liebe Grüße von der paradise- side of life 🙂

6 06 2010
payoli

Lieber platonisch,
nicht ich mache mich lächerlich, sondern Du hast ein gehöriges Wissensdefizit.
Natürlich wird kein Affe in absoluten Zahlen älter als wir. Willst Du etwa Maus- und Elefanten- Alter direkt vergleichen!? Da gibt es längst Formeln wie man die Lebensalter verschiedener Arten vergleichen kann und da haben wir Menschen die mit Abstand kürzeste Lebenserwartung aller Säuger. Trotz ‚Deiner Medizin‘!

Natürlich sind 2000 Jahre für meine Betrachtungen zu kurz! Die Evolution entwickelt sich in Jahrmillionen! Für diese genentischen, läppischen 1,4% vom Affen weg haben wir z.B. 6 Millionen Jahre gebraucht!

Lieb, dass Du mir nicht die Pest an den Hals wünscht 😉
Aber es gibt mittlerweile soviele Belege und Beispiele von steinalten und topgesunden Rohköstlern, dass ich garantierte 120 werde, da ich neben der Ernährung auch noch andere essentielle Faktoren möglichst naturrichtig ausrichte.

Allein schon das Darmkrebs- Thema kannst Du Dir mit ein paar Mausklicks im Netz angucken. Seine Häufigkeit korreliert eindeutig mit dem Entwicklungsgrad der jeweiligen Gesellschaft, ist also ein Wohlstands-, um nicht zu sagen Schlachthaus- Produkte-, Phänomen.
Liebe Grüße
payoli

PS: Zum ‚gerne von Zahlen beeinflussen‘: Ich brauch keine Zahlen! Ich such mir das bloß zusammen, um den Menschen vermitteln zu können, was intuitiv ohnehin jedermensch weiß. Jedes Kind erkennt in einem Schimpansen sofort einen Artgenossen …

6 06 2010
platonisch

„… die mit Abstand kürzeste Lebenserwartung aller Säuger.“

Klar, weil der Mensch seinen Körper zweckentfremdet. Die Zivilisation hat sich schneller entwickelt, als die Evolution nachkommen konnte (wobei wir das mit der Lactose ja relativ schnell hinbekommen haben). Wer den ganzen Tag auf seinem Hintern sitzt, zur Arbeit das Auto nimmt und schön viel rotes Fleisch isst, der muss sich nicht wundern, wenn er Krebs bekommt oder seine Hämorrhoiden anschwellen, aber das sagt Ihnen doch jeder Mediziner. Sie können doch nicht die Medizin dafür verantwortlich machen, dass die Patienten sich unvernünftig verhalten.

Jeder Arzt wird Ihnen erzählen, dass man Ballaststoffe zu sich nehmen soll, mehr Fisch als Fleisch zu essen hat (Fleisch sowieso sehr wenig), dass man sich ausreichend bewegen soll und nicht bei jedem kleinen Kopfstechen Aspirin zu nehmen hat. Wenn der Patient das nicht tut, dann ist das sein Problem.

Wie man das ändern könnte? Indem der Patient im Rahmen seiner „Mitschuld“ zahlt. Wenn ein 17-Jähriger sich halb zu Tode säuft, dann haben seine Eltern das zu zahlen, und nicht die Krankenkasse. Gilt auch für andere Krankheiten, die selbst (in hohem Maße) verschuldet sind.

Warum gehen Sie eigentlich davon aus, dass eine vergleichsweise hohe Lebenserwartung „natürlicher“ ist, als eine niedrige. Es hat schon seinen Sinn, dass Lebewesen sterben, denn dadurch machen sie Platz für die nächste Generation. Das „Ziel“ des Organismus ist (zumindest wissenschaftlich gesehen, den Sinn des Lebens kenne ich nicht) seine Fortpflanzung. Wenn ein Wesen das ein paar Mal hinbekommen hat, dann ist der Bestand der Art gesichert (zumindest, wenn viele Lebewesen dieser Art das hinbekommen). Ab diesem Zeitpunkt ist das Lebewesen jedoch ein Konkurrent der nächsten Generation. Wenn Sie tatsächlich 120 Jahre alt werden, dann ist das für die Menschheit nicht förderlich, denn zwischen Ihrem 100. und 120. Geburtstag wird irgendwann eine Phase einsetzen, in der die Gesellschaft sich um Sie kümmern muss, in der Sie Ressourcen verbrauchen, ohne selbst etwas beizutragen. Das ist, zumindest vom natürlichen Standpunkt aus gesehen, nicht so toll.

