Gedanken zum heutigen Tag

19 11 2009

Eigentlich ist es nur ein Gedanke, und es betrifft nicht mal mich selbst…

liebe augenärztlichen Kollegen, ich will keinem von Euch zu nahe treten, aber eigentlich will ich es doch. Was unsere Gesundheitspolitik macht, find ich zum Teil haarsträubend. Aber was da so in Augenarztpraxen… als Internist hab ich das Geldverdienen halt nicht abonniert, vielleicht spricht ja nur der Neid aus mir. Wenn bei mir ein Patient fragt, ob er eine Kopie des Arztbriefes haben kann, weil er das dann immer bei sich hat, wenn er einen neuen Arzt aufsucht oder weil er einfach das Gefühl haben will, über seinen Körper bescheid zu wissen, dann kriegt er die. Ohne Rechnung und ohne alles. Manchmal drängen wir es den Leuten förmlich auf, weil wir wissen, die brauchen irgendwann mal ein Stück Papier, weil ein unwissender Augenarzt Kassenärztlichen Notdienst fahren könnte… dann ist es auch nicht nur zum Besten des Patienten…

Wenn jemand bei Euch Augenärzten als Patient ankommt und in seiner Sehstärke hat sich soviel verändert, dass er eine neue Brille braucht, dann sagt ihr es ihm. Und bietet freundlich an, es zu Rezeptieren. Wie nett… Rezepte kosten sonst kein Geld für Otto-Normal-Versicherten. Und dann sagt ihr so nebenbei „Kostet aber jetzt 15 Euro“. Aha. Kann es sein, dass die meisten von Euch vergessen, darüber aufzuklären, dass das eine Igel-Leistung ist und dass das nirgends, aber auch nirgends in Eurem schicken Wartezimmer aushängt??? Im Restaurant müssen Preislisten immer aushängen… Dann erklärt ihr den Leuten, dass es ein Auszug aus der Krankenakte ist und der kostet nunmal Gebühren. Wie nett… dann könnte man ja auch mal kurz sein Fotohandy nehmen und abdrücken. Geht schneller und ihr spart euch die Unterschrift auf dem Papier das „Brillenverordnung“ heißt. Verordnung… ohne Vermerk auf dem Formular, dass es eine Igel-Leistung ist… Und die Leistung an sich, die zahlt ja die Kasse und ihr verdient noch ein zweites Mal an der gleichen Leistung, indem ihr die Kopie an den Patienten für 15 Euro verkauft… Liebe Kollegen, da komm ich mir als Arzt schon reichlich verarscht vor, obwohl ich z.Zt. zum Glück noch keine Brille brauche. Is n Stück DIN A5 Papier mit nem Computerausdruck und nem Krakel, den jeder Dreijährige nachmachen kann, wirklich 15 Euro wert als Auszug aus der Krankenakte? Als Patient hat man ein Recht auf Kopien aus der Krankenakte, wobei ich mich zu erinnern glaube, irgendwo mal was wie 1,20 bis 1,50 Euronen gelesen zu haben.

Ja, und dann wundern wir uns, dass die Leute, die schlechter gucken können erstmalig in ihrem Leben gleich zum Optiker gehen (was wohl logisch ist) und sich nicht fragen, was dazu geführt hat??? Was glaubt ihr, wieviele dekompensierte Diabetiker so in deutsche Optiker-Läden gehen? Oder wie viele mit nem Fundus hypertonicus? Muss es einen wundern, dass so viele Augenerkrankungen erst spät erkannt werden? Nee. Augenärzte sind wohl die einzigen, die es gut verstanden haben, die Veränderungen im Gesundheitswesen monetär zu nutzen. Da kostet ja alles Geld, von der Vorsorge über bestimmte Kontrollen bei Glaukom bis hin zur Kopie aus der Krankenakte…

 

Hier mal ein schon etwas älteres Beispiel aus dem Internet für die gleiche Erfahrung, die jemand aus dem Umfeld von Assistenzarzt machen musste… und das nur, weil er sich gesundheitsbewußt verhalten wollte bei einer Augenvorerkrankung…

http://www.onmeda.de/foren/forum-augenheilkunde/brillenverordnung-beim-augenarzt-=-10-euro-/1272790/read.html

Und hier ein Tip zu Igel-Leistungen einer Ratgeber-Zeitschrift

http://www.guter-rat.de/ratgeber/artikel_unter_55853.html

 

