Dr. House und sein Vicodin

7 11 2007

Nachdem wir als House-Fans jetzt in der 3. Staffel miterleben müssen, wie House immer mehr Probleme mit seiner Abhängigkeit von einem verschreibungspflichtigen Morphinpräparat bekommt, stellt sich die Frage: Was schluckt er da eigentlich in Übermengen?

Ich habe bei Wikipedia nachgesehen. Vicodin heißt das Präparat in den USA und erfreut sich in letzter Zeit einer steigenden Nachfrage. Nun ja, mit der Serie in Zusammenhang gebracht, lässt sich schlussfolgern, dass es von Patienten verstärkt nachgefragt wird, weil eine Figur / prominente Person es öffentlich konsumiert. Letztlich entscheiden aber die verschreibenden Ärzte darüber, ob jemand es bekommt. Aber es ist wie mit der Cola: Coca Cola, Pepsi oder Vita Cola – der Möglichkeiten der Namen und Anbieter für ein Ding gibts viele.

Vicodin ist ein Mix aus Hydrocodon, einem Morphinderivat mit der 1,5fachen Wirkstärke von Morphin (also schon ganz ordentlich), und Paracetamol, einem relativ „einfachen“ Schmerzmittel. Das Interessante an dieser Kombi ist, dass das Hydrocodon abhängig machen kann, da es nicht retardiert ist, eigentlich ein Anti-Husten-Mittel ist (so wie Codein) und dass das Paracetamol in den Mengen, wie es House schluckt, wahrscheinlich dazu führt, dass er irgendwann Schäden an Nieren und Leber haben wird.

In Deutschland ist Hydrocodon als Dicodid auf dem Markt mit der Indikation bei stärkstem Husten, der zu schweren Komplikationen führen kann. Manche setzen es bei Bronchoskopien ein.

Paracetamol wird zur Therapie bei leichten und mittelstarken Schmerzen eingesetzt. Häufig wird es unter anderem von Suizidalen Personen eingenommen, weil es in größeren Mengen (ab 6g bei Erwachsenen) relativ schnell irreparable Leberschäden in Form von Nekrosen (Zelluntergängen) verursacht und so zum Tod führt. Innerhalb von 2 Tagen treten die Leberschäden zutage, erreichen ihr Maximum nach 4 – 6 Tagen. Es kann aufgrund des Zelluntergangs zum kompletten Leberversagen mit Koma und irreparabler  Hirnschädigung kommen. In der Niere führt Paracetamol ebenfalls zu Gewebsschäden und sorgt für Nekrosen an den Tubuli. Was folgt ist ein akutes medikamentös-toxisches Nierenversagen. Es gibt ein Antidot: N-Acetylcystein. Man kann auch einen Versuch mit Dialyse machen. Man geht in nicht-offiziellen Fachkreisen davon aus, dass viele chronische Nierenschäden, die zur Dialyse führen, auch durch z.B. langfristige oder häufige Einnahme von Paracetamol entstehen können, nicht nur durch die klassischen NSAR wie Diclofenac etc.

Tja, und nun ist House auf Entzug. Das Paracetamol wird ihm nicht fehlen. Wohl aber das Hydrocodon. Man kann es schauspielerisch kaum besser darstellen. Und als er sich dann auf nicht-legalem Wege eine Packung Oxycodon besorgt und sich damit high gefuttert. In Deutschland ist Oxycodon in Tablettenform als Retardpräparat auf dem Markt. In den USA ist laut Wikipedia der Hersteller verklagt worden, weil er nicht darauf hinwies, dass man die Tabletten nicht zerkleinern und dann einnehmen darf, weil das tödlich sein kann. Wie das geht? Retardpräparate sind besonders verkapselte Medikamente, die den Wirkstoff langsam und gleichmäßig über Stunden freisetzen. Zerstört man die Kapsel, hat man den Wirkstoff pur. Und die z.B. 40 mg driften nicht langsam über Stunden in den Körper und nehmen Schmerzen ohne die Fahrtauglichkeit über die Maßen einzuschränken, sondern hämmern mit brachialer Gewalt in die Rezeptoren und fluten in Kürze an, geben einem zunächst ein gutes Gefühl, man ist high, die Schmerzen sind weg (wenn man denn welche hatte…) und können bei zuviel Hammer dazu führen, dass das Atemzentrum gelähmt wird. Ok, wer soweit weg ist, der kriegt das dann auch nicht mehr mit. Aber wer noch etwas unter den Lebenden weilen will, dem sei eben angeraten Retard auch Retard sein zu lassen und bei Nicht-Schlucken-Können auf Pflaster (transdermales therapeutisches System) umzusteigen anstatt zu zermörsen. Da hilft dann im Ernstfall nur das Antidot Naloxon.