Die Medizin ist ein Luxus, weil Menschen nicht sterben wollen, obwohl sie es eigentlich sollten. Wenn Sie 120 werden, dann wahrscheinlich nicht ohne Mithilfe der Medizin. Irgendwann werden Sie mal vom Auto angefahren, Sie hauen sich einen Nagel in die Hand oder sonstwas, und dann sind Sie froh, wenn Assistenzarzt Sie wieder zusammenflickt, ganz entgegen dem Willen der Natur, die Sie einfach verbluten ließe!

P.S. Ich bin Abiturient. Mir ist klar, dass ich Ihnen keinen Histologie- oder Genetik-Vortrag halten kann. Ich argumentiere einfach von meinem Wissensstand aus.

6 06 2010
payoli

Also diese selbstlosen Ärzte von denen Du da schreibst hab ich leider 25 Jahre lang nicht kennengelernt! Sonst hätte ich mir viel erspart. Und mit Klagen und Klagsdrohungen gegen Gesundheitstrainer sind sie heute noch schnell zur Stelle. Oder guck Dir das hier mal an:
http://payoli.wordpress.com/2010/04/14/patienten-info/

Deine Gesundheitstipps sind für meinen Job das Problem Nr.1! Was heute als ‚gesund’ bezeichnet wird ist längst nicht gesund und deshalb kennt jeder jemanden der sooooo gesund gelebt hat und dennoch krank wurde. Und das frustriert die Leute so sehr, dass sie gar nix ändern wollen an ihrem Lebensstil 😦
Liebe Grüße!

6 06 2010
platonisch

„Deine Gesundheitstipps sind für meinen Job das Problem Nr.1!“

Tja, damit wäre dann vielleicht auch Ihre Motivation geklärt.

„… denn lebenslange Dauergesundheit wäre mit entsprechender Aufklärung und ohne Lebensqualitätsverlust problemlos möglich.“

Es gibt Krankheiten, die Sie nicht abwehren können, egal wie Sie leben. Erbkrankheiten gehören dazu. Wenn Ihr Vater Huntington hat, dann können Sie sich auf den Kopf stellen, die Wahrscheinlichkeit liegt trotzdem bei 50%, dass auch Sie daran erkranken werden, und das ist eine TATSACHE. Da können Sie so viel Rohkost futtern, wie Sie wollen.

„Die Natur/ Schöpfung/ Evolution hat Krankheiten für uns nicht vorgeshen“

Ich habe keine Ahnung, wie Sie diese Aussage begründen wollen, denn jeder Mensch stirbt schließlich (wenn man äußere Faktoren wie Kriege, Autounfälle etc. außer Acht lässt) an einer Krankheit. Das ist heute so, das war bei den Olmeken so und das haben auch die Neanderthaler und Dinosaurier nicht anders erlebt.

Bleibt die Frage, wie Sie Krankheiten definieren. Ein Virus hat nicht das Ziel, uns umzubringen, wir sind schließlich der Wirt. Ein grippaler Infekt ist nur eine (vom Virus nicht „gewollte“) Nebenwirkung der Infektion.
Und wenn die Natur tatsächlich keine Krankheiten vorgesehen hat, warum existieren Viren und Bakterien dann überhaupt, und warum brauchen wir ein Immunsystem?!

P.S. Es zeugt übrigens nicht unbedingt von Seriösität, als Quelle dauernd auf den eigenen Blog zu verlinken.

6 06 2010
Assistenzarzt

Lieber payoli,
sicher ist auch Wikipedia von bösen Mächten beeinflusst… „Tiere in menschlicher Obhut erreichen ein Alter von maximal 50 Jahren.“ Keine Ahnung wie dein Umrechnungsfaktor ist, aber ich denke, man könnte es so ungefähr mit einer menschlichen 100 vergleichen. Wie du siehst, geht das auch nur, wenn man ihnen das Böse dieser Welt fern hält und ihnen nur das zu fressen gibt, was gesund ist (weil sie sonst ihrem natürlichen Instinkt folgen, den wir auch haben – friss Kohlenhydrate, damit du schneller wächst und das Gehirn schneller versorgt wird), ihre Zähne behandelt, Infektionen mit Antibiotika versorgt und ihre Fressfeinde und schlechtes Wetter von ihnen fern hält. Total natürlich.

