Gafferwand gegen Gaffer bei Unfällen

12 02 2017

Ich habe es in diesem Blog irgendwann schon einmal erwähnt: bei Unfällen nerven die Gaffer – sensationsgeile, egozentrische, empathielose Intelligenzallergiker.

Einen Ludwigsluster hat es ebenfalls gestört. Und er tut etwas dagegen. Er hat eine Gafferwand erfunden, innerhalb von Minuten aufblasbar, weitgehend sturmfest und für die Opfer ein Segen. Das THW Ludwigslust setzt sie jetzt ein. Berichtet haben NNN und Nordmagazin. Und weil ich es gut finde und die Idee unterstütze, schreibe ich hier darüber und bitte alle aus Rettungsdienst, THW, FFW etc. diese Idee zu verbreiten. Der Erfinder hat zwar das Patent angemeldet, aber keinen finanziellen Background um eine Produktion aufzubauen. wenn sich Bundesländer oder größere Organisationen dafür interessieren, dann kann er aus der Idee und dem Prototypen was machen und wir alle haben etwas davon: die Retter, die Opfer und die Menschen, die das Verhalten der Gaffer missbilligen.

Hier der Link zur NNN.
http://www.nnn.de/lokales/ludwigsluster-tageblatt/ein-erfinder-gegen-viele-gaffer-id16028961.html

Edit am 15.07.17:
Jetzt gibt’s nen Link zum Hersteller: http://www.gafferwand.de
Dank an D. Mohn für die Info und weiterhin viel Erfolg mit dieser Super-Idee!





Dusche in den Nacken

18 12 2016

War mal wieder auf Fortbildungen…

Habe mich ja schon ein paar Mal ausgelassen über die Zuspätkommenden, die immer so laut sind, dass man nichts mitbekommt.

Aber was ich als echt gefährlich erachte sind die Kollegen und Kolleginnen, die am Ende der Pause schnatternd reinkommen und mit vollen Kaffeetassen durch die Reihen balancieren. Irgendwer bleibt immer hängen… Und dann ergießt sich die Kaffeeladung in den Nacken des schon Sitzenden, auf die Jacke, die über der Stuhllehne hängt, auf die Notizen… Oder aber die Tasse steht auf dem Tisch und irgendwer setzt sich besser hin, rammt eine Querstrebe unter dem Tisch und alles wackelt, auch der Kaffee… Über den Tassenrand hinaus…oder aber sie stellen die Tassen auf den Boden wenn keine Tische da sind, vergessen die Tasse und Zack haut jemand mit dem Fuß dagegen… Geht auch gut mit O-Saft und so… Ehrlich, muss das sein? In der ganzen Pause ist Zeit sich mit Kaffee zuzuschütten, muss man das dann noch in den anderthalb Stunden bis zur nächsten Pause machen? Jaja… Ist bezahlt, ich weiß. Aber ist mir egal. Ich hab keine Lust auf Kaffeeflecken. Ach ja… Es sind glaube ich immer diejenigen, die dann mit pinkeln nicht bis zur nächsten Pause aushalten… Und die ganze Reihe aufscheuchen… Ich sollte mal ein Blutzuckermeßgerät mitnehmen… Polydipsie und Polyurie…
Und deswegen sitze ich am liebsten in der letzten Reihe, da ist keiner hinter mir mit so ungeliebten Überraschungen…





Weihnachtsgeschenke für die Gesundheit

18 12 2016

Ich habe jetzt ein paar Mal von Patienten Fragen nach sinnvollen Geschenken für die Gesundheit für liebe Angehörige bekommen.

Hier ein paar Vorschläge:

Zeit – man kann sie nicht mit Geld aufwiegen

Zuneigung – wenn sie da ist, dann zeigt sie, denn sie macht glücklich und erzeugt Wohlbefinden, besser als jede Tablette oder Infusion das jemals könnte

Stressfreiheit – mal nicht jedem was schenken müssen, dieses Gesuche nach Geschenken mal weglassen, sich die Einkäufe aufteilen und die Verwandtschaft oder Familie, die man mit seinem Besuch „heimsucht“ nicht sitzen lassen mit der Essensvorbereitung, Einkäufen, sauber machen, Abwasch… Ich habe es als Kind gehasst, wenn meine Mutter bei Verwandtschaftsbesuch nur in der Küche stand und alle sich durchfutterten, tratschten, sich amüsierten und hinterher wie die Heuschrecken das kahlgefressene Feld verließen und wir mit dem großen Abwasch da standen. Das war nicht schön. Wir haben das dann irgendwann abgeschafft und das war gut so.

Und wenn es was zum einpacken sein soll? Naja dann gäbe es:

Blutdruckmessgerät. Stiftung Warentest hat im Mai dieses Jahres dazu einen Test gemacht. Ich empfehle Oberarm-Maschetten, gängige Batterien, die man überall bekommt, großes Display und einfache Bedienung.