House will aber den Hammer, high sein. Und wenn man das will, dann will man auf keinen Fall das Abfluten merken. Das macht nämlich mürrisch, launisch, depressiv. Und irgendwann, wenn man nicht mehr ohne kann, weil der Körper sich dran gewöhnt hat und ES braucht, dann kommt man in den Entzug und pfeift auf Unterschriften, auch wenn man der genialste Arzt jenseits des Atlantiks ist. So wie sich die Geschichte entwickelt wird aus dem ernsten Problem mit dem Polizisten Tritter ein noch ernsteres, denn er hasst House und er hasst Junkies.  Und House ist wieder mal zu Stolz, zu egozentrisch, zu überheblich, um den diplomatischen Weg zu wählen, sich einzugestehen, dass auch er mal was tun muss und nicht immer nur die anderen. Wie mag es wohl weitergehen? Trotz allem, was diese Figur zeigt, sie ist immer noch sympathisch. Wie die Autoren das hinkriegen, weiß ich nicht, aber gerade deshalb ist jede Folge ein Highlight.

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20 responses

7 11 2007
emergencydoc

Hmm…komisch….also irgendwie werden die Kommentare heute nicht angenommen. Zumindst sind diese nicht lesbar ?!

7 11 2007
emergencydoc

Spinnt hier jetzt der Klinirechner oder ich ?! Irgendwie nimmt der mein Posting nicht

7 11 2007
emergencydoc

Wie alle bisherigen House-Folgen wird das sicherlich so enden, dass er
a.) dem Polizisten das Leben rettet
b.) dem Polizeichef das Leben rettet
c.) der Konkubine des Polizeichefs das Leben rettet
d.) dem kleinen Sohn der Staatsanwältin das Leben rettet
und er -wie immer- ungeschoren davon kommen wird. Ein Jail-(Dr.)House-Rock wäre ja auch kaum vorstellbar 🙂
Mir geht´s so, dass mich die Folgen allmählich ermüden, da es wirklich immer abgedrehter wird und einem die Charaktere so langsam leid tun – insbesondere der nette, naive etwas dämlich wirkende Onkologe, der immer ohne Murren die linke und die rechte Wange hinhält. Ein Onkologe halt…
Beruhigend ist nur, dass wohl auch in den USA der typische Klinikalltag kaum mehr ohne einen gewissen „Realitätsabstand“ zu ertragen ist. In meiner vierten Intensiv-Nacht wünsch ich mir zumindest so langsam einen Vicodin-Spender; vielleicht sollte ich mal unsere Onkologen fragen 🙂

8 11 2007
F

an emergencydoc: vielleicht hasst du verbotene wörter in deinem beitrag gehabt und wurdst in die moderatorenschleife gesteckt.

an assistenzarzt: ich finde house schon seit drei folgen (habe die am di noch nicht gesehen) nicht mehr sympathisch. ich beginne ihn langsam zu hassen. habe der serie vorletzte woche ein ultimatum gestellt: noch zwei folgen und wenn dann keine besserung eintritt, muss ich wohl aus moralischen gründen abschalten.

8 11 2007
emergency_doc

@F:

Was sind denn „verbotene Wörter“ ? Hab einen Beitrag gepostet, der dann nicht angezeigt wurde. Beim erneuten Versuch, wurde mir nur mitgeteilt, dass ich diesen Beitrag schon einmal gepostet hätte. Strange !

