Wie mit Maskengegnern umgehen?

30 08 2020

Ich finde es langsam an der Zeit, dass unsere Standesvertretungen sich Gedanken machen, wie wir als Ärzte mit Maskengegnern umgehen sollen.
Technisch erwiesen ist die Funktion der Maske als Aerosolbremse. Sie reduzieren die Verteilung von dem, was als Erregerreservoir in der Luft gilt – dem Aerosol. Kann man im Hausgebrauch als Demo mal ausprobieren, in dem man mit Deospray in die Luft sprüht und dann mal in eine Maske.
In einer Demokratie darf ja jeder denken, was er will. Er darf aber andere nicht in der körperlichen Unversehrtheit beeinträchtigen. Gehen wir davon aus, denke ich, es ist gerechtfertigt, Den Maskengegnern das Nichttragen zu lassen, ihnen aber den Zugang zu Einrichtungen des Gesundheitssystems zu verwehren, wenn sich dort andere, die sie gefährden, aufhalten. Vielleicht müsste man dann Praxen einrichten, in denen diese Leute gesammelt behandelt werden. Quasi wie Kohortenisolation. In eine normale Praxis wie beim Hausarzt würde ich sie nicht lassen wollen. Gleiches gilt im ÖPNV. Vielleicht muss man dann Infektionsbahnen und Busse fahren lassen, wo man ohne Maske fährt, damit alle anderen sicher fahren können. Oder beim einkaufen eben vor Ladenschluss reinlassen, dass sich das aerosol mit lüften und über die Zeit unschädlich machen lässt.
Bei den Attesten für Maskengegner (und ich rede nicht von den medizinisch begründeten mit Herz oder Lungenproblemen, die es aus medizinischen Gründen nicht schaffen, aber trotzdem versuchen, um sich und andere nicht zu gefährden…) sollte aus meiner Sicht rechtlich eine Enthaftung für den Arzt drauf sein, dass er die Kosten bei Infektion durch fehlende Maske nicht trägt und auch nicht für eventuelle Ausbrüche durch den Maskengegner, der sich infiziert hat und andere ansteckt. Und es sollte außerdem auf diesem Attest eine Verzichtserklärung stehen, die dann vom Maskengegner zu unterschreiben ist, damit das Attest gültig ist: „Im Falle einer tatsächlichen Infektion und Erkrankung mit Covid-19 verzichte ich auf eine intensivmedizinische Behandlung sowie nichtinvasive und invasive Beatmung und bei Mangel an Behandlungskapazitäten auf eine stationäre Aufnahme sowie Inanspruchnahme des Notdienstsystems.“ Da diese Menschen Covid-19 für eine Erfindung halten, etwas, das es nicht gibt oder so harmlos ist wie Fußpilz oder ein Schnupfen, ist in der Schlussfolgerung demzufolge nicht zu erwarten, dass eine intensivmedizinische Betreuung oder Notfallbehandlung erforderlich ist. Also können sie so etwas im Gegenzug zum Nichtmasketragen-Attest problemlos unterschreiben.
Oder? Ich finde, es gehört in die Kammern zur Diskussion. Wir brauchen einen geregelten Umgang und Rechtssicherheit mit dem demokratischen Recht, etwas nicht zu wollen. Und Es gilt dabei die Notwendigkeit abzusichern, den Schutz und die Behandlung aller anderen zu gewährleisten, die in der demokratischen Mehrheit sind.





Der Feind in der eigenen Klinik

30 08 2020

Schlimm genug, dass man sich als Arzt inzwischen dafür rechtfertigen muss, dass man Menschen behandelt, sogar solche mit Covid-19, weil eine kleine Minderheit der Überzeugung ist, es handelt sich nicht um eine Krankheit, sondern eine Erfindung von einem großen Verschwörungsring. Schlimmer ist jedoch, dass offenbar ein paar dieser Trolle tatsächlich im medizinischen Bereich oder in Versorgungseinheiten für Gesundheitseinrichtungen arbeiten. Der Feind im eigenen Haus sozusagen. Und sie haben offenbar Zeit, neben der versuchten Erstürmung unseres Parlamentsgebäudes auch noch Kommentare in Blogs abzulassen.