Jaja, ich hör schon die Kommentare der Kollegen… Netzbeschmutzer Assistenzarzt… Vielleicht gefällt mir die Rolle ja?  Igel – Leistungen ok, wo sie hingehören und ok, wenn man damit sein Praxissalär aufbessern will. Aber für so’ne Nummer hab ich echt kein Verständnis. Soll ich jetzt für jede Kopie von nem Arztbrief bei der Entlassung aus dem Krankenhaus auch 15 Euro vom Patienten kassieren und Oma Müller zur Kasse bitten nachdem sie Kaffee und Schokolade bei den Schwestern abgegeben hat? Dann dürften Patienten auch von mir 15 Euro verlangen, wenn ich von ihnen Kopien der von ihnen selbst sinnvollerweise gesammelten Arztbrief-Kopien anderer Kliniken und Ärzte ziehe? Wäre ja nur gerecht. Oder damit wir uns das Leben untereinander auch noch schwerer machen könnten wir jedes Mal, wenn bei uns jemand Befunde anfordert, einen Punkt auf einem virtuellen Konto bei der KV / ÄK für ihn machen und andersrum, kriegen wir auch Punkte, wenn wir woanders anfordern und am Jahresende müssen wir alle für die Punkte blechen an wen auch immer, finden wird sich bestimmt jemand.

Und das kleine Teufelchen Assistenzarzt wird den Diabetikern und Hypertonikern ab sofort empfehlen, für jede Kopie, die sich der Augenarzt von dem Arztbrief mit den internistischen Diagnosen machen will, auch gleich mal 15 Euro zu verlangen…

Jaja, die spinnen die Römer!

„Es könnt alles so einfach sein…. Isses aaaaaaaaaaaaaaaaaaber nich…“





Gedanken zum Tage

18 11 2009

Ist euch mal aufgefallen, dass immer, wenn man grad bei amazon bestellt hat, die einen zuballern mit Werbung, sogar 2 x pro Tag und dann jeden Tag und nach 2 Wochen so jeden zweiten Tag bis das irgendwann mal weniger wird und dann bestellt man mal wieder aus Bequemlichkeit und haben-wollen und das Spiel geht von vorne los.

Es besteht Hoffnung: Joop wird 65… hoffentlich geht der auch in mediale Rente… leider hats bei Herrn Lagerfeld ja bisher noch nicht geklappt. Seitdem er letztes Mal im Fernsehen war, hat meine Fernbedienung psychische Probleme. Sie fühlt sich wohl zu dick, weiß auch nicht.

In 5 Wochen ist Weihnachten. Jetzt husch husch Geschenke machen / kaufen / bestellen… und gleich noch ein paar Dienste mehr, wegen der Inflation…

Lohnt es sich für einen Arzt, sich eine Nintendo Wii zu kaufen, wenn man kein typischer Gamer ist sondern nur just for fun sich abreagieren will?

Wieso wurde in diesem BL eigentlich der Buß – und Bettag abgeschafft? Die Rentenbeiträge wurden doch inzwischen trotzdem erhöht. Kann ich dann nicht den Feiertag zurück haben?

Als hätte es die Zeitschrift für Medizinstudenten „Via medici“ vorausgeahnt (Robert Enkes tragischer Tod): Ein großer Beitrag zum Thema Suizidversuch ist drin. http://www.thieme.de/viamedici/index.html

Wie schön, dass es schon Lebkuchen gibt. Ein Lichtblick im Novembergrau.





Für gdh

11 11 2009

Schöne, bunte, lebensfrohe Orte im Osten: (leicht Nord-lastig, Ergänzungen erwünscht)

  • Wismar (UNESCO Weltkulturerbe)
  • Ostseebäder Kühlungsborn, Rerik, Boltenhagen, Dierhagen
  • Dorf Mecklenburg (Agrarmuseum)
  • Schwerin (Schweriner Schloss, Innenstadt)
  • Groß Raden (Slawen-Museum)
  • Land Fleesensee
  • Fischland / Darß / Zingst: Ahrenshoop, Wustrow, Prerow, Zingst
  • Marlow (Vogelpark)
  • Insel Rügen
  • Stralsund (UNESCO Weltkulturerbe, Deutsches Meeresmuseum)
  • Usedom: Heringsdorf, Bansin
  • Warnemünde
  • Mecklenburger Seenplatte
  • Havelregion
  • Potsdam
  • Dresden
  • Leipzig
  • Thüringer Wald und Rennsteig, tolle Skilanglaufregion
  • Harz, Brocken, Hexentanzplatz, Tropfsteinhöhlen…
  • Tropical Island
  • Erzgebirge
  • Spreewald

 





Mal rüber

9 11 2009

Sollte ich aus Anlass des Tages, den wir heute haben, was zum Mauerfall, Wende etc. schreiben? Nö.