Muss mich Dir aber anschließen: ich nehm auch mehr und mehr Abstand von der Serie, da es langsam aber sicher ermüdet und die Story mehr und mehr unsinnig wird. Therapieversuche nach dem „Trial-and-error“-Prinzip eines bekifften „Arztes“ sind einfach nicht mehr witzig, sondern eher peinlich. Der Umgang mit den Charakteren (Onkologe !) weckt die Fragen, warum sich jemand so einen „Freund“ oder „Angestellten“ noch halten sollte…

10 11 2007
Assistenzarzt

Das was ich momentan an der Serie faszinierend finde – und warum ich weitergucken werde – ist die Tatsache, dass das Ekelpaket Polizist Tritter einem langsam sympathischer wird, obwohl er den „Helden“ zerstören will. Das funktioniert nur, weil House sich aufführt wie ein Vollidiot und dermaßen egoistisch ist, dass er glaubt, die anderen werden schon machen und dafür sorgen, dass ihm nichts passiert, weil er so genial ist. Von Folge zu Folge ist der Zuschauer mehr davon überzeugt, dass das was Tritter tut, die richtige Motivation hat, auch wenn die Umsetzung seiner Ziele nur mit illegalen Methoden und Polizeirepressalien funktioniert. War der Zuschauer anfangs der Meinung, einen persönlichen Rachefeldzug gegen House zu sehen, weil dieser Tritter quasi im Streit ein Thermometer in den Hintern gerammt hat, fängt man nun langsam an, sich zu fragen, ob Tritter nicht recht hat. Andererseits frage ich mich auch, ob House nur so genial sein kann, weil er das Vicodin hat. House wird vom Helden zum Anti-Helden, von der Figur, die bewundert wird für ihre Genialität zu einem armen Würstchen, das seine Medis braucht und ansonsten entzügig wird und seine Freunde und Kollegen über die Klinge springen lässt für seine Sucht (was übrigens ein Merkmal von Suchterkrankungen ist). Die Genialität scheint verflogen. Doch sie taucht in einem Moment trotz des Entzuges wieder auf: Er weiß die Diagnose und das Leben wird gerettet. Er kanns also doch ohne Medis. Das war wohl der Moment, wo der Zuschauer denken sollte: Jetzt lass dich endlich einweisen und geh den Deal mit Tritter ein.
Von Anfang an war klar, dass es nicht endlos so weitergehen kann mit der Abhängigkeit. Keine Serie kann so laufen, dass Medikamentenabhängigkeit verherrlicht wird. Wer Merkmale der Suchterkrankungen studieren will, kan
n sich die Liste mit den Kriterien nehmen und wird alle bei House finden.
So kontovers wie momentan hat man House bisher noch nie gezeigt. Bisher gab es nur „leichtere“ Probleme mit seiner Sucht.
Doch House kriegt den Hintern nicht hoch und seinen Stolz nicht in den Griff und kommt zu spät für den Deal. So ein Idiot. Und nun? Ich frage mich, ob die Genialität gerettet werden kann, warum Tritter so hartnäckig ist, ob die anderen zu House halten werden obwohl er sich wie ein Kindskopf benimmt und wie House sich wohl entschuldigen wird für sein Benehmen. Denn dass es weitergeht ist klar: In den USA läuft Staffel 4.

@emergency doc:
„Medizin ist eine empirische Wissenschaft.“ war der Standardsatz in vielen Vorlesungen. Oftmals funktioniert es aber so, dass man nach dem Trial-and-Error-Prinzip handeln muss. Z.B. bei Immunsupprimierten mit Fieber, was häufig pulmonale Infektionen sind. Man fängt mit einer Antibiose an, möglichst ziel- und klinikorientiert, stellt fest, sie bringt es nicht. Also kommen zwei Varianten in Frage: Resistenzen oder keine Bakterien. Manchmal sogar eine dritte: Portinfektion. Man kalkuliert die Wahrscheinlichkeiten, wechselt das Medikament und / oder gibt Diflucan dazu. Die Diagnostik dauert Tage, eine Blutkultur z.B. mind. 48 h. Wenn man Pech hat, bleibt es negativ. Die Serologien bringen Titer, die grundsätzlich „Kontrolle in 2 Wochen“ fordern – tja, gibt man Valaciclovir oder ähnliches dazu oder nicht? So nebenbei kriegt man die Bildgebung „Ganzer Mensch“ und ist trotzdem nicht schlauer. Letztlich hat man eine dicke Akte mit Befunden, die alle nichts gebracht haben und am Ende steht auch der Infektiologe da und zuckt mit den Schultern. Ähnlich läuft doch auch die Nummer mit den rheumatologischen Erkrankungen. Letztlich haust du nach tagelanger spezialrheumatologischer Diagnostik Pred rein und es wirkt, aber was man da bekämpft hat, weiß man manchmal auch nicht.
Genauso läuft es doch bei House. Aber es ist eben eine literarisch-medial aufgearbeitete Story. Unterhaltung halt.

