Wetten dass..?? – Schwerer Unfall eines Kandidaten

4 12 2010

Gerade sitze ich am PC und habe nebenbei „Wetten dass..??“ laufen und dachte eigentlich mal einen Abend ohne Medizin zu verbringen, da bleibt mir der Atem stehen und ich kann nur noch den Kopf schütteln.  Ich bin fassungslos. Gleich die erste Wette soll was Spektakuläres werden… Tommi gegen Dieter, da muss man wohl mit allen Bandagen kämpfen, wenns um die Quote geht.

Zur Wette: Junger Mann springt im Salto mit diesen Känguruh – Federn (Powerjumper oder so) unter den Füßen über fahrende Autos. Groß und breit als supergefährlich angekündigt. So oft, dass ich mich beginne zu fragen, ob man sowas dann überhaupt machen sollte. Beim dritten Auto dann passiert das, was man wohl als „einkalkuliertes Risiko“ verschönen könnte.

Es passiert, wovor man warnte, aber was wohl keiner ernsthaft erwartet hätte. Der Kandidat überdreht den Salto und knallt mit Schwung bäuchlings auf den Boden. Was nützt da der Knie- und Ellbogenschoner… leider nichts. Zu sehen ist ein öfter vorkommender Unfallmechanismus bei Zweiradfahrern (man korrigiere mich seitens der Traumis und Notärzte, wenns nicht stimmt). Sekundenbruchteile nach dem Aufprall ist bei der Kameraeinstellung von oben ganz klar zu sehen, dass sofort der Muskeltonus weg ging = bewußtlos. Mein einziger Gedanke: Schei… ! Ich zucke zusammen, meine Muskeln spannen sich, ich will aufspringen und helfen, denke nur: stop, das ist Fernsehen.  Oh mein, Gott. Ich möchte schreien, beeilt euch, der ist weggetreten. Ein unangenehmes Gefühl, die Realität zu sehen, aber nichts machen zu können. Gedanken in Sekundenbruchteilen.  

An dieser Stelle ist einigen Zuschauern wahrscheinlich schon klar, dass das ZDF und erst recht der Kandidat ein Problem haben. Gewaltsame Überstreckung der HWS, Frontaltrauma des Gesichts, Bewußtlosigkeit… Eine schockierte Michelle Hunziker ruft nach einem Arzt. Auch wenn ich sie nicht hundertpro mag, aber im Gegensatz zu Thomas Gottschalk scheint sie die Situation sofort zu erfassen, während er fassungslos danebensteht. Aber auch das ist bei Unfällen oft so und selbst medizinisch ausgebildete Menschen sind davor nicht gefeit. Die Retter sind sofort da. Im Gegensatz zu Unfallopfern auf den Straßen beträgt die Zeit zwischen Alarmierung und Eintreffen nur Sekunden. Die Kameras blenden auf ein fassungsloses Publikum und einen entgeisterten Kandidaten-Fanclub, die Mutter mittendrin.

Der Ton läuft noch: „… nicht bewegen!..“, „…Stiff neck!…“ Mir stellen sich die Nackenhaare auf, Sch…. Oh je, das ist nicht gut… dann quatscht Gottschalk verzweifelt rein. Etwas hin- und hergelaufe… Etwas später der Ruf nach Licht… Den kenn ich aus dem Schockraum, wenn die Anästhesie intubieren will. Man behilft sich anscheinend mit einem starken Kameralicht, was das Publikum zur Entrüstung treibt, weil man es nicht versteht, erst eine Erklärung Gottschalks, dass diese Kamera aus ist und nur das Licht läuft, sorgt für Ruhe. Michelle Hunziker ruft hörbar entsetzt nach einem Tuch… für mich ein Indiz dafür, dass es entweder mit etwas mehr Blut verbunden ist oder wirklich intubiert werden könnte. Bilder vom Verletzten gibt es nicht, was dem ZDF positiv anzurechnen ist. Einige wenige Zuschauer scheinen sich vom ersten Schrecken erholt zu haben und zücken Handykameras.

Was folgt ist die Kommunikation zwischen Regie und Moderatoren mit der Ansage, dass es ein Musikband gibt, bis die Sachlage geklärt ist. Das läuft derzeit (21:03) noch immer mit der Einblendung, dass wegen eines Unfalls unterbrochen wird und es in wenigen Minuten weitergeht. Vermute, die ZDF – Leitung entscheidet gerade nach Verletzungsschwere, ob man die teure Sendung abbricht oder fortsetzt und wenn ja wie.

Mein internistische Einschätzung möglicher Unfallfolgen ohne wirklich große Traumatologie-Kenntnisse:  Worst Case Scenario unter dem Eindruck der erschreckenden Fernsehbilder – schweres SHT, evtl.  intubiert, beatmet, HWS-Verletzungen (wollen wir mal hoffen, dass der Dens intakt ist), Mittelgesichtsfraktur(en), Platzwunde, evtl. noch stumpfes Bauch- oder Thoraxtrauma. Es folgt wahrscheinlich der Schockraum mit Traumis, Neurochirurg und MKG, Notfall-CTs, OP, ITS…  ich hoffe sehr, dass das nicht eintrifft und alles mit der leichten Variante eines SHT und Nasenbeinfraktur abgeht, obwohl ich nicht so wirklich dran glauben kann zum jetzigen Zeitpunkt.

Tja, und das ZDF wird sich wohl die Frage gefallen lassen müssen, die spätestens morgen aufkommen wird, ob man derartige Wetten laufen lassen kann, wer das Risiko einschätzt für die Kandidaten, ob die Sicherheit ausreichend war – was das fallen angeht –  ob das ganze nur ein bedauerlicher Unfall war, der bei vielen anderen Wetten auch hätte passieren können oder aber ob man die Risikostrategie etwas zu Ungunsten der wagemutigen Kandidaten gelegt hat und hoffte, mit einer guten Quote gegen den Dieter Bohlen anstinken konnte. Schätze, dass die Minuten die einschaltstärksten waren – schlechte Nachrichten verbreiten sich rasend per SMS oder Telefon und dass die ersten Minuten, falls es heute noch weitergeht, auch die zugkräftigsten sein werden. Aber war es das wirklich wert?

Es läuft weiter das Musikband….

Update 21:11: Gottschalk sagt, es gehe dem Kandidaten den Umständen entsprechend gut, Kandidat auf dem Weg in die Klinik, zunächst keine Lähmungen, ansprechbar. Viel drumrumgerede. 21:12 – Gottschalk kommt auf den Punkt – die Sendung wird abgebrochen. Es folgt einen Film. Weitere Infos folgen in 45 min, wenn die erste Untersuchung erfolgt ist und kommen auch in den heute-Nachrichten.

Meine persönliche Interpretation: Kandidat ist auf dem Weg in den Schockraum. Wenn ansprechbar, dann wohl nicht intubiert, „er spürt seine Beine“ – an Möglichkeit einer HWK-Fx gedacht und man hofft, dass es nicht so ist…

Dem Kandidaten wünsche ich an dieser Stelle einen Haufen Schutzengel, die ihn vor ernsthaften körperlichen Schäden bewahren mögen. Und den Eltern einen guten psychologischen Beistand, die Mutter hats mit angesehen, der Vater fuhr eines der Autos.

Update 22:30: Text inhaltlich nachgebessert. Nochmals mein Hinweis: Es ist die Schilderung meines persönlichen Erlebens als Zuschauer und ich fand es schrecklich, was da mit einem Menschen vor laufenden Kameras passierte. Ich stelle offen die Frage, ob diese Wette sein musste. Auf Youtube ist inzwischen der erste Sendemitschnitt mit dem Unfall erschienen. Sämtliche Boulevardzeitungen haben ihr Sonntagsthema. Bild hat das Video ebenfalls online. Es ist davon die Rede, dass der CT-Befund veröffentlicht wird. Naja, ob das so gut ist, was ist mit der Schweigepflicht? Etwas betroffen macht mich die Darstellung mit dem Tenor, dass  Thomas Gottschalk seine Sendung erstmals in der Geschichte abbrechen musste. Die Worte Sicherheit, Risiko, Quoten etc. erscheinen kaum. Es heißt, dass der Vater das Auto gefahren habe. Es muss schrecklich sein für ihn, ich hoffe, sie betreuen die Eltern jetzt gut.

Update 23:24:  Thomas Gottschalk äußerte sich zum Unfall. Der Kandidat ist wach und seine Familie bei ihm. Auf einer Pressekonferenz der Düsseldorfer Uniklinik wurde bekannt gegeben, dass der Kandidat in einem „bewußtseinsnahen Zustand“ sei und noch am Abend operativ versorgt wird (in einer heute-Sendung als Einspieler). Was auch immer das heißen mag. Die nächste Pressekonferenz wird für Sonntagnachmittag angekündigt. Da keine weiteren Infos vorliegen, bleibt das Feld weit offen für Spekulationen.  Das ZDF wird den Unfall untersuchen.

Update 05.12.2010, 15.20: Pressekonferenz der Ärzte der Düsseldorfer Uniklinik. Kandidat liegt auf der ITS, ist einer ca 2,5 stündigen OP unterzogen worden zur Therapie der Halswirbelsäulenverletzungen (Entlastung Rückenmark, Stabilisierung der HWS), zuvor wohl sensorische Ausfälle festgestellt, liegt postoperativ im „künstlichen Koma“ (landläufige Umschreibung i.d.R.  für sediert, intubiert, beatmet), die Verletzungen seien beim Aufprall entstanden. Damit hätte man die Spekulationen beseitigt. Bleibt dem Kandidaten zu wünschen, dass er mit Hilfe der Klinik und Reha wieder voll hergestellt wird und auf weitere waghalsige Aktionen verzichtet und dem ZDF, dass man aus dem Unfall Lehren zieht und es nicht das Ende von „Wetten dass..?“ ist. Seriöse Berichte auf www.tagesschau.de und bei NTV. Mehr als man vielleicht wissen will dank intensiver Bemühungen der Reporter bei der BILD-Zeitung. Alle genannten sind nur Beispiele, es findet sich eigentlich auf jeder Zeitungs- oder Fernsehseite was dazu.

Alle persönlichen Vermutungen sind durchgestrichen. Der restliche Text dürfte eine halbwegs brauchbare Schilderung ergeben, was an Ereignissen passierte.

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120 responses

4 12 2010
Müllimann

Du schwetzbrett – internistisch/traumatologisch ? Halt einfach die Klappe du Pillendreher – solche dummen komentare von Möchtegern Fachpersonen wie dich kotzen mich an

4 12 2010
Habnix

@Müllimann –
Wieso gehst du auf einen Ärzteblog und wunderst dich dann, dass der Blogger, ein Arzt, den von ihm im Fernsehen gesehenen dramatischen Unfall aus seiner beruflichen Sicht kommentiert?
Wieso bezeichnest du einen Arzt als Möchtegern Fachperson?
Was bist’n du für ein Spinner?

5 12 2010
Peter S.

@müllimann (wo der Nickname wohl dem geistigen Inhalt entspricht)
Wer in solchem Deutsch Kommentare verfasst, der disqualifiziert sich in meinen Augen selbst!
Ich finde die Ausführungen (auch wenn es in der ersten Reaktion nur

Vermutungen eines Fachmanns waren) durchaus informativ – leider hat ihm die Realität in Punkto HWS und dem meisten anderen recht gegeben.

Ich kann nur sagen: es tut mir sehr leid für den Kandidaten, auch wenn ich dessen Ehrgeiz gerade nach den nun berichteten Trainingsstürtzen nur sehr schwer nachvollziehen kann!
Aber das kommt wohl dabei raus, wenn das ZDF gegen „Wett- und Melodiefurzer“ auf RTl Supertalent entsprechendes dagegen setzen muss….

6 12 2010
gernoedl

gut so müllimann, starke Ansage! So wie ich dich und dein Gekrächze einschätze hast du dich schon bei wetten dass beworben, um mit solchen Federbeinen über einen vorbeifliegenden Jumbo zu springen.

4 12 2010
Bernd

Was bitte ist ein Schockraum?

Ich wünsche dem Kandidaten auch alles Gute und daß für Ihn alles bald gut überstanden ist, denn das hat fürchterlich ausgesehen. So nen Quatsch macht man auch nur im jugendlichen Unsinn…

4 12 2010
4 12 2010
md

War ja klar, dass da wieder die Trolls aus ihrem Bau gekrochen kommen. Offensichtlich war er noch nicht genug angekotzt, dass es noch für einen Kommentar hier gereicht hat.

4 12 2010
Assistenzarzt

@Müllimann: kotz wohin du willst. Das ist hier eine Wiedergabe meines persönlichen Erlebens einer Fernsehsendung, von der ich jetzt denke, dass man bereit ist, für die Quote die Gesundheit der Kandidaten aufs Spiel zu setzen, was ich verdammt daneben finde. Ich denke, jeder halbwegs medizinisch gebildete hat aus dem, was dort zu sehen bzw. zu hören war, seine Schlüsse ziehen können. Alles, was ich traumatologisch sage ist unter Vorbehalt, weil ich internistisch tätig bin. Falls Chirurgen mitlesen, können sie ja Kommentare zu den Verletzungen oder Verletzungsmustern machen, was sicherlich einigen medizinischen Laien helfen würde, die Berichte der Boulevardpresse besser zu interpretieren.