Das was du hier schreibst, hört sich für mich alles sehr fixiert an, um das Wort Sekte oder Glaubensgemeinschaft zu vermeiden. Warum lebst du eigentlich in dieser westlichen Welt? Es ist doch alles so scheiße, wie du sagst. Ich hätte jetzt erwartet, dich irgendwo in einem Wald zu finden, wo du nur von dem lebst, was die Natur dir gibt und deine Krankheiten mit Kräutern etc. heilst, der Natur ihren Lauf lässt, egal wie alt du wirst, jedoch nicht, dass du so wie wir anderen auch, den Klimakiller und Zivilisations-Suchtfaktor Nr .1 das Internet benutzt.

Im Übrigen ist Darmkrebs eher eine Erkrankung des Lebensalters ab 45 Jahren aufwärts. In deinen hochgelobten 6 Mio Jahren zurück, wurden unsere Vorfahren aber nicht so alt, um das zu erleben, weil sie vorher an Tuberkulose, Malaria, Unfällen, wilden Tieren, bösen Nachbarstämmen oder anderen Dingen starben. Wenn du dir Staaten anguckst, die nicht so westlich entwickelt sind wie wir und dann die Darmkrebsrate vergleichst, dann musst du auch die Haupttodesursachen und die Lebenserwartung dazu sagen. In einigen afrikanischen oder asaitischen Staaten werden die Menschen gar nicht alt genug, um Darmkrebs zu manifestieren, weil sie vorher an Dingen wie Tuberkulose, Malaria, Magen-Darm-Infekten, Pneumonien, HIV, Unfällen oderr Kriegen sterben. So wie du das vergleichst, funktioniert das nicht.

Was unsere tierischen Verwandten angeht: Die Bonobo-Schimpansen sind mit uns noch näher verwandt als die von dir so oft zitierten Schimpansen. Ein Unterschied zwischen beiden ist übrigens die Friedfertigkeit der Bonobos, die in Gruppen leben können und auch älter werden als die Schimpansen, die sich häufiger in Mordzügen an Artgenossen rächen. Womit ich nicht ausschließe, dass dieses negative Gen nicht doch bei uns Menschen hängengeblieben ist.

Übrigens waren unsere Vorfahren keine Vegetarier. Sie waren Jäger und Sammler und ähnlich aufgestellt wie die Schimpansen – Fleisch und Früchte… Vegetarier werden übrigens im Schnitt nicht älter als Normalos, die gesund gelebt haben. Ihnen fehlt im Alter häufig vieles – Vit B12 z.B. und sie neigen zu Osteoporose, was wieder das kardiovaskuläre Risiko erhöht… und für Knochenbrüche sorgt.

Was HIV betrifft… es hat übrigens schon immer Viren gegeben und wird es immer geben, die den Sprung von Tieren zu Menschen schaffen. HIV ist keine Erfindung der Neuzeit, nur ein Virus von vielen. Beispiele? Influenzaviren – die schaffen den Sprung regelmäßig, Ebola – kommt bei Affen vor, HIV – Affen, Katzen, … , SARS – Schleichkatzen, …

Was die Geburt angeht – keine Frau muss in einem Krankenhaus entbinden. Viele tuns trotzdem, weil so ein Sauerstoff-Defizit in ner Klinik schneller behandelt werden kann und die Zahl der Schwangerschaften heutzutage nicht mehr bei 12 oder 15 liegt wie bei unseren Großeltern.

Naja, egal.

6 06 2010
payoli

Schau, Du willst da mit mir herumtheoretisieren. Aber das bringt absolut nix. Das sieht man ja an Eurem System, das sooooviel toll Evidenz basiert ist und dennoch so viele durch den Rost fallen lässt.