10 11 2007
emergency_doc

Wieso ist eigentlich mein Posting nun doch wieder da ?

Empirie und ein gutes Stück „Bauchgefühl“ sind das A und O in der Medizin.
Nur: einem Therapieversuch „ex juvantibus“ folgt im allgemeinen auch eine sinnvolle Diagnostik und vor allem eine gute Anamnese (wie war das mit 90% Diagnose nach Anamnese ? Und im allgemeinen erhebe ich meine Anamnese, ohne in die Wohnung meiner Patienten einzubrechen).

Rheumatologische Erkrankungen lassen sich wie auch neutropenisches Fieber diagnostizieren (CRP, Fieber, Linksverschiebung, BSG, Procalcitonin, und wie die Kinder alle so heißen). Hirn-PEs und Amputationen „auf Verdacht“ sind halt -TV typisch- die Reisser….aber wenn ein Arzt so therapieren würde -vor allem in den USA- wäre die Tätigkeit schnell juristisch beendet; zum Glück 🙂 Unsinnige Therapie nach dem Lottoprinzip kenn ich hierzulange eigentlich nur von den Hausärzten 🙂
(da fällt mir der Hausarzt ein, den ich heute bei Schneesturm und Nacht und Nebel in die Neurochirurgie verfrachten durfte, da seine „perfekte Diagnose und Therapie“ bei ihm eine Hirnblutung eingeläutet hatte; hmmm….vielleicht hätte ich erstmal den Thalamus punktieren sollen, um mir auch ganz sicher zu sein. Nicht-invasive Diagnostik ? T-e-u-f-e-l-s-z-e-u-g :-)))))

Und da das Stichwort „Tritter“ schon fiel: in den USA – dem Traumland der Juristen – wäre ein andauernder Übergriff der Executiven gegenüber einem weißen, wohlhabenden Bürger (Ärzte, Klinikchef, etc.) schnell das Ende der „Tritter´schen Karriere“. Insofern schon extrem konstruiert.

Du hast recht, dass Housi-Bär als Junky dargestellt wird und die Symptome hierzu auch gut passen; aber ich find´s trotzdem langsam ermüdend. Schade, denn aus der Serie hätte man echt noch mehr machen können. Leider verfällt es halt ins bekannte Schema: dramatischer Auftakt – Verdachtsdiagnose und Therapie – hups Patient stirbt fast – neue Therapie – Patient verschlechtert sich – House plündert die Apotheke – Ärger mit Kaddy – Patient wird reanimiert/beatmet/blutet aus allen Löchern – nächste Therapie – Aufstand der Belegschaft – Vicodinexzess – dramatische letzte Option (Amputation, lebenslange Schädigung, etc.) – „deus ex machina-Einfall“ – antiseptischer Auftritt im OP/Intesive Care – gerettet !
(hin und wieder dann die Einflechtung eines besonderen „House-FAns“ wie z.B. dem Millionär, der nach mehreren Episoden wegen House wieder abzieht und jetzt „Monsieur Tritter“, der sicherlich auch dem bekannten Beispiel folgt und a.) stirbt b.) degradiert wird c.) nach dramatischer Rettungsaktion zum House-Fan konvertiert d.) irre und selbst Vicodin-süchtig wird. Mensch, wäre doch eine wunderschöne letzte Einstellung: House und Tritter gemeinsam beim Sonnenuntergang am Strand…sich gegenseitig Vicodin zuwerfend 🙂

10 11 2007
Assistenzarzt

Weil ich es freundlicherweise 1x aus dem Akismet-Spamfilter gefischt habe, wo es ungefähr 14x abgespeichert war.