Wie verhalten die sich auf Arbeit? Machen die alles, was Patienten und Mitarbeiter schützt? Oder sabotieren sie Hygienemassnahmen? Provozieren sie damit Infektionsketten? Sind sie loyal zu ihren Arbeitgebern oder zu ihrer wie auch immer gearteten Überzeugung? Wie gehen Arbeitgeber damit um?





Unfaire Kostenverteilung bei Corona-Tests

25 07 2020

Heute wird auf diversen Nachrichtenportalen verkündet, dass geplant ist, dass alle Reiserückkehrer, die nicht in der Lage waren auf einen Auslandsurlaub zu verzichten, kostenlos auf Coronavirus getestet werden können innerhalb der ersten 72h nach der Rückkehr.
Ich dachte, mich tritt ein Pferd.

Ich finde das unfair. Warum??? Weil alle kranken Menschen, die in eine Rehaklinik wollen, einen Negativen Coronatest vorweisen müssen. Und dieser ist nicht kostenlos, er wird auch nicht von den Kassen übernommen. Also Risikoverhalten auf Mallorca = kostenfreier Test, aber Herz-OP oder Bandscheibenvorfall = Test bezahlen. Ich weiß nicht, wer dem GBA, den Kassen, der Politik und den Ministerialbeamten so etwas nahegelegt hat. Aber wenn jemand eine Reha braucht, dann würde ich jetzt einfach sagen, ich war mal kurz im Ausland, ich hätte gerne den kostenfreien Test… Was für eine himmelschreiende Ungerechtigkeit… Menschen die auf sich achten müssen, werden bestraft und die Deppen, die nicht mal ein Jahr auf Auslandsurlaub, billiges türkisches All-inclusive-Hotel und Saufen auf Malle verzichten können, weil sie ihre Frontallappen nicht ausreichend steuern können, denen schenken wir für Risikoverhalten und Verstand ausschalten einen kostenfreien Test?

Und dann lese ich, dass es die Gesundheitsämter und Hausarztpraxen machen sollen. Das Gesundheitsamt in unserer Stadt testet selbst nur marginal. Dafür starten wir dann mit dem Run auf die Hausarztpraxen, in die sich endlich wieder die chronisch kranken Menschen trauen, und die jetzt dort, wo dringend Kontrollen nachgeholt werden müssen aus der Lockdown-Zeit, auf die Malle-Deppen und Türkei-Schnäppchenjäger treffen. Na Prost Mahlzeit. Soll das jetzt das schwedische Modell werden, wo man ohne es groß zu kommentieren gar nicht so wirklich was tat und dafür die Rentenkassen entlastet und Pflegeheime für Neuaufnahmen beräumt?!
Ich bin ehrlich gesagt nicht bereit, als Hausärztin in einem MVZ mit zahlreichen herzkranken, lungenkranken, diabeteskranken und älteren sehr netten Menschen auch nur einen davon zu gefährden, nur weil es jüngere und vermeintlich gesündere gibt, die glauben, es gibt nur sie und sie schulden weder der Elterngeneration noch der Allgemeinheit irgendetwas, Rücksicht zum Beispiel.
Interessanterweise hat unsere KV ja auch mal eben vor den Ferien alle Testzentren ratzfatz dicht gemacht. War ja auch nicht zu erwarten was jetzt passiert… merkwürdig, für uns Hausärzte schon. Aber uns hat man da zu Spielverderbern hingestellt, die die Tourismuswirtschaft hassen würden und zu jammernd und ängstlich seien… ja nee, is klar…