Die Hälfte von dem, was in den Medien über den Osten kommt, ist sowieso erfunden oder übertrieben. Und die Hälfte von dem, was über den Westen in den Medien kommt auch. Manchmal hat ein Eremiten-Dasein auch was positives. Man behält eine unabhängige Meinung. Achso, wo wir grad beim Thema sind: Ich kenne keinen Ossi, der nicht schon mal den Westen besucht hat, um sich davon zu überzeugen, wie der wirklich ist. Aber ich kenne einen Haufen Wessis (Wessi-Ärztekollegen) von diversen Fortbildungen, die das letzte Mal im Osten waren, als sie Transit nach West-Berlin gefahren sind. Na, is da nich irgendwo die Uhr stehen geblieben? Man muss nich mehr aufn Visum warten und Mindestumtausch gibts auch nich mehr… und Bananen ham wir auch im Aldi…





Der Robin Hood in uns

9 11 2009

Wenn viele Kollegen um die Gesundheit eines einzelnen gekämpft haben und sich bemüht und so weiter und wir es dann geschafft haben, alle zusammen, dann spüre ich sowas wie Stolz auf meine  / unsere Leistung. Soll ja gesund sein.

Wenn ich dann diverse Anträge für den Patienten ausfülle und diese abgelehnt werden, dann spüre ich wie Wut in mir aufsteigt. Wut darüber, dass in diesem Land bei diesen Sch… Krankenkassen doch nicht alle gleich sind. Und Kranke keine Lobby haben und keinen Fürsprecher, außer sie leiden an einer „guten“ Krankheit (sofern man das so nennen kann), die gesellschaftlich akzeptiert ist wie diverse „Managerkrankheiten“. Und die Angehörigen oft nicht wissen, wohin, um die Interessen des Kranken durchzusetzen, wenn dieser es nicht kann. Denn ich weiß auch, wie der Laden läuft, wenn mal… ach ich halt lieber meine Klappe… Und wenn ich dann sehe, dass dieser Kranke nichtmal selbstverschuldet in so einen Zustand gekommen ist, weil er nicht geraucht oder gesoffen hat oder andere dumme Dinge getan hat… Dann möchte ich mich am liebsten auf mein Pferd setzen, meinen Mantel um mich schwingen, mein Schwert oder Degen ziehen und mit erhobener Waffe lospreschen, dass unter den Hufen meines kraftvollen Rosses die Grasbüschel nur so wegfliegen. Der Robin Hood in mir! Er kommt nie wirklich zur Ruhe, weil ich mich nach Gerechtigkeit sehne. Er ist grad wütend auf den Sheriff von Nottingham und seine Schergen. Sehr wütend… Morgen möchte ich nicht auf der Seite des Sheriffs stehen…





Grad auf den Ohren

8 11 2009

grad zu hören in der Nähe des Assistenzarzt-PCs…

Travis „Sing“

Abba „Arrival“

Stanfour „In your arms“

und bei Euch?





Hab ich doch gar nicht gesucht

8 11 2009

Mal wieder Suchbegriffe! Hatten wir ja lange nicht mehr, oder? :-) Es nährt meine Ansicht, dass die Menschen alle irgendwie schräg drauf sind…

„schwester hat mir in die hoden getreten“ – wie oft ich das jetzt schon bei den Suchbegriffen lesen musste. Ich sags nochmal: Frag dich doch einfach mal, ob’s nen Grund gab…

„harnwegsinfektion onanieren“ – also als Therapie wars mir bisher nicht bekannt, kannst ja mal ne Studie initiieren. Provozieren kann man das erstere durch das zweite sicherlich, würde dann aber wohl nicht honeymoon-zystitis heißen.

„paracetamol tablette zerkleinern“ – geht soweit ich weiß, gibt aber auch Saft oder Sirup

„was passiertwenn man handy in der hosen“ – nun ja, mit Vibrationsalarm meldets sich dann mit Vibrieren und du könntest dich beim Anrufer bedanken… ?