10 11 2007
Assistenzarzt

Dieses Strickmuster einer 40 minüten Folge ist klar. Aber entweder man mag es oder nicht. Das hat doch bei den Klassikern wie A-Team, Knight-Rider, ALF, Golden Girls, CSI, Trapper John M.D., … (mir fällt der Titel nicht ein aber die Figur hieß Dr. Mark Sloan), Mord ist ihr Hobby… auch so funktioniert. Und die Leute gucken es. Es ist neu und doch bekannt. Ich bin nicht so erfahren in der Medien-Psychologie, aber Klassiker werden Klassiker, weil sie immer gleich funktionieren und doch anders sind und sich die Figuren langsam entwickeln. House macht da keine Ausnahme.

Ja, na klar kommt in jeder zweiten Folge die Bohrmaschine zum Einsatz um in irgendjemands Schädel ein Loch zu bohren, aber genau DAS wollen die Nicht-Mediziner (sind in der Überzahl) sehen und sich dabei gruseln (laut einer kürzlich veröffentlichten Studie arbeiten beim Gruseln 2 Gehirnzentren wovon eines sowas wie Freude empfindet). Das ist eben Fiktion. Aber in der Regel bohrt House erst jemandem im Hirn rum, wenn er das CT oder besser MRT plus LP vorher hatte.

Eine gute Anamnese kann man auf 2 Wegen kriegen: gezielt die richtigen Fragen stellen (gibt wenige die das können) oder sich viel Zeit nehmen (gibt noch weniger die das können) und daraus dann das wesentliche herausfiltern (ist eine Kunst).

Um ehrlich zu sein: Die Leute sind oftmals wirklich doof (bitte nehme das jetzt keiner persönlich). Sagen einem Dinge nicht, weil sie sie nicht wichtig finden, nicht sagen wollen, vergessen haben, einen nicht kennen oder sie ihnen peinlich sind, aber verstehen nicht, dass ihnen das unter Umständen das Leben oder die Gesundheit kosten kann. Aber es sind eben keine Mediziner.
Wenn man von House’s misanthropischem Prinzip ausgeht, dass alle lügen (und allmählich glaube ich das stimmt, ob nun bewußt oder unbewußt was verschwiegen wird), dann kann ich doch nur das annehmen, was ich mit eigenen Augen gesehen habe oder wovon ich mich selbst überzeugt habe. Die logische Folge daraus ist: Ich gehe hin und gucke. Der Typ mit den Amöben hätte nie diese Tauben erwähnt, die in den Wassertank kackten und so die Amöben verbreiteten, die er dann im Gewächshaus aerosolisierte und inhalierte. Es ist Fiktion, dass ein Krankenhausarzt hingeht und in Wohnungen einbricht, um seine Anamnese zu vervollständigen. Die Serie ist eine Mischung aus Realität und Fiktion. Aber was macht das Gesundheitsamt bei gefährlichen Erkrankungen? Sie gehen hin und gucken nach wo die Trichinen herkommen.

Das Bild dieses Polizisten „Tritter“ findest du in vielen amerikanischen Filmen und Serien. Merkwürdig finde ich, dass es in deutschen Filmen nicht so verbreitet ist. Spricht dafür, dass die Selbstherrlichkeit und Willkür von Exekutivkräften dort deutlich mehr verbreitet ist, was sicherlich auch an deren Rechten, der Gesellschaft und den anderen Auswahlverfahren dort liegt (und an vielen anderen Dingen). Ich habe auch gesagt, wehr dich doch Wilson, den kriegst du dran. Aber das ist wohl die Figur des Wilson – duldsam, dienend, liebenswürdig und sich erst wehrend, wenn es nicht mehr anders geht. Das Gegenteil von House. Foreman ist erpressbar aufgrund seiner Vergangenheit. Chase ist wankelmütig. Die einzigen, denen ich zutraue, sich gegen Tritter aufzulehnen und ihm einen reinzubraten, sind Cuddy und Cameron.

Etwas anderes wurde auch dargestellt: Ärzte sind zu doof um sich gegen sowas zu wehren. Sie konzentrieren sich auf ihren Job und sind naiv und unbeleckt, wenn es darum geht, sich auf einem anderen Gebiet zu behaupten… Das entspricht zum Teil durchaus der Realität.