Zur Erklärung: Schockraum ist ein Erstversorgungsraum in Kliniken, meist an die Notaufnahmen oder Intensivstationen angegliedert, der eine umfangreiche Ausstattung mit nahezu OP-Niveau hat, dazu in der Regel sofort verfügbare Bildgebung in Form von Ultraschall und Röntgen (mobile Geräte) sowie einem unmittelbar in der Nähe befindlichen CT-Gerät (im Idealfall), sowie einem personellen Hintergrund, der die sofortige Hinzuziehung sämtlicher Fachdisziplinen der Klinik möglich macht. In einen Schockraum kommen Menschen mit Erkrankungen aus verschiedenen Fachdisziplinen – vom Unfallopfer mit dem Verdacht auf z.B. schweres Schädel-Hirn-Trauma, Halswirbelsäulen-Verletzungen oder auch internistisch Erkrankte z.B. mit Lungenödem, schweren Herzinfarkten oder aber auch Vergiftungen, Kinder mit derartigen Erkrankungen, etc.

4 12 2010
retepw

Ich habe schon früh bemerkt, dass der Vater das Schiebedach offen hatte. So etwas erhöht doch die Gefahr mit irgend einem Teil anzuhängen. Ob er deswegen den Sprung überdreht hatte kann ich natürlich nicht sagen.

4 12 2010
stega

ich tippe auch auf Mittelgesichtsfraktur, mind. eine schwere Commotio cerebri oder auch ein (hoffentlich) geschlossenes SHT (immerhin hatte er nen Helm auf!), eventuell HWS-Distorsion (da er ja Beine bewegen kann zumindest keinen kompletten Querschnitt) und auf jeden fall ne Lunkenkontusion (hoffentl. nicht mehr). Platzwunden und Schrammen im Gesicht.

Hoffen wir das Beste für ihn!

5 12 2010
Lux Perpetua

Geh, bitte!
Net übertreiben! Den hat’s eben, umgangsprachlich gesagt, voll auf’s Maul geprackt! Davon kriegt man kein SHT, schon gar nicht mit dem Helm. Wahrscheinlich gurgelt er grad mit seinen Schneidezähnen, und eine leichte Gehirnerschütterung wird er auch haben – das war’s dann aber auch. Jeder Arbeitsunfall, wo einer von der Leiter kracht, ist schlimmer ….

11 02 2011
Sebastian

@ Lux Perpetua
Der eigentliche Unfallmechanismus ist weitaus schlimmer, so wie ich die Sache gesehen habe:
Er ist mit dem Hinterkopf am Fahrzeugdach hängen geblieben, dadurch wurde der gesamte Kopf – zack – nach vorne gerissen.
Ist meiner Ansicht nach eine Dens-Fraktur. Gleicher Mechanismus wie bei typischem Erhängen.
Und er dürfte sicher Lähmungen haben

4 12 2010
Horst

Interessanter Kommentar. Danke für die medizinischen Erläuterungen.

Was ich allerdings nicht teilen möchte (nicht weil ich es besser wüsste, sondern eher, weil ich hoffe, dass es sich anders verhält), ist, dass das hohe Risiko dem Wettbewerb zwischen RTL und ZDF geschuldet war.

5 12 2010
Blogolade

ZDF hat doch gestern abend bewiesen, dass sie RTL-Niveau nicht nötig haben. RTL hätte die Sendung nicht abgebrochen und auch nicht (unbedingt) das Publikum gezeigt wenn man eine quotenwirksamere Behandlung eines Verletzten zeigen könnte.
Ob dem das Recht gewesen wäre, darüber macht man sich bei RTL erst danach gedanken, das klären dann die Anwälte.

4 12 2010
feydbraybrook

Danke für die Insider-Infos.
Aber genau das spricht auch gegen Deine Analyse Gottschalks Verhaltens: aus medizinischer Sicht ist es wohl sicher richtig, nach einem Arzt zu rufen. Aber Gottschalk mußte ja auch die Millionen Zuschauer zu Hause im Hinterkopf behalten. D.h.: jetzt bloß keine Überreaktion. Reden. Nicht festlegen, und, ja: auch ablenken. Das Gerede von wegen „…seit 20 jahren mache ich diese Show, und nie ist was passiert…“ – natürlich ist das grotesk, aber die Situation ist auch grotesk.
Was soll ein Mensch tun, der in dieser Situation ist, in der alles Medizinische bereits getan wurde, was getan werden konnte? Richtig: die Leute beruhigen. Und ich finde, das hat er mit einer gewissen Authenzität getan: er hat ja nichts geleugnet, aber wirklich jede verbale Tretmine vermieden.

Ich hatte mal die unglückliche Situation, daß ein Jugendlicher sich beim Schaukeln der Fuß nach außen verdreht hatte (also ausgekugelt + gebrochen – AUA). Nachdem wir den Notarzt gerufen und irgendiwe den Fuß abgestützt und gekühlt hatten, fiel mir nichts Besseres ein, als die anderen Kinder erst mal vom Hof zu schicken.

Also bitte nicht so streng mit den Nicht-Medizinern, OK?

http://feydbraybrook.wordpress.com/2010/12/04/pervers-leute-laden-wetten-dass-unfall-video-hoch/

4 12 2010
christine unterwindner

bin durch wetten dass vorfall auf Ihre Seite gestossen und fand Ihre Ferndiagnose total interessant – habe allerdings als Laie natürlich nicht alles verstanden – deshalb die Frage : was ist ein HWK-Fx ? Merci für eine Antwort und merci fürs Gscheiter werden …………. nabend christine

4 12 2010
Andre

HMS Haswirbelsäule
HWK Halswirbelkörper
Fx Fraktur (im traumatol. Bereich)

Habe ähnliche Ansichten. Aber ich meine gesehen zu haben, dass er nicht mit dem Gesicht, sondern zuerst mit der Kalotte aufschlug, die Überstreckung kam später. Also ggf. auch eine Impressionsfrktur. :o( Wollen wir das geringste Übel hoffen.

4 12 2010
christine unterwindner

Danke Andre fürs Gscheiter werden und Gute Nacht mit allen Wirbeln und Körpern und Knorpeln und Verstand……….merci Christine

4 12 2010
Peter

Musste zwar als Nichtfachmann erst googeln, was „Kalotte“ im medizinischen Bereich bedeutet, aber es stimmt, was Sie gesehen haben. Wenn man das Video auf youtube genau an der Stelle pausieren lässt, wo er auf dem Boden aufkommt sieht man, dass er zuerst mit dem Kopf fast senkrecht auf dem Boden aufschlug. Wünschen wir ihm alles Gute.

4 12 2010
medizynicus

Ich wusste gar nicht, dass die Sendung wirklich life ist, als absoluter Fernseh-Analphabet war ich bislang fest davon überzeugt, dass das alles Aufzeichnungen sind.
Interessant, zu sehen wie so eine Unfallversorgung im absoluten Rampenlicht abläuft.
Wünsche dem Opfer auch einen glimpflichen Ablauf und baldige Genesung.

5 12 2010
Blogolade

oh doch, immer live. Am Vortag wird die Sendung minutiös mit allen Wetten geprobt, nur die Promis sind noch nicht da.

In Zukunft wird das sicherlich etwas zeitversetzt gesendet wie es bei anderen live-Sendungen üblich ist. Um zumindest dem Fernsehpublikum solche Bilder zu ersparen. Hoffentlich aber kommen sowas nie wieder vor.

5 12 2010
Schokokäse

So etwas gibt es hier mittlerweile auch? Ich wusste davon nur aus den USA, durch den ach so dramatischen Nipplegate-Skandal -.-

4 12 2010
Joe

Solche Ferndiagnosen sind ja gerade mal für den A…. Wie kann man nur so herum spekulieren? Oder habt ihr den Verletzten etwa persönlich untersucht?

4 12 2010
Jakob

Danke für die Insider-Einschätzung. Da es vermutlich noch länger dauern wird, bis definitive, seriöse Nachrichten dazu erscheinen werden, hilft Dein/Ihr Post auf jeden Fall, die Lage „sachkundiger“ einzuschätzen und nicht den früher oder später aufkommenden Gerüchteküchen zu erliegen…

4 12 2010
sj191

HWK= Halswirbelkörper
Fx = Fraktur

4 12 2010
Rene

Interessant, das Ganze aus medizinischer Sicht zu beleuchten, als Hintergundinfos für Laien etc. – merci.
Jetzt heisst es „Daumen drücken“ für den Kandidaten.

PS: Ach übrigens, anscheinend ist er bei den Proben schon 2x schwer gestürzt, von daher für mich umso unverständlicher, dass man die Wette dann doch hat zeigen wollen.

4 12 2010
steph

is ja echt interessant hier zu lesen…..
hoffe das es echt nicht so schlimm is,,,,,

4 12 2010
sj191

Huch, da waren ja einige schneller.
Sorry konnte die diversen Kommentare bis eben nicht sehen, aber doppelt hällt ja besser…

4 12 2010
arthur

So etwas kann bei jedem Turnfest passieren. Ich hoffe nur, dass das ZDF weiter macht, mit oder ohne Gottschalk.

4 12 2010
Alexander Hupe

Das ist mal ne Ferndiagnose 2.0 ! Das toppt jeden kassenärztlichen Bereitschaftsdienst!

4 12 2010
Assistenzarzt

Tja, wahrscheinlich habe ich in diesem Fall von einem fachfremden Patienten mehr gesehen, als manch ein KND, der mir schon anderenorts begegnet ist, der Patienten per Telefon einweist aus 20 km Entfernung und den Einweisungsschein 2 Tage später per Post nachschickt.

4 12 2010
blup

„Das Licht“ könnte aber durchaus auf eine Überprüfung der Pupillen zurückzuführen sein.

Wenn man sich das Bild auf Spiegel-online ansieht. sieht man das er sich mit den Händen an der Frontscheibe aufstützt. Dies war so im Fernsehen nicht zu sehen.
Bei einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h kann ich mir gut vorstellen, dass es hierbei zu Frakturen von Handgelenk, Unterarmen und Ellenbogen kommt.

4 12 2010
Ostwestf4le

Danke für diese Erläuterungen.

4 12 2010
opperman

Sehe das wie Du, klingt alles sehr wahrscheinlich, halt so wie es aus dem Lehrbuch, nun kommt der individuelle faktor hinzu, frühere verletzungen, es wird nicht sein erster sturz sein, was wird wohl die diagnostik hervor bringen, hoffe der zeitfaktor spricht nicht gegen ihn//so wie er liegen geblieben ist ohne regung, vermute ich das schlimmst//hoffe das traumateam konnte schnell genug zusammen gerufen werden trotz des winterwtters//da standen ja nicht wie bei der formel 1 die ärzte in bereitschaft und haben vor ort die erstbehandlung eingeleitet//frag mich blos wieso vater und sohn solche spielchen brauchen//was für ein bedürfnis//ist doch unverantwortlich//wir wissen aus den unfallbildern der möchtegern extremsportler, dass das in der regel schief geht und selten gut!!!//in den medien werden solche stunts hochgejubelt// als das wahre leben//immer an die grenzen und über die hinaus//jetzt kann man nur hoffen das der junge mann überlebt//das wäre es nicht wert gewesen!!

4 12 2010
aquantumcraig

Ein wirklich schöner Bericht!

4 12 2010
Hauptstadtsani

Klar muss man bei der Traumaversorgung vorsichtshalber an alle Verletzungsmöglichkeiten denken. Aber die Liste meiner Vorredner finde ich schon etwas hart: Fragliches offenes SHT? Lungenkontusion? Impressionsfraktur des Schädels? Ich bin mal Optimist und sage beim derzeitigen Stand der Faktenlage (kurzer Bewusstseinsverlust nach Sturz, keine bekannten sensorischen/motorischen Ausfälle): Das ist hoffentlich ne „harmlose“ Gehirnerschütterung plus vielleicht eine Platzwunde im Gesicht.

4 12 2010
mia

Guten Abend,
ich hoffe, dass der Kandidat wieder schnell gesund wird und keine bleibenden Schäden zurückbehält. Von Anfang an wollte ich kein Wetten dass… ? sehen, aber mein Mann. Ich finde Wetten dass.. ? wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Die Gebühren werden nur so verschwendet. Die Kandidaten werden eingeflogen. Haben wir nicht genügend interessante Personen in Deutschland? Alle Wetten müssen immer noch spektakulärer und noch gefährlicher werden. Wo soll das hinführen. Als Kind habe ich die Sendung „Ein Kessel Buntes“ gesehen, da brachte man Musik, Sketche und Balett. Das sind meine Gedanken dazu. Musste sie mal eben loswerden. Hoffe, dass ich die Gesprächsrunde nicht all zu sehr gestöhrt habe. Medizinisch kann ich kein Statement dazu abgeben. LG und einen schönen Abend. Mia

5 12 2010
Basti

@hauptstadtsani. Auch wenn ich diese ferndiagnosen sehr fraglich finde und mich da nicht aus dem Fenster lehnen möchte habe ich bereits einige Unfälle im schockraum gesehen mit ähnlichem traumahergang und Teile in diesem Moment ebenfalls deine Meinung. Es gibt genau die Fakten die wir kennen und die lassen nichts anderes zu als deine „Vorhersagen“. Glücklicherweise hält der menschliche Körper mehr aus als man denkt und ich hoffe es in diesem Fall inständig.

5 12 2010
Anatoli Bauer

Ja genau – ich habe mir gerade auch die Bilder auf Spiegel Online angeschaut und da sieht man, dass er sich auf dem Auto mit den Händen abstützt. Wahrscheinlich hat ihn das von unten so unglücklich weitergedreht, dass er viel zu weit nach vorne und mit einem heftigen Schwung fiel.