Der sächsische Ministerpräsident und Herr Lauterbach verkünden, dass die zweite Welle begonnen hat. Ja das hat sie. Auch bei uns in MV. Leider.
Es gibt nur einen Weg, das ganze vernünftig zu steuern.
1. macht sofort die Drive-in-Testzentren wieder auf!
2. Fangt endlich wieder an, die Einhaltung der noch gültigen Regeln zu kontrollieren. Es geht hier Gott verdammt nochmal nicht um die Befindlichkeiten von SUV-fahrenden Hotelliers und wohlstandsadipösen Gastronomen. Es geht um Menschenleben. Vielleicht um das Eurer Liebsten oder das Eurer Eltern. Jeder Ort könnte einen Haufen Geld in die Stadtkassen spülen, wenn der Ordnungsdienst plus Polizei Kontrollen machen würden. Und man würde viele da erreichen, wo das Handeln gesteuert wird- im Portemonnaie. Das Hirn ist ja beim Saufen auf Malle geblieben oder durch WhatsApp und Facebook in Digitalnarkose gelegt.
3. ändert die Hygienepläne in den KITAs und Schulen. Staffelt die Pausenzeiten, trennt die Klassenstufen räumlich, nutzt mehr Außenbereiche und verbietet es konsequent, kranke Kinder in KITA oder Schule zu lassen.
4. übernehmt die Kosten für Tests vor Rehas etc. Was soll der Schwachsinn, Kranke zu benachteiligten, aber gesunden Auslandsrückkehrern kostenfreie Tests anzubieten? Entweder alle oder keiner.
5. stattet die Gesundheitsämter sofort mit mehr Personal aus. Bestimmte Tätigkeiten können auch nicht medizinisch ausgebildete Leute übernehmen. Bevor in anderen Ämtern Personal gekürzt wird, setzt es um.
Und hört endlich auf, euch in die Tasche zu lügen. Es reicht nicht, die Fälle nach Hauptwohnsitz zu erfassen. Viel wichtiger ist der Entstehungsort bzw. Der Ort der Infektion. Denn da kocht es. MV ist derzeit das beste Beispiel. Kennzeichen aus allen BuLä sind hier, dazu Schweden, Dänen, Spanier, Schweizer, Italiener, Slowaken, Polen, Kroaten… ich fürchte, irgendwo hier wird es ein MV-Ischgl geben, in Swinemünde auf der polnischen Seite scheint sich gerade so etwas zu entwickeln… aber obwohl sich Auswärtige infiziert hatten IN MV, tönte es zehn Tage lang, Hurra wir sind Coronafrei und Vorbild. Nichts sind wir, wir sind auf dem auswärtigen Auge blind, damit die Hotels und Gaststätten und die FeWo-Besitzer aus BY, BW, HEssen, NDS usw. Geld an ihrem Betongold verdienen können, dass Immobilienmakler und Anlageberater ihnen aufgeschwatzt haben und das das Leben hier so teuer macht, dass eine normale Familie, die in Badeorten arbeitet, nicht mehr wie früher dort leben kann. Und während Marie aus MV die FeWo putzt, aus der Coronapositive abgereist sind, werden diese für Sonstwo gemeldet, aber Marie glaubt, hier gibt es keine Fälle und plötzlich schnieft sie und sitzt beim Landarzt neben Oma Müller mit Herzschwäche und Herrn Schmidt mit Diabetes. So ungefähr wird’s laufen…
6. Beendet sofort das Verfahren, dass bereits bekannte Kontaktpersonen nur angeschrieben werden. Und das obwohl Telefonnummern vorliegen. Der Postweg dauert einschließlich Poststelle im Gesundheitsamt nach meiner Erfahrung 4 Tage. 4 Tage… habt ihr eine Vorstellung, was in der Zeit manche Leute wie Lehrer, Pflegedienste, Verkäufer etc. an Kontakten haben? Ruft wenigstens an, dass man sie krank schreiben oder freistellen kann, auch wenn die Post später kommt.
7. Es muss Gesetz werden, dass alle Rückkehrer bei Einreise Egal ob Flug, Schiff, Auto erfasst werden, unter Quarantäne gestellt werden und diese Info unverzüglich via Amtshilfe an die Gesundheitsämter geht, die dann eine verpflichtende Quarantäne schriftlich bestätigen. Wenn man 3 Wochen Urlaub hat und unbedingt irgendwo Risiko am Ballermann sucht, kann man die Zweite und Dritte Woche dann in Ruhe lesen zuhause oder die Wohnung putzen. Oder den Schalter fürs Gehirn suchen. Und für die Unbelehrbaren sollte es ein Straftatbestand sein, da andere in der Gesundheit verletzt oder zum Teil getötet werden. Es wäre dann Möglich von den zum Zeitpunkt X unter Quarantäne stehenden Personen der Region zu schauen, wer in der Funkzelle eingeloggt war, wo gerade ein Ausbruch loslief und die gesetzlich festgelegte Regelung, dass sämtliche verursachte Kosten durch Nichteinhaltung als Schadenshaftung übernommen werden müssen. Das wird teuer… allein die Betriebsausfälle, die da oftmals zusammenkommen… das dürfte effektiver als ein Bußgeld sein, da Haftpflichtversicherungen bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit nicht oder nur eingeschränkt zahlen.
8. Ich habe seit Monaten keine Fahrkartenkontrollen mehr im ÖPNV erlebt. Was mich riesig stört sind Menschen, gerade jüngere, die im ÖPNV auf die Maske schei… so viele Behinderte gibt es gar nicht, die keine Maske tragen müssen, die ich täglich im ÖPNV sehe… und wenn eine getragen wird, dann hängt sie unter der Nase… da hilft sie nicht, weder dem Träger noch den anderen Menschen. Manchmal möchte ich mich hinstellen und laut rufen… „Haben Sie das gewusst, man kann den IQ jetzt ganz schnell bestimmen, in einer Sekunde! Man braucht nur gucken ob und wie jemand die Alltagsmaske trägt und schon ist alles klar… ach Sie da mit der Maske unter der Nase, soll ich Ihnen die Haltestellennamen vorlesen?“
9. ein tätlicher Angriff wegen Maskenverweigerung auf eine andere Person sollte massivst bestraft werden, nicht allein dass es oftmals schon schwere Körperverletzung ist, sondern es sollte aufgrund dieses Motivs eine besondere Schwere zuerkannt bekommen.
Und nicht ganz so dringend: 10. Für das Steuerrecht schlage ich vor, dass Masken, Desinfektionsmittel und andere Schutzmaßnahmen als außergewöhnliche Belastung für alle absetzbar sein sollten. Es würde motivierend auf die Menschen wirken, denke ich, wenn der Staat dadurch anerkennt, dass das oft knappe Einkommen gerade auch bei Menschen in finanzschwachen Regionen, strapaziert wird und anerkennen, dass sich der Einzelne an der Bekämpfung der Pandemie beteiligt.