Waage. Wenn man so was zu Weihnachten als Frau geschenkt bekommt, ist es eine Kriegserklärung, es sei denn man hat sie sich gewünscht. Lieber lassen und im Januar zusammen kaufen für die guten Vorsätze…

Terabänder. Sind gut, leichteste Stärke zu Anfang und am besten ein Video für die Anleitung und jemanden der mitmacht, dann macht es mehr Spaß.

Nordic Walking Stöcker. Zwei Paar… Damit man zusammen seine Runden dreht, damit schenkt man quasi gleich auch Zeit dazu…

Massage-Gutschein. Ist immer eine Wohltat. Bei Massage werden durch die Berührung der Haut stresshormone abgebaut und Glückshormone freigesetzt.

Tanzkurs. Tanzen macht glücklich. Es fördert die Koordination, reduziert das sturzrisiko, sorgt für Kalorienverbrauch und für die Ausschüttung von Glückshormonen durch Bewegung und das Zsuammensein mit Menschen. Und gleichzeitig schenkt man Zeit, wenn man e sun zweit macht.

Sprachkurs. Es erweitert den Horizont, hält die grauen Zellen fit, gilt als präventiv gegen die Gehirnalterung und sorgt für soziale Kontakte, was Depressionen entgegen wirkt und für neue zwischenmenschliche Beziehungen sorgt.

Und bestimmt wisst ihr selbst noch viel mehr…





An Laura

23 10 2016

Liebe Laura,
Vielen Dank für deinen Kommentar, den ich zur Kenntnis genommen habe. Es tut mir sehr leid, dass du Satire und Ironie zwei Beiträge zuvor nicht erkannt hast. Ich lese gerne satirische Kolumnen und Glossen, deswegen kam wohl dieser Beitrag zu Stande. Vielleicht solltest du das nicht alles so sehr auf dich selbst beziehen, sondern mit einem Augenzwinkern lesen. Dann wäre dir auch aufgefallen, dass ich meine eigene Generation nicht davon ausnehme.
Der Grund, warum dein Kommentar nicht online gehen wird: die Verlinkung zu einer Online Shop artige Seite in der Homepage-Zeile.
Und noch eine gute Nachricht: niemand zwingt dich, dieses Blog zu lesen. So doll is es eh nicht und Beiträge kommen auch nur in großen Abständen. Der Welt und damit auch dir fehlt also nix ohne dieses nervige Ding, in dem eine merkwürdige Weißkittel-Tussi über das Leben philosophiert. In diesem Sinn… Good bye…





Die hölzernen Nüsse des Monats für den Macho des Monats

9 08 2016

… Gehen an den ARD-Sportkommentator Carsten Sostmeier.

Was sind die Hölzernen Nüsse? – Ein neuer Wanderpokal, den Assistenzarzt ins Leben ruft, den besonders hervorstechende Machos erhalten, die sich durch besondere Leistungen wie frauenfeindliche Äußerungen, antiquierte Lebensansichten und ähnliches auszeichnen, verliehen bekommen.

Wer darf sie verleihen? – Nun ja, als erstes Assistenzarzt selbst, in der Folge jeder (Frau, Mann oder andere Geschlechter), der einen würdigen Preisträger gefunden hat, muss aber in seinem Blog eine Erklärung der erbrachten Leistung des Preisträgers bringen, um es für alle nachvollziehbar zu machen.

Der erste Preisträger ist oben genannter Kommentator. Ich gönnte mir gestern Abend ein wenig Olympia auf ARD und dachte, ich höre nicht recht als eine junge Vielseitigkeitsreiterin gezeigt wurde. Der Kommentator vergriff sich in einer Tour in seinen Worten, ließ es an abschätzigen, beleidigenden und anzüglichen Bemerkungen förmlich regnen. Hätte ich an seinen Kommentatorenplatz springen können, ich hätte es getan. So hoffe ich, dass die gute Alice Schwarzer, so umstritten sie auch sein mag, ihm mal in einer Talkshow öffentlich die Leviten lesen kann.

Für Aussagen wie: „Dann wollen wir mal hören, was die Blondine dazu zu sagen hat.“ Oder „Angsthase“ oder „braunen Strich in der Hose“ und diversen anderen äußerst dämlichen, beleidigenden, diskriminierenden und frauenfeindlichen Äußerungen bei seinem Kommentar zu den deutschen Vielseitigkeitsreitern erhält Herr Carsten Sostmeier von mir die Hölzernen Nüsse verliehen.