5 12 2010
Interessierter

Könnt ihr nicht den ersten Kommentar von „Müllimann“ löschen? Es ist unqualifiziert, böse und auch noch grammatikalisch falsch. Wer darf solche dummen Kommentare hier abgeben?

5 12 2010
Wetten dass…? – Unfall – Sendung abgebrochen » QuerBlog.de

[…] 22:08Uhr: Interessanter Artikel im Blog Assistenzarzt Gottschalk wird gleich im “Heute Journal” etwas zum Unfall sagen. Hoffentlich wird die […]

5 12 2010
hanz

Zuerst dachte ich auch, dass er den Salto überdreht hat, aber ich fand den Aufschlag etwas seltsam: Wenn die Kamera aus der „im-auto-perspektive“ wieder auf die Aussenansicht umschneidet, ist er schon hinter dem Auto und befindet sich in ‚zurückgelehnter‘ Position in der Luft, wenn man versteht was ich meine. In der maximal einen Sekunde, bis er auf dem Boden aufkommt dreht sich sozusagen sein Oberkörper mit den Füßen als Achse von oben herab, so dass er schliesslich waagrecht bzw. sogar in leicht nach unten geneigter Position aufkommt. und das alles mit neben dem Körper fliegenden Armen, er nimmt sie nicht zu einer Schutzreaktion vor das Gesicht.
In einem Youtube-Video, das ein Zuschauer aus der Halle aus aufgenommen hat, kann man dann erkennen, dass er sich wohl beim Absprung verschätzt hat oder das Auto nicht in der optimalen Geschwindigkeit gefahren ist, jedenfalls muss er sich kurz mit den Händen an der Scheibe abstützen, schlägt jedoch auf dem Scheitelpunkt des Saltos mit dem Hinterkopf gegen die obere Frontscheibe bzw. den „Balken“.
Ich denke dass er dabei das Bewusstsein verloren hatte, und somit schon bewusstlos und ohne Schutzreflex aufgekommen ist.
In einem ZDF-Video von den Proben spricht er noch davon, dass sowohl er als auch das Auto ca. 25km/h schnell sein werden, womit die kurze Berührung des Hinterkopfes bei einer nominellen Geschwindigkeit von 50 km/h stattgefunden hat.

5 12 2010
Nicht-Mediziner

Ist das folgende (bis auf die Mutmaßungen) wohl unverfängliche Video (kommentierte Fotos) gemeint?

Google Video :
„Wetten Dass Unfall vom 04.12.10 – Wie kam es zum Sturz von Samuel Koch?“
(oder auch per „unfall“ „analyse“ letzte 24h)

Den Kommentar im Video zum Sprungablauf (Fehlerbescheibung: „zu früh“, „Salto beendet“) halte ich für fragwürdig. (Ich spekuliere eher auf zu tiefen Absprung und daher der Reflex? zum Abstützen. Dies könnte man durch Vergleich mit den anderen Sprüngen prüfen, ist hier aber völlig irrelevant!)

Interessant ist (medizinisch) sicherlich der Aufprall mit dem Kopf.

5 12 2010
resuscianne

Natürlich kann man immer nur spekulieren welche Verletzungen der Kandidat davongetragen hat.
Jedoch finde ich Deine Gedankengänge logisch. (ja, ich weiß, ich bin kein Arzt)
In meinem bisherigen Werdegang habe ich viele Unfälle selber beobachtet, selber gehabt oder bin als Rettungsdienst hinzugezogen werden.

Daher an alle, die hier geschrien haben „nein, so schlimm kann das gar nicht gewesen sein“ … manchmal reicht es einfach nur aus dem stand blöd umzufallen um sich schwer zu verletzen und andersherum kann man sich mit 180km mit dem Motorrad überschlagen und steht (nahezu) unverletzt wieder auf.
Und wäre ein Schutzhelm ein Garant für einen unverletzten Schädel, dann frage ich mich warum so viele Radfahrer, Motorradfahrer, Skater, Reiter und wer auch immer noch einen Helm trägt immer wieder Kopfverletzungen erleiden.
Naja und außerdem würde ich vermutlich dauerhaft einen Helm tragen, wenn ich damit jegliche Kopfverletzung verhindern könnte. 😉

Zu der Verbreitungsgeschwindigkeit fällt mir nur ein … es wird immer schneller … ich habs bei Twitter gelesen … eine Minute nach dem Unfall …

5 12 2010
ehemaliger RettAss

Die Schilderungen von Assistenzarzt sind interessant und klingen logisch. Er schreibt selbst, dass es sich um Vermutungen handelt, aber mehr lässt die aktuelle Informationslage auch gar nicht zu. Deshalb ist das voll o.k.
Ich persönlich befürchte leider Schlimmes.
(1). Die lange Erstbehandlung auf der Bühne. Wenn es harmlos gewesen wäre, hätten sie ihn auf eine Trage gepackt und schnell hinter die Bühne gebracht.
(2) Die Sequenzen, die es auf youtube und in unzähligen Quellen gibt, ergeben bei slowmotion Betrachtung einen starken Verdacht auf SHT plus HWS Fx.
(3) Dass die Show abgebrochen wurde, zeigt, dass es etwas sehr Schlimmes gewesen sein muss. Sonst hätten die nie und nimmer abgebrochen und alle Superstars nach Hause geschickt. Da kann (und wird meiner Meinung nach vermutlich auch) das Ende der ganzen Sendung sein.
(4) was mir am meisten Sorge bereitet, ist die Tatsache, dass bis jetzt nichts, aber absolut gar nichts über die Verletzung und den ZUsdtand des Patienten bekanntgegeben wurde. Wenn es harmloserer Art wäre, würde es längst kommuniziert sein. Samuel selbst suchte sehr aktiv das Licht der Öffentlichkeit, das kann man auf verschiedenen Foren aus seinen eigenen Einträgen nachlesen. Er wäre jetzt sicher der erste, der ausrichten lassen würde, es gehe im einigermaße o.k. Ist aber nicht der Fall. Also vermute ich : Künstliches Koma und beatmet. Dazu ITS. Kein gutes Zeichen.
(5) das Rumgeeiere der Kliniksprecherin (sie wisse nicht ob er operiert werden müsse, da erfüllt sie das Anforderungsprofil ihrer Stellenbeschreibung leider ungenügend) und des Oberarztes (bewusstseinsnaher Zustand). Abgesehen davon, dass ich in 20 Jahren Dienst den Begriff bewisstseinsnah noch nie gehört habe, sagen diese Äusserungen gar nichts aus.
Fazit: Ich befürchte Schlimmes. Vllt gibts nach 15 Uhr tatsächlich mehr. Glaube ich aber nicht, denn die sitzen sicher jetzt schon über dem Wortlaut der wachsweichen Formulierungen, um möglichst gar nichts aussagen zu müssen.
Apropos ärztl. Schweigepflicht etc: Der Kandidat suchte selbst aktiv die Öffentlichkeit. Ausserdem liegt hier ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit vor, Näheres zu erfahren. Samuel ist bereits eine Person der relativen Zeitgeschichte, 10 Mio TV-Zuschauer wollen seit 15 Stunden wissen, wie es ihm geht.

8 12 2010
Nicht-Mediziner

„bewusstseinsnah“ gibt es wohl wirklich, Ergebnis Wikipedia:
(kein Eintrag aber Verweis)

Katathym-Imaginative Psychotherapie
werden, um sie von bewusstseinsnahen Oberflächenschichten her langsam und vorsichtig in die Tiefe unbewussten seelischen Geschehens zu verfolgen. …

Da ist hier ist aber andererseits kein „Zustand“ gemeint, und ganz ein anderes Fachgebiet!

Wahrscheinlich ist mit „bewusstseinsnaher Zustand“ medizinisch einfach „nicht Hirntot und evtl. sediert “ gemeint.
Kurz: Er lebt (dass er zudem behandelt also z.B. sediert wird ist von selber klar).

Vielleicht klingt dem Oberarzt „er lebt“ zu primitiv oder zu klar.

5 12 2010
S.Asen

@hanz

ich habe mir gerade das video von dem hallenzuschauer angeschaut und man sieht dort ganz genau das er mit dem kopf das auto berührt.
eure beiträg finde ich total interessant. ich habe gestern die show selbst gesehen, und ich hoffe das Samuel wieder gesund wird….

5 12 2010
konniebritz

Eine interessante Schilderung des Unfalls und seiner Folgen. Ein Mediziner sieht aus der Ferne doch viel mehr als ein Laie. Dazu sachlich dargestellt, ohne sensationslüsterne Effekthascherei.

Nur mit dem Fachchinesich, vor allem den Abkürzungen, konnte ich nicht so viel anfangen (Begriffe wie HWS oder Fraktur sind mir schon geläufig, nur eben nicht alles).

Zu KND: Mediziner, die aus der Ferne etliche Dinge erkennen, sind mir zehnmal lieber als der tolle Arzt des Berliner KND, der spätabends am Nachtschalter einer Tankstelle ein paar Dosen Bier orderte. Ob zur eigenen Nervenberuhigung oder zur Unterstützung seines Fahrers, sei dahingestellt …

5 12 2010
Basti

ich fands informativ habe jetst wieder ein paar ärtzte begriffe dazugelernt der unfall war schreklich ich wünsche und seine Eltern alles Gute und das er wieder ganz gesund wird

6 12 2010
Tristan72

Also, wenn man sich dieses ( http://www.youtube.com/watch?v=SXGOl86ooDU )Handy Video anschaut, dann sieht man doch, wie der Hinterkopf das Auto trifft und der Körper dadurch beschleunigt. Ich denke, der Kandidat war bereits in der Luft bewusstlos und schlug deshalb auch ohne Schutzreaktion auf dem Boden auf.

6 12 2010
Donaustrom

Ich habe die Videos analysiert und möchte nur kurz den chronologischen Ablauf beschreiben, der überwiegen dazu zu hören war und meine Vermutungen dazu.
Möchte nur erwähnen , dass ich Gerichtssachverständiger für derartige Bildanalysen und einschlägiger Sicherheitsingenieur bin und daher eine gewisse berufliche Distanz habe. Auf einem Video bzw. Foto ist eindeutig zu sehen, dass er mit dem Helm in nahezu senkrechter Position und mit 90 Grad angewinkelten Beinen auf das Wagendach knallt. Er wollte sich noch mit den Armen wegstemmen, doch es fehlten Ihm noch geschätzte min. 20cm.Sein Kopf samt Oberkörper wurden durch das Berühren mit dem Fahrzeugdach wiederum mit extremer Beschleunigung (2-2 Kader) auch 90 Grad Richtung Rücken gedreht. Ich vermute, dass war bereits der Auslöser für eine Bewusslosigkeit, weil er danach nur mehr wie eine Puppe ohne Schutzreflexe zu Boden stürzte.

Und die Rettung war sehr schnell zur Stelle, anbei die Wiedergabe der gesendeten und für jedermann wahrgenommenen Sequenz:

0.00 Aufprall auf den Boden (1.54 Restzeit der Wette)
0.08 Michelle ruf nach einen Arzt
0.14 Thomas, Michelle und 2 Personen stehen um den
Verunfallten herum. Einer ruft nach “ Martina“. Vielleicht die
Aufnahmeleiterin oder Produktionsmitarbeiterin. Bühnentotale.
0.22 Kamera zeigt von der Bühne aus gesehen die linke Publikumstribüne.
2 weisse Sanitäter, 1 Person mit oranger Einsatzunform (Notfall-Sani
oder Notarzt??) und 1 Person mit Sakko fahren mit der Nottrage zum
Unfallort.
0.28 Ein Mann schreit „Weg“, eine Frau schreit „Liegenlassen, nicht bewegen“
0.37 Ein Mann schreit „Stiff Neck her“
0.45 Zwei Sani in Weiss laufen seitlich rein zum Unfallort
0.50 Ein Mann schreit „Holt ne Schaufeltrage“
0.54 Thomas kommentiert „Ok, hoch“ ( Was da auch immer gemacht wird)
1.00 Zwei Sanis in Weiss laufen wieder seitlich raus
1.11 Thomas kommentiert “ Das sagt aber, dass alles OK ist“
1.18 Jemand sagt „Ich halte den Kopf“
1.26 Kamera schneidet auf Thomas und Michelle, die zum Verunfallten
hingehen. Sie-OT: „Sagt ob alles Ok ist“
1.37 Umschnitt auf Kamerakrantotale, die den rechten
Publikumstribünenbereich zeigt.
1.58 Thomas fragt „Könnt Ihr mit ihm sprechen?“
2.04 Jemand sagt „erzählt“…“gut“. Thomas sagt „Pfuhh“.
2.22 Jemand sagt „Wir brauchen ein Tuch“. Michele sagt laut „Wir brauchen
ein Tuch davor bitte, schnell“
2.36 Thomas sagt „Noch eine Trage“ (Vermutlich die Schaufeltrage)
2.38 jemand sagt „Wir brauchen ein Licht oder eine Lampe“
2.50 Mann hört metallisches Klappern (vermutlich die Schaufeltrage)
2.54 Funksprüche sind zu hören „Rettungs..??.. bitte kommen“
3.04 Publikum schreit „Licht aus“
3.10 Thomas erklärt, dass es sich nur um das Kamerauaflicht handelt und
nicht auf die Kamera geschnitten wird (hätte man auch am Tally-
Rotlicht gesehen)
3.18 Man hört wieder metallische geräusche (Vermutlich wird der Verunfallte
auf die Schaufeltrage gegeben)
3.22 Fotografen auf der tribüne fotografieren plötzlich wieder mit
Teleobjektiven. Vermutlich wird der Verunfallte somit rausgetragen.
Thomas fragt die Regie: „Wie wir jetzt weitermachen“.
3.28 Regie weisst auf ein Ersatzband in Mainz (Anm: Sendeabwicklung ZDF).
Publikum applaudiert bei dieser Entscheidung der Redaktion und Regie.