House of God Regeln àla Trump

21 06 2020

Während der leider immer noch laufenden Covid-19 Pandemie hatte die Welt bisher schon genügend Gelegenheit, die geistigen Flatulenzen des intelligentesten Präsidenten aller Zeiten kennen zu lernen. Die neueste von heute rang mir etwas ab zwischen lachen und fassungslosem Kopfschütteln.
Nachdem die Computerkids der TikTok, Instagram und Facebook -Generation es geschafft hatten, mit Kartenreservierungen via Internet einen Ansturm von 1 Mio „Fans“ in Tulsa Vorzugaukeln, auf den sich das Wahlkampfteam lautstark vorbereitete, kamen nur knapp 6000, die auf Schutz vor Corona keinen Wert legten. Und vor denen tat der intelligenteste Präsident aller Zeiten eine Weisheit kund: Wir kriegen das hin, die Epidemie einzudämmen, wir testen weniger, dann haben wir weniger Coronafälle.

… Da klatschte ich mir doch glatt mit der Hand an die Stirn. So einfach ist das?! Und wir machen so einen Aufwand…

Er muss doch House of God gelesen haben… naja, es hat ihm jemand vorgelesen… also vermutlich nur die Regeln. Zählt ja in anderen Ländern so viel wie hier ein Medizinstudium. Da steht:
„10. If you don’t take a temperature, you can’t find a fever.“
Zu deutsch: wenn du kein Fieber misst, hat der Patient kein Fieber.