Es ist ganz einfach: Die Leute werden immer kränker und die Medizin macht ihnen vor, alles in Ordnung bringen zu können, was diesen selbstruinösen Degenerations- Wahnsinn noch weiter anheizt.
Und Du steckst mitten drin und jammerst.
Mein statement war: Von Innen wirst Du an dem System nix ändern können. Stell Dich raus, arbeite salutogenetisch, arbeite (wie ich) mit Gesunden und hilf ihnen gesund zu bleiben. Damit hilfst Du Dir, Deinen ebenfalls überlasteten Kollegen und den Menschen sowieso.

Dein Sekten- Geschwafel zeugt doch nur von Nichtwissen und Hilflosigkeit. Jedermensch, der meine Methode ausprobieren will, kann das jederzeit, gefahr- und nebenwirkungslos. Und er wird nach ein paar Wochen selber sehen, ob da was funzt oder nicht …

Klar gab es schon immer Viren, das sind doch seit Pasteur/ Bernard- Zeiten alte Kamellen. Ein fittes Immunsystem macht die ratzfatz platt; ‚Der Ereger ist nichts, das Milieu ist alles’ hat der Bernard dazu gesagt.
Zu Deinem Geschichtsbild sag ich lieber nix … 😉
Liebe Grüße und
paradise your life ! 😉

6 06 2010
platonisch

„Die Leute werden immer kränker …“

Ja klar, das liegt am Lebensstil, aber den kann man ändern, auch ohne irgendwelche Salutopseudosektenzentren aufzusuchen.

Die Lebenserwartung der Amazonasindianer liegt zwischen 40 und 45 Jahren. In der Natur. Mit Früchten und Flüssen und ganz viel Paradis. Aber ohne moderne Medizin.

„… und die Medizin macht ihnen vor, alles in Ordnung bringen zu können, was diesen selbstruinösen Degenerations- Wahnsinn noch weiter anheizt.“

Sie tun so, als würde die Medizin nur Schadensbegrenzung betreiben. Warum weisen Mediziner denn immer wieder auf den ungesunden Lebensstil hin, empfehlen ungesunde Lebensgewohnheiten abzuschaffen etc., wenn sie daran doch so gut verdienen.

Sie wollen Ihr tolles System verkaufen und kreiieren einen Notstand, den es in diesem Ausmaß gar nicht gibt. Warum? Weil SIE mit IHREM System den Menschen das Geld aus den Taschen ziehen wollen, das diese sonst für sinnvollere Therapien verwenden könnten. Therapien für Krankheiten, die ihre Kinder bekommen, weil SIE ihnen sinnvolle Schutzimpfungen ausreden.

Im Endeffekt bewegen Sie sich nur auf solchen Seiten, weil Sie Ihr System an den Mann bringen wollen. Sie machen utopische Versprechen (Krankheiten sind nicht vorgesehen, leben Sie wie ich und Sie werden niemals krank!) und das macht Sie zu einem Scharlatan.

6 06 2010
Assistenzarzt

Das einzig beruhigende ist, das du auf nem anderen Planeten lebst als ich 🙂

Viel Spaß bei deiner Primärprophylaxe. Da kann man in diesem System auch ganz gut mit verdienen. Ich arbeite hauptsächlich in der Sekundär- und Tertiärprophylaxe, auch die Leute wollen versorgt werden. Den Menschen an sich kannst auch du nicht ändern. Er rührt sich erst, wenns irgendwo klemmt oder aber er Angst hat, es könnte was passieren.

Glaub mir, ich habe regelmäßig mit Leuten zu tun, die das Pech hatten, auf selbsternannte Gesundheitsapostel reinzufallen, die sektenartige Strukturen aufgebaut hatten und sich in Grauzonen bewegten. So heil ist die Welt nicht, wie du glaubst. T1 ist immer noch besser als T4.

Ich würd dein fittes Immunsystem gern mal den Viren der Geschichte aussetzen. Mal gucken, ob du genauso fit bist, wie deine Vorfahren… 10% unseres Genoms sind Bruchstücke von Retroviren, die sich über die Jahrmillionen angehäuft haben. Überlebt haben nur diejenigen, die die passenden Gene mitbrachten und denen vielleicht mal ein Protein fehlte oder ein Rezeptor. Oder die die richtige Blutgruppe hatten… such dir was aus.