Wie gesagt, dass war der Zeitablauf. Ob ein Notarzt an Ort und Stelle war weiss ich nicht und wie schnell der dort war. Für die Schaufeltrage hat es aber einige Minuten gedauert, die war scheinbar nicht neben der Bühne sondern vielleicht im SAN-KW.
Und an alle Nörgler auf mein Posting: Das waren rein forensischen Analysen anhand der im Internet zur Verfügung stehenden Videoaufnahmen und Bilder.

Will nur sagen, dass scheinbar bereits nach ca. 30s eine medizinische Notfallperson beim Verunfallten war. Das würde ich mir bei jedem Arbeitunfall wünschen.

PS: Ich wünsche dem Jungen gute Besserung und mögen keine Schäden zurückbleiben

6 12 2010
Donaustrom

Nachtrag: Sein Kopf wurde am Fahrzeug Richtung Bauch geschleudert.
(Man soll so spät nicht mehr posten).

6 12 2010
Assistenzarzt

Danke für den Kommentar. Sehr präzise und sachlich und ich denke, das maximale, was aus dem verfügbaren Bildmaterial rauszuholen war. Eine Person in der Menge mit Notarzt-Aufdruck auf der Jacke ist auf einem der kursierenden Pressebilder zu sehen.

6 12 2010
Top Posts — WordPress.com

[…] Wetten dass..?? – Schwerer Unfall eines Kandidaten Gerade sitze ich am PC und habe nebenbei “Wetten dass..??” laufen und dachte eigentlich mal einen Abend ohne Medizin zu […] […]

6 12 2010
Poweriser82

Hallo zusammen..

Ich selber bin auch zu tiefst erschüttert über das was passiert ist. Ich kenne den Wettkandidaten privat. Ich selbst springe auch auf Powerisern (keine Saltos)..
@ ehem. Rettungsassistent: Die medizinische Hilfe war schnell vor Ort. Meiner Meinung war auch der Abtransport in einem gutem zeitlichem Rahmen. Wie man sieht wurde am li Handrücken auch eine grüne Viggo gelegt. Auch finde ich es persönlich gut, das die Kameras in Richtung Publikum schwenkten.
Ich bin mir auch ziemlich sicher das er schon in der Luft bewusstlos war, denn die Hände giengen nicht nach vorne. (Schutzreflex).
Ich wünsche ihm wirklich in der harten Zeit, die jetzt auf ihm zukommt alles Gute!
Halt die Ohren steif..

6 12 2010
havier

hier mitzulesen tut gut. Danke für die sachlichen Kommentare.
(Das musste auch mal gesagt werden)

6 12 2010
Fahrradfahrer

In einigen Zeitungen war zu lesen,daß Gottschalk darauf gedrängt habe, beim Stunt einen Helm zu tragen. Wenn aber der Stunt bisher ohne Helm ausgeführt und trainiert wurde, dann kann das (mit) unfallursächlich gewesen sein. m.E. können bereits das Mehrgewicht und der durch den Helm um ein paar Zentimeter vergrößerte Kopf zur Berührung des Kopfes bzw. Helmes mit dem Auto geführt haben. Ist zwar Spekulation, aber nicht unbegründet. Übrigens eines der berechtigten Argumente gegen das Tragen von Fahrradhelmen.

6 12 2010
sofakatze

Ich finde den Artikel und die folgenden Kommentare sehr viel informativer und unaufgeregter als die komplette Berichterstattung in den sonstigen Medien und denke, dass es richtig war, ihn wieder online zu stellen.
Was hilft es dem verstörten Zuschauer, von den Befindlichkeiten und Grabenkämpfen der betroffenen Journaille zu lesen, wenn der eigentliche Schock darin liegt, dass das Unberechenbare und Unheimliche sich ausgerechnet in einem Rahmen der absolut als harmlos daherkommenden Familienunterhaltung ereignet hat. Eine sachliche Darstellung der Fakten hilft mir persönlich das Gesehene und die anschließende Totenstille zu verarbeiten.

Meine Frage an die hier lesenden und schreibenden Fachleute: Wie lange wird es im besten Fall dauern, bis sich der junge Mann von den Verletzungen erholt hat und welche medizinischen oder physiotherapeutischen Schritte sind dafür notwendig?

6 12 2010
ehemaliger RettAss

@sofakatze:
ein ganz oder teilweise ausgebildeter „hoher Querschnitt“, so wie er hier vorzuliegen scheint, kann sich im Prinzip in 3 Richtungen entwickeln, was jeweils vom Grad der Schädigung abhängt, den zum jetzigen Zeitpunkt niemand genau beurteilen kann. Denn dazu wäre eine eingehende neurologische Untersuchung nötig, die aber nicht möglich ist, weil der Patient in Narkose liegt und beatmet wird (sog. künstliches Koma). Er kann ja im Augenblick nicht sagen, ob er was spürt und man kann auch nicht feststellen, ob er Arme und Beine bewegen kann. Außerdem können auch Blasen- und Darmfunktion beeinträchtigt sein, das gerhört ja auch noch mit zu den Risiken.
Diese 3 künftigen Optionen gibt es nun:
1. Er wird wieder ganz gesund
2. Er behält Einschränkunen und Defizite zurück
3. Er bleibt vollständig gelähmt

Für Punkt 1 und 2 gilt: In der Regel wird dieser Zustand erst nach sechs bis zwölf Monaten intensiver Reha erreicht. Die erfolgt i.d.R. in einer Spezialklinik wie z.B. dem Unfallkrankenhaus Murnau (Bayern), das über rund 100 Querschnitt-Betten verfügt. Und auch nach diesen 6-12- Monaten ist immer noch normale Reha nötig. Hoffen wir für den Patienten das Beste.

In welche Richtung Punkt 2 möglicherweise ablaufen kann, sieht man z.B. an dem ehemaligen Handballspieler Jo Deckarm, der sich 1979 bei einem Sturz eine Hirnquetschung zuzog und seitdem Pflegefall ist (bei Interesse einfach mal nach Joachim Deckarm googeln). Das Rückenmark ist ja nichts viel anderes als das „verlängerte“ Gehirn.

Da man also erst in frühestens 6 Monaten eine genauere Ausage darüber machen kann, ob der Patient dauerhaft geschädigt bleibt, bin ich mal gespannt, wie das ZDF reagiert. Angeblich will der Moderator ja seine weiteren Auftritte davon abhängig machen, ob dauerhafte Schäden bleiben. Das hieße in der Konsequenz, dass eine nächste Sendung erst im Mai/Juni stattfinden dürfte. Schau mer mal…

6 12 2010
Assistenzarzt

Stimme „ehemaliger RettAss“ voll zu. Frühneurologische Reha in spezialisierter Einrichtung wird sicherlich folgen. Zu hoffen wäre, dass er keine lange Beatmungszeit braucht, sonst drohen da wiederum Folgekomplikationen durch die Beatmung.
Sein Glück ist vermutlich, dass er in einem ausgezeichneten körperlichen Trainingszustand war vor dem Unfall, das heißt die kardiopulmonale Funktion intakt, muskulär gut trainiert. Das wird ihm helfen den körperlichen Streß zu meistern. Zudem sind sportlich aktive Menschen in so einer Reha-Phase meist mental besser dran, weil sie das schinden, schleifen, kämpfen, durchhalten gewohnt sind und sich in der Regel nicht mit „ein wenig“ zufrieden geben sondern mehr wollen. Reha-erfahrene mögen mich korrigieren, aber das sind zum Beispiel meine Erfahrungen was die stationäre Krankenhausbetreuung angeht in der internistischen Medizin und was man auch noch im höheren Alter merkt bei denen, die schon immer Sport gemacht haben, die kämpfen mehr mit der Physiotherapie und sind schneller wieder fit im Vergleich zu den anderen.

6 12 2010
aesculapia

Ich bedanke mich auch für diesen Blog und die (meisten) Kommentare. Mit Abstand eine der wenigen wirklich informativen und sachlichen Quellen zum Thema, die ich gefunden habe. Hilft auch mir das Ges(ch)ehene zu verarbeiten.

Wünsche dem Samuel alles erdenklich Gute, hoffentlich wird er wieder gesund.

6 12 2010
Nicht-Mediziner

Als Nicht-Fachmann aber mit eigener Sport-Unfall-Erfahrung vor Jahren (2,5 cm sequestierter Discus Prolabs L4/5 wirksam auf Nerv S5, natürlich hier kein Rückenmark im Spiel) hier meine folgende Einschätzung:

Mit Glück ist für eine neuronale Pronose eine frühere Aussage denkbar, insbesondere wenn es sich bei den (wie behautet) erst Sonntag früh aufgetreten Lähmungserscheinungen (gesprochen wurde über sensorische Ausfälle also Taubheit) um Folgen einer Gewebsschwellung handeln sollte. Dann kann nach meiner (nicht fachmännischen!) Ansicht durch abschwellende Behandlung (z.B. mit Cortikoid) oder durch Entlastung (Operation?, Streckung?, Drainage?) evtl. relativ schnell eine weitere Schädigung vermieden werden. Eine Aussage im sehr niedrigen Wochenbereich (z.B. 1-3) halte ich für eine (halbwegs gesichere) Prognose für denkbar. Komplikationen und unerwartete Rückschläge (entgegen einer solchen Prognose) sind dann aber bis zu einer endgültigen Ausheilung immer noch möglich.

Für eine eine Prognose der „Erholung“ im Sinne von Belastbarkeit sind bestimmt (wegen der Knochen- und Bandscheiben-Schäden) Moante abzuwarten.

Erbitte Prüfung und ggf. Korrektur von Nicht-Fachmännischem und falschen Einschätzungen durch die Fachleute.

Nochnal Gute Bessung (für Samuel) von hier
und Danke an die vielen äusserst sachlichen Kommentatoren!

6 12 2010
Der Krangewarefahrer

Ich finde es auch gut, dass dein Beitrag wieder online ist. Auch wenn sich einige beschweren, dass diese Ferndiagnosen völlig lächerlich und an den Haaren herbei gezogen sind, hat Dein Beitrag doch wesentlich mehr Klasse und fachlichen Hintergrund als eigentlich alle Artikel der Boulevard-Presse. Und das letztendliche Verletzungsbild zeigt ja auch, dass Du es recht gut einschätzen konntest.
Also nicht von den ganzen Miesmachern demotivieren lassen. Du kannst schreiben, was Du willst, keiner wird gezwungen, es zu lesen, und ich fand den Beitrag sehr informativ und lesenswert.
Dem Kandidaten und seinen Angehörigen natürlich alles Gute und eine möglichst schnelle und vollkommene Genesung!

6 12 2010
DvP

Hi Leute,

Ich bedanke mich auch sehr für die Analyse. Auch wenn es das nicht besser macht, hilft es etwas den Schock zu verdauen wenn man Infos bekommt was sein könnte oder was wirklich passiert ist. Ich möchte auch nochmals auf das bereits angesprochene Video verweisen:

Meiner Meinung nach kann man nicht ausschließen, dass schon beim Aufprall des Kopfes am Autodach eine massive Schädigung der HWS passiert ist. Ev. konnte er sich im restlichen Flug schon nicht mehr bewegen, obwohl er bei bewusstsein war. Einige Hinweise, dass er nach dem Unfall sprechen konnte deuten auch darauf hin. Genaueres kann man leider nur vermuten. Ich denke nicht, dass dies die optimistischte Einschätzung ist :-/

Nochmal: Alles gute für Samuel und seine Familie.

FG
DvP

P.S.: Ich hoffe hier tauchen nicht auch noch so eigenartig Kommentare auf wie bei Youtube. Echt furchtbar was einige zu dem Thema beitragen „müssen“.

6 12 2010
Nicht-Mediziner

Selbst wenn beim Aufprall des Kopfes am Autodach noch KEINE massive Schädigung der HWS passiert sein sollte, war er dadurch (Stoss-Impuls) sicherlich (unfachmännisch ausgdrückt) „elektrisiert“ und konnte sich auch in diesem (spekulativen) Fall im restlichen Flug (von vielleicht nur eine halben Sekunde) nicht mehr (reaktiv) bewegen.

Frage an die Fachleute: Ist das so denkbar (plausibel)? Falls falsch erbitte ich Korrektur.

6 12 2010
DvP

Ich hab im Zuge einer kleinen Recherche (als komplett Unwissender) auch wo gelesen, dass man auch im Rückenmark eine Art „Gehirnerschütterung“ haben kann. Klingt so ähnlich wie das was du ansprichst.
Ich Trottel hab mir das Handyvideo nochmal angesehen. Unglaublich wie schnell er sich vor dem gestreckten Aufschlag auf dem Boden mit Kopf und Oberkörper nach unten dreht. Ganz was anderes: Habe gelesen, dass sie ihn schon bald wecken wollen um weitere Aufschlüsse über seinen Zustand zu bekommen.