11 11 2007
emergencydoc

Was zur Hölle ist ein Akismet-Spamfilter ??? Also Sachen gibt´s…tsss 🙂

Du hast natürlich recht, dass dieses Muster Laien anlockt…aber wir sind ja keine Laien. Und das ist sicher auch der Grund, warum mich die Sendung mehr und mehr annervt. Anfangs waren da zum Teil wenigstens mal etwas seltenere Krankheitsbilder bei…aber so langsam wird der „Lerneffekt“ eher von einem zunehmenden Unbehagen überlagert; vielleicht auch, weil es Kollegen gibt, die prinzipiell die falsche Therapie -ohne anständige Anamnese und Diagnostik- beginnen und die Patienten an den Rand der Erdgrube bringen. Aber ich glaub ich schau mir lieber Scrubs an 🙂

4 02 2008
The Martian Death March « Worte,Zeichen,Bilder

[…] “In Deutschland ist Hydrocodon als Dicodid auf dem Markt mit der Indikation bei stärkstem Husten, der zu schweren Komplikationen führen kann. ” /Assistenzarzt-blog […]

19 02 2008
Assistenzarzt

Sehr geehrter Herr B. Schille aus dem österreichischen GMX-Gebiet alias „Börni“,
dieses Blog ist keine Plattform für Sie, auf der Sie Privatfehden und Stalking betreiben können. Aus diesem Grund werden Ihre 3 verunglimpfenden Kommentare vom 17.2.08 entfernt. Einen anderen User, der hier Kommentare schreibt, als „Arsch“, „stinkend“, „Schwein“ oder ähnliches zu bezeichnen widerspricht den Gepflogenheiten in diesem Blog und ist unerwünscht, genau wie weitere Kommentare Ihrerseits.

MfG,
Assistenzarzt

1 03 2008
d0ggZ23

ich werde mich mal outen. –> jahreland habe ich novalgin gegen meine kopfschmerzen genommen. ohne das zeug bin ich nicht aus dem haus gegangen, aus angst vor einem anfall. ich hatte sogar jemanden, der mir die 0,5L flasche frisch aus der abfüllung besorgt hat. ohne entgelt, versteht sich. bis ich mir meine weisheitszähne habe entfernen lassen … keine kopfschmerzen mehr. kein novalgin. heute habe ich verspannungskopfschmerz, wie die meisten ITler. aber hierfür brauche ich nur noch ibuprofen und das auch nur, wenn die schmerzen wirklich schlimm sind. fazit: wenn man die schmerzen nicht erlebt hat, die man ertragen muss bis man sich erbrechen muss, ist leicht von junkie gesprochen ….

2 03 2008
Assistenzarzt

Ich weiß, was Schmerzen sind, auch Ärzte werden mal krank. Leider. Wenn du dich über House beliest oder mal die Making ofs und die Interviews auf den DVD ansiehst, dann wirst du sehen, dass die Figur des Dr. House gezielt die Eigenschaft eines Abhängigen erhielt und sehr stark an die Figur des Sherlock Holmes angelehnt wurde.
Hast du es wegen der Verspannungskopfschmerzen schon mal mit Akupunktur und bei einem Osteopathen versucht? Gezielt Blockaden lösen ohne Pharmazeutika. Finde ich sehr elegant und wirkungsvoll.

29 08 2008
psychodoc

So, jetzt weiß ich schon ein bißchen mehr über Vicodin als zu Beginn meiner Recherche, und wurde darüber hinaus durch den „Streit“ über den Sinn und Unsinn von Dr. House gut unterhalten. Was mir immer noch nicht klar ist – und was ich eigentlich wissen wollte: Welche Sorte „high“ verursacht Vicodin?
Als Analgetikum tut dem User wohl nix weh, aber darüber hinaus? Bisher habe ich unter Nebenwirkungen eher die unerwünschten gefunden (Verstopfung, allergische Reaktionen etc.). Kann mir hier weitergeholfen werden?