Also House of Trump Regel in Analogie „If you don‘t make a Covid-19 test, you can‘t find Covid-19“…

Wer dafür applaudiert, wird vermutlich weder den IQ Test über 80 Punkte haben, noch einen Demtect oder Uhrentest in einem geriatrischen Assessment bestehen… Also genauso wenig wie der, der das heute getönt hat…
Immerhin versuchte das Weiße Haus sofort ein Wenig zu entschärfen, seine Majestät haben beliebt einen Witz zu machen… jaja… wenn er nicht der intelligenteste Präsident aller Zeiten wäre, dann könnte man sicher drüber lachen…

(Für alle, die es nicht verstehen: es handelt sich bei diesem Text um SATIRE.)





Blanke Bedenken!

2 05 2020

Wenn die Schutzausrüstung alle ist, dann sind Links das einzige, was wir noch teilen können…

https://www.blankebedenken.org

Ich unterstütze euch gerne, von Hausarztpraxis zu Kollegen.

Was uns fehlt: Mundschutz (med. MNS) neigen sich dem Ende zu, wir haben keine Schutzbrillen, keine Visiere, keine Kopfhauben, nur noch wenige Kittel zum überziehen, keine Schutzanzüge. Ich bekomme so etwas noch nicht mal für den KV Dienst von meinem Arbeitgeber gestellt und da weiß man in der Regel nicht, wer oder was einen erwartet. Inzwischen versuche ich zusätzlich zu dem, was wir gestellt bekommen, auch über Zulieferer Sachen aufzutun, die preislich aber jenseits von gut und böse sind.

Was wir haben: Telefon, Kugelschreiber, AU-Formulare.

In MV werden MNS jetzt in Bussen verkauft. Hat Herr Caffier, der Innenminister organisiert. 1,2 Mio Stück aus Vietnam. Keiner soll vom Busfahren ausgeschlossen werden. Die Ware kam mit dem Flugzeug und was ich im Fernsehen sah, sah ziemlich nach medizinischem Material aus. Wird für 2-5Euro in Bussen verkauft. Also kommen Patienten mit dem Bus zum Doktor in MV, Kaufen dafür MNS, der Doktor hat dann aber zu, weil er kein Material mehr hat. Wie grandios doch diese Planung ist. Vielleicht sollten wir die AZubis den ganzen Tag Bus fahren lassen solange die Berufsschulen zu sind? Und jedes Mal einen MNS kaufen lassen, dann kommen wir vielleicht über die Runden? Oder den Deal machen, wenn du zum Doktor kommst, bringst du einen MNS für die Praxismitarbeiter mit…





Klappe zu, Mundschutz auf

1 04 2020

Und was mich heute überhaupt so auf die Palme gebracht hat?! So sehr dass ich mir die Finger wund blogge?