6 12 2010
Assistenzarzt

@DvP: Naja, das wecken ist wohl relativ zu sehen. Man nimmt die Stärke der Narkosemittel zurück und guckt, wie er reagiert, ob er es schafft, alleine wieder zu atmen, wenn er das packt, wird man die Dosis noch weiter runterfahren und gucken wie wach er ist, ob man ihn extubieren kann oder es zu unsicher ist. Was in so einem „halbwachen“ Zustand schon geht ist, dass der Patient noch intubiert ist, aber auf Fragen schon reagieren kann und auch auf Kommandos was machen kann (Hand drücken, Fuß wackeln etc.).

an die Runde: wurde eigentlich mal was genaueres gesagt zu den Gefäßverletzungen, die er sich zugezogen haben soll? Vertebralisdissektion? Ich habe nur was von „Blutverdünnung“ und „Verhinderung Thrombusbildung“ gelesen. Hat er außer den HWS-Verletzungen noch weitere Verletzungen, die jetzt nicht so im Vordergrund stehen?

6 12 2010
ehemaliger RettAss

Du hast recht, DvP, so etwas gibt es. Es heisst Contusio spinalis. Das könnte hier auch vorliegen.
Eine gute Übersicht über Rückenmarksverletzungen (auf englisch) finden Interessierte hier:
http://emedicine.medscape.com/article/793582-overview

@ Nichtmediziner:
Der Patient war im „freien Flug“ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon bewußtlos. Sonst hätte er reflexartig versucht, den Sturz abzufedern. Aber er ist ja leider hilflos voll auf den Boden geknallt, ohne jegliche Schutzreflexe. Lt. behandelnden Arzt war es dann doch gut, dass er einen Helm trug.

In der BLÖD wird übrigens Anästhesie-Chef Prof. Pannen zitiert:
„Es haben sich bei der Untersuchung keine Anhaltspunkte für eine direkte Schädel- oder Kopfverletzung ergeben. Indirekte Folgen schon: Es gab Wandverletzungen bei den Blutgefäßen, die das Gehirn versorgen. Wir hätten ihm in dem Zustand nicht operieren können, da dann im schlimmsten Falle ein Gehirnschlag gedroht hätte. Darüber hinaus haben wir Brüche im Bereich der Halswirbelsäule festgestellt.“
Weitere Details kann man bei Interesse auf der einschlägigen Homepage nachlesen.

6 12 2010
Risikobewerter

Alle nur medizinisch Interessierten bitte ich meine Auslassung zur Risikobewertung
(allgemein und konkret) und zum „einkalkuliertes Risiko“ gleich zu überspringen. (Erscheint hier aber wegen der HIER aufgekommenen Frage ob ein „einkalkuliertes Risiko“ vorlag. Alles natürlich rein spekulativ und/oder subjektiv und Irtümer vorbehalten.

Jeder kann sich dann seine eigene Einschätzung nach seiner Sicht der Dinge und seiner Kenntnisse zusammenreimen.

6 12 2010
Risikobewerter

ALLGEMEIN:

Noch eine Anmerkung zum Thema „einkalkuliertes Risiko“
(aus der Sicht der bei meiner Tätigkeit gewonnenen Ansichten zu den Themen Sicherheitsanalysen, Brandschutzkonzepte, Rettung und Unglücke):

Die Terminoligie ist hier etwas „frei“ gewält, da jede Sicherheitsbetrachtung Ihre eigenen (meist mathematisch unterlegten) Begrifflichkeiten definiert. Die folgende Definition und Erläuterung sollte jedoch möglichst selbsterklärend aber (ala Geissler) dem gemeinen Volk verständlich sein.

Definitionen für die folgende Betrachtung:

1. Pech:
Abweichung vom Wusch- / Normal- /Nichtstör-Fall mit bekannten und dem Risiko entsprechend akzeptablem Folgen,
d.h. eingetretenes Pech = konkret realisiertes „einkalkuliertes Risiko“

2. Unglück:
Abweichung vom Wusch- / Normal- /Nichtstör-Fall mit bekannten und und akzeptabel geringem Risiko aber gemeinhin inakzeptablen Folgen,
d.h. ein eingetretenes Unglück sollte unwahrscheinlich und unvermeidlich sein .

Die Unvermeidlichkeit ist selbst von Rahmenbedingungen abhängig (aus wirtschaftlichen Gründen, aus Machbarkeitsgründen, aus Gründen des Auftretens von Sekundärrisiken, aus gesellschaftlicher Akzeptanz, aus Freiheitsgründen, aus Erkenntnisgründen etc.)

Auch die Grösse des „akzeptabel geringen Risikos“ (Restrisiko) ist auch von Rahmenbedingungen abhängig (Risikobereitschaft, Kenntnis der Fehlerwahrscheinlichkeit, Kenntnis der möglichen Fehlerursachen etc.)

3. Schaden
Durch Pech oder Unglück entsteht der damit verbundene Schaden (Abweichung vom Normalfall)

4. Risikobewertung:
In einer Risikobewertung erfolgt (ganz allgemein) die Untersuchung von Problem-/Fehlerszenarios für Pech und Unglücksfälle (häufig weiter untergliedert nach Wahrscheinlichkeiten und/oder Folgen)

Pech und Unglücke sind als unvermeidbare Ereignisse betrachtet akzeptabel, denn solche Fälle sollen bewußt nicht weitergehend (preventiv) vermieden werden .

5. Dummheit:
Sind die Betrachtungen der Risikobewerung falsch oder unvollständig (in Wahrscheinlichkeit und/oder Ursache/Wirkung) so kann im schlechten Fall (d.h. der wesentlichen Risiko-Unterschätzung) ein zusätzliches latentes Risiko, d.h. unterschätztes Risiko (oder Dummheit) vorliegen.

Ein bzw. ein möglicherweise durch ein unterschätztes Risiko realisiertes Pech oder Unglück, d.h. ein durch Dummheit entstandener Schaden kurz Dummheit (dumm gelaufen) sollte im Nachhinein untersucht und in Zukunft berücksichtigt werden. . Dann lernt man (hoffentlich) für die Zukunft (Überarbeitetung des Sicherheitskonzeptes, der eigenen Einstellung etc.). Aus Fehlern wird man klug.

Die Dummheit taucht in den Risikobewerten selbst nicht auf (sie ist ggf. die Verbesserung / neue Erkenntnis in einer nachfolgenden neuen Bewertung).

Für die Dummheit gibt verschiedenste (darunter auch gute und unvermeidliche) Gründe:
Unkenntnis, Unbefangenheit, Analyseaufwand, Analysefehler, Fehleinschätzung, Dringlichkeit, Fehlinformation, Vorsatz, Fahrlässigkeit, Überforderung etc.

6. Unverantwortlichkeit
Wenn Risikobewertungen auf mehrere bzw. viele Schultern verteilt wird besteht die Gefahr dass sich einer auf den anderen verläßt. Ist auch keiner (so richtig klar) verantwortlich (organisierte Unverantworlichkeit oder fahrlässige Unbekümmertheit) so entsteht die Dummheit aus der Unverantwortlichkeit.

7. Ignoranz
Wird über die Ergebnisse der Risikobewertung hinweggegangen, so handelt es sich um Ignoranz. bei Vorsatz kann man sich von sträflicher Ignoranz spechen, ansonsten von Leichtsinn.

8. Vorsatz
Bei Vorsatz (mit einer mutwilligen Maßnahme mit dem Ziel des Schadens) liegt ein Angriff oder Anschlag vor .

6 12 2010
Risikobewerter

KONKRET:

Betrachtung der Rahmenbedingung (Risiken) des konkreten Unfalls (spekulativ subjektiv):

Sportlich: vergleichbar Formel 1, Ski Alpin, Höhlentauchen (kein Problem, da so gewollt)
1. Problem: kein Gegner (Messlatte fiktiv gelegt)
2. Problem: Zeitlimit (die Uhr als unerbittlicher Gegner)
3. Problem (evtl.): Änderung in Ablauf, Umgebung und Ausrüstung (falls es stimmt)
4. Problem: Live Situation (völlig neu, in dieser Dimension)
5. Problem: Kein Lösungs-Konzept bei Fehlversuchen (Zeitdruck steigt), Exit-Strategie
6. Problem: Zeit nicht von ihm allein nutzbar (Abhängigkeit von anderen)

Alles in allem (milde gesagt): sehr „anspruchsvoll“

Einstufung nach obigen Kriterien (völlig subjektiv!)
Pech: NEIN (da inakzeptable Folge, 1. da kein Turnfest, 2. siehe Risiken oben)
Unglück: JA (inakzeptable Folge) aber gut möglich durch Dummheit
Dummheit: JA (siehe obige Betrachtung der Rahmenbedingungen)
Unverantwortlichkeit: KEINE AHNUNG (hoffentlich nicht)
sträfliche Ignoranz: EVENTUELL von denen die um die Dummheit gewusst haben
Leichtsinn: GERING (Sache wurde besprochen und geprobt, aber sehr anspruchsvoll s.o.)
Anschlag: NEIN

Fazit (subjektiv):

Es liegt kein „einkalkuliertes Risiko“ vor, wenn nicht unverantwortlich oder sträflich ignorant vorgegangen wurde.

7 12 2010
Risikobewerter

NACHTRAG

Für „einkalkuliertes Risiko“ müsste es schon etwa so aussehen:
Pech: JA (Folgen als akzeptabel betrachtet)
Unglück: NEIN
Dummheit: EGAL
Unverantwortlichkeit: EVENTUELL
sträfliche Ignoranz: JA
Leichtsinn: VERNACHLAESSIGBAR
Anschlag: NEIN

Das wäre dann aber sicherlich ein Skandal.

7 12 2010
hanz

zum thema aufprall des kopfes auf das auto:

vergleicht man den fall z.b. mit dem boxsport, wird mir zumindest klar, dass der aufprall mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit zur bewusstlosigkeit geführt hat. ein boxschlag ist zwar auch hart, aber 1. dämpft der boxhandschuh etwas und 2. wird auch der schlag durch das auftreffen gebremst.
wenn das auto mit 25 km/h gefaren ist und er sich selbst vielleicht auch nur mit 10 km/h bewegt hat (auf dem zdf-proben-video spricht er davon sich auch mit 25km/h zu bewegen, das kann man aber wohl auch nach betrachtung des handyvideos ausschliessen) dann kommt man immer noch auf einen aufschlag mit 35 km/h auf eine total unnachgiebige strukur (autoscheibe/dach) und dass dürfte zum ausknocken genug sein…

7 12 2010
Nicht-Mediziner

Was ist Bewustlosigkeit? (traumatisch)
Was ist Knockout?

… hinsichtlich Ursache/Erscheinungsbild/Dauer/Wirkungsweise (organisch / biochemisch / neurologisch?); die Symptomatik ist mir schon einigermassen klar
(Reflexe weg, Besinnungslos, Abwesend).

Komme mit Wikipedia nicht recht weiter. Kann man sowas ganz kurz und für Nichtfachleute in etwa beschreiben was dabei vor sich geht? Gibt es einen Unterschied? (Am besten gleich in Wikipedia einpflegen.)

Danke.

7 12 2010
Donaustrom

Jetzt will ich wieder eine Spekulation entfachen.
Wer waren denn die zwei Herren im Sakko, die in den ersten 30 sec beim Verunfallten waren. In der Krankameratotale sieht man 13s nach dem Aufprall einen Herren, der neben Samuel kniet und laut Video Samuels linken Arm bewegt. Der zweite Herr steht noch vor Samuel. Thomas und Michelle stehen herum und eine Frau steht auch daneben.
Will da niemanden was unterstellen aber laut meinem Videoprotokoll waren die Sanis bzw. die Notärztin oder Notfallsanitäterin erst knapp 30 s nach dem Aufprall am Unfallort. Man hört ja auch eine männliche Stimme die „Weg“ schreibt und eine Frau die sagt „Liegen Lassen“.
Ich nehme an, dass die Frau die orange gekleidete Notärztin war und
den Befehl zum Liegenlassen gab, da für sie eindeutig ein Verdacht auf HWT
offenkundig war.
Erst um 0.37 ruft wer „Stiffneck her“. Das kann auch ein Sani gewesen sein,
nachdem man sich entschied, ihn abzutransportieren.

Ich finde das nur insofern beachtenswert dass auch für Ersthelfer ersichtlich war, dass der Verunfallte sicherlich HWT oder Genicksverletzungen haben könnte und da ist oberstes Gebot, Ihn nicht zu bewegen.

Sollten diese Personen (Produktionsmitarbeiter, Publikum???) ihn bewegt haben noch bevor die Notärztin da war, könnte dies auch Auswirkungen auf den jetzigen Zustand der HWS haben. Wie gesagt, ich war nicht dabei aber das war im Fernsehen sichtbar.

Hat da wer mehr Infos? Wie sehen das die Mediziner bzw. Juristen. Ich denke, das war vorhersehbar, dass ein Notarzt jeden Moment vorbei kommt. Wäre das ein richtiges Handeln gewesen?

Und er dürfte geatmet haben, denn laut Fotos seiner Einlieferung war er nicht intubiert, jedoch mit Stiffneck und Schaufeltrage und an der Hand die grüne Manschette. Hat er Plasmaexpander bekommen? Auf Fotos war eine Infusion im Studio zu sehen.