Mein Geschichtsbild kannst du wohl kaum beurteilen… du kennst mich nicht als Mensch, nur das bloggende Alter-Ego. Falls du mit dem Geschichtsbild auf mein Zitat mit der Anzahl der Kinder der Großeltern – Generation anspielst… mein Großvater hatte 14 Geschwister. Sein Vater ungefähr 12. Auch in ärmeren Ländern sichert derzeit nur eine hohe Geburtenzahl das Überleben einer Familie, so wie es vor 100 Jahren in Mitteleuropa auch war in den untersten Schichten.

8 06 2010
payoli

Da sieht man wie Du denkst 😉
Mich interessiert das Verdienen beim Gesundheitsthema überhaupt nicht!
Und auch Eure ‚Prophylaxe‘ zeigt schön wie Eure pathogenetische Welt völlig kopfsteht.
Lebenslange Dauergesundheit war Jahrmillionen der einzige und selbstverständlichste Zustand und könnte es auch heute noch für jedermensch sein!
Dass man Gesundheit über Nicht- Krankheit definiert bzw. überall Krankheiten sieht und meint, für Gesundheit eine Prophylaxe zu brauchen ist doch – entschuldige schon, aber – krank.
Schau Dich mal um! 99,99% aller Wesen werden ihr Leben lang nie krank. – Ohne Prophylaxe! 😉
Dir hat das Krankenhaus oder Studium wirklich die Wirklichkeit verzerrt!

8 06 2010
platonisch

„Deine Gesundheitstipps sind für meinen Job das Problem Nr.1!“
„Mich interessiert das Verdienen beim Gesundheitsthema überhaupt nicht!“

Das sagt eigentlich alles.

„Lebenslange Dauergesundheit war Jahrmillionen der einzige und selbstverständlichste Zustand …“

Die Wiederholung macht Ihre Behauptung nicht wahr. Viren existierten schon lange vor jedem Lebewesen im heutigen Sinne, sie kamen quasi aus der Ursuppe, lange vor jedem Dinosaurier. Damit haben auch Krankheiten für den Menschen immer existiert.

Egal wie oft Sie es sagen, lebenslange Dauergesundheit GAB ES NIE, das ist wissenschaftlich erwiesen!

„99,99% aller Wesen werden ihr Leben lang nie krank.“

Quelle!

„Dir hat das Krankenhaus oder Studium wirklich die Wirklichkeit verzerrt!“

Ahnung über Gesundheit erlangt man über ein gründliches (Universitäts-)Studium. Man kann sich auch Wissen aus Fachartikeln oder Büchern zusammenklauben, aber man wird es nie richtig verstehen. Was ist Ihre Qualifikation, payoli?

8 06 2010
Assistenzarzt

„Lebenslange Dauergesundheit war Jahrmillionen der einzige und selbstverständlichste Zustand…“

Ist Ötzi, die Gletschermumie aus den Alpen für dich mit 5300 Jahren noch zu jung? Erst die Frage beantworten, dann weiterlesen.

„Einige Immunologen
sagen, dass man aus Blutspuren ein Antikörperprofil
rekonstruieren kann, das Hinweise darauf gebe, welche
Krankheiten Ötzi durchgemacht hat.« Als Mediziner
interessiere ihn auch, ob der Eismann schon
mit Magenschleimhautentzündungen zu tun hatte.
Oder ob man damals an Arteriosklerose litt: »Auf
einer Röntgenaufnahme ist an der Bauchaorta eine
deutliche Verkalkung zu erkennen.“ sagt der Pathologe, der Ötzi untersucht.
„Mit den vorstehenden
Backenknochen wirke der Eismann auf ihn
wie ein Asket. Sicher sei er vor 5300 Jahren ein mächtiger
Mann gewesen, ein Häuptling vielleicht. »Obwohl
er muskulös war, zeigt der Zustand seiner Gelenke:
Er hat nie hart gearbeitet.«“ (aus Die Zeit 06.09.07)

Und hier mal lesen:
http://www.lwf.bayern.de/veroeffentlichungen/lwf-aktuell/41/lwf-aktuell_41-12.pdf
Ötzi war Mitte 40 – recht alt für einen Menschen seiner Zeit. Er litt an Durchfall, weil er von Peitschenwürmern befallen war (Trichuren), hatte stark abgenutzte Zähne, Arthritis und Arteriosklerose.