Zum Beispiel Bodo Ramelow, der heute wutschreiend in der Tagesschau krakelte, dass Mundschutz oder selbstgenähte Masken nichts bringen. Herr Ramelow: Wer schreit hat Unrecht. Sagte schon meine Großmutter. Ich habe 6 Jahre studiert, 12 Jahre in Kliniken gearbeitet, zwei Facharzttitel erworben, promoviert, bin jetzt seit mehreren Jahren Hausärztin, und vermutlich haben Sie im Gegensatz zu jemandem wie mir oder meinen Kollegen keine Ahnung, was Menschen in Kliniken, Praxen und Pflegeheimen leisten. Dafür reicht es nicht, im Wahlkampf mal Hände zu schütteln von Altenpflegern. Nein, Sie müssten JETZT mal eine Woche in einer Notaufnahme mitmachen. Nach 4 h würden Sie aufgeben. Ich habe nichts gegen Sie als Mensch, jedoch gegen Ihre Arroganz als Kaufmann gegenüber uns als Ärzten und unseren Versuchen, jeden einzelnen unserer Patienten in Hunderten Gesprächen zu sensibilisieren für Schutzmaßnahmen und der Suche nach den einfachen Wegen, die Menschen dazu zu bringen, den anderen zu schützen vor einer Infektion, von der sie selbst vielleicht nichts wissen, und sie davon abzuhalten, die Schutzkleidung wegzukaufen, die in Kliniken und Praxen Sinn macht, jedoch nicht wenn man mit dem Hund Gassi geht oder bei LIdl Klopapier hamstert. Denn Ministerpräsidenten wie Sie Herr Ramelow haben es ja offensichtlich nicht gepackt, entsprechend der seit langem bestehenden Pandemiepläne Vorräte an FFP Masken anzulegen. Sie und viele andere Verantwortliche sollten sich zum Beispiel mal Eichhörnchen anschauen. Die Bunkern im Herbst und zehren davon im Winter. Würden sie im Winter versuchen zu Bunkern, dann verhungern sie. So wie wir Hausärzte, Kliniken und Pflegeheime gerade.
Es tut mir leid, wenn ich Ihnen die Fachkompetenz abspreche, aber ich schwinge mich auch nicht auf, ein Parlament leiten zu wollen.
Aber es sind nicht nur Sie, die diese Strategie immer nd immer wieder wiederholen ohne jemanls darin Fachkompetenz erworben zu haben. Sie befinden sich in guter Runde mit Herrn Spahn, einem Politikwissenschaftler, der Millionen in seinen Digitalisierungsgesetzen versenkt hat. Geld dass er als Gesundheitsminister damals mal lieber in das Anlegen. Von Pandemievorräten gesteckt hätte. Hätte er den Kassen damit nicht so große Löcher gerissen und der GBA und IQWIG nicht die Medikamentenpreise mit Gewalt auf Aldi Niveau gedrückt, dann hätten sich einige Hersteller wohl kaum dazu entschlossen ihre Produktion preiswert nach China zu verlegen. Überhaupt wundert es mich schon sehr, dass angesichts der seit Jahren dauerhaft bestehenden Engpässe bei bestimmten Medikamenten und Impfstoffen nicht mal daran gedacht wurde, die pharmazeutische Industrie als systemrelevant einzustufen und feste Kontingente zu vereinbaren und die geldgierigen Zwischenhändler in die Schranken zu weisen, die billige Medikamente auf dem deutschen Markt gekauft haben und dann auf dem Weltmarkt mit Gewinn weiterverkaufen während in deutschen Apotheken der Einfallsreichtum des Apothekers gefragt war.
Von einem Klatschen abends um sechs können Pflegekräfte übrigens nicht leben, dafür bräuchte es ein angemessenes Gehalt. Das war es bisher keiner Regierung und keinem Gesundheitsminister wert. Der dauerhafte Notstand war vorher schon da. Dass wir die Krise schaffen, hängt jetzt an überarbeiteten Ärzten, Schwestern und Altenpflegern, die für dreischichtiges Arbeiten an sieben Tagen der Woche schlecht bezahlt werden und von schlechten Arbeitsbedingungen an den Rand der körperlichen Belastbarkeit gebracht worden sind. Herr Spahn, Sie und Ihre Vorgänger haben uns dorthin gebracht. Und die schwarze Null lieber Finanzminister sieht so schön aus, weil Sie die Wahrheit dahinter nicht sehen wollen. Schwarz ist übrigens bei uns die Farbe der Trauer.

Jetzt werdet Ihr plötzlich wach, wo eure Wähler sauer sind, weil Menschen sterben. Ohne die Toten hättet Ihr ja niemals über Medikamentenengpässe, Pflegenotstand oder die Abwanderung systemrelevanter Industrien nach Fernost nachgedacht. Scham sollte nicht bei denen liegen, die in der Krise erschöpft sind und nicht mehr können.
Klappe zu und Mundschutz auf würde ich sagen.





Vorschlag für eine neue Ausdrucksformen für Atemschutz

1 04 2020

Wir haben zwei große Probleme derzeit beim Thema Atemschutzmasken / Mundschutz.
1. Politiker / (Pseudo)Experten widersprechen sich in einem Satz. Einerseits geht es darum, dass wir dringend FFP2 in FFP3 Masken für die medizinischen Bereiche brauchen. Es folgt oft der Satz, dass nur diese effektiv sind. Dann kommt im nächsten Halbsatz, dass die Bevölkerung keinen Mundschutz braucht, weil der nicht hilft. Wenn man Laie ist, dann ist diese „Argumentation“ sofort als widersprüchlich erkennbar. Es wird Was ist die Reaktion? Angst, Panik, Hamsterkauf, Mängel in den Praxen und Kliniken, Diebstähle, Schwarzmarkt…
2. Es gibt für Laien, also den Großteil der Bevölkerung keine erkennbaren Unterschiede zwischen den einzelnen Masken und dem Einsatzzweck.