Sehr positiv werte ich die Reaktion des Olympiateams der Reiter, die sich öffentlich kritisch äußerten und sich hinter die Reiterin Julia Krajewski stellten. Konsequenz für die ARD sollte wohl nur eines sein: Die Frage zu klären, ob man unseren Preisträger nicht einfach dalassen kann in Brasilien…





Der moderne Mensch

17 07 2016

Oder auch homo sapiens selfiestickus…

Wenn ich so durch Innenstädte malerischer kleiner Orte flaniere, da fallen mir ab und an so schöne alte Plastiken und Brunnen auf, die das Leben von einst darstellen. Habe mich jetzt gefragt, wenn in 200 Jahren die Ururururenkel von Assistenzarzt durch die Lande streifen, wie die Skulpturen dann aussehen… Eine Frau mit Coffee to go – Becher in der einen Hand und Smartphone in der anderen, die viel zu große und volle Handtasche krampfhaft auf der Schulter balancierend und in viel zu engen Hosen, die doch irgendwie an die mittelalterlichen Buxen der Minnesänger erinnern. Ein Kind, ebenfalls mit Smartphone in der Hand, Kabeln bis zu beiden Ohren und in der anderen eine Quetschpackung mit der Aufschrift Smoothie, insgesamt viel zu pummelig und mit kaum erkennbaren Muskeln. Ein Mann mit Vollbart, Brille mit zu großen Gläsern wie in den 1970ern und einem Basecap auf, das aussieht als würde er versuchen. Zu anderen Zivilisationen oder Sphären Kontakt aufnehmen wollen, in der einen Hand… Ihr ahnt es schon… Ein Smartphone, aber auf einer langen Stange befestig und merkwürdig vor sich haltend (die Antenne für die anderen Zivilisationen?) und in der anderen eine Wasserflasche. Dazu komische verlatschte Schuhe.

In den Galerien werden Bilder aus unserem Jahrhundert ausgestellt. Neben all den World Press Photos gibt es eine eigene Schau: Alltag es 21. Jahrhunderts. Da sind Bilder vom Essen auf Tellern, kilometerweite Bildstrecken von Tellern mit Essen. Außerdem Bilder von Menschen mit Smartphones, die darauf starren und durch die Straßen laufen, weil sie imaginäre Tiere verfolgen. Früher hätte man sie zur Therapie gebracht.

Was bleibt von der Generation Weichgespült? Nun ja diverse Erkenntnisse. Sie können alles nachlesen, aber wissen nicht, was man bei einem banalen Schnupfen tun muss. Sie kommen zu Ärzten und klagen über Beschwerden im Nacken und den Händen, mit denen sie aber im Wartezimmer ewig in ihr elektronisches frühstücksbrett tippten und sind völlig erstaunt, dass ein Körper auch da eine Grenze hat. Sie laufen mit den Coffee to go Bechern rum, aber wundern sich, wenn sie Magenbeschwerden und Stresssymptome bekommen. Sie geben ihren Kindern und sich selbst diese Smoothies und die Cola und Schokolade, die die deutsche Nationalmannschaft bewirbt, aber wundern sich, warum die Kinder und sie selbst langsam dick werden. Sie können alles nachlesen, sich über kritische Stimmen informieren, aber was gesunde Ernährung angeht, dafür reicht es dann leider nicht mehr. sie Fuchteln überall mit diesen ollen selfiesticks herum, aber was um sie herum passiert und wie schön die Welt sein kann, das sehen sie nicht mehr. Sie reden via whatsapp und Facebook miteinander, aber haben ständig das Gefühl, irgendwas fehlt, irgendwie ist da Leere, gar Einsamkeit. Sie haben ständig ihre Smartphones und Tablets an und reagieren auf jedes blingbling und wenn sie abends schlafen wollen, bleibt das Gefühl, der Tag war stressig, überfordernd und sie kommen nicht zur Ruhe. Abgesehen davon, dass ich denke, dass die moderne Kommunikation und dieses ständige Challenge-denken geradezu der Nährboden für immer häufigeres Mobbing in Schule und am Arbeitsplatz ist. Einer muss gewinnen ist heute der Satz, früher war es: wir schaffen das zusammen und wir helfen einander, weil einer allein nichts ist. Andererseits fehlen uns die Konfliktlösungsstrategien, die Menschen früher im Alltag und auf Arbeit hatten, weil wir eben anders kommunizieren als früher, heißt nicht, dass es unbedingt besser ist. Nein, es ist zudem alles noch so unecht wirkend, so aufgesetzt, so viel zu virtuell, so ohne Tiefgang und Authentizität. Und deswegen scheint nicht nur Generation weichgespült stets auf der Suche zu sein, sondern auch die Generationen Smartphone, Handy, Internet, Y und X. So genau lässt es sich eben doch nicht trennen. Getriebene der selbst geschaffenen Modernen Zeit ohne ein genaues Ziel zu kennen, ständig auf der Suche nach irgendetwas, das sie spüren lässt, sie leben und das Leben ist schön und lebenswert, dabei vergessend, dass es doch so einfach ist: Mülltonne auf, Smartphone rein, Tablet rein, selfiestick rein, Smoothies hinterher und ab in den Laden mal ne echte Kaffeetasse kaufen und nen echten Apfel dazu und sich mal Zeit nehmen, auch noch wahrzunehmen, was man tut, fühlt, schmeckt, riecht, ohne abgelenkt zu sein von blingbling und tütütüt.
Wird das jemand tun? Nö, erstmal auf Facebook ausdiskutieren… Der moderne Mensch eben.





Meinungsfreiheit die Zweite

15 04 2016

https://www.change.org/p/freiheit-für-böhmermann-freeboehmi

Bis jetzt waren es 214000 Menschen, die die gleiche Ansicht vertreten.