7 12 2010
Donaustrom

Nachtrag: Die beiden Herren samt Frau dürften scheinbar Angehörige von Samuel gewesen sein, denn in der Totale ist zu sehen, dass die Plätze auf dem
Rang frei sind. Vermutlich sind diese sofort vorgelaufen und wollten sehen, wie es Samuel geht. Das erklärt auch die Rufe der ca.nach 30s eintreffenden Notärztin, die die Angehörigen vom Verunfallten fernhalten wollte, um schlimmeres zu verhindern.
Je öfter ich in das Video reinhöre, umso mehr Details sind zu entnehmen.
So wurden den Sanis nicht nur befhelt, die Schaufeltrage zu holen sondern ein Mann ruft noch nach ca. 0.52 nach einer Vakuummatraze. Also eindeutig die richtigen Entscheidungen und Erstehilfe-Maßnahmen nach einem HWT-Verdacht.

7 12 2010
Nachteule

Habe gerade in einem Web-Artikel gelesen, dass eine zufällig anwesende Notärztin im Publikum aus der letzten (!) Reihe nach vorne gesprintet ist, um die Ersthelfer davon abzuhalten, den Patienten umzudrehen. Sie hat auch erstmal einen venösen Zugang gelegt, bis dann endlich die eigentlich zuständige Notärztin kam. Die Sanis waren ja auch nicht gerade stand-by. Sieht ganz so aus, als hätte wirklich niemand auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass bei dieser Wette etwas passieren könnte. Da muss doch ein NA gleich daneben stehen, und zwar gleich mit Vakuum-Matratze und stiffneck. Abgesehen davon hätte der Wettkandidat auch ins Publikum geschleudert werden können, dann hätte es noch ein paar Verletzte mehr gegeben.

7 12 2010
Donaustrom

Und was noch das ganze mysteriös macht:
Gerade bei dem Fahrzeug, wo sein Vater sitzt, das Schiebedach offen ist (was schon aus meiner Sicht eine große Verletzungsgefahr darstellt) und der ZDF-Kamermann mit der Funkkamera sitzt, passiert der Unfall.

Ist das euch schon aufgefallen?

7 12 2010
Risikobewerter

Ja (aufgefallen).

Die monströse Kamera frontal durch die Scheibe würde mich nervös machen (also potentielles psychologisches Problem für die Risikobewertung).

Das wohl offene Dach erscheint mir sowohl beim Unfallablauf selbst, als auch bei der Betrachtung der Sprungfigur (auch im Vergleich mit den gelungenen Sprüngen) als relativ unproblematisch (mit dem Rücken zum Dach über dem Auto).

Habe schliesslich gehört das er einen Rückenprotektor getragen haben soll. Weiss wer ob das stimmt?

7 12 2010
Risikobewerter

War diese evtl. ablenkende / irritierende Kamera bei den Proben auch schon dabei?

7 12 2010
DvP

Den „Rückenprotektor“ sieht man auf diversen Fotos.

7 12 2010
Donaustrom

Die Kamera im Auto war hunderprozentig bei den Probem bzw. bei der Generalprobe dabei. Sie muss nicht nur produktionstechnisch, sondern auch für die Regie erprobt werden. Also das hat er mehrfach vorher mitbekommen und gewusst.

Weiters stimmt es mich nur traurig, wie hier mit Unwahrheiten umgegangen wird. Thomas sagte im Studio, er kann seine Arme und Beine spüren, es hat bei den Proben geklappt und jetzt kristallisiert sich immer mehr heraus, dass das so nicht stimmen konnte.

Warum gaukelt man dem Publikum etwas vor, was eh Tage nachher an die Oberfläche kommt?

Hier in Österreich hat der Primar des größten Wiener Unfallkrankenhauses, dass auf schwerste Arbeitsunfälle spezialisiert ist, in einem Zeitungsinterview am Montag klipp und klar und ohne Herumgerede gesagt, dass der junge Mann sein Leben lang ab dem Kopf gelähmt sein wird, alles andere wäre für Ihn laut den Fernsehbildern ein medizinischer Weltwunder und anatomisch nahezu nicht möglich.

Also sollen uns die Ärzte und PR-Leute nichts vormachen, was der einfachste medizinische Laie am Samstag vor dem Schirm dachte, dass da schwerste Folgeschäden bleiben werden.

Ich verstehe nur nicht, warum man mit der Wahrheit so zögerlich kommt.
Mein Verdacht ist, dass die Lähmung erst Tage später publik gemacht werden soll, bis andere Tagesthemen den Samuel aus den Schlagzeilen drängen und er nur mehr eine Radnotiz ist.

Spätestens ab Weihnachten ist er in der Öffentlichkeit vergessen und die nächsten Jahrzehnte ein schwerer Pflegefall.

Ich weiss nicht, wie das Sozialversicherungswesen in Deutschland ist aber für diesen Spaß wird seine Krankenkasse als Student herhalten dürfen nur sehe ich schwarz hinsichlich einer Berufsunfähigkeitsrente, da er das in seiner Freizeit gemacht hat und sicherlich keine Unfallversicherung abgeschlossen hat bzw. bei so einer Sache die Versicherung unter Garantie vorher in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen aussteigt.

Auch wird eine Rehabilitierung in Österreich nur bei Arbeitsunfällen gemacht, bei Freizeitunfällen nur das medizinisch absolute Minimum. Ich denke, das wird in Deutschland auch nicht anders sein.

Traurig der Fall nur sollte man das nüchtern sehen. Wie viele Dachdecker fallen vom Dach und haben das selbe Schicksal, keiner hat Mitleid mit denen…

8 12 2010
Nicht-Mediziner

Kommentar zu „Thomas sagte im Studio, er kann seine Arme und Beine spüren,“:

Persönlich halte ich das nicht für völlig ausgeschlossen.

Ich kann zwar nicht von Rückenmark reden aber vom S5 berichten:
(Klar der Unfall im Fernsehen war viel schwerer, aber trotzdem)

Unfall 21:00
Rückenübung mit vorgeschädigter L4/5 Bandscheibe (nach Rat des Arztes in sportärtzlich betreutem Fitness Center und nach Rückfrage in für alle geeigneten Rückenkurs) bei „Embrio“-Dehnung (gemäß vorturnen des Übungsleiters) in instabilerer Seitenlage (!!) und mittels „Schwitzkastengriff“ (!!). Eine Sekunde bis es passiert ist: Elektrischer Schlag durch den ganzen Körper. Losgelassen.

Danach keine (deutlichen) Beschwerden, zu Fuß heimgegangen, ins Bett gegangen.

3:00 (Nachts)
Aufkommende unerträgliche Schmerzen (wohl durch Schwellung).

Danach Krankenhaus, MRT: 2 cm Sequestierter Discus Prolabs L4/5 wirkt auf S5 (ohne OP), Kortikoid, Ibu, stationäre Reha (2 Monate nicht sitzen), – Danke nach Bad Endorf – ambulante Reha, Jahre Physiotheapie (KG, MT, Massage), Rückfall für 2 Wochen (MRT: 2,6cm Sequester, Abriss? , Schmerz verschwindet von selbst) danach fast durchgehend Beschwerdefrei (bisher ohne OP).

Also Zeitspanne von Unfall bis zu den ersten ernsten (neuronalen) Beschwerden: 6 Stunden (hätte ich nie geglaubt, wenn ich nicht erlebt hätte und niemals nach den MRT Bildern).

7 12 2010
Donaustrom

Aus der Zeitung „Österreich‘

Harald Hertz, Leiter des Wiener Unfallspitals Lorenz Böhler, glaubt aber, dass Samuel querschnittgelähmt bleiben wird. Hertz im Gespräch mit 
ÖSTERREICH: „Durch das Aufschlagen mit dem Unterkiefer dürfte sich der junge Mann die Halswirbelsäule schwer verletzt haben, indem er sie nach hinten gebogen hat. Das dürfte ihm zum Verhängnis geworden sein.“ Die am Sonntag durchgeführte Operation, bei der die Halswirbelsäule mit Metall stabilisiert wurde, würde aber klar auf diese Diagnose zutreffen, meinen Experten. Auch, dass Samuel so regungslos liegen geblieben ist, würde darauf hindeuten, meint Hertz.

7 12 2010
Der Krangewarefahrer

Naja, die „Österreich“ hat in ihrer Sonntags-Ausgabe auch davon berichtet, wie toll doch die Show und u. a. der Auftritt von Robbie Williams war 😉
Man muss es jetzt denke ich erst mal abwarten und erst wenn sie ihn aus dem künstlichen Koma holen und alle möglichen Maßnahmen ergriffen sind wird man sehen, wie schlimm es wirklich ist.

8 12 2010
Nicht-Mediziner

Es wird rethorisch der Eindruck erweckt als ab der 1. und 2. Kommentar zusammenhängen würden und der Zweite (konkretere, etwa bei Nennung von Namen und Zitataten) den Ersten untermauern soll.

Aber irgentwie krieg ich das aber dann doch nicht zusammen:

Ist größtes Wiener Unfallkrankenhaus = Wiener Unfallspitals Lorenz Böhler ?
Ist Harald Hertz = Primar desselben?
Ist Zeitungsinterview am Montag = zum zitierten Bericht in der der Zeitung „Österreich’?
Leben lang ab dem Kopf gelähmt = Verhängnis?

Ausserdem ist der Artikel von der „Österreich“ etwa redaktionell bearbeitet worden?
Dann ist wohl alles möglich oder unmöglich. Ach ja ich fand Robbie Williams auch Klasse (gibts da noch ein youtbe replay von der „Östereich“?);)

8 12 2010
Nicht-Mediziner

Ach ja, (wenn die Aussage im 1. Kommentar stimmt) eine Frage:

Zu wie vielen seiner (perönsönlich betreuten) HWS-Fälle im größten Wiener Unfallkrankenhauses hat der Primar solch detaillierte Videos (als Vergleichsgrundlage) oder Unfälle live anschauen können, dass er „klipp und klar“ … „laut den Fernsehbildern“ urteilen kann? (Naja andererseits kann sowas ja auch Dr. House, oder?)

Ob es besser kommt ist sicherlich fraglich, aber wenns besser kommt ist´s bestimmt kein „Weltwunder“ sondern die schnelle Versorgung, Glück, medizinisches Können und ggf. ein langer Reha-„Kampf“.

7 12 2010
Internisten-Doc

Für Laien gibt es auf der Seite der Deutschen Stiftung Querschnittslähmung Infos.

Vielleicht findet diese Stiftung jetzt etwas Gehör. Sie unterstützt unter anderem die Verbesserung der Rehabilitation und auch die Forschung. Das ZDF könnte sie ja in der nächsten Wetten dass…? -Sendung mal vorstellen und statt der Fußball-Förderung aus aktuellem Anlass diese Stiftung unterstützen.

http://www.dsq.de/

8 12 2010
moresecrets_de

Nach diesen Berichten, weiß ich zu schätzen, dass meine Tochter Ihren Skiunfall vor 2 Jahren so gut überstanden hat. Sie ist ähnlich durch die Luft geschleudert worden und war danach mit dem Hubschrauber …Verdacht auf HWS und SHS in die Unikklinik eingeliefert worden. Leider mussten wir erst alles mit unserer Zusatzversicherung abklären, dadurch wurde sie 2 Tage nur sehr unzureichend in Österreich versorgt!!

8 12 2010
Leser

Info von http://www.uniklinik-duesseldorf.de/deutsch/pressemitteilungen
„Wetten Dass – Unfall: Entlastung der Zückenmarksschwellung vorgenommen, Zustand weiter kritisch“
(Stand 08.12.2010 12:55)

Informationen für die Presse
International Patients
Titel: Wetten Dass – Unfall: Entlastung der Rückenmarksschwellung vorgenommen, Zustand weiter kritisch

Datum: 07.12.2010
Ort: Düsseldorf

Samuel Koch ist im Verlauf der Nacht von Montag auf Dienstag noch einmal operiert worden: Ziel dieses umfassenden Eingriffs war eine maximal mögliche Druckentlastung für das Rückenmark zu erreichen. Die Schwellung des Rückenmarks, die durch das Unfalltrauma verursacht wurde, hatte sich bei Samuel Koch fortschreitend entwickelt, wie dies meistens bei gravierenden Verletzungen dieser Art zu beobachten ist.

Die Neurochirurgen des Universitätsklinikums Düsseldorf haben bei dieser Operation das Rückenmark langstreckig entlastet. Dabei wurde eine künstliche Erweiterung der Rückenmarkshaut geschaffen, so dass so wenig Druck wie möglich entstehen kann.

Die bei dem Unfall entstandenen Verletzungen der das Hirn versorgenden Gefäße haben Dank sofort eingeleiteter vorbeugender Maßnahmen derzeitig keine klinischen Folgen nach sich gezogen.

Zur Zeit wird Samuel Koch weiter auf der Intensivstation der Neurochirurgischen Klinik behandelt. Er ist wach und voll orientiert. Die weitere Entwicklung muss nun abgewartet werden. Endgültige Aussagen zu dauerhaften Lähmungen oder Gefühlsstörungen sind daher zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich.

Kontakt: …

8 12 2010
sofakatze

Auf einigen Fotos, wie z.B. denen der Daily Mail UK, sieht man, wie die Ersthelfer den Verletzen bewegt haben
http://bit.ly/dKtwS4
Hat sowas -abgesehen von den gesundheitlichen- rechtliche Folgen? Als Laie hat man keine wirkliche Ahnung, wie gefährlich das sein könnte. In einfachen Erste-Hilfe-Kursen lernt man ja ausdrücklich, einen Verletzten in die stabile Seitenlage zu legen. In diesem Fall ist das aber wohl alles andere als angebracht.