„bedankt man sich bei der notaufnahme?“ – ein klares JA

„nadeln durch hoden“ – meine Güte, das gehört  nun wirklich nicht hierher, aber versuchs mal in der entsprechenden Szene… der Anzahl der Google-Suchen nach, muss das ja ein wahnsinnig gefragtes Thema sein

„wie kann man eine halluzinationen kriege“ – solche Tipps gibts hier nicht…

„zog nachthemd über den po“ – war bestimmt kalt, oder?

„alcohol coma scale“ und „corsa syndrom“  – danke, danke, beides von mir entdeckt und entwickelt und bei google gesucht *tränchen wegdrück*, das tut so gut, bei google gesucht zu werden. letzteres heißt Corsa Kauf Syndrom… aber is nich so schlimm

„auf den busen gucken senkt herzinfarktrisiko“ – echt??? Nur für Männer? Wohin sollten Frauen gucken? Knackige Männerpos?

„katze macht auf die fußmatte“ – harrr, harrr, die hier zur Zeit nicht mehr nach euren Tipps!!! Pfeffer war gut… und ökologisch… und preiswert…





Ego streicheln

8 11 2009

„Es könnt ‘n Karzinoid-Tumor sein.“ (Assistenzarzt nach 25 min Filmlaufzeit bei der Dr. House-Folge am 3.11.09)

„Es ist ein Karzinoid-Tumor. [...] im Appendix [...]“ (Dr. House irgendwann am Schluss.)

„Hab ich doch gesacht! Hättst ma gleich gehört, House. Eh, ich habs rausgekriegt nach der Hälfte der Folge, man is das geil!“ (Assistenzarzt direkt nach der Diagnosestellung durch House.)

Wars leichter diesmal oder einfach nicht so ausgefallen? Auf jeden Fall gut fürs Ego des Internisten-Lehrlings.





Geschenkeratgeber

30 10 2009

Nachdem hier im Blog schon öfter in den Kommentaren die Frage kam, was man Ärzten als kleine Aufmerksamkeit schenken könnte, wenn man es will, versuche ich mich mal. Die anderen Docs können ja noch ergänzen (bitte dieses Mal nur ernstgemeinte Vorschläge).

Schokolade in jeder Form – häufig, kommt an

Kaffee in jeder Form – häufig, kommt auch an

Teekollektionen (z.B. Wintertraum und Heiße Liebe oder wie die alle heißen) – selten, interessant und was schönes

Negerküsse, oder politisch korrekt Schaumküsse – lecker, schnell weg und so ein Riesenkarton aus dem Factory outlet von Dickmacher schadet auch nicht, da legen wir uns rein und schlemmen

Eis – abgepackt, toll! (sofern es aus dem Kiosk stammt und nicht aus der hintersten Kühltruhe aus der Garage und von vor 3 Jahren ist)

Kuchen – zum auftauen ok, vom Bäcker ok. Selbstgemacht – nur ohne verderbliche Dinge wie Sahne. Medizinisches Personal ist sehr pingelig und abergläubisch. Von der Frau mit z.B. „Salmonellensepsis“ würde niemand einen Kuchen essen, nur höflich annehmen und danke sagen.

Handwerksprodukte – jeder tut, was er kann, ich habe ein Souvenier im Regal stehen, auf das ich stolz bin, weils jemand angefertigt hat für jeden ein kleines Teil. Viel Arbeit, sehr persönlich.

Buch mit persönlicher Widmung – was besonderes. Hab ich noch keins abbekommen, schnappt sich meist eine der älteren Schwestern, die ihr Anrecht fühlen :-( Grad vor kurzem wars, da hats jemand den Ärzten gewidmet, gelesen hab ichs, weiß auch wo es jetzt liegt… jedenfalls nicht im Arztzimmer.

Bilder und Fotografien – für die Gestaltung der kompletten Station – teurer Spaß, aber einen Mäzäen (schreibt man das so?) hab ich erlebt, der sowas verfügte vor seinem Tod. Sicherlich was ganz seltenes.

Sekt -  wir dürfen offiziell gar keinen Alkohol trinken. So bleibt das dann für den privaten Gebrauch oder für Karneval, Betriebsausflug, Silvester oder ähnliches.

 Pfannkuchen / Berliner zum 11.11. – der totale Hammer, wenn sie ohne Senf sind

Weihnachtsplätzchen – es gelten gelockerte Kuchenregeln

Glücksbambus – geht nur fürs Arztzimmer und nur für Leute, die aussehen als hätten sie einen grünen Daumen. Ich habe mal einen Glücksbambus gerettet, der einer Kollegin geschenkt wurde. Zum Glück hatte die nie Haustiere… Pflanzen können ja nicht schreien. Ich würd mich über sowas riesig freuen.