Sinnvoll fände ich folgendes.

Kategorie 1: Ziel Schutz vor Verbreitung des Virus. Bei Mangel und im Rahmen der Pandemie aufgrund Notsituation eingesetzte nicht zertifizierte Mundschutz-Masken, die im großen Stil von Textilbetrieben, Schneidereien und Laien nach einer einheitlichen Anleitung mit definierten ausreichend verfügbaren Stoffen hergestellt werden. Weiterhin breit gestreut propagierte Anleitung zum richtigen Umgang damit. Einsatz: in geschlossenen öffentlichen Räumen, Läden, ÖPNV, Büros, Patienten in Praxen etc.

Kategorie 2: OP Masken. Ziel: Einsatz im medizinischen Bereich. Verkauf nur an medizinische und pflegerische Einrichtungen oder registrierte Personen.

Kategorie 3: FFP2 und FFP3 Masken. Ziel: Einsatz im medizinischen Bereich oder versorgungsrelevante Bereiche wie Feuerwehr, Polizei etc. Verkauf und Abgabe im Rahmen der Pandemiesituationen nur an entsprechende Einrichtungen oder via Arztausweis oder Spezialambulanzen wie Knochenmarktransplantations-Ambulanzen etc.

Es geht schlicht um die Pandemiesituation. Später, in der Zeit danach, wann auch immer das sein wird, Rückkehr zum normalen Verkauf.

Vielleicht lässt sich mit diesen Kategorien die Erklärung für die Bevölkerung leichter gestalten. Es nützt einfach nichts, wenn Malergesellen ihre FFP Masken zu 30 Euro an sonstwen verkaufen, die damit Waldspaziergänge machen, während im nächsten Krankenhaus eine Schwester wegen fehlender FFP Maske infiziert wird.

Weiterhin sollten der Diebstahl aus Lagern mit harten Strafen geahndet werden, denn es kommt der Körperverletzung an medizinischem Personal und Patienten gleich. Auch der Handel zu Wucherpreisen Etc sollte verboten und hart geahndet werden.





„Maske auf, ganz entspannt“ – Kommentar in der Ostsee-Zeitung

1 04 2020

In seinem Leitartikel trifft Matthias Koch es in der heutigen Ausgabe der Ostsee-Zeitung auf den Punkt.
In einem Satz in meinen Worten zusammengefasst: Wo ist das Problem, tragen wir eben Maske und nähen selbst und lernen von den Chinesen.

Er zitiert den chinesischen Immunologen George Gao, der wesentliche Maßnahmen leitete, um Wuhan unter Kontrolle zu bringen. „Der große Fehler in den USA und in Europa liegt darin, dass die Leute keine Masken tragen.“
Koch:“In allen asiatischen Staaten aber, in denen die Virusabwehr Erfolg hatte, trugen Menschen Masken.“
Und weiter „Die Politik hat Angst vor Buhrufen: Weil sie keine Masken austeilen kann, will sie sie auch ungern vorschreiben.“
Und „Sie soll und kann nicht den Träger schützen. Es geht nur darum, beim Sprechen keine Tröpfchen mehr in Richtung anderer Leute zu blasen.“ „Die Maske ist nur eine von vielen Vorsichtsmaßnahmen.“

Danke Matthias Koch. Bitte werden Sie lauter und lauter und lauter. Als Journalist haben Sie die Möglichkeit. Bitte nutzen Sie sie auch weiterhin.





Aufruf an alle Technischen, Biomedizinischen und Ingenieurwissenschaftlichen Bereiche

1 04 2020

Hiermit rufe ich alle oben genannten Bereiche auf, sich an den Forschungen zur Übertragung de Coronavirus zu beteiligen.