29 08 2008
Assistenzarzt

Bei den Morphinpräparaten gibt es die Retardpräparate – verkapselt mit Wirkstofffreisetzung über Stunden – die machen nicht high, können aber beim abrupten absetzen Entzugssymptome machen. Und dann gibt es die unretardierten. Die fluten schnell an und machen dadurch high, denn es werden neben den Schmerzrezeptoren auch bestimmte Rezeptoren im Gehirn angesprochen, die sowas wie Wohlbefinden, Lust, Happyness etc. ansprechen und veranlassen, dass man das immer wieder spüren will. Das macht sehr schnell abhängig. In der Schmerztherapie setzt man generell als erstes die retardierten ein und nur z.B. in der onkologischen Schmerztherapie die unretardierten für die „Durchbruchsschmerzen“.
House futtert mit dem Vicodin unretardierte Pillchen, die machen schnell high.

18 02 2009
M.C

Hmm….Merkwürdig dass ihr Tritter langsam sympatisch findet und House nicht mehr!!!….Ehrlich gesagt gehts mir genau anders rum….denn das erste mal seit dem die Serie läuft, wird sie sozialkritisch…und beweist, dass auch ein „Held“ wie House einfach nur ein Mensch ist und menschlich handelt….und Tritter einfach nur ein rachsüchtiges, machtgeiles, masochistisches Arschloch ist (denen man im waren Leben nur all zu oft begegnet)!….Wilson, sein eigentlich bester (wohl auch einziger!) Freund verrät ihn aus egoistischen Gründen, nicht weil er sich, wie er behauptet, Sorgen macht. Sein Team und Cuddy lassen ihn im Stich!
Tja wie sehr wir/ ihr wohl von Hollywood beeinflusst sind/seid, dass wir/ihr etwas was endlich realistisch wirkt, als völlich unrealistisch abtuen/abtut und es sofort ablehnen/ablehnt, weil das nicht in die schöne, heile Hollywoodwelt in unserem/eurem Kopf passt….Traurig eigentlich!!!

19 02 2009
Versuchskaninchen

Faszinierend!!
Ich bin ne arme Chemiestudentin und wollte eigentlich nur die Struckturformel von Hydrocodon suchen, aber das hier übertrifft ja alles!

Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass Mediziner über eine TV-Serie diskutieren und zwar auf ernsthafter analytischer Basis.

Habt ihr euch mal überlegt, dass es egal ist wie realitätsnah Dr. House ist?
Denn der Konsument entscheidet immer noch welche Serien erfolgreich sind oder nach den ersten Folgen abgesetzt werden.

Ich glaub (als „Laie“), kann ich sagen, dass die Lösung des Problems das interessanteste ist. Denn dass ein Einzeller, wie eine Amöbe, jemanden fast umbringt, ist doch das erstaunliche für die Welt der Laien.

Bemerkenswert ist, dass die Symptome und die Diagnose anscheinend schon recht gut recharchiert sind. Der durchschnitts Zuschauer kann doch eh nichts mit den ganzen Begrifflichkeiten anfangen, also muss das reizvolle dieser Serie woanders liegen.

Ich hoffe, dass ich einen kurzen Einblick in die Psyche eines nicht Mediziner-Zuschauers liefern konnte.

18 07 2011
gelenkgesund

Hallo @Assistenzarzt: Meine Behandlungsgeschichte einer aggressiv verlaufenden rheumatoiden Arthritis in jungen Jahren war auch gekennzeichnet von Auswahl und „Einstellen“ der Medikamente. Wie man sieht, immer kommt mal ein neues hinzu, aber „heilen“ tun sie leider alle nicht, sondern lassen dem Patienten und seinem Rheumatologen nur die Wahl zwischen rascherem körperlichem Verfall ohne Medikatoon oder verzögertem Verlauf, dafür aber mit verschiedensten Neben- und Wechselwirkungen. Aus diesem Teufelskreis wollte ich heraus und nach ca. zwei Jahren, geprägt von Schmerzen und indem ich dem Verfall und der Deformation meines Körpers zuschaute, setzte ich alle Medikamente abrupt ab und arbeitete an eigenen Übungen, um meinen Körper davon abzubringen, sich weiter zu zerstören, und sich stattdessen auf seine ihm innewohnenden Heilungsmöglichkeiten zu besinnen. Seit über zehn Jahren bin ich wieder gesund und fit.

10 10 2012
gaga

in den USA spritzen sich Süchtige
so gar oxicodon das würed in Deutschland keiner machen kenne
aber Leute die schon 15 Jahre lang
jeden Tag Codein nehmen

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