Blumen – auch was schönes, macht den Alltag mal bunter.

Präsentkörbe – wenn man das Gefühl hat, sich riesig bedanken zu müssen, sicher keine schlechte Wahl

Ein Händeschütteln, an die Brust der alten Dame gezogen werden und ein Küsschen auf die Wange gedrückt zu bekommen, sicherlich gewöhnungsbedürftig für Ärzte mit einem gewissen Distanzbedürfnis wie mich. Aber unvergessen! Genau wie die Umarmung und die Tränen des Glücks von einer anderen. Oder der Besuch von jemandem nach einer Reha, wenn man sie fast nicht wiedererkennt und sie nochmal Danke sagen. Sowas ist unbezahlbar, denn das lässt einen als Arzt wieder fühlen, warum man kämpft, warum man nachts um 3.00 um jedes mmHg fightet oder die EKKL mit der eigenen Hand reindrückt oder stundenlang redet, tröstet, aufbaut, Schmerzen nimmt, zum durchhalten anfeuert, in diverse Hintern tritt, um Motivation zu schaffen und die Sonne nach dem Regen zeigt. Da begreift man, dass diese kleinen Dinge, die man täglich macht, für jemand anderen etwas riesiges bewegen können. Ja, in den Momenten macht der Job wieder Spaß und man pfeift auf DRG, Verwaltung, Zickenkriege, Egomanen usw.

 

Übrigens noch ein Tip: Wenn man den Schwestern ein Geschenk gibt mit den Worten „fürs ganze Team“ oder für meine liebgewonnenen älteren Patienten im Osten „fürs ganze Kollektiv“, ist es auf etlichen Stationen zu 99% so, dass das im Schwesternaufenthaltsraum landet und man als Arzt fragen muss, ob man sich mal ein Stück von was auch immer nehmen darf – und nur eins kriegt, wenn beim Abzählen was für „die Ärzte“ übrig ist. Ärzte gehören bei manchen Stationen für die Schwestern / Pfleger eben nicht zum Team / Kollektiv. Seltsam, oder? Leider wahr… Dabei ist es völlig egal, ob dem Geschenk eine Karte beiliegt, in der man sich bei den Ärzten bedankt und beim Rest der Abteilung oder nur bei den Ärzten oder ob man eins für Ärzte und eines für Schwestern macht - sofern man das für die Ärzte einer Schwester / Pfleger in die Hand drückt, kippen die Besitzstandsverhältnisse zugunsten des Pflegepersonals. Ich kenne auch Stationen wo es anders ist, aber da ist man auch Team und nicht „die Schwestern“ und „die Ärzte“. Also wer es wirklich direkt an die Ärzte geben will, klopft einfach mal kurz am Arztzimmer oder drückt es dem PJ-Studenten in die Hand. Als Patient weiß man eben nie, wo Team ist und wo es „die Schwestern“ und „die Ärzte“ gibt. Ich weiß, dafür werden mich jetzt einige steinigen wollen, aber es ist tatsächlich auf manchen Stationen so und von denen gibts leider nicht so wenige. Darum schätzt man ja die Team-Stationen so sehr…





Essenraten

30 10 2009

Neben Namengucken (siehe entsprechenden Beitrag) gibts noch ein Spiel an deutschen Krankenhäusern. Das heißt Essenraten. Kann man an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten machen. Zum Beispiel morgens, wenn man auf den Hof kommt oder durch die Küchen-nahen Flure geht. Oder wenn die Essenwagen auf Station aufgemacht werden.

Morgens wird man zwangsverpflichtet, bei den Essenwagen hat man wenigstens noch die Wahl.  Gerade morgens aber, möchte ich dieses Spiel eigentlich gar nicht spielen. Ehrlich gesagt, ich finde Porree, Kohl und andere Dunstintensive Pflanzen sehr anstrengend auszuhalten. Erträglich sind Kartoffelsuppe und diverse Milchgerichte. Aber eigentlich reichts mir, wenn ich sowas auf dem Speiseplan lese… jedenfalls morgens. Wieso kann es nicht wie beim Bäcker durften oder wie bei Tchibo? Oder wenigstens wie beim Eisladen?