Wie Ihr uns Ärzten und Schwestern und der Bevölkerung helfen könnt?
Was wir brauchen, und das schnellstmöglich, sind verwertbare Aussagen zur Effektivität von Hilfsmaßnahmen und Eindämmungsmassnahmen des Virus.
Ich persönlich kann es nicht mehr ertragen, dass wir täglich zugekippt werden mit Mutmaßungen und Schätzungen sowie miserablen Aussagen von Politikern und Pseudexperten, die einmal getätigte Aussagen ohne Angabe einer wissenschaftlichen Basis gebetsmühlenartig wiederkäuen.

Was uns fehlt sind verwertbare und von anderen Forschergruppen reproduzierbare Aussagen zur Effektivität von Dingen des Alltags, an denen kein Mangel besteht wie Schals, Stoffe etc. in Bezug auf das filtern von Partikeln in Aerosolen.

Ich wünsche mir zum Beispiel eine Studie, die anhand von markierten Partikeln in der Größe von Atemaerosol zeigt, wieviel beim Träger vom eigenen Atem abgehalten / zurückgehalten wird z.B. In einem Schal oder einem selbstgenähten Mundschutz und wieviel eines solchen markierten Aeorsols mit passender Partikelgröße daran gehindert wird, in die Atemwege des Trägers einzudringen. Hier gibt es einerseits sehr positive Aussagen zu, die Chinesen haben damit großflächig gearbeitet, andererseits stellen sich Politiker hin und ziehen es in Zweifel. Wir Ärzte werden hängen gelassen, die Bevölkerung mit widersprüchlichen Aussagen bis ins Mark verunsichert.

Wir brauchen Statistiken zur Akzeptanz von z.B. Selbstgenähten Ersatz-Mundschutz in der Bevölkerung. Meine Patienten in der Praxis befürworten es ausnahmslos, Politiker sagen es gibt keine Akzeptanz.

Wir brauchen Daten wie schnell und wie weit sich Aerosole mit entsprechender Partikelgröße bei welcher Raumgröße, Belüftung, Luftfeuchtigkeit und Temperatur verbreiten. Soweit ich gefunden habe sind es immer nur kleine Tests mit speziellen Fragen etc.
Wie müssen wir das Klima in Kliniken und Praxen einstellen, damit die Viren schneller absterben, die Aerosole sich schneller setzen etc.
Machen 1,50 m Sinn oder sind 2 m besser?
Wieviele Personen pro Quadratmeter Verkaufsfläche sind tatsächlich möglich?
Wie müssen Büros gestaltet werden, damit wir weiter arbeiten können?
Macht es Sinn bei Wiedereröffnung der Schulen die Kinder mit Masken auszustatten, Kindergerecht und bunt?
Wie gefährlich ist ein Schüler der in der Klasse hustet? Wie breitet sich das Aerosol aus?
Was passiert genau bei der Umluftheizung in Bussen?

Wir brauchen Daten, die uns nur Ingenieure, Techniker, Biomedizintechniker etc. liefern können. Auch damit unsere Politiker und Entscheider endlich entscheiden und das Richtige tun. Euer Know-how kann uns schützen.





Anleitung zum Nähen eines DIY Mundschutzes – ein Stöckchen

1 04 2020

Quelle: Feuerwehr Essen / Stadt Essen
https://www.essen.de/gesundheit/coronavirus_6.de.html

Wie zwei Beiträge zuvor erwähnt, handelt es sich nicht um zertifizierte OP Masken sondern um einen Behelf zu privaten Verwendung im Bereich des Nichtmedizinischen Einsatzes in Rahmen des allgemeinen Mangels an Schutzausrüstung und der Notsituation der Pandemie. Das Ziel ist z.B. zu verhindern dass unwissend Infizierte das Virus weiter verbreiten zum Beispiel an Ältere Angehörige, die versorgt werden.

Man möge mir verzeihen, dass ich folgendes Bild verbreite. Es geschieht in der Absicht weitere Infektionen zu verhindern und damit Todesfälle. Es stammt von der Zeitung „Welt“, der Link ist 2 Beiträge zuvor zu finden.