PS: Danke für die Antworten auf meine vorherigen Fragen 🙂

8 12 2010
Donaustrom

Zu den Ersthelfern:
Ich höre im Video, dass die eine Frau, die neben den beiden Männern unmittelbar nach dem Unfall seitlich hinläuft zu den beiden Herren im Sakko sagt:
„Mein Mann ist Notarzt, wir brauchen einen Notarzt“. Vorher hört man irgendwas wie sinngemäß „Ich bin Sanitäter“. Erst dann schreit die herbeieilende Notärtzin zu diesen panisch „Liegenlassen. Sie da, nicht bewegen!“. (Was auch richtig ist)

Ich denke, sowas ist in den Notfallkonzepten nicht kalkulierbar, dass aus dem Publikum manche hinlaufen, die sich zur Rettung berufen fühlen.
Die konnten nicht wissen, dass neben der Bühne ein NA anwesend war.

Auch kann die Notärztin nicht im Bild danebenstehen. Was jedoch eine Lehre sein sollte ist die Einplanung von möglichen Unfällschweren. Die Vakuummatraze, die Cervicalstütze und die Schaufeltrage hätten bereist neben der Bühne bereit stehen müssen, wenn wer so eine Wette macht.

Aber wie sagt man auf „Wienerisch“. „Nachher is man immer gscheiter“.

Ich möchte nur zur Ehrenrettung der österreichischen medizinischen Versorgung etwas sagen. Dr. Hertz ist ein europaweit anerkannter Unfallchirurg, spezialisiert auf schwerste Arbeitsunfälle.
Ich bin mir sicher, jeder Primar eines deutschen Unfallkrankenhauses der Berufsgenossenschaften hätte anhand der Unfallvideos ähnliche medizinische Schlüsse gezogen, die aufgrund der Erfahrung legitim sind, da das deren Arbeitsalltag ist im Gegensatz zu Unikliniken mit Alltagsunfällen. (Ohne diese Kliniken jetzt schlecht machen zu wollen). Nur hatte vielleicht eine deratige Spezialklinik in Düsseldorf am Abend nicht mehr offen. Weiss ich nicht.

Ist auch nachvollziehbar, denn jeder Automechaniker, der einen Aufprall eines Fahrzeuges mit 50km/h an die Wand miterlebt, kann ebenfalls sagen, dass gewisse Fahrzeugkomponenten danach sicherlich nicht mehr ohne Beeinträchtigung bleiben werden. Dazu reicht die Berufserfahrung.

Und letztlich macht man überall gute/schlechte Erfahrungen. Es kommt immer drauf an, an wenn man geraten kommt. Es gibt überall gute/schlechte Ärzte.

letztlich ist das mit den Skiunfall und zusatzversicherung für mich nicht nachvollziehbar, da meines Wissens nach ein gegenseitiges Abkommen zwischen Österreich und Deutschland gibt und die medizinische Versorgung von der Zusatzversicherung unabhängig ist. Leidglich die Überstellung kann ein Thema werden.

8 12 2010
optruma

Ich hab die Sendung nicht gesehen weil sie mich nicht interessiert. Aber natürlich hab ich davon gehört in den Nachrichten. Ich hab mir das auch nicht auf you tube angesehen. Ich finde es allerdings sehr beeindruckend wie präzise du beschreibst, was dir dabei durch den Kopf gegangen ist. Und das du nicht unrecht hattest, bestärkt irgendwie das Vertrauen in die Ärzteschaft.

9 12 2010
NinaxMaria

@ Assistenzarzt:
Hut ab-nicht wirklich weit gefehlt mit deiner Ferndiagnose.

Auch muss man dem ZDF zu den schnellen Reaktionen und gesetzten Maßnahmen gratulieren, wenn man vergleichend in Betracht zieht, wie lange Schwerverletzte bei Skirennen o.Ä. liegen gelassen werden, bis sich jemand derer annimmt.

Für mich stellt sich immer noch die Frage, wer die ersten zwei Eintreffenden, die Männer in den Anzügen, waren? Vielleicht anwesende Ärzte aus dem Publikum? Habe nämlich einem Web-Beitrag entnommen, dass komplett uninvolvierte Mediziner die Erstversorgung übernommen haben sollen.

Zum Unfallhergang:
Ich selbst tippe auch auf Bewusstlosigkeit nach dem ersten Aufprall am Auto, da in der folgenden Flugphase und der „Landung“ keinerlei Reaktionen oder Reflexe des Verunfallten zu sehen waren. Der „bewusstseinsnahe Zustand“ von dem der behandelnde Arzt sprach, schien mir nur eine euphemistische Aussage zu sein, sprich Patient nicht ansprechbar, künstl. Koma oder Ähnliches.
Ich meine auch, erkennen zu können, dass ihn jene eingetroffenen Ersthelfer in die stabile Seitenlage brachten, anzunehmenderweise aufgrund der Bewusstlosigkeit. Danach ist nicht mehr viel erkennbar, sei es Aufgrund von Tüchern o.Ä., aber hauptsächlich aufgrund des Ansturmes auf den gestürzten Kandidaten.

Die Frage der Schuld wird noch ewig über jenem Ereignis kreisen befürchte ich; meiner Meinung nach gibt es keinen wirklichen Schuldigen außer ihm selbst. Er als Stuntman kannte die Risiken und war sich auch seiner vielen Stürze und Fehlversuche bewusst und entschied sich trotzdem für eine Durchführung der Wette.
Gottschalk und Huntziger haben professionell gehandelt, auch wenn ich beide nicht wirklich schätze, so haben sie doch adäquates Benehmen gezeigt.

Nichtsdestotrotz wünsche ich Samuel K. alles Gute auf seinem Weg der Besserung. Bleibt zu hoffen, dass die Schwellung und die Traumata der HWS bald abklingen und er, auch wenn nur geringe Chance besteht, sich vollständig erholen kann.
Nochmal Kompliment an Assistenzarzt für seine genaue Beschreibung der Eindrücke und die zumeist korrekten Diagnosen. 😉

P.S.: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten und bei Gelegenheit weiterverwenden 😉 (es ist schließlich schon ziemlich spät, morgen ist auch wieder ein weiterer Schultag)

9 12 2010
Helga

Wie sieht die Zukunft für Samuel aus?
Das ZDF müsste theoretisch seine Kandidaten versichern. Aber
ist eine Berufsunfähigkeit darin inkludiert?

9 12 2010
NinaxMaria

soweit ich weiß werden vom ZDF die Kosten für die Versorgung des Kandidaten vollständig übernommen.

9 12 2010
Helga

Das ZDF übernimmt mit Sicherheit keine Kosten und ist auch
nicht Usus.
Dafür wird für die Dauer der Veranstaltung eine Versicherung
abgeschlossen, die üblicherweise Kosten für allfällige ärztliche
Versorgung abdeckt.
Nur was ist später? Ist in dieser Versicherung eine Klausel betreffend Invalidität? Das hätte mich interessiert, ob Samuel zumindest finanziell abgesichert ist.

9 12 2010
hirnschranke

@ NinaxMaria
„Versorgung des Kandidaten“ … ?

– Kaffee während der Sendung?
– Ärztliche Behandlung?
– Rehas?
– Hilfmittel/Umbauten?
– Umschulung?
– Rente?
– Betreuung der Angehörigen?

… „vollständig“ …?

na dann wäre das ja wirklich gut (wenn die schon so ein hochriskantes Spektakel in ihrer Familiensendung brauchen).

Darüber hinaus ist sehr gut was @ Internisten-Doc bezüglich der „Deutschen Stiftung Querschnittslähmung“ (http://www.dsq.de/) vorschlägt:

„… Das ZDF könnte sie ja in der nächsten Wetten dass…? -Sendung mal vorstellen und … aus aktuellem Anlass diese Stiftung unterstützen.“

Auch potententielle und wirkliche Extremsportler sollten da (http://www.dsq.de/) mal reinschauen. Motiviert vielleicht, über das Risiko und nicht nur über die Leistung nachzudenken und nur absehbare und notwendige Risiken einzugehen.

9 12 2010
NinaxMaria

Meinte die ärztliche Behandlung, bilde mir ein einen Sprecher des ZDF gehört zu haben, gestern glaub ich, dass zumindest die momentanen Kosten bzgl. Behandlung usw. abgedeckt werden.
Was danach passiert weiß ich leider selbst nicht, aber da er ja prinzipiell selbst Schuld ist an dem Unfall werden die Reha-Kosten o.Ä. nicht übernommen werden schätze ich…

9 12 2010
DvP

@ sofakatze
In einem deutschen ärztlichen Magazin gab es deswegen sogar extra einen Artikel, dass man keine übermäßige Angst haben sollte einen Verunfallten, wo verdacht auf eine Wirbelverletzung besteht, zu bewegen.
Siehe hier:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/article/632480/wetten-dass-unfall-keine-angst-erster-hilfe-wirbelsaeulen-trauma.html

@ ALL bzgl. Hergang und Ursache der Verletzungen

„Die Ärzte von Samuel wissen jetzt: Durch ein Beugetrauma (Kopf neigte sich zu stark auf die Brust) kam es zum Wirbelbruch im unteren Bereich der Halswirbelsäule. Der obere und mittlere Bereich wurde durch eine Überstreckung (Kopf schnellte nach hinten) geschädigt.
Warum sind Arme und Beine gelähmt?

Die Halswirbelsäule setzt sich aus sieben Wirbelkörpern zusammen (C1 bis C7), im Inneren verläuft das Rückenmark. Es ist ein Kabelstrang, in dem alle Nervenbahnen gebündelt sind, die Arme, Beine und Rumpf mit Hirn-Informationen versorgen.

Im oberen Bereich der Halswirbelsäule (C1 bis C3) gehen Nervenfasern ab, die Atmung und Gesichtsmuskulatur steuern. Im mittleren (C4 und C5) und unteren Bereich (C6 und C7) gehen Nervenfasern ab, die verschiedene Teile der Arme (Bizeps, Armbeuge, Finger) mit dem Hirn verbinden. Je höher die Verletzung des Rückenmarks sitzt, desto eingeschränkter sind die Bewegungsmöglichkeiten. “

Freundliche Grüße!

9 12 2010
DvP

Nachtrag (hab was vergessen):

„Wo hat sich Samuel verletzt? Schädigung im Bereich der Wirbelkörper C1 bis C5 durch Beugetrauma (Auftreffen auf Autodach). Bruch im Bereich der Wirbelkörper C6 und C7 (Landung auf dem Boden)“

9 12 2010
Assistenzarzt

@DvP: Glückwunsch, du hast den 100. Kommentar hierzu geschrieben.

Tja, das mit der Laien-Hilfe. Also prinzipiell braucht in Deutschland keiner Angst haben, verklagt zu werden, weil er Erste Hilfe leistet und evtl. was falsch macht. Als Ersthelfer ist man glaube ich sogar gesetzlich unfallversichert (wer genauere Kenntnis hat, möge dazu bitte kommentieren). Im Gegenteil: wer keine angemessene Hilfe leistet, wenn er z.B. an einem Unfall vorbei kommt, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar. Angemessen heißt in diesem Fall auch: Nachts als Frau allein auf der Landstraße an einer Szenerie eines verunfallten Wagens – es ist ok, die Türen zu verriegeln und mit dem Handy Hilfe zu holen und die Position genau durchzugeben. Niemand soll sich selbst gefährden. Diese verankerte Aufforderung Hilfe zu leisten, bietet natürlich Angriffspunkte für Kriminelle…

Ich finde es insgesamt schade, dass jeder nur 1x im Leben gezwungen wird, einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen – vor dem Führerschein. Kann sich jeder ausrechnen, wie lange es bei ihm zurückliegt. WEnn da nicht zufällig der Betrieb oder das Hobby dazu führen, dass man wiederholen muss, haben manche das letzte mal vor 30 Jahren was über Erste Hilfe gehört. Natürlich besteht dann große Unsicherheit. Es gibt Untersuchungen, die zeigten, dass freiwillige Wiederholer in wesentlich höherem Maße bereit waren, erste Hilfe zu leisten und es auch taten. Dummerweise kosten solche Kurse in der Regel Geld, sonst wären sie wohl wesentlich besser besucht.

9 12 2010
Der Krangewarefahrer

Die gesetzliche Unfallversicherung gilt für alle Ersthelfer während der Hilfeleistung (Paragraf 2 SGB VII).
Dass es keine regelmäßige verpflichtende Erste Hilfe-Auffrischung gibt finde ich auch sehr bedauerlich. Zum einen hätten die Ersthelfer dann mehr Übung, wären immer auf einem recht aktuellen Wissensstand und würden ausserdem durch die regelmäßige Wiederholung ihre Ängste verringern, etwas falsch zu machen. Wobei niemand, wie auch Assistenzarzt schon gesagt hat, wegen seiner Massnahmen belangt werden kann, sofern er dem Patienten nicht grob fahrlässig Schaden zufügt. Und helfen muss man sowohl laut Paragraf 323c StGB (Unterlassene Hilfeleistung) als auch (im Straßenverkehr) Paragraf 34 StVO (Verhalten bei Unfall).

9 12 2010
DvP

@ Assistenzarzt
Ah, ok….danke. Den 100. Kommentar zu was genau?

9 12 2010
Donaustrom

Nach deutschem Recht ist Ausgebildeter Ersthelfer eine Person, die auf Grundlage des § 10 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und § 21 Sozialgesetzbuch (SGB) VII einen mindestens acht Doppelstunden umfassenden Erste-Hilfe-Lehrgang erfolgreich absolviert hat. Hierzu ist alle zwei Jahre ein Auffrischungskurs von vier Doppelstunden erforderlich.