Naja, nachdem man festgestellt hat, dass so und so viel Prozent der Bevölkerung nördlich der Alpen die gleichen mitochondrialen Gene hat, die auch Ötzi hat, verwundert das gar nicht, dass wir heute auch alle das Problem haben… Ötzi war wohl auch einer von denen, die nie hören wollten, wenn der Arzt gesagt hat: Leb gesund. Und der „Gesundheitsberater“ meinte, es gibt doch gar keine Krankheiten, das ist alles Zivilisationsproblem…

9 06 2010
payoli

Ok, auch Dir, lieber Assistenzarzt, wenn Du unbedingt in dieser, von Deinen Kollegen mitgeschaffenen Krankheitswelt verbleiben willst, dann tu das.
Ich hab hier schon x- mal gesagt, dass es bei meiner Evolutions- basierten Salutogenese um Jahrmillionen (und nicht um Jahrtausende) geht. Wenn Du jetzt statt den Römern (vor läppischen) 2000 Jahren mit großartigen 5000 Ötzi- Jahren auffährst, hast Du ganz einfach das Prinzip noch immer nicht verstanden.
Von mir aus kann sich jeder selber zu Tode oder zur Krankheit begrenzen. Ich bin und bleib gesund und hab den Unterschied erlebt und weiß einfach, was ich weiß.
Gute Besserung! 😉

10 06 2010
platonisch

„… und bleib gesund …“

Das werden Sie nicht. Irgendwann müssen auch Sie sterben, und das geschieht nicht durch ein Plopp-und-weg-war-er. Ihr Tod wird entweder durch äußerliche Einflüsse eintreten (Autounfall, Kugel im Kopf etc. pp.) oder, und das ist sehr viel wahrscheinlicher, Sie sterben – wie unsere Vorfahren vor 3 Millionen Jahren auch – an einer Krankheit.

22 06 2010
payoli

Was Du schreibst ist alles so unfassbar theoretisch, spitzfindig und unrealistisch …
Ich würd Dir vor jeder Äußerung wirklich ein gut überlegtes ‚Cui bono?‘ empfehlen.
Hier z.B. reitest Du auf einer läppischen Unschärfe rum, was niemandem etwas nützt. Na klar sterben auch Gesündeste irgendwann einmal. Doch allein schon, dass 90- 95% all unserer Erkrankungen vermeidbare Zivilisationserkrankungen sind, ist doch ein Wahnsinn! Und wenn schon die Doc’s fahrlässigerweise nicht aufklären, muss ich das machen. DAS ist konstruktiv und positiv! Damit leben Menschen (die offen sind) gesünder, länger und glücklicher!
Während Deine läppischen Anwürfe absolut niemandem helfen …

15 06 2010
vetblogger

Du sprichst mir mit deinem Artikel aus der Seele. Ich bin zwar Tierarzt, aber auch dort ist es in vielen Praxen und Kliniken genau so, wie du es beschrieben hast. Du hast mein vollstes Verständnis und Mitgefühl! Was die Leute sich immer nur denken! Den Arzt kann man ja stundenlang in Beschlag nehmen, der wird schließlich dafür bezahlt. Aber kosten darf es natürlich nichts (das ist bei den Tieren sicherlich noch ne Ecke schlimmer, da muss man ja auch noch alles selbst bezahlen). Und man muss von der Ameise bis zum Zebra ausführlich über jede Tierart Bescheid wissen- wehe, wenn nicht.

21 06 2010
Über falsche Propheten « Platonisch

[…] wurde ich auf den Genossen, als ich einen Artikel von Assistenzarzt kommentierte, der die hohe Arbeitsbelastung von Ärzten in deutschen Krankenhäusern […]

21 06 2011
Mylanqolia

Ist man nicht Arzt aus Passion? Verschmilzt man nicht symbiotisch mit diesem Beruf? Dennoch möchte ich nicht mit Ihnen tauschen. Ich würde sowieso alle zu Tode operieren (langweilen wäre wahrscheinl. gesünder) und ungewollt Sterbehilfe leisten. 🙂

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