In Österreich: (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und Arbeitsstättenverordnung)
•mindestens 16 Stunden
•nach den Richtlinien des Österreichischen Roten Kreuzes oder gleichwertig (z.B. Grundwehrdienst)
•Auffrischungskurs alle vier Jahre (8 Stunden) bzw. alle zwei Jahre (4 Stunden)

10 12 2010
Donaustrom

Zur angesprochenen „Pflicht des ZDF, die Kandidaten zu versichern“:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kandidaten zu ArbeitnehmerInnen des ZDF werden und der ZDF daher eine Arbeitgeberfürsorgepflicht hat. Die Wettkandidaten treten in der Show auf und haben damit den selben Status wie das Publikum. In diesem Fall haftet der Sender nur für Schäden, die durch seine Schuld passiert sind (Scheinwerfer fällt herunter, Stolpern über ungesicherte Kamerakabel, Stromschlag durch sendetechnische Einrichtungen,etc.). Alles andere ist Sache des Wettkandidaten. Ob er sich selber versichert oder nicht, bleibt in erster Linie seine Sache.Wäre Samuel auf eine Kamera gestürzt könnte der ZDF Schadenersatz von Ihm begehren (was nie passieren wird).
Aber die Kandidaten werden sicher zu 100% eine Vereinbarung unterschreiben, dass sie freiwillig und ohne Zwang auftreten und sich
gegenüber dem Sender schad- und klaglos halten.
Warum der ZDF trotzdem eine Versicherung hat begründe ich mit dem Verdacht, dass die Sicherungsmaßnahmen vom ZDF vorgegeben bzw. auch durchgeführt werden. Wenn der Kandidat nach einem Unfall behaupten würde, diese Maßnahmen waren ungeeignet und das Gericht gibt dem statt, kann das bei einer Dauerinvalidität (so wie jetzt) verdammt teuer und unkalkulierbar werden.
Da geht es nicht um das Strafrecht aber ich bin mir nicht sicher, wie ein Zivilprozess ausgehen würde, wenn der Sender nichts zahlen würde.

10 12 2010
Helga

„Versichern“ bedeutet nicht als Arbeitnehmer versichern,
sondern einfach gegen Schäden versichern 🙂

10 12 2010
Donaustrom

Und noch eines darf man nicht vergessen. Sobald die Versicherungen eine Pflichtverletzung des Versicherungsnehmers nachweisen können (zB ungenügende Sorgfaltspflicht, Anwendung des Standes der Technik, was war branchenüblich, usw), kann kommen schnell Regressansprüche und du kannst dir die Polizze an die Wand tapezieren. Dann kannst du die Schadensansprüche gleich direkt dem Anspruchsberechtigten zahlen.

10 12 2010
Risikobewerter

Habe folgendes gefunden (ob ’s stimmt weiss ich natürlich nicht) http://www.kurznews.net/kategorie/Life/Drama_bei_Wetten44_dass4646_War_das_Unglueck_vorhersehbar_67805.html

Zitate (Auszug)

„… laut ZDF-Sprecher Walter Kehr …

… «wirklich Millimeterarbeit», sagte Samuel Koch (23) während der «Wetten, dass..?»-Proben am Donnerstag und Freitag in der Düsseldorfer Messehalle zur «Badischen Zeitung».

… So passte das Team um Koch die Lichtverhältnisse und den Bodenbelag den Anforderungen der Wette an. «Der ursprüngliche Boden wurde für die Show durch einen 1.2 Zentimeter dicken Schaumstoff ausgetauscht», erklärt Kehr. …“

War der Boden nun schon beim Training und den Proben ausgetauscht oder erst „für die Show“?

Falls der Boden erst für die Live(!)-„Show“ ausgetauscht worden sein sollte, dann ist das für die „Millimeterarbeit“ durchaus von Belang. Dann stellt sich die Frage, wer das wann entschieden hat und ob die gewünschte Erhöhung der Sicherheit dabei richtig (auch hinsichtlich der „Millimeterarbeit“) bewertet wurde (und wie man diese überhaupt objektiv bewerten kann), also ob dafür z.B. zusätzlichses angemessenes Training möglich war und durchgeführt wurde. Hier könnte durchaus ein Risiko-Verschlimmbesserung (wie oft bei Last-Minute-„Verbesserungen“) erfolgt sein. Könnte andererseits aber auch genau richtig gewesen sein und der Belag hat zudem noch schlimmere Unfallfogen vermieden.

Definitives ist aber aus den (zitierten) Äußerungen leider nicht abzuleiten.
Die Begutachtung dieses Sachverhaltes dürfte sicher wichtig und nicht einfach sein.

10 12 2010
sofakatze

Also, in dem Hallo Deutschland Feature über Samuel, was ein paar Tage vor und am Vormittag des Unfalls gedreht worden ist, sieht man, wie er auf diesen Schaumstoffmatten trainiert (Das Feature ist wohl nicht mehr in der Mediathek online einsehbar, aber über youtube zu finden).

10 12 2010
Risikobewerter
10 12 2010
Nachteule

Hallo allerseits,

weil wir hier v.a. über die medizinischen Aspekte diskutieren: Habe gerade bei rp online gelesen, dass Samuels Mutter OP-Schwester war oder ist. Umso unverständlicher, dass sie diesen gefährlichen Stunt nicht verhindert hat.

Interessant ist auch der enorme psychologische Druck, der auf Samuel lastete: Laut eigener Aussagen war sein Vater sein größtes Idol – und ausgerechnet der saß im Unglückswagen am Steuer. Und angeblich besitzt sein Freund, der ebenfalls eines der Autos gesteuert hat, die Lizenz für Deutschland für diese Powerizer. Samuel hat ja direkt vor seiner Wette gesagt, es käme überhaupt nicht in Frage, die Wette mittendrin abzubrechen (nachdem Gottschalk ihn bat, lieber abzubrechen als an der Windschutzscheibe zu kleben).

Vor dem letzten Sprung sieht es meiner Meinung nach aus, als hätte er einen Tunnelblick und große Angst. Die Mutter muß das wohl gemerkt, haben, auch ihr Blick ist ja vor dem letzten Sprung panisch. Aber wenn er aufgegeben hätte, wären einige Menschen in seinem Umfeld sicher enttäuscht gewesen. Der Druck war wohl sehr groß.

Bei der Gelegenheit möchte ich an einen anderen Wettkandidaten erinnern, der meiner Erinnerung nach sogar mehrmals in WD auftrat und Wettkönig wurde (Kampfsportler Stefan Miler, mehrfacher Weltmeister usw. in diversen Kampfsportarten und Besitzer eines Kampfsportstudios). Er hat sich vor einigen Jahren im Wald erhängt – angeblich wurde er nicht damit fertig, dass sich sein Leben nach WD doch nicht so positiv verändert hatte, wie er sich erhofft hatte. Die Erwartungen bei den Kandidaten sind offenbar manchmal sehr hoch. Bleibt zu hoffen, dass Samuel noch glimpflich davonkommt.

10 12 2010
Nachteule

Hallo allerseits,

weil wir hier v.a. über die medizinischen Aspekte diskutieren: Habe gerade bei rp online gelesen, dass Samuels Mutter OP-Schwester war oder ist. Umso unverständlicher, dass sie diesen gefährlichen Stunt nicht verhindert hat.

Interessant ist auch der enorme psychologische Druck, der auf Samuel lastete: Laut eigener Aussagen war sein Vater sein größtes Idol – und ausgerechnet der saß im Unglückswagen am Steuer. Und angeblich besitzt sein Freund, der ebenfalls eines der Autos gesteuert hat, die Lizenz für Deutschland für diese Powerizer. Samuel hat ja direkt vor seiner Wette gesagt, es käme überhaupt nicht in Frage, die Wette mittendrin abzubrechen (nachdem Gottschalk ihn bat, lieber abzubrechen als an der Windschutzscheibe zu kleben).

Vor dem letzten Sprung sieht es meiner Meinung nach aus, als hätte er einen Tunnelblick und große Angst. Die Mutter muß das wohl gemerkt haben, auch ihr Blick ist ja vor dem letzten Sprung panisch. Aber wenn er aufgegeben hätte, wären einige Menschen in seinem Umfeld sicher enttäuscht gewesen. Der Druck war wohl sehr groß.

13 12 2010
Andre

„…dass Samuels Mutter OP-Schwester war oder ist. Umso unverständlicher, dass sie diesen gefährlichen Stunt nicht verhindert hat.“

Entschuldige, aber das ist nun wirklich kein Argument. Man muss nicht aus dem med. Bereich sein, um halsbrecherische Aktionen (welch Ironie, sorry) verhindern zu wollen.

Der panische Blick der Mutter ist bei den anderen Sprüngen bestimmt auch zu sehen (oder auch nicht) gewesen und ganz natürlich.
Wenn ich jetzt noch lese, dass es eine versteckte Werbekampagne war, dann war der Druck vielleicht wirklich größer als über reinen Ehrgeiz und Hoffnung nach Popularität und Anerkennung hinaus. Aber wem sollte man Vorwürfe machen? Samuel ist ein erwachsener Mann und hat ganz bestimmt die Freiheit selbst zu entscheiden.
Die Umstände, die zu dem Unglück geführt haben, waren meiner Meinung nach nicht im Vorfeld verhinderbar, es ist niemandem ein Vorwurf zu machen.

„Samuel hat ja direkt vor seiner Wette gesagt, es käme überhaupt nicht in Frage, die Wette mittendrin abzubrechen (nachdem Gottschalk ihn bat, lieber abzubrechen als an der Windschutzscheibe zu kleben).“

Das hätte mich auch stutzig gemacht. Man entwickelt solch eine Wette doch nicht ohne Vorbereitung. Es ist geprobt worden.
Warum sollte ein Kandidat mittendrin abbrechen, ohne vorher zu versagen? Der vorherige Fehlversuch hat einerseits gezeigt, dass er sehr wohl früh genug abschätzen kann, ob die Bedingungen und das Timing stimmt. Andererseits war dieser aber auch nur einmal zulässig, weshalb der nächste Sprung ja gelingen _musste_…

Na, wie auch immer. Gefährliche Wetten gab es auch vorher schon, ich denke nur an Udo Jürgens, der bei einer Wetten, dass Sendung auch einmal dafür plädiierte diese „viel zu gefährliche“ Wette abzubrechen. Das geschah aber nicht und alles ging gut. Ist locker 10 Jahre her. Was wäre mit WD passiert, wenn es nach dieser eindeutigen Aussage eines Gastes zu einem schweren Unfall gekommen wäre?

Zu wievielen Unfällen kam es schon durch die Existenz des Guiness Book of World Records?

Ich wünsche Samuel die größtmöglichen Heilungserfolge.

13 12 2010
Risikobewerter

@Andre

„halsbrecherische Aktionen (welch Ironie, sorry) “

Eigentlich ist das hier keine „Ironie“ sondern eher die konsequente Aussage einer „Metapher“ über ihren Ursprung, die hier als „brutale Wahrheit“ ins Licht rückt. Man scheut hier natürlich die Anwendung aus Tabu-Gründen (d.h. Vermeidung von V.a. Sarkasmus, V.a. Zynismus, V.a. Besserwisserei, V.a. Verrohung, V.a. Schadenfreude, V.a. Beschuldigung, wo doch Mitleid, Verständnis und Hoffnung angebracht wären).

Das „sorry“ ist daher in diesem Sinne voll ok; Mitleid, Verständnis und Hoffnung sind zum Glück kein Widerspruch zur „brutalen Wahrheit“.

philosophische Einlage:
Wenn andererseits „halsbrecherisch“ schon so oft „ironischerweise“ für eigentlich eher Harmloses missbraucht werden sollte (glaube ich selbst aber nicht), läge hier ironische Umkehr eines dann schon an sich ironischen Begriffs vor, dann wäre es also doch „Ironie“. (Eine solche „Ironie-Ironie“ wäre dann sicher was für die Sprachwissenschaftler und Philosophen unter uns. Von denen kenn ich aber leider noch keinen guten blog 😉 ).

12 12 2010
Joachim

…gerade im Internet gelesen, dass Samuel in die Schweiz zur Reha geflogen worden ist. Scheinbar soll es erste Anzeichen für eine Besserung der Lähmung in der unteren Extremität gegeben haben.
Ich würde es ihm wünschen !

12 12 2010
Nicht-Mediziner

Infos dazu gibt das Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil (SPZ) http://www.paranet.ch (derzeit) hier:

http://www.paranet.ch/files/pdf2/11.12.2010_Wetten_Dass_Unfall_Verlegung_in_die_Schweiz2.pdf

P.S. Wen es interessiert: Habe irgendwo gehört, dass der Vater von Samuel wohl morgen bei „Menschen 2010, ZDF-Jahresrückblick mit Thomas Gottschalk“ auftreten soll.

13 12 2010
Risikobewerter

Hier gibt es (derzeit) Infos aus der schönen Schweiz vom Praraplegiker-Zentrum:

http://www.paranet.ch/de/pub/spz/wetten_dass_unfall.htm

Alles Gute von hier an alle die es brauchen können!

13 12 2010
Risikobewerter

„Paraplegiker-Zentrum“; das extra „r“ dürft ihr natürlich anderweitig verwenden 😉

18 02 2011
Wettforum

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